Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
941
JPEG-Download
 

Myricinu s.

* Mpricinus (P.). Von ihm führt FüßlrIV. üb 5 ?. die ehrene Schlange in dcr Wüstenach Franz Floris an.

* Myrmecydes, von ihm kannte man auch(wer glauben will?) ein Schiff, das man un-ter dem Flügel einer Biene verbergen konntevon Marmor. Aeliaii würdigt diesen Tausend-künstler der noch die Vermessenheit halte, sichmit PhldiaS zu vergleichen als einen unnützenKnecht.

* Myron. Seine Blüthezcit ist noch ziemlichungewiß, da zumal pimius sich selbst wider-spricht, wenn er solche einerseits in die 87. Olym-piade ( 432 . I. n. (dir) setzt, und anderseits ihndurch Erinna, eine Zeitgenossin derSapho (welche170. Jahr früher lebre) besingen läßt. Auch vau-sanias indessen setzt ihn zu Anfang des V. Jahr-hunderts vor unsrer Zeitrechnung. Cicero dagegenspricht wieder von ihm als einem Künstler, dernicht so alt sey als Canachus (97. Olymp.),und mehr Gefälliges hatte. Olinius gesteht ihmMannichfaltigkeit und gute Proportionen zu;Haare und Bart indessen habe er mit eben so wenigKunst behandelt, als es das rohe Alterthum gethan.Die Köpfe (also das Edelste) soll er vortreflichgebildet haben. Auf der Burg zu Athen sah maneinen jungen Lycicr von ihm, mit dem Weihwedel,um die Umstehnden mit dem Reinigungswasser zubesprengen, und einen Perseus mit dem Kopfe derMedusa; zu Aegina , im Tempel der Hccake, dieStatue dieser Göttin in Holz; in der Mitte desHippodamion zn EliS: Jupiter, wie er die Bittendcr Aurora und Lhctiü für ihre Söhne annimmt;ebendaselbst: Griechen und Trojaner einander ge-genübergestellt: Achilles und Memnon , Ulysses undHclcnuü, Mcnelaus und Paris , Diomedcs undÄueaS, Ajax und Deiphobus. Alle diese Arbeitenwaren. Weihungen dcr Apolloniatcn aus Jonie»,welche damit den Zehnten der Beute bezahlten,die sie zu Thronium gemacht hatten. Für seinebewundernswürdigsten Werke hielt man indessenseinen Bacchus zu Lhespia, einen ErechtheuS znAthen , und die berühmte Kuh, weiche alte undneue Dichter um die Wette besungen haben. Fürdas kostbarste: Einen Apoll, welchen Mar». An-toniuS den Ephescrn raubte, und Augustus ihnenwieder gab. Noch nennt plimus eine Matronein Bronze zu Smyrna als eine seiner Arbeitenvom ersten Range; und Ebenders. ( 0 . XXXIV.-9-) und Nuinriltan (II. 14.) fast über Allesseinen Diskuswerfer. Wieder Andre einen Her-kul« der nach Rom gebracht wurde, und einst imPallaste des Pompejus stand. //'üat./rt. üe /üm-truai.

So nennt auch iDinkelmanfi S. 207.einen Steinscheider aus dem spätern Alterthum, mitdessen Namen ein Musenkopf auf einem Earniolbezeichnet sey.

*Mxre»is (Daniel), der ältere, dessen dasLcx. einerseits unter dem Art. Daniel des jün-ger,, Erwähnung thut, und anderseits, in demgleich darauf folgenden Art. ihn dann wieder, mitGrund, für den nämlichen mit seinem Jsaak hält,war geb. im Haag, und ging, nachdem er, allerWahrscheinlichkeit nach, die Werke von Rubens studirt hatte, nach England, wo er während derRegierung Jacob's I. und Carl'S I. zu einem ho-hen Ansetzn gelangte. Er malte vorzüglich Bild-nisse, und einige so meisterhaft, daß man sie fürArbeite» des van Dyck hielt; die Hintergründestaffirce er mit Landschaften im Geschmacke derFlammischen Schule. Nach London kam er, wie scheint, kurz nach van Somer's Tode, in derHoffnung, dessen Stelle zu ersetzen; allein als wirk-licher Maler des Königs wurde er erst unter CarlI. in 1625, angestellt. Aus alten Rechnungen er-

Myth. 94Z

hellet, daß er als solcher einen Jahrgehalt von2uc». Pf. und 12h. Pf. für mehrere Bilder in denI. lOau. und 2(i. empfieng. Neben denjenigen,welche schon das Lex., anführt, bewundert manvon ihm zu Knowle ein Bildniß des Lord Schatz-meisters Lionel Crafield, Grafen von Middlesex,in Lebensgröße, mit einem wcissen Stab und einerkleinen Glocke auf dem Tisch, mit den BuchstabenI). LI. b. 1620. Sonst pflegte er auf seinen Bil-dern ein Stückchen Papier mit den Namen des-jenigen, welchen sie darstellen, anzubringen. I»Kensington wird sein eigenes aufbewahrt; und imBesitz der Lady Elisabeth Germain zu Draytonbefand sich das sehr schöne des Grafen HenryRich von Holland, in Lcbengröße. In St Ja-mes sieht man von ihm dasjenige der Königin Ma-ria von Schottland (welches jedoch Einige für einebloße Copie nach ihm halten), und auf der Ga-lerie zu Oxford daS sehr kräftig gemalte des dor,tigcn Stifters deS Anatomiecurses, R. Louilyn's.Jenen berühmten Zwergen, Jeffery Hudson (dender Herzog von Buckingham der Gemalin Carl I.in einer kalten Pastete überreichte, und der spater,hin wenigstens ^u einer solchen Statur gelangte,daß er in dem bürgerlichen Krieg eine Hauplinanns-sielle erhielt, und zu solchem Muth, daß er einengewissen Mr. Croft S, der gegen ihn mit einerElistierspritze zum Duell erschien, mit der Pistoleniederschoß) malte er zweymal: Auf einem großenBilde, zugleich mit Carl I. und der Königin;weit vollkommner aber mir dem Hund an demSeil, in einer Landschaft, die wegen der dreistenZeichnung und des warmen Farbcnrons sehr scha«zenSwerth ist (dessen schon das Lcx. Erwähnungthut, und das sich gegenwärtig zu St. James be-finden soll). JioriUo V. 274 76. und D«Ua-way II. 22122. Nach dem erstem (I. 0. 27879.) war es nicht unsers Künstlers Bescheidenheit,londern sein Mißmuth, dcr ihn, als van Docknach England kam, und zum ersten Hofmaler er-nannt wurde, bewog, seinen Abschied zu verlan-gen. Hingegen heißt cS auch dort, nicht bloßdaß ihn der König auf eine sehr verbind icke Artzurückhielt, sondern auch, daß er in Kurzem sosehr der Freund seines Nebenbuhlers wurde, daßdieser sein Bildniß eines der schönsten, malte,welches jemals sein Pinsel hervorgebracht hat, undsich in dem bekannten Laoinet lls plus deanx?ortrilics üe ua» /)M, von PontiuS gestochen!,aber in den ersten Abdrücken mit der unrichtigenUnterschrift statt Daniel befindet, was nach-waus zu manchem Irrthum Anlaß gab, und wohlauch daS Lcx. zu dem seinigen verleitet har. In-dessen blieb Myrens doch nur noch eine kurze Zeitin England (von 16Z0. an findet man dort keineSpur mehr von ihm). Doch muß er noch langehernach gelebt haben, da Houbracken von ihmeinen Tyeil des DeckensinckS auf dem Ralyhauseim Haag anfuhrt, welcher die Wahrheit darstellt,wie sie die Geschichte auf den Rücken des Ruhmsschreibt, und mit dem Dat. i 656 . bezeichnet ist.Gestochen nach ihm (vielleicht zum Theil auch nachDaniel dem jungem) haben: G. und W I.van Lelfr, Faithornc, W. HondiuS, Lh. Ma,tham, uud P. Philippe einige Bildnisse; wie z. B.die Delfte diejenigen Carl I. und dcr Konigin vonEngland, Henriette von Frankreich ; FaithorneGeorg Rud. Weckherlin'ö (des deutschen Dichters)u. s. f.

* Myeh. Das Lex weilet irrig auf Mio-Myrh ist vielleicht der abgekürzte Namen einesSteinschneiders Mirpridares. Der Stein, des-sen auch dasselbe 8. v. gedenkt, und den LOin-kelmann S 543 . anführt, stellt einen PfcrdSkopfbiS an die Brust vor, und soll von höchster Schön-heit seyn. Murr glaubt, dieser Stein sey inSicilien zur Zeit geschnitten worden, wo die Car-thaginenser noch Meister dieser Insel waren.