Band 
Zweyter Theil [2].
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goo Monsignore.

sehr erfahren- Im Refektorium der Franziskaner zu Mantna sieht mau von ihm die H. Jungfrau inMitte der Apostel, mit einer Architektur, die zwarrclouschirt, aber immer noch von großem Effekt ist;dann auf der Kanzel dortiger Kirche die HH. Bernardund Ludewig, welche zu seinen beßten Arbeiten ge-hören; anderwerts dann kleine Bilder, welcheMiniaturen gleichen." Massel (Ver. ill. Ill.ihb.)sagt, er habe unter einem schönen Bildnisse imMuseum Cappcllo zu Venedig die Unterschrist:F>mrcisc«5 öo»»iA«o>E Veronensis pinx. 1^86.gefunden, der wohl kein Andrer, als unser Mon-fignori ist. Nach ihm ist es wahrscheinlich, daßW. Hollar drey Frauenköpfe gestochen hat.

* Monsignori (Hieronymus ), des ObigenBruder, im Dominikaner -Orden Frater Eherubingenannt. Von ihm findet man in dem großen Bücher-saal <2 t. Benedetto zu Mantua eine Copie des Abend-mals von L. da Vince, welche man für die bcßtedieses Kunstwunders halt. /.Mr-rr II. »38. Andreindessen (was auch das Lex. thut) schreiben diesesBild einem vierten Bruder von Franz, gleichenNamens mit dem unsrigen, und ebenfalls Domini­ kaner -Ordens, zu.

* (Johann Jocundus), wie inan

glaubt ebenfalls Bruder der beyden Obigen, nachLllilizia (L-l. ter?. l. 222.) geb. i455. was dennseinem im Lex. angegebenen Todesjahr und Lebens-zeit richtig genug entspricht. Andre geben ihm nur60. Jahre, was hinwieder besser mit seinem Ge-burtsjahr im Lex. übereinstimmen würde. Derselbegieng jung nach Rom , siudirte daselbst, nebst Phi-losophie und Theologie, auch die Architektur »ndaller Gattung Alterthümer, und sammelte Zeich-nungen nach diesen lctztern in ein Volumen, womiter Loren; dem Prächtigen zu Florenz ein Geschenkmachte Mehrere Jahre stand er in Diensten Kaiser Maximilian I. Hierauf war eine seiner erste» archi-tektonischen Arbeiten die Wiedercrbauung der soge-nannten Brücke della Pietra zu Verona , welche erstin neuern Tagen von einem starken Strom weg-gerissen wurde. Dann folgten allerley gelehrteVersuche: Bemerkungen über die Commcntaricn desJulius Eassr, worinn er zum ersten Mal eineZeichnung von Cäsars Brücke über den Rhodangab; Erläuterungen von allerley dunkeln Stellendes virruvius -- aber freylich nicht aller; Emcn-dationen des Frontins über die Wasserleitungen;Ausgaben des Aurelius Victor , und Earos clers rustica. Jetzt erhielt er von Ludwig XII. einen Ruf nach Frankreich , wo er zwey Brückenüber die Seine baute, (k'ütre Dame und le pstit*l>ont), von welchen die letztre noch von Scamozzi mit Recht bewundert, und beyde von dem berühmtenSannazar in einem elenden Distichon besungenwurden:

Aeminnm siki I>ornem;

Iluvo ru jure ^ores ilieeve k>olll>i?iceku.

Während dem Fra Giocondo zu Paris war, fander in einer alten Bibliothek den Codex eines großenTheils der Plinianischen Briefe, welche für dieBaukunst so wichtig sind, und späterhin bey Aldusim Druck erschienen. Nach seiner Rückkehrbaute er, wie man glaubt, den öffentlichen Raths-saal zu Verona , und die Festungswerke von Trevifo.Am meisten aber machte er sich um Venedig ver-dient, da er dieser Stadt ihre natürliche Festung,die Lagunen sicherte, welche die Brenta zu zerstörendrohte, so daß ihn der Edle Ludwig Eornaro denzweyten Begründer von Venedig nennt, und seinediesfälligen Schriften noch heut zu Tage bey derWasscrmagistratur aufbewahrt werden. Bey einembald hernach erfolgten Brande des Quartiers diRialto, wurden seinen schönen Planen zu Wieder-erbauung desselben (welche ebenfalls noch im HauseBragadino vorhanden sind), diejenigen eines ge-wissen Meisters Zanfrignino und Scarpagnino vor-gezogen Da sich unter diesen Zeichnungen einEntwurf der jetzt noch bestehnden Brücke di Rialtobefindet, wird ihre wirkliche Baute von Einigen

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ihm zugeschrieben; indessen soll dieselbe vielmehrdas Werk eines Jacobs oder Antons da Ponte seyn.Alsdann begab sich Fra Giocondo nach Rom, 'und wurde nach Bramante's Tode zum Bau-meister von St. Peter ernannt; in dieser Eigenschaftarbeitete er, gemeinschaftlich mit Raphaei undA.St. Gallo^an der gänzlichen Umgießung diesesWundcrgebäudes, welches Bramante, wie so vielAnderes, aus allzugroßer Eile, schwach genug auf-geführt hatte Dieser geschickte Mann, zugleichvon exemplarischem Wandel, geschätzt und geliebtvon allen gelehrten Männern seiner Zeit, welcheihn naher zu kennen Gelegenheit fanden (wie z. B.Budäus, Aldus, Manutius, Sannazar , seineigner Mitbürger Calderino, u. a.), und war wäh-rend seines Aufenthalts am Hofe Maximilian I. im Griechischen und Lateinischen Lehrer des be-rühmten Jul. Ces. Scaligers, welcher ihn: Diealte und neue Bibliothek aller achten Wissen-schaft nannre." Lons. ste /wntenai.

* Mont (Edmund du), Bildhauer. S. denSchluß des gleich folgenden Art. von Franz.

* (Franz du), Bildhauer, lernte bey

seinem uns übrigens unbekannten Vater, Mitgliedder St. Lues-Innung, der ihn zu seinem Beruferzog. Er machte in der Kunst sehr schnelle Fort-schritte, und trug einen akademischen Preis nachdem andern davon. Eben sollte er nach Rom gehn,als ihn seine Heyrath mit der Tochter von IkatalisCoypel (unzureichenderGrund!) daran behinderte.Dafür wurde er, wie selten Einer, schon in seinemDrey und Zwanzigsten zum Mitgliedc der Akademieerkiest. Sein lwie es heißt trefliches) Aufnahms-stück war der den Himmel bestürmende Riese Uriles.Zu seinen ersten öffentlichen Arbeiten gehören: Eingroßes Bild auf dem Portal des Hotels Elermontin der Varennes-Straße, und die Basreliefs imSchlosse des Herzogs d'Antin zu Petit-Bourg .Dann folgten die vier colossalen Statüen in denNischen der Seitenportale von St. Eulpice: St.Perer, Paul, Johann und Joseph. Gegen dieGewohnheit tragt hier dem erstem ein Kindseine Schlüssel. Diese Werke gefielen dem Herzogevon Lotharingen so wohl, daß er ihn nach Naucyberief, wo sich indessen nur Weniges von seinerArbeit findet. Diejenige, welche ihm den allzufrühe»Tod brachte, wird bey d'Argensville das Grabmaldes Herzogs von Melun , Sohns des Prinzen Epinoigenannt. Auch die Veranlassung erzählt dieserSchriftsteller vom Lex. verschieden, so:Voneinem unter ihm eingefallenen Gerüst habe er dasBein gebrochen, Und, nach Flandrischer Weise,habe man ihm nur einmal die Ader geöffnet!Noch wird dort von ihm eines Denkmals derSchwestern Bonnier zu Montpellier erwähnt, diebald nach einander als Kinder starben: Die ersteretritt aus dem Grab Herfür, und scheint die andreeinzuladen, ihr zu folgen; und am Schlüsse heißtes: Sein Charakter empfahl ihn eben so sehr, alsseine Kunst. Mit einem lebhaften Geist vereinte erdie liebenswürdigste Sanftmuth und Höflichkeit:Kein angenehmes Talent (wie Tanz, Fechten,Musik) war ihm fremde. Aeusscrsi bescheiden gabenihm Lobsprüche nur zu mehrerer Anstrengung Muth;seine Modelle ließ er wieder im Wasser zergehen,sobald er sich ihrer bedient hatte. Von acht Kindern,die er bey seiner ix55. verstorbenen Gattin erzeugthatte, blieb ein einziger Sohn am Leben (wohl derEdmund des Lex.), der in seine Fußstapfen trat,in die Akademie aufgenommen wurde, und 1776.verstorben ist. II. ZiZ17. aus

Familien - Nachrichten.

* ( ), der Baumeister, hießGabriel

Martin. Von ihm führt ein Berzeichniß meinessei. Vaters: kecueil ä'^rLÜitecture, Oeuvrecompose «le 182. pieces Oeuvre avec le."!Vases etc. clessinees pur-Ms, ls taut con-sistanten2 in.(a ü. 2ix.)68tsmpes, 2.Vc,I. (wahr-scheinlich dasselbe, welches anderwerts: kscuei!cle ptusieurs Parties ä'^relutecture en(». IM)