952 Narr.
Auswahl der Gegenstände, ein sapfier und leich-ter Vertrag, die Kühnheit seiner Vordergründe,und das Duftige, was er als Zwischenluft in denentfernten Parlhien auszudrücken weiß, die gros-sen und achten Verdienste seiner Zeichnungen so-wohl, als einiger glücklichen Versuche im Oelmarlen, und endlich seiner zwar kleinen, aber ungemeinangenehm und geistreich radirten Blatter, welchemeist Gegenden aus der Nähe seiner Heimath, oderum Leipzig , auch einige aus der Schweiz darstel-len. In ,802. verfertigte er für die chalkographissche Gesellschaft zu Dessau Zeichnungen von An-sichten aus Schlesien, und besonders vom Riesen-gebürge, nach der Natur, welche nachwerts Hal-denwang für diesen Verlag in Aquatinta bringensollte. Noch in der Kraft seiuer männlichen Jahrestarb er zu Schadewalde bey Maglissa ,8ou. Nochrm Sommer zuvor nahm er eine Menge Aussich-ten in der sächsischen Schweiz auf, die er bey bes-serer Muße ausarbeiten wollte. Rost II. 22/—22.wo ein Dutzend frühere Blatter von ihm angeführtsind. Man vergleiche über diesen, auch als Menschachtungöwerthen Künstler: Grro's Ober-Laus.Schriftsteller Lex, l l. 678—82. Seinem Nekro-log in Meusel's Arch. ll. 2.170. zufolge hatteer sich in seinen letzten Zähren zu Lanban aufge-halten. Lauf. die Kataloge von winkler undBrandes, wo mehrere seiner Blätter ebenfalls,als von Kennern gesucht, gepriesen sind, und beyletzten« bemerkt wird, daß solche sehr selten, unddie Platten nicht mehr vorhanden seyen; so wiebey ersterm, daß einige derselben den Geschmackvon C. F. Schmidt s Etzarbeilen an sich tragen.
Hart (Ludwig). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Maler zu Florenz , der die schonenFrescogemälde von Johann Mannozzi, di St.Giovanni genannt, welche sich in den dortigen Kir-chen befinden, auf - 4 - Blattern geetzt habe.
* rZaroire (Carl). Derselbe war, zugleichmit Boucher, ciu Schüler von le Mome, der sei-nen Zöglingen einen Theil seiner Talente wohl mit-theilte, aber sein Genie ihnen nicht geben konnte.Und dennoch — 0 der Laune des Glückes! —ward dieser nicht so von demselben begünstigt, wiesie; ausgesetzt dem Hasse seiner Neider, verlor erseinen Verstand, und endigte mit einem tragischenTode, mittlerweile alle Belohnungen und Begün-stigungen des Hofes auf die Schüler fiele«. Derunsrige, nachdem er 1722. den großen Preiß derAkademie erhallen hatte, reiste nach Italien , woer zwar fleißig studirte, aber mehr seinem Naturellund Geschmack folgte, und im Ganzen die dorti-gen Mittel zu einer hvyern Ausbildung nicht benutzte.Schon Meugs charakterisier ihn und andre fran zösische und italienische Künstler dieses Zeitraumsalso: „Sie giengen über die Gränzen des Schö-nen und Großen hinaus, carrikaturirlen beydes,thaten in Allem der Sache zu viel, und legten esdarauf an, die Augen mehr als den Verstand zubefriedigen." So kehrte unser Vlaroire nach Paris zurück, überreichte der Akademie eine— si «ttis pls-cet Venus, die vom Vulcan die Waffen für ihrenSohn schmieden läßt, und fand dafür eine Stelle un-ter ihren Mitgliedern. Seinen nachwerts (die Wahlwar nach einem F. de Lroy, eben schwer — oderleicht, wie man will!) erhaltenen Posten des Di-rectoratö zu Rom bekleidete er bis an seinen 1772.(a. b. 1778.) dort erfolgten Tod (Sein Nachfolgerwar dann der vortcefliche Vien). Andern Nach-richten zufolge hätte er damals, hohen Alters we-gen, seine Stelle aufgegeben, und wäre 1777. zuCastellrGandolfo verstorben. Zn Frankreich siehtman eine Menge seiner Arbeiten. Für sein Beßreshalt man einen St. Sebastian, dem ein Engel denPfeil aus dem Körper zieht, welcher gut gezeich-net und wahr colorirt ist; dann dasjenige, waser für die Kapelle der Findelkinder zu Paris ge-malt und aber jetzt verdorben seyn soll. MehrAnderes führt schon das Lex. an. Immerhin stander im Ruf eines guten Zeichners; und auch dersonst so irrenge Wareler glaubt: „Daß er das
Nattes.
Seinige beygetragen, den Geschmack der Reinheitin den Formen wieder zurückzuführen, zu deffe»Vernachlässigung manierirte Meister Gelegenheitgaben." (Vielleicht, daß er auf jener Scheide-linie vom Schlechtem zum Bessern stand, welchenachwerts Vien so siegreich überschritten hatte).Immerhin aber machten seine großen Zusammen-setzungen^ bey ächten Kennern kein Glück; weitmehr schätzte man seine kleinern Staffeleygemaldeund seine Zeichnung. Da er lange in Ansehenstand, so haben mehrmals gute Künstler nach ihmgestochen. Ein Verzeichniß meines sei. Vaters führt22. Bl. von P. Aveline, I. A. Delmond, L. Bon-net, L- Desplaces, Cl. Duflos, St. Fessard, I.I. Flipart, P. E. Moette, Pasquier, Pelletier,Peronneau, Madm. Rekord und Robert von ihman, unter welchen wir bloß, nach seinen bekann-testen Werken, sein akademisches Aufnahmsstück,Venus und Acneas, von Flipart, dann seine (jetztim Urbilds sehr in Abgang gerathene) Geburt beyden Findelkindern von Fessard, und als (voin Ka-talog Brandes) schön genannt: Adam und Evanach dem Fall, wieder von Flipart, und Dianaund Actaeon von Desplaces anfuhren wollen. Daßer selbst in einem malerischen Geschmack ebenfallsMehrereö geetzt habe ist bekannt. Dahin gehörtein Heiland am Kreuze, die H. Jungfrau (.,. ü.St. Magdalena) am Fuße desselben, von B. An-drem mit dem Grabstichel beendigt; eine Anbetungder Könige; die Marter des H. Ferreol; einigeartige Kinderspiele u. s. f. Noch bemerken wir,daß Pasquier nach ihm ein Zeichenbuch in n. Vl.geliefert hat. FioriÜo 111 .228—29. Rost VII l.9 /— 99 -
* starrer (Joh. Loren;). Vermuthlich ist erauch einige Zeit in Rom gewesen. „Geist undNatürlichkeit in ausgezeichnetem Maaße, nebstfleißiger Ausführung" (heißt es in der Schrift:winkeln,, u. s. Jahrh. S. 267.) „sind die we-jentlichsten Verdienste der Werke dieses Künstlers.Den Geschmack betreffend, scheint er weniger ocnantiken Mustern als den französischen Biidnißina-lern gefolgt zu seyn. Db er auch ganze Figurenund Historisches geschnitten, ist uns unbekannt. We-nigstens war er hauptsächlich wegen seiner Bild-nl»e berühmt' Für sein Hauplwerk wird eineSchaumunze, zu Ehren Sir Robert Walpoie'sgehalten. Fiorillo V. 622. Irgendwo wird vonihm — vielleicht >,adh ihm gestochen, das Bildnißder holländischen Gesandtin am schwedischen Hose,Lvuise de Marreville, geb. Ammon (en Medaillon,herßt eö) angeführt. Eine Lobrede auf ihn siehe inBüschittg's gel. Adhandl. von Rußland 1 .,.Art. ,0. und eine Beschreibung seiner schönsten Ar-beiten, die sich in dem Kaiser!. Cabinet zu Et.Petersburg befinden, in Lernouilli I V. 2/48. mitbeyge>etzlen Preisen. Seinen Tod setzen Einigeschon in,76,. andre erst in 62. Seine Abhand-lung von der Weise der Alten, in Edelsteinen zuarbeiten, erschien in ,764. Eine Fortsetzung der-selben in ,764. Dons. Christ, Lessrng, Ulid Hir-fchings litler. Hanbuch.
kIatres (Joh. Claudius), ein englischer Ma-ler neuerer Zeit, durchreiste in den I. ,797—800.das an pittoresken Gegenden und Ruinen so reicheSchottland , und verfertigte dort auf der Stelleviele schone Zeichnungen und Gemälde, die er ,801.in Sommerielhause ausstellte, und welche zum Theilvon James Fittler (den Band zu ,2. Heften) inKupfer geliefert worden. Lies Werk fuhrt zumTitel: dootta clepleta u. s. f. 40. 804. Eine tüi.borrna llepicta erschien noch früher, seil ,802.Spater dann hatte er die reizenden Gegenden umBath gezeichnet, und endlich das Innere der West-niinster-Abtey, wahrend Lord MerviUe ü Prozeß,letzires gemeinschaftlich mit Pugin gemalt. Ersircerschienen ebenfalls in illumliiirlen Blättern 1802.zu London : ^ «electron ok Vie^v!» ot klatü, llrr-utol, Nrtlvoru, Eüoltenlianr uucl VVe^rnoutlr;und wieder gestochen, unter der Aufschrift: llarl,IlluLtralloll v/ r» seriös ot'LluLravio^ Hom tsts