Noriegv.
mußte »ach vielen Abcntheuern mit leerem Beutelnach Haus reisen. Seine Hauptarbeiten, alsausübenden Künstlers bestanden, nach Malpole'sAngabe, in kleinen, überaus schönen Miniaturenfür Diplome, Briefe u. a. Handschriften. Sonennt man z. B. diejenigen in einem Sendschrei-ben an den König von Persien , und in einemPatent, welches der Graf Alexander von Stirrling von Jacob I. erbiclt, und worin er zumGouverneur von Neu-Schottland ernannt wurde-In den Anfangsbuchstaben erblickte man den Königauf dem Thron, wie er dem Grafen das Patentüberreicht, und an dem Rande die Sitten, Jag-den, Fischereyen und Produkte von Neu-Schott-kand. Aste diese Abbildungen find so künstlich aus-geführt, daß man sie für Arbeiten von Vandyckgehalten hat. LJorgare st. i 65 o. Fiorillo V.201 — 2 .
Norlego (Peter). So heißt bey Fi'orillo V.268. ganz ohne Weiteres, ein spanischer Maler,Zeitgenosse von A- Cano.
* Norimberga (Theodor de). So heißtbey Gandellini ein Kupferstecher, der aber wahr-scheinlich kein andrer als Theodor Lruger ist.E. unten hjürnberg.
Normand (Carl), ein unsers Wissens nochlebender Architekt bey der National-Kunstschule inParis , gab daselbst in den zwey letzten Dezen-nien des XVIIl. Jahrh, die Idee und Zeichnungzu eben so geschmackvollen als bequemen Privat-gebäuden. Etliche Proben davon s. in Lan-don's Annal. lll. 6. 21. 54 - 85 - Dann: Ent-wurf zu einem Leuchtechurm Ebendas V. 128.Hauptsächlich aber sah' man von ihm in 1800.den Plan und die Zeichnung zu einer Ehrensaule,die (so wie ähnliche in allen französischen Depar-tementen), zu Mclün, zum Andenken der Vater-landsvertheidiger errichtet werden sollte. S. I. e.I. 121. Hiernächst kennt man ebenfalls von ihmverschiedene geistreiche in bloßen Umrissen geätzteBlätter nach alten und neuen Kunstwerken inmehr erwähnten Annalen spars. Eben so gab er,nebst Bastard (1801.), diejenigen zu Dürand'spröcis lles le^ons «1'^rcüirecture; dann die zweyLeuchter nach Raphaels und M. Angelo's Erfin-dung, gezeichnet von Prieur (1802.); die Zeich-nung zu einer öffentlichen Galerie in einen lan-desherrlichen Pallast, womit er schon in 1791. denzweyten Preiß erhielt, für das neunte Heft derEirsnäs Prix ll'^rckiterture (voll.); das GroßeFranzösische Reichsinstgill (1804.); mehrere Blät-ter in Detour/relke's stccueil ll'- 4 rchstecturc,nach Gebäuden von seiner eignen Erfindung, schonvon 1792. (eoci.) u. s. f. S. TVouuester äer1 .162- 06 .290. II. 174.272. I V. 129.191 — 92.261.
0 rqulst ( ), ein schwedischer Künstler. Auf
der Kunstausstellung zu Stockholm im I. 1802.bewunderte man vornehmlich eine vvrtrefliche Dar-stellung von St. Cloud von diesem Künstler, dersich eine geraume Zeit in Paris aufhielt.
Norrp (Carl), Baumeister zu Paris , lerntebey de Wailly und erhielt 178'j. einen akademi-schen Preiß. Ohne Zweifel noch derselbe, welcherim Almsnack ses Kssux-Arts von 180Z. unterden damals zu Paris lebenden Baumeistern neuer-dings erscheint, den Titel eines der trois Tl-rchi-tectes Inspecteur «je In Commune cie Paris trug, und in eben diesem Jahr, nebst andern sei-ner Kunstgenossen, zur Untersuchung'der Brückedes Orts (mit den eisernen Bogen) befehligtwurde. st» >)» t5 lll. 22.
Ktorscia (Michael Angela von). So nenntArineninl S. 68. u. 228. einen Künstler, der zu-gleich mit ihm und andern Jünglingen in der Six-tina aus Buonaroti's jüngstem Gericht das Nacktestndirt hatten, FroriHo ll. 270.
* Norslnl (Leonhard), parasole genannt.Nach Rost lll. 389. (wohl ins Gelage hinein)
Northcote. 975
geb. zu Rom — um 1670. Nach Tempesta kenntman von ihm: Die Verkündigung, die Heim,suchung, und das Fußwaschen. Dann einige Blat-ter in eine arabische Ucbersetzung des Neuen Te-staments.
* forstnl, s. auch parasole.
jHorrhcore (Jacob). So heißt einer derbeßten und originellsten Maler der neuern engli-schen Schule: Derselbe war Schüler und Freundvon Reynolds, und bildete sich hernach, durcheinen mehrjährigen Aufenthalt in Italien , vor,nehmlich zu Rom und Florenz , noch weiter aus.In 1787. sah man von ihm Edward V. der vonseinem Bruder Abschied nimmt, welches sehr ge-lobt wurde. Bey einer Vorstellung des LammesGottes hingegen hatte er sich in ein fremdes Feldgewagt. In 1788. wurde er in die Akademie auf-genommen. Im Ausdrucke zeigt sich das Talentdieses Künstlers am glänzendsten; eben so hat seineFarbengebung sehr viel Wirkung und Stärke, mitFeinheit des Geschmacks verbunden. Auch in derComposition ist er nicht ohne Verdienst, und un-ter den Bildern der Shakespear- und Maklin-Galerie nehmen sich die seinigen sehr aus. Zuseinem Beßren gehört: Jacl und Sissera; Elisamit dem Sohn der Wittwe; die Rettung des Ca-pital» Englefield und eines Theils der Ladung von»Centaur; der Prinz von Draunschweig, der beymAustritte der Oder sein Leben verlor; die Damemit ein Paar Kindern, die neben ihr arbeiten;ein griechisches Mädchen; ein schottischer Hoch-länder; Jacl und Sissera; ein Löw »nd ein Tyger,zwey edle Thiere, die noch auf dem LeinwandSchrecken erregen. Wie es scheint, hatte maneine geraume Zeit (vielleicht wahrend seines Vcr-weilens in Italien ) nichts mehr von ihm vernom-men, als man in 1801. von ihm wieder ein Bildsah, welches die Landung Wilhelms III. zu Tor-bay darstellt und sehr gelobt wurde. Zum Salonvon 1802. gab er Arbeiten, von denen es hieß,sie seyen mit seinen frühern nicht zu vergleichen.(tVonv. ckes ^ 7 , es ll. 227.); dann aber wieder1802. das schöne Bildniß des bekannten Godwin,voll düstern Ernstes, und den meisterhaften Kampfdes Geyers mir der Schlange, wodurch er alleKenner für sich gewann. Astgen,. Runstz. §->.S. 260. Eben so in 1804. die Abbildung etlicherenglischer Dragoneroffiziere, wie sie Past VI. imVatikan vorgestellt werden, was — wohl ausmancherley Gründen — in England gleichfallssehr wohl gefiel. Eben so in i 8 o 5 .^ seine Dar-stellung des berühmten (und schon längst wiederverrufenen) jungen Schauspielers Betty-Roscius,in Lebensgröße, zweymal gemalt; einmal alsHamlet, das andre Mal, wie er durch die Mu-sen (Bildnisse der berühmtesten lebenden Londner-Schauspielerinnen) in den Tempel des Ruhms ge-führt wird. Von einigen wurde, zumal dieseslctztre, allen andern Bildnissen des Wunderkna-ben, selbst Opie's seinem vorgezogen; andre fan-den gerade das Gegentheil. Einstimmiger hinge-gen lobte man, als Meisterstücke, seinen verlieb-ten Löwen, und die Löwin mit den Jungen, we-gen der großen Stärke des Ausdrucks. Für dieShakespear-Galerie wählte er seine Gegenständeaus König Johann, Heinrich Vl. Richard III. und aus Romeo und Jutiet. (Ausführliche Be-urtheilung von diesen s. man in der N. B-bstorh.der schön, wissensch. PV. 214. 218. Förster168. 177. u. 78 -) Im Ganzen sind solche unta-delhaft componirt, ziemlich richtig gezeichnet-warm colorirt, und thun durch wohl vertheilteLichter und Schatten eine große Wirkung. Fio-rillo V. 674—76. Gestochen oder vielmehr ge-schabt und puuktirt, schwarz und gefärbt, nachihm ist sehr Vieles; in frühern Lage» vornehmlichvon T.Gaugain, C.Knight, Parker, I. R- Smithund Js. Walker; wovon der Katalog von Brandesbesonders die Rettung des Ccntaurs von Gaugain,in punklirter Manier, ein sehr schönes Blatt nennt.Aus der Shakespear-Galerie führt das ^ourn. f. billl.