Band 
Zweyter Theil [2].
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914
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9 i 4 Morghen.

ses im Ganzen vortreflichen Blatts, s. im 7»urn.5 . bild. X. 8. 12426. Pr 12. fl. Rh.); der Fa-milie des Mylord Spencer, und des Fürsten vonHolstein-Deck, beyde nach A. Kaufmann, welchedrey letzter,, Rost ^1799.) Morghens Hauptblät-ter nennt, und übrigens am Schlüsse von ihmbemerkt, daß er sich (wie wir Alle) nicht immergleich, und zumal nicht immer correkt sey. Auchder längen von ihm erwarteten Verklarung nachRaphael wird dort, doch nur vorübergehend, ge-dacht. Mit diesem (nur allzu sehr berüchtigten)Blatte verhielt es sich nämlich, wie folgt/ Ineinem Subscriptionsplane wurde dasselbe aller-dings als die Arbeit unsers Künstlers ausgeschrie-ben, und selbst in einem Probedrucke wurden dieim Vorgrunde rechts befindlichen Figuren (näm-lich die Gruppe mit dem besessenen Knaben) undlinks der mit einem Buch in der Hand sitzendeApostel, wirklich von ihm sehr schön, dann Sach-werts aber alles klebrige, wie es nachwcrls hieß,wegen Raphaels eingetretener Augennoth (s.Allg.Runftz. S. 29.), von Anron Morghen weit ge-ringer ausgeführt, und dadurch die Liebhaber (umwenig zu sagen) in ihrer Hoffnung aufs Unange-nehmste zumal für ein Blatt getauscht, vonwelchem ein gewöhnlicher Abdruck 72. Livr. kostete.Späterhin dann (1807.) ward wirklich ein ganzneues, welches nun in der Wahrheit von dem nochin Florenz lebenden Raphael Morghen seyn sollte,für 10. Dukaten (15. avanl la lettre) angekündigt,was aber bisdahin (es läßt sich fast vermuthen,warum?) nicht zu Stand gekommen ist. Nochbemerkeuswerther ist, daß Füßli (Annal. II.S. 9092.), der doch nur das unvollendete Prosbeblatt von Raphael Morghen gesehen hat, schonaus demselben zu urtheilen, Dorigny's bekanntentreflichen Stich von diesem Bild ohne Gleichenjenem weit vorzog; und daß Ebenderselbe (waSnoch heterodoxer klingen mag, aber- mit den vie-len angebrachten Gründen I. c. S. 8190. vonjedem unbefangenen Kunstfreunde erwogen zu wer-den verdient) gleichmäßig vor dem mittlerweile vonRaphael erschienenen in mehrern Rücksichten mitRecht hochberühmten Blakte seines Abendmalsvon da Vinci, nach Matteini's Zeichnung (wel-ches schon in 1802. in Wien 80. dortiger Guldenkostete) dem alten schlichten Stiche von P. Sout-mann, nach einer Zeichnung von Rubens geäkt,in Absicht auf originelle Charakteristik (die Haupt-sache), ohne das mindeste Bedenken, die entschie-denste Palme ertheilt; dann aber freylich anMorghen's seinem alle Nebensachen, Fleisch,Haare, Metalle, Glas, und besonders das weißeTischtuch (welches er der berühmte Rappe vonMassen noch weit vorzieht) zum Bewundern schönfindet. Wie dem immer seyn mag, auch uns ge-lüstet es (selbst in den ernsthaftesten Stunden) weitöftrer, in das einsame Heiligthum einer andernwunderschönen Arbeit unsers Künstlers, seiner:8ic Xls^dslena mssrens eoelica guseret, nachMnrillo, als in jene Cena hineinzuschauen, de-ren ursprünglichen Werth wir, nach Allem, wassie von Zeit und Menschen erlitten hak, nur nichtmehr ahnden können. Und eben so erfreulich sind uns(fast vorzüglich) seine neuesten Bildnisse von Dante,Petrarch und Lasso (dieses bey der jüngsthin zuParma erschienenen Prachtausgabe des befreitenJerusalem , nach P. Ermini's Zeichnung- kostetebesonders 8. fi. i 5 . Kr.) wir wollten gerneauch dasjenige von Raphael nennen, welches aller-dings einen ältern Stich von Strange weit über-rrift, aber den wunderschönen Charakter seines Ur-bildes im Pallast Altoviti zu Florenz noch vonFerne nicht erreicht. Noch von einem (des

Kaouziners D. Turchi, nach F. Viera) 1806. ge-stochenen, heißt es im Zürcher-Journal f. Litt.und Aunst S. 365 . mit Grund: Der Kopf seyvon höchster Schönheit in der Ausführung; Ge-wand und Grund aber (wohl nicht von Morghenselber) ziemlich flach. Dem Almanaeü des lZeaux-

") Mit diesem und dem vorigen Art. fällt der Art.

M 0 rghe n.

Arls von 1802. zufolge ward unser Morghen,seinem ausgezeichneten Verdienste gemäß, im I XI.zum auswärtigen Mitgliede des französischen Na-kionalinstiiuts ernannt. Seine um 1806. erschieneneKleinigkeit der Madonna col Bambino, nach L.Carracci, wollten wir ihm (nicht des theuern Prcis-ses wegen, sondern weil es wirklich für ein solchesJuwel nicht die erforderliche Vollendung hat) gernegeschenkt haben, und pflichten zwar dem Urtheildes Zürcher -Jouruals f. Litt. u. Runst E. 79 -bey, daß die minder wesentlichen Theile des Kind-kopfes in Verhältniß gegen die Augen und Nasezu klein sind, und er daher nicht Jedermann (kaumJemand) gefallen wird; dieses aber schwerlichdes großen Charakters wegen, der dessen un-geachtet darin liegen soll. In den DeutschenAünftbl. (40.) i. An;. S. i2. liest man den selt-samen-Titul: Principes du Dessin d'aprös les(arsvures gui onk ste pubkises d'aoi'öx les rm-tigues 8tstues zmr- A. -^o/-oato sk /p/oiAÜL».?rem. Divr. 1798. (9. Bl. bey Frauenholz), waswir als Kopien nach diesen beyden Künstlern ver-stehen müssen, und wovon es übrigens l. c. viel-leicht begründet heißt:Edle Korrektheit, unddie Angabe der nöthigsten Schatte» durch wenigeArbeit machen diese Sachen den jungen Leutenweit angenehmer und nützlicher, als die ehemalsgewöhnlichen Rörhstein-Muster, oder den etwastrocknen Preißler, und die Heerschaar (schon 1798.jetzt die Myrias!) von zweckwidrigen Zeichen-bücher» , womit das Publikum von einer Messezur andern heimgesucht wird."

* Morghen (Philipp), Zeichner und Stechermit der Nadel und dem Grabstichel, Sohn candresagen Bruder) und Schüler von Joh. Ellas,geb. in Italien um 1740. (weit früher als wieRost angiebt). Derselbe hat viel zu Rom , woer sieben Jahre studiere, und seither zu Neapel gearbeitet, und an letztem! Ort eine große AnzahlPlatten (die beßten) für die Prachtausgabe der Alter-thümer des Herkulanums gestochen; dann etliche der12. Apostel, nach den Statüen von Baccio Ban-diuelli (diese, ohne seinen Namens; etliche Pro-pheten, nach den Basreliefs von Ebendemselben, u.a.Das bekannte Grabmal des Michael Augclo, nachder Zeichnung von Chamant (1746.); nach A.Barbiani einen St. Augelus Carmelitanus, derdem H. Francisc die Stigmate verkündigt, sowie hinwieder lctztrer dem erster» das Mariyr-thum; ferner von Bildnissen mehrere aus der Fa-milie Medicis und König Carls lll. von Spa­ nien (damals von Neapel ) an der Spitze des Werksvom Herkulanum; endlich 5 i. Gegenden und Nul-lt, n um Neapel , wo er späterhin einen Kupfer-handel trieb, und den Titel eines Kupferstechersdes Königs beyder Sizilien trug. Rost IV. 161.tTanäe/üm u. Mc. *)

(Wilhelm), ebenfalls Kupferste-

cher; ob auch ein Bruder von Raphael, ist un-gewiß, wohl aber so viel sicher, baß er eben sowenig,wie Anron, jenem Vortrcflichen gleichkam. In-dessen waren zwey von ihm um 1804. erschieneneBlatter so beschaffen, daß sich noch immer etwasvon ihm hoffen ließ. In dem einen derselben (wahr-scheinlich dem ersten der Zeit nach), einem: diolime längere nach Joj. Ribera, und nach einerZeichnung von S. Cascini, fanden sich ungleichbessere und künstlichere Schraffirungen, als in demzweyten: Domino, ego s Te clebeo baplisarinach Guido, und das Fleisch des Christus imdioli war ziemlich verständig behandelt und wohlausgedrückt; die Gewänder in beyden aber hart,und (das Schlimmste!) die Zeichnung, in Hän-den und Füßen hesonders, verunglückt. Meu-ssl's Arch. l. 3 . 26. Dieser ist es vielleicht,der für die: Xova Hcliola Italien gezeichnet hat.Noch neuere Arbeiten von ihm nennt die Bibl.d. R u. B- Rüliste 1k. 2. iZ 537. nämlich eineH. Familie nach Poussin ; Loth, den seine Töchter

Joh. Elias und Philipp Morghen im Ler. völlig weg.