Band 
Zweyter Theil [2].
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947
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Nahl.

teil zum Grunde. Sein Geschmack war vielleichtreiner an den Antiken gebildet, als wir bey Al-bano wahrnehmen; aber das Poetische ist bey diessein üppiger, das Cvlorik blüht fröhlicher." Inr/gZ. gieng er dann wieder nach Deutschland zu-rück und lebte seither zu Kassel , wo er Professor derdortigen Akademie ward. Unter seine von da anbis ungefähr 1796. verfertigten vorzüglichsten Ar-beiten in ermeldter Luschmanier, im historischensowohl als Landschaftsfachc, zahlt er selbst: Phryxusund Helle; die Entführung Europens; das Urtheildes Midas; Aeneas , Venus und Helena; einDia-nenbad; ein Bacchanal; Adonis ; Krieg und Frie-den, eine Allegorie; der See von Thrastmene;Thisbe; viele italienische und Schweizer -Ansichten ;andre von Weißenstein bey Kassel u. s. f. Spä-terhin wandte der geschickte Mann sich dann dochwieder zum Theil zu der Malerey. Um 1802. ge-hörten zu seinen neuesten Kunstwerken: Zweykleine Oelgemälde: Ulysses von Telemachus erkannt,und Penelope , die ihren wieder nach Haus gekom-menen Sohn umarmt, welche auf dem Wcimari-schcn Salon ausgestellt wurden; dann eine Hebe,die den Adler Jupiters tränkt; Herkules , der ausUnmukh einen Pfeil nach der Sonne schießt, unddie Wiederbelebung des Glaucus durch den Polyi-dus (diese drey wieder Zeichnungen in Sepia;letztre besonders vortrcflich). Endlich sein Achill aufSkyros in Frauentracht, unter den Töchtern Ly-komeds verborgen, und von Ulyß und Diomed ent-deckt, ist durch Görhe's meisterhafte Beschreibunghinlänglich bekannt. Vier seiner Ansichten von Weis-senstein hat Schröder für die Engelbrechtische Kunst-handlung zu Augsburg , und sechs andre Langel-höffel (dieser in Aguatinta-Manier) für die Des-sauische Kalkographie gestochen. Mensel MMisc. II. 2H7. III. 200204. V. V 5 i. Nachseinem Freund W. Böttner soll er auch einen denGanymed liebkosenden Jupiter geetzt haben.

* L?ahl (Joh. Samuel), des ältern JohannAugusts Vater, dessen im Lex. kürzlich unter demNamen dieses letztem gedacht wird, geb. zu An-spach 1662 lernte bey dem ältern Raenz. Er ver-meinte ein Geheimniß zu haben, den Gyps so zu-zubereiten, daß er, gleich harken Steinen, Regenund Luft aushalten sollte. In 1718. gieng er nachSachsen , wo er in Leipzig , Gera und Jena Vie-les arbeitete. Er starb an letzterm Orte 1727. S.den Art, seines Sohns. Mcolai.

* ( ^ ), des ältern Joh. Augusttz

wahrscheinlich älterer Sohn, Bildhauer und Pro-fessor der Akademie zn Kassel , lernte bey seinemVater, und vervollkommnete sich dann auf Reisenin Italien und Frankreich . Schon um 1789. kannteMensel (ll.) von ihm: Ein sitzendes, über denVerlust seines Vogels weinendes Kind; dann einenliegenden Flußgott aus weißem Marmor; endlich einBrustbild seines Vaters. Die von diesem letztembey seinem Tod unvollendet gelassene prächtige Sta-tüe des Landgrafen von Hessen hatte er musterhaftvollendet. Späterhin (179-4. sah "'an von ihm,neben Andern,, das Modell eines Engels bey denGrabsteinen zweyer Kinder. Er und sein Bruderlebten noch zu Kassel 1804. Meusel M Misc.VII. 94,- Auch. II. i. i 65 . u. Mrc.

rJaigeon ( ), der altere (ein jüngerer

ist uns unbekannt), französischer Maler neuesterZeit, trug um 180,. den Titel eines Eonservateursder Gemälde im Pallast des Erhaltungssenats,blouv. des Art8 I. 112. Im -zimansolr desstoaux ^rts von 1802. wird eines seiner Bilder:0on8«ils duck 8purtlate ä 868 eufan8 angeführt.Späterhin sah man, nach seiner Zeichnung, für'sMuseum Vlapoleon gestochen: Die vier Evange-listen nach Jordaens , von Guttenberg (Heft VIII.);Rinald und Armida nach Dominichino, von L. Erou-telle (Heft XXVII.), und das Bildniß des Präsi-denten Richard« nach Vandyck, von Massarddem Vater (Heft kill.). Oder, ob etwa dieserZeichner rJaigeon der jüngere seyn dürfte?

Naldini. 947

Nain (Ludwig und Mattthäus le)i Bildervon einem derselben finden sich in der Galerie zuSchleisheim und Ealzdahlum. Nach ihnen führtder Katalog von Brandes ls kisncöe Xormunduvon I. P. le Bas; dann W8tendre8 Adleux doIn Giriere und 1'kcole okampetre (1728.), beydevon I. Daulle, und alle drey als schöne Blätter an.

* ( le), den das Lex. unter dem Art.von Ludwig und Matthäus le Nain nennt,und ihn, vielleicht ohne Grund, von diesen unter-scheidet. Nach dem unsrigen haben: A. Banner-mann einen Kindertan; , I. Daulle la kötsIlaoclrigue; Earlom tüo daucinA ksmllz, (wohlwas Bannermann), S. Maurice einen unter fünfKindern flötenden Greise», F. Pedro ein Gesell-schaftsstück und R. Slraem la komme llam-mrmde gestochen. In neuern Tagen dann sah'man im Museum Napoleon (Heft XVII.- nacheinem dieser le Vlain von Fragonard dem Sohngezeichnet, von le Vaffeur geetzt, und von Clacs-ens mit dem Grabstichel vollendet: /e /ksarecüa/.

* LJaiwinck, genauer V 4 aiwinckx (Hein-rich oder Hermann), geb. zu Utrecht um ,620.Man hält ihn für einen Schüler von BartholomsBrcemberg; wenigstens war er desselben, so wieA. Waterloo'ö Zeitgenosse. Er soll Landschaftengemalt haben, die aber so gut als gar »ich, be-kannt sind; wohl aber seine Zeichnungen, von denenschon das Lex. spricht. Was indessen seine Ach-tung bey Kennern am meisten gegründet hat, sindseine iv. geetzten Blätter; lauter Landschaften, ohneFiguren, aber dafür Wasser, Felsen, Bäume mitso viel Geschmack und Einsicht behandelt, daßman jeue nicht vermißt, und daß sich kurz in Ab-sicht auf geistreiche Zartheit nichts Schoners den-ken läßt. Rost VI. 11720. wo solche ausfubr-lich beschrieben sind. Larrsch I V. 80-81. dannmacht Alles bisher über diesen Künstler Geschrie-bene zweifelhaft: Vörderst seinen Taufnamcn, daauf seinen Blättern kurzweg ein H. vor seinem Ge-schlecht erscheint; sein Vaterland, welches Srrurr,ohne Beweis, in Holland setzt; daß er Landschaftgemalt habe, wie das Lex. beiagt; und endlich, daßer als Etzcr nach B. Breemberg gearbeitet habe,wie es ebenfalls im Lex. heißt. Vielmehr bemerktnun dieser einsichtsvolle Kunstrichter, baß seine Blat-ter das Geprag der völligsten Originalität trage»,und giebt dann 1. o. 8188. davon die genauesteLitteratur. Nach ihm bestehen solche in zwey Fol-gen, jede von 8. Bl. »ummerirt und mit dem Na-men des Verlegers, Element de Jonghe, bezeich-net (wo hingegen Basan behauptet, daß er der-gleichen, von frühern Drücken, ohne diesen Na-men gefunden habe). S. auch unten Vtauinx.

* Vjialdlnt (Baptist). Nach Lanzi I. 191.geb. 1227. und lebte noch 1590. Derselbe hieltsich auch einige Zeit zu Rom auf; dann war erein Gehülfe des vasari bey dessen Arbeiten imPallazzo Vecchio; auch nachher behielt er ihn vier-zehn Jahre bey sich, und rühmt ihn als einen fer-tigen , kühnen, und Ach! ein zweydeutigesLob! nie zu ermüdenden Künstler. Das näm-liche Zeugniß giebt ihm ZZaglioni, vornehmlichfür seine Geschichten St. Johann des Läufers indessen Kapelle auf Lriuita oe Monti. In seinemVaterland dann kennt man eine Grablegung undeine Reinigung Maria in St. Maria Novella zuFlorenz ; welche ZZorghini für Zeichnung, Colo-rit, Anordnung, Pcrspcktio und Stellung lobt.Gerügt werden au mchrern seiner Bilder die ge-schwollenen Kniee, und die nur halb geoffn-reu Au-gen , mit eiiier gewissen Schatlirung, die demBlick Kühnheit geben soll, und bey ihm 10 gutals charakteristisch ist, so wie sein Eoiorit, unddie Schielerfarben, die er mehr als andre feinerZeitgenossen liebte. Lanzi I. c. 191 92. InDeutschland besitzt von ihm die Galerie zu Dres­ den zwey kleine Staffeleygemalde auf Holz: DieAnbetung der Hirten, und diejenige der III. Könige.

» (Peter Paul). Die beyden Engelauf der Engelsbrucke zu Rom , von F. ColignonEeeeee 2