Natalr.
schriftlichen Notizzen zufolge besaß dieser Künstlereine Sammlung von Kunstsachen, und stand mitdem Kardinal Leopold von Medicis in Briefwech-sel. Aus einem Schreiben von ihm an den letz-lern von 1674. das Lanzi im Archiv der Galerievon Florenz entdeckte, erhellet, daß er Nachrich-ten über die Cremonesischcn Maler gesammelt habe,aus welchen späterhin Baldinucci (dem erwähnterKardinal, mehr als Eine Quelle vffneto nicht un-wahrscheinlich geschöpft hat.
Harali (Joh. Baptist»), ein Sohn des untenfolgenden Josephs (der wohl von allen vier Künst-lern dieses Namens im Lex. zu unterscheiden ist),wurde Hofmaler des Kurfürsten von Eölln, undstarb in blühendem Alter, /anr» II. 385.
* — - — — — — ein Sohn des un-ten folgenden Franz, der im Lex. unter den vierKünstlern dieses Namens erscheint, und den Bey-namen piacenrino trug, war Hofmaler des Kö-nigs Carls von Neapel und seiner Nachfolger,und starb in dessen Diensten 1760. Die nach ihmgestochenen Alterthümer von Pozzuolo u. s. f. erschie-nen (nicht 1768. wie das Lex- sagt, sondern) 177a.Tann II. 385. u. ss/sr.
*— — (Joseph, Peter, Franz und Lorenz),vier Bruder, die sich alle in der Archuekturmalereyauszeichneten. Ihr Vater war wahrscheinlich nichtKünstler; wenigstens wollte er den ältesten seinerSöhne, Joseph (geb. 1652. gest. 1722) von die-sem Berufe zurückhalten. Endlich erlaubte er ihmdoch nach Rom und Bologna zu gehn, und sichdort in einem Kunstzwcige zu üben, welcher ge-rade damals, vornehmlich zu Bologna , durch Den-tone, Colonna und Mitelli in Schwang gekommenwar. Dort bildete er sich also in ermeldter Gat-tung einen ganz guten Styl, befriedigte das Aug'mir angenehmen Aussichten, worauf sich gemüth-lich ruhen ließ, ahmte in den Grotesken so ziem-lich den Antiken nach, und lieferte überdies einigerecht hübsche, sehr gesuchte Staffeleygemalve vonArchitekur, worin man vornehmlich viel Harmonieund Mürbigkeit fand. Da er ungemein emsig war,so finden sich seine Arbeiten häufig in Kirchen undPallästen der Lombardie; von dem Beßlen vorzüg-lich in St. Sigismund und dem Paüaste Viüoni(zu Cremona ?). Lan«r II. 385- — Franz dann,Josephs ältester Bruder, kam demselben am näch-sten, und übertraf ihn noch an würdigem Vor-trage, wie solches aus seinen weitschicytigen Ar-beiten in den Kirchen der Lombardie und Tosca-na's, und an den Höfen von Massa, Moden«und Parma erhellet, wo er um 1723. verstorbenwar i. e. — Eorenz der dritte half seine» beydenBrudern; und wo er etwa für sich arbeitete, beur-theilte man ihn mit mehr Nachsicht als Beyfall. —Peter endlich, der jüngste, starb frühzeitig, undblieb so gut als unbekannt. I. c. Alles nach Aalst .
* Halalis (Michel), Zeichner und Kupfer-stecher, geb. zu Lüttich «.nicht um r58g. wie es beyRost heißt, sondern) thust, oder idng. der Sohneines dortigen Stempelschneiders, legte sich An-fangs, nach seines Meisters Mallery's Weise, aufkleine Heiligenbilder, und setzte solche Arbeit auchin Paris fort. Alsdann gieng er nach Rom , woer an Joachim von Sandrart einen Gönner undLehrer fand der ihm weit Besseres wies. 6a»-clei/mi. »Dieser Künstler" (heißt es bey wareler)»übertrieb oft das viereckigte Korn von Bloemaert ,den er sich zum Muster gewählt hatte. Obgleichdaher seine Blätter nicht ohne Verdienst sind, sobeweisen sie doch, wie fehlerhaft diese Wahl vonTaillen in Fleisch und in der Drapperie ist, undbloß geschickt sey, das Steinerne auszudrücken,dessen Charakter sie allen Gegenständen giebt, wosie vorherrscht. Da, wo Haralis diese Manierverließ, waS aber nur selten geschah, so fehlt esseinem Stiche nicht an Lieblichkeit und Weichheit."Seltsam dann klingt das Urtheil von Lilaipö:Ungeachtet der Kälte und Einförmigkeit seinesGrabstichels seyen seine Butter voll Genie. Jm-
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merhin werden am meisten seine Bildnisse geschätzt.Rost V. 35g. führt 22. derselben, ein Vcrzeichnißmeines sel. Vaters HO- an. Der Abt von M<r-rolles besaß sein Werk in 5-s. Blattern. Die Mei-ster, nach denen er Bildnisse gestochen hat, sindP. du Bordieu, G> Duffeit, Vandyck, B Fla-mael, I. de Labor, N. Mignard, I. von San drart , Titian ; worunter vielleicht die beyden desDichters und Pensionnairs von Holland, Jacob Cats , nach du Bordieu, und des Marquis delGuast mit seiner Mailresse, unter der Gestalt einerVenus, nach Titian , zu den bedeutendsten zu zah-len sindl Mehrere gab er auch, wie es scheint,nach eigener Zeichnung. Historisches «zahlreicherals Bildnisse) dann lieferte er nach P. Berettino,S. Bourdon, H. Carracci , A. Camassei, A D>ep-pcnbeck, B- Fkamael, G del Grasso, I. Lan-ftanco, M. Pagani, N. Pousstn, F. Romancllr,Rubens , A Sacchi, Raphacl Sanzio, A. delSarlo, und wagte sich an nichts Geringeres, alsz. V an die berühmte (18. Mal gestochene undrd. verpfuschte) H. Familie nach Raphael, und aneine andre nach del Sarto, welche Füßli l. 4».zierlich gestochen nennt: »Allein das Gesicht derMaria hat die erforderliche Würde nicht" ob durchdes Stechers' Schuld?) j an die Entzückung vonSt. Paul nach Rubens u. s. f. Rost !. c. bemerktvon einer H. Familie von ihm nacy Poufsin, daßdie ersten Abdrucke die seyen, wo das Nackendedes Kindes nicyr mit einem Luc») bedeckt ist, undeben so von einer Maria, die das schlafende Je-suskind hakt, den kleinen Johannes an der Seite,diejenigen , ehe dn Brust der H. Mutter verhülltworden. Ob er selbst, oder späterhin jemand An-derer pro roäilirenaa vexa ,einer Seele, IN sol-chen Keuschheilseifer geratyen, ist uns unbe-kannt. Seine größte Arbeit endlich war: DieVersammlung der berühmtesten Karthauicr nachFlamael, in 4. Blariern. Gemeinschaftlich mitCungiuü und Bloemaert arbeitete er auch an denPlafonds in dem Werke: Kerles ljsrbarinW etc. ä7etto üsiicriplM. bol. stom. Lonk. Ean-delkini, der von unserm Halalis überhaupt guteNachrichten uno eine reiche Litteratur enthalt, undHjalpö, der seine Monogrammate angiebt.
Harhe (Christoph), Zeichner und Kupferste-cher, gev. zu Nieder Biem^ vey Gorlitz i,53. Vonseinem Vater, einem Landmann, für die Theologiebestimmt, behielt seine frühe Neigung zur Kunstdie Oberhand. Anfänglich übte er sich im Zeichnenbloß nach Kupferstichen, dann nach der Natur,und endlich aus der Akademie zu Leipzig unter Oe-sern. Bald bestimmte er sich für die randschaft,und fieng in ' ach's Manier zugleich an, einigeglückliche Versuche im Radiren zu machen. EineReise in die Lausitz , auf die Tafelfichte und an-dre schiesische Gedurge, so wie nachwerrs eine an-dre mit den Herren von Gersdorf und von Meyerdurch die Schweiz bereicherten sem Portefeuille mitSkizzen, nach welchen er bey seiner Rückkehr vor-treftiche Zeichnungen lieferte welche ächte Kunst-liebhaber nicht lange in seine» Handen ließen. In1780. berief ihn der Fürst von Scyvnaich in Schle-sien mit einem anständige» Gehalt i» ferne Dienste.In 1788. erhielt er die Stelle eines Directors beyder Zeicheuschtue zu Gorliy, uno verheuratheke sichmit der Fraulein Earolme von Hieyer, einerNichte des vorerwähnten Herrn von Meyer, anweicher er sich schon ftuherhin eine sehr geschickt«Schuicrin erzogen harte. Mittlerweile setzte er vonZeit zu Zeit seine malerischen Reisen in die böhmi-schen und schiesischcn Gebirge fort, und machte da-durch auch das Ausland mir mancher anziehen-de» Gegend bekannt. Hätte dieser brave Künstler,der mir feinem offne» redlichen Charakter und einementschiedenen Hange zum stillen Leben seine vater-ländische» Reviere jedem andern Land in der Weltvorzog, nocy die Kunst- und Naturschätze Jlcui nsbesuchen und den Umgang mit großen Knuffernbenutzen können, so hacke er bey seinen vorzüglichenTalenten einen »och yohern Grad von Vollkommen,heil cricicyk. Indessen bleibe» immer die geschickte