Morghen.
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als er wünschte, kam er 1766. nach Salzdahlen zudein dortigen Galerie-Inspektor Busch, wo er eins-weilen seine Gattung verlassen, und nur nach dem-jenigen arbeiten durfte, was man ihm vorlegte.Eben so bey einem gewissen Bilderhandler zu Ham burg , wo er nichts als verdorbene Gemälde O 768.)auszubessern hatte- und indessen auch daraus Vor-theil für seine Kunst zog. In 1770. gieng er nachFrankfurt , und hielt sich bis 1771. beydem dortigenC- G- Schüz auf, um welche Zeit er nach Darmstadt zu der Wittwe des berühmten Eeekatz reiste, undnach dessen Gemälden, die ihm besonders gefielen,so lange copirte, bis er nach Jahresfrist wiedernach Frankfurt ins Haus des ältern Nothnagelskam (eine vorgenommene Reise nach Utrecht wurdeihm vereitelt), in 1776. sich dort verheurathete,und haushablich niederließ. So bey Hüsgen(N. A. /j«7—tu), wo es dann 1790. wesentlichweiter heißt: „Ungeachtet er meistens historischeBilder verfertigt, und es ziemlich weit darin ge-bracht hatte, so legte er stch doch endlich ganzauf Pcrspektiv und Architektur. Die erstere lernteer bey dem Zimmermeisier Ioh. Vögelin von Znrch,der sich damals zu Frankfurt aufhielt, und beyihm, durch Mittheilung vieler Zeichnungen vonKirchenspaccaten u. dgl. zuerst den entschiedenenGeschmack für solche Kunstgattung erweckte (Mrc.),worin er es bey seinem ruhigen Fleiße so weitbrachte, daß er in seinem Eolorit, den schönenSchlaglichtern, und scharfer Genauheit einemSteenwick und Peter Neefs kaum weichen durfte,und daneben seine Kirchen selbst mit wohlgeord-neten Figuren belebte, welche jene hingegen durchAndre verfertige» ließen; somit in seine Bilderum so viel mehr Einheit und Harmonie brachte.Eben so schön sind seine braun getuschten Hand-zeichnungen. Endlich trift man überhaupt in sei-nen Bildern nichts von überladenen Zierathe» an;Alles kömmt mit dem einfach Großen des Gan-zen überein, und beweist er auch hierin seinenrichtigen Geschmack; daher auch seine Werke über-all gesucht werden: Eines derselben befindet sichin der Consistvrienstube des sogenannten Römers(sonst auch Capital genannt!) zu Frankfurt . NachEeekatz hat er zwey Blatter geatzt, die mit einem1 ^ 1 . und dem Stern darhinker bezeichnet sind."Andcrwerts (Mrc. c.) heißt es dann freylich:„Seine Behandlung war äusserst rein; aber dasEolorit bunt und kalt." Neueres haben wir nichtsvon ihm vernommen.
issiorghen (Anton), Bruder von Raphael.In Mensel'« Arch. l. 2. 1,4—16. wird dieunten, im Art Raphael M erzählte mißgera-thene Vollendung des Blatts der Verklärung die-sem Anton zugeschrieben, Für das Xl. Heft desMusee Francais arbeitete er einen Winter vonMichanlr, nach Swcbac's Zeichnung, und für'sXXXlX. Heft, nach Düchemin'ö, eine Anbetungder Weisen von Poussin .
4 — — (Johann Elias ) , Zeichner,
Maler, Kupferstecher und Kupferätzer, von deuttschein Herkommen, geb. zu Florenz 1717. (al. !>-1721.), lernte anfangs bey Angelas Fcroci, her-nach bey Domenicus Ferretti. Er arbeitete im-mer in Italien . Nach seinen Zeichnungen sind die26. Blätter, welche der Marchese Germi zu Fw-renz, nach den Gemälden des Ioh. Manozzi (St.Giovanni), Balth. Franceschini (Volterrano) u. a.florciltinischer Künstler, durch A. Faldoni, C.Faucci, I. Giampiccoli, Ph. A. Kilian, F. Po-lenzani, G. M. Preißler und I. G. Seuter aus-führen ließ; eines der vielen Prachlwerke von mitt-lern, Werth, welches in 1721. zu Florenz in gr.Fol. unter dem Titel: pitturc äel 8alone lmye-riale äel psla^ro äi Lirenrs. 8i aAgiunAsnoje pitture äel 8a1c»ne e Eortile äelle Imperiali Vills ilellapekraja e sei fioZZio u Ojano,
vpere äl vsrl celebri fiittori Kiorentinl erschien.Ebenso arbeitete er um ,757. für die Anticlfitä ä'Lr-colano esposte etc. Im Art. Jos. Alopa desLex. auch bey GandelUn, und Heineüke (läeep. 69.) heißt unser Künstler irrig: Johann In,767. dann gab er in 6. Blättern die Alterthümervon Pästum, nach den Zeichnungen von Aukoi,Ioly anS. Licht. Einigen Nachrichten zufolge soller auch für einige öffentliche und Privatgebaudezu Florenz und zu Neapel gemalt haben. RostIV. ,6„—6,. u.
Ll^orghen (Raphael), Zeichner und Kupfer-stecher, geb. zu Neapel um ,76c,. wahrscheinlichein Sohn oder Neffe von Philipp (mit dem erbey Basan (Lä. sec.) guten Theils verwechseltwird , lernte die Anfangsgründe der Kunst in sei-ner Geburtsstadt; alsdann gieng er nach Rom ,wo er das Glück hatte, daß Johann Volpato(sein nachheriger Schwiegervater), sein Lehrerward, den er seither weit übertreffen hat. Zuseinen ersten (noch schwächen,) Arbeiten gehöreneinige Stücke zu der Folge von Blättern, welcheVolpato nach Raphaels Stanzen im Vatikan ge-liefert hat. So der Parnaß, und das.Wunderbey der Messe zu Bolsena , beyde nach Zeichnun-gen von Tofanelli, wovon jedoch Füßlr 1. , 5 ,.das erstre sehr schön nennt; von dem Parnaß hin-gegen l. c. ,46—47. bemerkt, daß die zwar äus-serst sorgfältige, aber beynahe ängstliche Zeichnungdesselben auch in dem Stiche nur allzu sichtbar sey,dafür aber Raphaels Anmuth und Grazie in denKöpfen der Musen, so wie die Würde und Er-habenheit in dem Antlitz Apolls, und die Eleganzund Schönheit in der ganzen Form, fast völligdarin vermißt werde *); und eben so (noch unterVolpato's Leitung) die vier allegorischen Figurender Poesie, Theologie, Philosophie und Juris-prudenz **). Diesen folgten dann eine vortreftliche Platte von her Aurora des Guido, und dieäusserst liebliche der Dianen-Jagd »ach Domini-chino; Apollo und die Musen, nach dem Plafondvon Mengs in der Villa Albam; eine Ruhe inEgypten, und der Tanz der Iahrszeilen, beydenach Poussin ; eine Madonna mit dem Kind aufdem Arm, das auf ein offenes Buch, welches dieMutter hält, weiset, von B. di St. Marco, nacheiner Zeichnung von D- Frate; ein Blatt, dasFüßli (>. c. 47.) sehr sorgfältig, aber etwas hartgestochen nennt. Hierauf hielt sich unser Künstlereinige Zeit in Neapel auf, wo man ihm Vorschagethat, die er nicht annahm Alsdann bekam erin 1792. einen Ruf nach Florenz , wo er eine Ver-bindung mit dem Hofe eingieng, die beßten Ge-mälde dieser Residenz in Kupfer zu stechen. Hiermachte er den Anfang mir der Madonna dellaScggiola (,». fl), welche wir jedoch nicht, wiees sonst gewöhnlich geschieht, unter seine erstenMeisterstücke zählen möchten (und zwar sagen wirdieß, ohne deswegen mit dem .journal äer bil-äenäen Künste 8. 72 einige kleine Gebrechenzu rügen). Diesem folgte die Madonna del Sacco,nach A. del, Sarro, welche die Schrift: Winkel-mann u. st Jahrhundert (S. 349), eure wür-dige Abbildung dieses vortrcflichen Kunstwerkesheißt, u. s. f. u. f. Dann fuhrt Rost lV 36 c»bis 362. über Obiges noch von ihm an: Einezweyte H. Familie nach del Sarto, aus dem Ka-binette des Grafen von Fries in Wien ; eine andrenach Rubens ; einen Johannes in der Wüste, nachGuido; Angelika und Medor, nach Tb- Mat-ten,i ; die Poesie und die Malerey, bende nachG Hamilro»; die komische Muse, nach A Kauf-mann, und den fingen Thcseus, Ueberwinder desMinotaurns, nach einer Statue von A. Canova,ebenfalls im Besitze des Grafen von Fries; undendlich die historirten Bildnisse: Des Herzogs vonOssvna, Franz, di Moncada, zu Pferde, nachvan Dyck (eine scharfe Kritik einzelner Theile die-
") Dieses Blatt wird sonst überall volpato zugeschrieben.
^') Füßli >. c. ,55. rnbrizirt diese bepdcn letztem, wahrscheinlich nach ihrer ältern Benennung: Klugheit und
Gerechtigkeit. ^
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