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Brunst, aus zwey Blättern bestehnd; letztes vierevon großer Seltenheit, und welche Alles zeigen,was der Holzschnitt leisten kann. Noch rühmt derwinklersche Katalog, neben jenen, besonders:„Ware Contrafactur Herrn D. Martin Luthers, wieer zu Worms uff dem Rychslag gewesen, und waser gebetet habe (i 5 ig )"> Unten das Gebet: VivaIlNL^o I^utkeri und Catharina von Boren, Pen-dants, (erstres als schön, und alle drey als selten);einige Blatter von schon gemelkter Passion, mitFarben abgedruckt; die Enthauptung eines Heiligenmit einer Maschine die der Guillotine gleicht; Adam und Eva im Paradies essen die verbotene Frucht; eineFlucht in Egypten, in Farben abgedruckt; eine H.Familie, wegen großer Mannigfaltigkeit der Fi-guren; St. Pauls Bekehrung, mit bloßen Umrissen;die Versuchung St. Antons, höchst sclren; St.Hieronymus in der Wüste, in Farben abgedrucktund von großer Seltenheit i 5 og. Heinect'e be-merkt, neben Anderm: Den Heiland, Haibfigstr,ein kleines Kreuz in der Linken; (wohl das allerichteBlatt unsers Künstlers, in seinem Todesjahr i 55 Z.gefertigt.) Die Gestalt der Figuren bey biblischenGegenständen zeichnete ihm nicht selten Melanchton(versteht sich mit Worten) vor. Diese und mehr an-dre (der seltnern)Notizzen über Eranachs. bey Rod-lern I. c. wie z. B über seine Figuren zu einem AltenTestamente (i 535 .), und zu dein Neuen, welche aufeiner Auction für 24. fi. erstanden wurden; vonseinen Monogrammen, u. s. f. Nach ihm gestochenhaben ungefehr Zo. Bl. I. M. Bernigeroth, G. I.Busch, I. Dieriks, Geyser , M. Haubendaler,W.,Hollar, I. Klenkel. P. A- Pazzi. I. M.Preißler, Premier, Tanjö und I. G. Zeidler; wo-von aber höchstens die beyden einander gegenüberstehnde Brustbilder Luthers und Melanchtons vonDieriks, ein Wildschwein von Hollar, die BildnisseCranachs, aus der Florentiner - und eines deutschenPrinzen und einer Prinzessin aus der Galerie Gerüstvon P. A. Pazzi und endlich einer Alten, die einemJüngling Geld spendet, aus der Wiener-Galerie,von Prenner, einer besondern Erwähnung verdienenmögen. Noch muß hier bemerkt werden, wieabscheulich der Name unsers Müllers von demAbbe de Marolles, Fl. le Eomte u. a. inEranis, Eraniole, Lucas Mer de «traen, Lucasvan Eranagio, u. s f. sey verstümmelt worden.Das beßte Biographische über ihn, ist, nebst demmehrmals berührten Aufsätze bey Roehler (und indemselben namentlich auch Scheurls merkwürdigelateinische Zuschrift au ihn), ein Aufsatz vonIohFried, Christ über ihn in den Hot. eruült. etcuriog 1 . 338 — 355 . und historisch-critische Abhand-lung über sein Leben und seine Werke von C. E. R(eimer) 8". 76c. worin Christ'« Aufsatz (ohnedessen zu gedenken), wörtlich ausgeschrieben, unddann freylich manches — Halbbrauchbare beyge-waschen ist. Unter seine Schüler werden in Mäl-zer'« mehr angeführter Chronik von Schneeberg zwey uns bisher unbekannte Künstler, JoachimRreurer und Martin Brodel gezahlt, derenseiner Zeit, in unfern neuen Zusätze», weitere Er-wähnung geschehen soll.
* Müller (Lucas), der jüngere, dessen imLey. am Schluß des Art. seines Vaters erwähntwird, zeichnete sich auch in der Litteratur aus. Vonseinen Talenten, als Künstler, spricht wohl G.Mylius in seiner Gedächtnißrede auf ihn (Wirkend.59b.), alsLcichenredner viel zuviel, wenn er den-selben mit seinem vortrestichen Vater in gleicheLinie stellt. Darin mochte er etwa den letztemnoch übertroffen haben: «Daß er seine Kunst niezur Leichtfertigkeit und Ueppigkeit mißbrauchte."S. »och von ihm Rürners Nachricht vomRarhscollegio zu Witrenberg S. 38 . und einigesschon oben Angezogene in: Histor. statistischenNachrichten von der berühmten ResidenzstadtWeimar . 8°. Elberkeld 1800. In der Schloß-kirche zu Wittenberg sieht man Luther und Merlanchton (zwey Copien nach dem äüern Lucas) vonihm, in Lebensgröße, einander gegenüber. Sächs.Rurkab. 1740. S. 248.
Müller.
Müller (Ludw. von). Von einem solchen er-schien: Fol. Breßlau 1806. bey I. F. Korn demältern ein Prachtwerk von nach der Natur durch ihnselbst gezeichneter Nachtschmetierlingen.
— — (Matthäus), ein Formschneider vonDeißdorf, wurde 1711. auf dem Giebichensteine,bey Halle in Sachsen, wegen falschen Münzensenthauptet und verbrannt. Er war bereits früher-hin zu Magdeburg deshalb lebendig zum Feuer ver-dammt, erhielt Gnade, und wurde hierdurch leidernicht gebessert! I. C- v. Dreyhaupr Beschreib,des Saalkreises (II. Theile Halle 1755. Fol.)Th. II. S. 621.
— — (Michel), vermuthlich ein Formschnci-der zu Augsburg ; gab i 552 . eine Vorstellung dieserStadt ans Licht, von Srecren S. 070.
— — (Oswald), Goldschmied zu Annaberg ,der um 1607. in dem Rath daselbst saß. A'maberg.Chron. II. 200.
* — — (Paul), ein berühmter Glasmalerzu Zug um den Anfang des XVII. Jahrhunderts.Dableaux äe la Huigss y. iög. Ob solcher Mitdem Glasmaler Michel M- des Lex. nicht Einerseyn dürfte.
* — — (Peter). Mcolai nennt ihn j).Meyer. Er ward 1725. »ach seines LehrmeistersTode, Direktor der Königl. Gießerey, und goßi7Z<>. die schlecht gearbeiteten Sklaven, welcheRoch zu der schönen Schlüterschen Statue KvnigFriedrich 1 . modellirt hatte. ^c.
* — — (Philipp Heinrich). Er arbeiteteviele Jahre zu Nürnberg , starb aber in seiner Ge-burtsstadk, nach Einigen 1718. 65 Jahre alt. A^rc.
— — (S. E-). Von einem Künstler diesesNamens sah man auf dem Salon zu Dresden von1806. künstliche Blumen, hinter conveyen Glasernin Rahmen gefaßt, zuZimmerverziernngen; welcheneue Erfindung aber (wohl mit Recht) keinen großenBeyfall fand.
— — (Th.), ein wahrscheinlich deutscher Ku-pferstecher zu Paris , um i 8 o 5 . Von ihm kenntman, neben Anderm, ein sehr schönes Biait: DieBildsäule der Jugend, nach Franz Lemasson. 7 k/§c.S. oben den Art. Friedrich Müller von Stutt-gard. Sollte nicht hier oder dort irgend ein Irr-thum walken?
* — — (Tobias), des obigen Job. Se-bastians Bruder, gieng in 1744. mit ihm nachEngland, wo er Architektur gestochen hat. Soz. B. 1757. eine Sr. Pauls-Kirche, und 1767. dieVorderseite von Longford , einem Landsitze deSGrafen von Radnor. Neueres haben wir nichtsvon ihm vernommen. Doch scheint er um 1780.noch gelebt zu haben, wo Murr Iourn. XI. 4.von ihm als von einem Lebenden spricht.
— — (WilhelmAndreas), Königl.DänischerMinkatur-und Kabinets-Maler 176Z.war in 1770.Bibliothekar der Künstler-Akademie in Kopenhagen ;hat auch in Kupfer gestochen. Hennings S. 1Z7.Von ihm ist ohne Zweifel ein in Brandes Katalogangeführtes Bildniß des Künstlers Lorenz Spengler ,ohne Namen des Malers.
— — (Wolf), Steinmetz und Baumeister zuMünchen ; geb. i 535 . In i 58 Z. baute er die dastgeschöne Iesuiterkirche und Collegium. Vlkc.
arbeitete einige Zeit zu Berlin , gieng aber 1741.von dort weg. Vielleicht nach ihm hat G. F.Schmiedt das Bildniß des Arztes I. H. Burkhards gestochen.
-- — ( ). So wird, ohne Weiteres,
ein um 1760. zu Dresden lebender Bildhauer inRläbe' s gelehrtem Dresden S. 167. genannt.