992 Onofri.
Philemon und Baucis wandern, staffirt; letzlrenach dem Urbild im Pallast Marchioni zu Rom .Diejenige, deren das Lex. gedenkt, befindet sichjetzt in der Galerie zu München , könnte aber (wievon Männlich glaubt) dem Style nach auch vonJosi Eosiau seyn. l. 5 »4. kxost l, c.
(letztre beyde 8. V. Honufris oder Hörnufriis).
Vnofr, (Franz), ein römischer Ritter, ätzteein Heft mit der Aufschrist: 0 . /kernini ulioruln-c;ue vpU 8 sculptum ))n^elorum, /Lpostolorum?etri et ?auli (rZ. Bl- Mit dem Titelblatt).
Gnoraro (Monsu). So nennt Ratti, ohneWeiteres, einen französischen Bildhauer, der zuGenua für einige Kirchen gearbeitet habe. Dortlebte er noch. 1700. und gieng aber späterhin nachFrankreich zurück.
Gn^chus, s. Eunicus.
* Gore (Adam van), der im Lex. unter demÄrt. seines Vaters Larnberr's erscheint. Erwar ursprünglich von Ammersdorf gebürtig,aber geb. zu Antwerpen . „Derselbe" (heißt esbey Descamps I. 22g.) „war mit den glücklich-sten Anlagen für die Kunst geboren; allein un-bändige Leidenschaften »nd eine wüste Lebensartverdarben allmählig Alles bey ihm. In seiner bes-sern Zeit halte er noch mit Wahl compoiiirt, undrichtig genug gezeichnet; seine spätern Arbeitenhingegen, wo er bloß fär's Brodt arbeitete, wur-den manierirter, und hatten kein anderes Ver-dienst mehr, als leichte Ausführung und ein gutesColorit- Das Studium der Natur vernachlaßigteer oder kannte gar ihre Schönheiten niemals.Dennoch sagte Rubens von ihm: Er würde allefeine Zeitgenossen übertreffen haben, wenn er Rom gesehen (Rubens sah es!> und sich »ach bessernMustern gebildet hatte." Seiner Grobheit wegenverließen ihn bekanntlich alle seine Schüler, Jor-dacns ausgenommen, der seine Tochter liebte undheurathete. Wesentlich gleich wie Descampsspricht auch Wareler von ihm. Woher dann aberde Fontenai sein Urtheil entlehnt habe: „Allesin van Oorr's Bildern ist Empfindung, Allesdarin spricht zum Herzen, und man kann solchenicht ohne Bewegung betrachten", ist uns unbe-kannt. Nach ihm haben, neben Andern», P. deJode die Anbetung der Hirten und Christus beyNicodemus, und Collaerk einen Orpheus, derdie Leycr spielt, gestochen. Noch nennt der wink-lersche Katalog nach ihm: Christi Tod am Kreuz(ohne Namen von Maler und Stecher, (doch vonR. Sadeler); die fünf Sinnen, unter so viel weib-lichen Figuren vorgestellt, wieder von Collaert,und ein Conzert von fünf Personen beyderley Ge-schlechts, wieder von Jode.
* Dost (Jacobvan), der ältere, genoß einegute Erziehung von seinen wohlhabenden Eltern,die seinen Hang zur Malerey begünstigten. Manweiß nicht, in wessen Schule er die Grundsätzeder Kunst erlernte; allein schon in seinem Einund Zwanzigsten wurde er unter die geschicktenKünstler seines Vaterlands gezählt. In i 63 o.kehrte er aus Italien zurück und verheurakhete sichmit der Tochter einer angesehenen Familie. Zuseiner Charakteristik im Lex. (nach Descamps)setzen wir noch: „Die Farbe in seinen Gewändernwar gebrochen; daher eine gewisse Rohheit der-selben. Er arbeitete auf ganz verschiedene Art;einige seiner Bilder waren wie gegossen, andrehingegen so behandelt, daß man in der Nähe darandurchaus nichts unterscheiden konnte, so wie siehingegen in der Ferne die größte Wirkung thaten.Als er aus Italien kam setzte er seine Lichter soauf, wie man Zeichnungen mit Weiß zu erhöhengewohnt ist; was aber z. B. in Bildnissen (wo-rinn er ebenfalls Meister war) nicht sehr ange-nehm ist. Diese malte er (der Kenntlichkeit un-beschadet) ganz als Geschichtsmaler; so z. B- denArzt, der einer Dame, die (man sieht es ihr in
Opie.
den Augen an) erst seit Kurzem schwanger geht,den Puls fühlt; so hauptsächlich sein Hauptwerkin dieser Gattung in einem Gericbkssaale zu Brüg ges , welcher die versammelten Richter in dem Au-genblick darstellt, wo die von ihnen gefällte Tv-dessentenz dem Derurtheilten vorgelesen wird. Wieunermüdet er bis an sein End gearbeitet habe, mußman bey erwähntem Schriftsteller (II 5 /;— 58 .)lesen; und vollends bemerkenswcrth ist es, daßseine spätesten Arbeiten die besten waren. Zuseinen historischen Meisterstücken zählt' man:Die Abnehmung vom Kreuze in der Jesuiterskirche zu Brügges ; in Notre Dame Ter-Poor-terie ebendaselbst eine Geburt. Dann die neunGemälde in der Abtey St. Tron (wo seine Toch-ter Nonne war); eines vorzüglich, die Niederflei-gung des H. Geistes auf die H. Jungfrau unddie Jünger, das besonders in Absicht auf täu-schende Perspektiv und Architektur vortreflich ist,und worinn van Dost sich selbst unter der Figureines Apostels, so wie seinen Sohn unter derje-nigen des Jünglings, der den Vorhang der Tem-pelthüre öffnet," geschildert hat. Ein sehr schönesBild von ihm, das sich in dem^ Nationalmuseuinzu Paris befindet (Carl Borromaus, der de» Pest-kranken die Communion ertheilt), wird inLan-dons Annalen V. 12-14. ausführlich beschrie-ben und im Umrisse dargestellt. Dann kennt mannach ihm von C. Caukerken St. Augnstin, dereine himmlische Erscheinung erhält. /fUL/e,-.
* Dost (Jacob van), der jüngere, der imLex. unter dem Art. seines Vaters gleiche» Namenserscheint. Seine Manier cheißt es bey LDarelernach Descamps) nähert sich derjenigen seinesVaters; aber sie ist pastoscr, und die Touchefreyer. Er drappirte in der größten Manier.Seine Comvositionen waren nicht überreich (ribon-llantes , aber dafür wohl überlegt; sein Geschmackim Zeichnen glich der großen Schule; die Figurenhatten Ausdruck. Die Farbe war von schönerWirkung. Wie sein Vater, malte er nur großeBilder für Kirchen und Palläste. Für sein Mei-sterstück hält man die Marter von St. Barbarain der St. Stephanskirche zu Lilie. Auch seineBildnisse waren sehr gut; aber seine Freunde über-trieben's denn doch, wenn sie ihn mit Dandyckin Eine Linie stellen. G. Edelink hat zwey der-selben: Eines Parlamentsmitglieds^?), und desLizentiaten der Theologie, Remy's du Laury, ge-stochen.
* Gosterwyck (Maria van''. Sie war dieTochter eines reformirten Predigers, und, nochneben ihrer Kunst, ein Mädchen voll Geist. Sehrartig ist die Anekdote, wie sie dem lüderlichenKünstler, Wilhelm van Aelst, der seine Werkstätteder ihrigen gegenüber hatte, auf seine Werbungum ihre Hand - das Jawort — doch unter demBeding ertheilte, daß er vorher ein Jahr die Probebestühnde, täglich 10. Stunden zu arbeiten, waser wohl verhieß, aber nimmermehr halten konnte;und wie sie ihm solches ordentlich auf die Kreidenahm. Ihr Kunsttalent bestand besonders in demauserlesenen Geschmacke, womit sie die verschie-denen Farben der Blumen einander entgegenzu-setzen, und solche in Harmonie zu bringen wußte.Dncampr 1>. 427—5». Zwey Fruchtstücke vonihr wurden vom Könige von Polen , August II.mit 2400. fl. für die Dresdner -Galerie angekauft.Hasche Dresden ll. 85 .
Opera ( del), ein venetianischer Baumei-ster, baute um 17Z0. den schönen Fürstl. Thurn-und Toxischen Pallast zu Frankfurt am Mayn.H. S. Hüsgen S. Z» 4 -
* Opfer (Hieronymus ), s. Hopser.
Opie (Johann), irgendwo irrig F. genannt,berühmter englischer Maler der neuesten Zeit,geb. 17k) 1. in einem unbekannten Dörfchen inCornwall . Nach dem Willen seiner Eltern sollteer Zimmermann werden. Der Dichter Wolcott