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kenners Baron Ph. von Stosch, für welchen er vieleZeichnungen verfertigte. Dann malte er auch einigeBildnisse nach der Natur , und ward 1741. Mitgliedder dortigen Akademie. Späterhin gieng er, aufEinladung Marc Tufchers, nach Koppenhagen,wo er drey Jahre verblieb; alsdann nach Lübeck ,Schwerin , Hamburg , Wien , und endlich umnach Rom , wo er Vieles für den Kardinal Alex.Albani arbeitete. Dort starb er 1779. In der da,stgen St. Norberts-Kirche sieht man zwey Seiten,gemalde von seiner Hand. /ksLi II. 2. 21.
Nagel (Heinrich), Kupferstecher. Des,seid in seiner topographischen Beschreib, desHerzogthume Magdeburg rc. (Berlin 1780.8°.)führt S. 28. eine von ihm gestochene Landkarte(lVlansfellliN Lomitatus üsscriptio Huctore H-lemannc, 8tella 8i^.) an, die auf einem kleinenDogen sehr grob gearbeitet ist. Auch Adelungin seinem kritische Verzeichnisse der Landkar,ren u. s. f. der Sachs. Lande giebt S. 12. eineKarte von Ober, und Nicdersachsen, die er nachC- Schrot, in dem Verlage des Jo. Bussemacher,herausgab. Hagel lebte um 1270.
— — (Johann). So hieß ein Seidensticker,der als solcher im: Lebend. Bönig!. Dresden 1728. angeführt wird.
* — — (P.) Don ihm kennt man auch dasBildniß des Arztes A- Manus (i 56 g.) zu Amster,dam, ohne Namen desMalers gestochen. Moeh,sen's verz. d. Bildn, von Aerzren ( 4 °- Derl.772.) S- 82.
— — ( . ), ein Schüler des Professorsund Theatermalers Theile. Auf den Dresdner ,Salons von 178b. 87. u s. f. sah man von ihm Arbei,kcn, an welchen man Talente bemerken wollte ^c.
* Hagli (Franz). Lanzi II. nennt ihn einen gu-ten Nachahmer des Guercino im Colorit und Hell,dunkel; übrigens aber trocken in der Zeichnung, kaltin seinen Stellungen und gemein in den Erfindungen.
Hagregael (A.). So hieß ein niederländi,scher Kupferstecher des XVII. Jahrh, von demman ein Bildniß des Arztes Th. Sydenham kennt.
Hahl (Christoph) kömmt i 665 . als Kurfürst!.Amtswerkmeistcr zu Stolpen in Meißen vor. S.E. E- Gercken Historie der Sradr Srolpen(Dresden und Leipzig 1764- L^.) S. 78b.
— auch (irrig) Nael (Johann August);einige sagen, ursprünglich aus Schweden gebür,tig, immerhin aber nicht zu Etraßburg (wie dasLex. unrichtig nach Andern anführt), sondern zuBerlin geb. 1710. des unten folgenden JohannSamuels Sohn. Nicht dieser (wie es bey Men-sel I. heißt), sondern der Sohn, war ein Schü,ler von Schlüter. Nach einer Reise durch Frank,reich und Italien setzte er sich zu Straßburg » giengaber von dort 1741- nach seiner Geburtsstadt zu-rück, und arbeitete vorzüglich viel in Charlotten,bürg, Potsdam und Sanssoucy, sowohl Zierathenals Statüen, Vasen, Gruppen u. s. f. Zu Berlin selbst sind von ihm die Bildsäulen und halb erho,denen Arbeiten am Opernhause. In 174b. begaber sich nach der Schweiz , wo er 9. Jahre Haupt,sächlich zu Bern sich aufhielt, und 17Hz— 54 - dieschon im Lex. genannten Arbeiten in der Kirche zuHindelbank verfertigte. Gute und schlechte Schil,berung des Grabmals der dortigen Pastorin Lang,Hans findet man bald in jeder Reisebeschreibungdurch die Schweiz (am weilschjchtigsten in Meu,sel's H. MisceU. 6 i 5 —19.). Haller und wie,land haben es besungen. Meiner« Besorgniß,daß dies schöne (von mehr als Einem lebhaftenGefühl eingegeistete) Werk, des schlechten Steinswegen, nicht so lange dauern werde, als es sei,ner Vortreflichkeit wegen verdiene, hat sich, leiderdurch Verstümmlung der Nase des Kinos bereitsgerechtfertigt. In Bern findet man kleine Mo,delle dieses Monuments in Biscuit von H. Con,nenschein zu 2 . Louid'ors (bey Ebel heißt es, viel,leicht von einem andern, zu 12. Livr.) und einen
Naht.
Stich nach demselben aus der Mechelschen Ossi,zin zu 3 . Livr. In » 755 - gieng er nach Kassel ,wo er die Professorstelle bekleidete. Zu seinem Vor,züglichsten daselbst gehört das um 1778. verfer-tigte Stammbild des damals regierenden Landgra-fen von Heffencaffel, welchem die Mitte der dor-tigen Esplanade zur Stellung angewiesen ward.Sein in 1781. erfolgte Tod wird gewöhnlich un,richtig bald in 1778. bald 178h. gesetzt. Er sollauch Einiges geetzt haben; wie z. B. nach seinereignen Zeichnung eine auf einer Urne ruhende Bac-chantin; was indessen auch seinen nachfolgendenSohn gleichen Namens angehen kann.
. Hahl, auch (irrig) Hael (Joh. August) derjüngere, des obigen Sohn, geb. zu Bern (?) 175z.zu der Zeit, als sein Vater an dem erwähnten Mo,nument zu Hindelbank arbeitete. Die Anfangs,gründe der Kunst lernte er bey diesem. Da er vonfrüher Jugend an mehr Neigung zur Malerey alszur Scuiplur bey sich suhlte, fleug er schon inseinem Eilften zu Kassel an, sich in der orsternbey dem Rath Tischbein zu üben, und setzt« dannseine Studien bey einem gewissen Lannesch zu Straß,bürg, beydem Landschafter Bemmel, ebendaselbst,und bey dem Dildnißmaier Handmann zu Bern fort;was ihn aber Alles nicht viel weiter brachte. Wiewir denken, fast eben so wenig seine kurze Reisenach PariS (17?».), wo er, nach le Eueur beson,derö, fleißig studiere. In 1774. dann gieng er nachRom , wo er sich zwey volle Jahre mit bloßemZeichnen nach den Abgüssen von Antiken beschaf,ligte, sechs Monate lang Statuen, Grau in Grau,in Del für den Prinz Albert von Sachsen,Leschenmaice, die Akademie im Campidoglio mittlerweilefleißig besuchte, und mehrere Preise erhielt. Nunfleug er an, nach den berühmtesten Meistern, Haupt,fachlich nach Guido und Raphael zu copiren (eineSchule von Athen im Kleinen besitzt H. Gohr inLondon ). Nach Einigen hätte er namentlich auchunter Mengs fiudirt. Wie dem immer seyn mag —erst nach fünf Jahren wagte er Versuche ineignen Erfindungen; der ausgeführteste und reichstein der Composition war ein Opfer an die Venus.In 1781. nöthigte ihn die Krankheit seines Va-ters, Rom zu verlasten, und er langte zu Kassel ,wenige Stunde» vor dessen Tode, an. In 1782.gieng er nach London , wo er fünfzehn Monateverblieb, und alSdann wieder über Holland nachHauS kehrte. Aehnliche kurze Reisen machte er178b. und 87. wieder nach Rom und Neapel , zumzweytenmal (in besondern Geschäften) nach Lon,von, und zum drittenmal nach Rom , wo er (weiler mittlerweile, durch den Anblick der Werke vonHackert'S, Geschmack an der Landschaftmalerey ge,Wonnen hatte) sich öfters Monate lang in Tivoli,Albano und Fraücaki aufhielt. Während seinemzweyten Aufenthalt in Rom malte er mehreresGeschichtliche, meist bloß aus zwey bis drey Figu-ren bestehend; «in reiches Bild: Olinth und So,phronia, nach Taffo ausgenommen, das ein ruf,sischer Kavalier, Zcnowieff, bey ihm bestellt hatte;und während dem dritten (1790.) Venus, derKupido einen Dorn aus dem Fuße zieht, welchesder Künstler (in einem, wie es scheint um 179b. bis179b. geschriebenen Aufsätze) sein bis damals letz,tes Oelgemald nennt. In 1791. machte er mitBirmaun von Basel eine namhafte Fußreise durchdie Schweiz , und gieng noch in demselben Jahre,nun zum viertenmal, in sein geliebtes Rom zurück.Jetzt beschäftigte er sich vornehmlich mit histori,schen Zeichnungen in brauner Lusche, welche einigeLiebhaber in Basel bey ihm bestellt hatten; eineManier, welche ihm selbst und Andern so wohlgefiel, daß er darüber das Malen in Oel fast ganz,lich aufgab. Diese Zeichnungen (meist eigne Er,findungen) nennt die Schrift: LVinkelmann undfein Jahrh. (S. 342.) sehr zart und gefällig aus,geführt; so wie es von seinen früher in Rom aus,gefertigten Oelarbeiten (l. c. 3,8—19.) ebenfallsheißt: „Ueberaus rein und fleißig in der Ausfüh,rung, malle er, im Geist des Albano, meistenserotisch« Darstellungen, mit ergötzenden Landschaft