Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
996
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Orlandin i.

Orlandini (Julius), lüanzi II. 55 /j.nennt ihn, nebst ein Paar andern Parmesanerndes XVll. Jahrh, welche damals wohl die Reihedortiger Künstler, aber nicht den Ruf ihrer Vor-fahren fortgepflanzt halten.

* Orlando , s. auch oben Grlandr.

Orleans (Ludwig, Herzog von), ein zur ZeitKönig Franz I. bekannter Dilettant«, so nämlich,daß er, wie uns Branrome berichtet, ein Cabi-net besaß, welches die Bildnisse aller Damen ent-hielt , mit weichen er vertrauten Umgang gepflo-gen hatte. S. IVlemoires p. ssrvir ä l'tlist.<le I'rance 1 ". HXV. p.

(Philipp, Herzog von), Regentvon Frankreich . Eine Anekdote von einem Ge-mach dieses Fürsten s. man in Merciers: Nab-lLSll cls parig VII. p. 1P2. In dem von ihmherausgegebenen Schaferroman Daphnis undCkloe hakte er einige Blatter nicht bloß gezeich-net, sondern auch geatzt.

* Orley (Bernhard van). Gandellini setzt

seinen Tod in ihhv. Sein jüngstes Gericht, des-sen das Lex. gedenkt, und welches auch durch dieUnterschrift i?) merkwürdig seyn soll, hat entwederer selbst, oder ein Ungenannter, in Ph. Galle'sVerlag in Kupfer geätzt. Daß er die-

sen Kunstzweig geübt habe, wird auch anderwertsbehauptet. Von dem Pabste u. a. Fürsten wurdeer gebraucht, die Verfertigung der Tapeten nachRaphaels u. a. berühmter Künstler Zeichnungzu leiten.

" (Hieronymus van), ein Minorite,nicht unwahrscheinlich derselbe, den das Lex. unterdem Art. des nachfolgenden Richards van Grlep,dessen Oheim, einen Baarfüßermönch nennt. Nachdem nnsrigen hat, neben Andern, N. Collin zuBrüssel Bildnisse gestochen, die man in: .j. st. stop-psns Uibliotb. kolAica etc. kruxsll. t^ög. findet.Möhsen's Aerzre-Blldnlsse S- 190.

(Johann, vielleicht auch Joas van),dessen im Lex. unter dem Art. seines (ältern) Bru-ders Richards gedacht wird. Dieser ist's, vondem man die dort genannten NeutestameiulichenGeschichten kennt, woran indessen auch sein Bru-der Richard arbeitete. Joas heißt Er, oder dannfreylich ein Anderer, der ein von Richard nachRubens gestochenes jüngstes Gericht (also mit obi-gem von Bernard nicht zu verwechseln), gezeichnethat. Dann nennt der winklersche Katalog vonihm, nach seiner eigenen Erfindung gestochen: EineVerkündigung; Apoll, der den Marsyas schindet.Ferner, ebenfalls ohne einen andern Namen alsden seinigen: Christus der die beyden Blinden heilt,und eine Pastorale, die aber vielleicht eher demnachfolgenden Richard gehört.

* (Richard van).Er war" (heißtes bey wareler)ein correkter Zeichner, verriethmehr italienischen Geschmack als flandrische Ma-nier , unterschied seine Gründe sehr gut, stelltegroße Gegenstände auf kleinem Raum ohne Ver-wirrung dar, und bereicherte den Hintergrund mit.schöner Architektur." Als Kupferstecher hienachstkennt man von ihm nach Rubens : Den trunkenenBacchus, von Satyren gehalten; dann das obenunter Johann genannte jüngste Gericht und denSturz der Verdammten; die Verlobung von Josephund Maria, »ach L. Giordano; Ansicht eines rei-chen Gartens mit der Liebschaft von Vertumnuüund Pomona. Ferner 12. Blatter zu einem PastorFido. Lonf. wlnkier, wo wahrscheinlich ebendieselben (11 ) überhaupt Pastorale heißen, undnoch ein Zwölftes als geistreich geätzt gerühmtwird. S. auch den vorhergehenden Art.

Orlorvsky (Joseph), Hauptmann im Lit-hauischen Garderegiment zu Warschau um 17/9.ein Zeichner, der zu seinem Zeitvcrtrieb die brodt-lose Kunst besaß , schöne Stiche mit der Federunglaublich gut nachzuahmen. Lernoitlli VI. -21.

O r si.

Orme ( ), ei» englischer Kupferstecher,

gab in r 8 u 6 - 5 . Bildnisse von vlelson: Eines inder Jugend noch mit beyden Armen und beydenAugen: eines wo er den einen Arm verloren, undeines im Augenblick seines Todes.

Ormei (Cesar), genannt d'Assist, Ritter,gebürtig von Orvieto , malte i 6 j 5 . ein Altarblattfür die St. Peteiskirche zu Perugia . Er arbeitetemeistens zu Assist.

Orna (Juan de), s. Juan in den gegen-wärtigen Zusätzen.

Ornat ( d')> So nennt Fiorillo IV. 455.

ohne Weiteres, einen spanischen Baumeister derneuesten Zeit.

* Ornerio (Gerard). Lanzj I. 166. nenntihn bey der florentinischen Schule, und führt vonihm ebenfalls Fenster bey St. Peter (zu Florenz ?) an.

Orozco (Eugenins). So nennt Fiorillo IV.ohne Weiteres, einen eben nicht ausgezeich-neten spanische» Maler des XVII. Jahrhunderts,

(Martin Suarez da). Und so Eben-derselbe I. c. 297. einen ältern aus der erstenHälfte des X VII. Jahrhunderts, Zeitgenossen desMurillo.

Orphelin ( ). So heißt Marolles

(älemoir. III. 20Ü.) einen Stahlschneider, der umröäo. zu Paris gearbeitet habe.

* Grrenre (Peter), geb. zu MontealegreimKönigreich Murcia. Wenn er auch nicht, wiePalomino behauptet, Bassano's Schüler gewesenist, so ist es doch gewiß, daß er, gleich diesem,vorzüglich Gegenstände behandelte, wobey er einigeThiere anbringen konnte. Andre glauben, daß erunter Greco zu Toledo studirt hatte. Seine Ar-beiten sind gewöhnlich mit U. O. ?. und einem Pdarüber bezeichnet. Mit 1616. datirt steht manvon ihm einen St. Sebastian in der Kathedralezu Valenzia, und viele andre Bilder für den Pal-last von Buenretiro. Ferner einen St. Jldefons,und eine (schöne) Anbetung der Könige in derKathedrale zu Toledo ; die Marter St. Johanndes Täufers, und diejenige des Evangelisten beyden Hicrouymiliuuen (?), und die aus ihrem Grabhervorgehende H. Lcucaoia in der Sakristei) derKathedrale zu Valenzia: Letzter unstreitig sein Mei-sterstück wegen des kräftigen Helldunkels, des geist-reichen Ausdruckes und der dreisten Toccirung;so wie er sich überhaupt im Ganzen dem Geschmackder venekianischen Schule näherte, und mit großerLeichtigkeit arbeitete.

Grsell'nr ( ). In dem Gantkatalog ver-

schiedener Kupferstiche, Handrisse u. s. f. im Lücki-schen Hause zu Leipzig iM. (S. 55 .) werden diePortraits des Königs von Preußen (welches?) unddes italienischen Poeren Giulio Ferrari, nebst siebenVignetten, bezeichnet OrselinI luv. Oeliagua so.angeführt.

Orsl (Benedikt), ein Maler, gebürtig von Pes-cia, wackerer Schüler voir Balth. Franceschini,dem man ein schönes Bild von St. Johann demEvangelisten in der St. Gtephans-Kirche seinerGeburtsstadk zuschreibt. Eben so zeigte man vonihm auf dem dortigen adelichen Gesellschaftshauseseine sieben Werke der Varinberzigkeit allen Frem-den als eine Seltenheit; jetzt seit der Aufhebungder gedachten Zunft sollen sie zerstreut wordenseyn. Ungefähr um dieselbe Zeit gicug eine Lu-netta am Gewölb von St. Maria di Letto zu Pi-sioja zu Grunde, welche selbst Kenner lange füreine schöne Arbeit seines Meisters zählten, bisauthentische Beweise ihn für den Urheber derselbenerklärten, I. 224.

(Bernhardin ), Maler von Reggio , derum i 5 ur. arbeitete. Im dortigen Dom siehet manvon ihm eine Madonna di Loretto. /.a»L,'II. s 56 .