Orsi.
* Grsl (Loelins), genannt da tJovellara,geb. zu Reggio i 5 ic». oder i 5 n. Man glaubt,sein Vater sey ebenfalls Maler gewesen, und vonihm rühre ein Madonnenbild in der Kirche zuReggio her, mit der Junschrift: Lomes LslentiusLomitis Ilassarini äs Laaossa.s/»!ir5 liegiensis pinxit > 5 oi. Daß er ein Schü-ler von Buonarvki gewesen, ist nur von seinenStudien nach dessen Werken zu verstehen; denner verließ die Lombardcy nie, außer ein einzigesMal , wo er schon ein gebildeter Meister war.Ob dann von Correggio ? Dies wäre allerdingsmöglich, da derselbe zum Theil in Parma lebte,und sich auch einige Zeit z» Reggio aufhielt. Daßer aber beyde zu seinen Vorbildern gewählt, leuch-tet unverkennbar aus seinen Werken hervor, worinman Weichheit, Verschmelzung und lieblichen Far-bcnton mit einem starken, nach Muskeln haschen-den, etwas steinernem (stsmino) Umrisse, aufeine seltene Weise vereinigt findet. Seine erstenArbeiten unternahm er in seiner Vaterstadt umivil. die aber größkentheils verloren gegangen sind;doch finden sich dort von ihm noch z. B. in derSt. Bartholomaus-Kirche ein St. Franzisc daPaula, in Corpus Domini eine Geburt des Hei-landes, und Einiges bey dem dortigen H. FranzParigi. Aus Reggio , „eines gewissen Zufallswegen" (wie sich eine handschriftliche Chronik die-ser Stadt ausdrückt) verbannt, gieug er eine Weilenach Rom,und ließ sich dann zu Novellara nieder,wohin er von dem dortigen Herr» aus dem HauseEonzaga berufen war. Aber auch daselbst ist We-niges von ihm übrig geblieben, dessen TirabosciErwähnung thut, der von unserm wenig bekann-ten und doch so westlichen Künstler und seinenWerken (S. 281—90.) noch die bcßte Kunde giebt.Anderes wurde dort auf Befehl Herzog Franz lll.von den Wanden abgesagt und nach Modena ge-bracht. wo sich einst auch viele Zeichnungen vonihm in dem Herzogl. Cabinette befanden. Zuseinen Meisterwerken dann zahlt man das Haupt-altarblatt in St. Michael zu Parma , das dieH. Jungfrau mit dem Kinde und St. Michael ab-bildet, der eine Seele auf einer Schaale wiegt,und sowohl in den anmuthigen Stellungen undGruppirungcn, als in dem lieblichen Colorit undder Harmonie des Ganzen völlig den Geist desCorreggio athmet. Auch Mantua hat im Kapitelder Dominikaner ein sehr gefälliges (doch »ochzweifelhaftes) Bild von ihm; eben so Aucona inder Serviken-Kirche; der Marchese Ercolani inBologna ein vortrefliches Christkind in der Krippe;die Galerie Avogadri zu Brescia eine H. Familie(doch ebenfalls ungewiß), und die Familie Ga-bardi zu Carpi ein Ecce Homo. Kurz vor sei-nem Ende ließ er öfters Frauen mit ihren Kin-dern zu sich kommen, und zeichnete, die letztembald lachend bald weinend, die erstem unterihren mannigfaltigen Arbeiten, mit einer Wahr-heit, die in Erstaunen setzte. Wo solche sich gegen-wärtig vorfinden Mögen, ist unbekannt. Daß leineHandzeichnuugen zu seinem Bedeutendsten gehören,bezeugt auch seine Grabschrift, ehemals in derKarmeliter - jetzt in der Hauptkirche seines Geburts-orts. Sie lautet: Lae/ra s/,'5io. in ^rslncesturamsAno, in pistura ms^ori, st i» Deü'neameutrLHoratius ?. L. 1287. obiit 5 lAsjirutatis suos 76. Fiorillo II. Z27—29. nach T>ra-boschi. Eben so Lanzi II. 2H9—70 der indessennoch mancherley Eigenes hat So ;. B- in Ve-rona besitze das Haus Gazzola von ihm eine Copieder berühmten Nacht des Correggio ; sein ober-wahntes Bild zu Parma hingegen sey zweifelhaft.Ein vortreflicher Zeichner sey er allerdings gewe-sen: Ob er solches zu Rom nach Michael Angclo,oder zu Mantua nach Pipi geworden, liege wenigdaran; ein solcher Geist kenne den Weg und schlageihn sicher ein. Zuverläßig sey seine Zeichnung nichtdie Lombardische; aber eben darum dürfte erschwerlich ein Schüler von Correggio gewesenseyn, sonst müßten schon seine frühesten Werkeeinen minder starken Charakter tragen; dafür ja
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komme er ihm dann in der Grazie seines Hell-dunkels, im Farbeuauftrag und in schönen undlieblichen jugendlichen Köpfen, wie sonst Keiner,bey. In Bologna im Studio des H. Armann(sah Lanzi von ihm) einen St. Job mit St. Ro-chus und St. Sebastian. Sonst möge er über-haupt seine Lebenszeit fast ganz in Reggio undNovellara zugebracht haben, und rühre es ebendaher, daß Vasari , Lomazzo, Baldinucci u. s. f.seiner nicht gedenken. In Deutschland finden sichvon ihm, in der Wiener-Galerie: Die Sanftmuch,oder vielmehr die Unschuld unter dem Bild einerJungfrau, die ein Lamm an ihre bloße Brustdrückt (halbe Figur, lebensgroß auf Leinwand),und in der Schleisheimcr, nach Andern auch inder DresdneriGalerie, etwas uns Unbekanntes.Gestochen nach ihm führt der einzige Katalogvon Winkler ein (artig genanntes) Plan vonI. Sadeler an: Die das Kind anbetende Jung-frau in einer gebirgigeen Landschaft, mit der Un-terschrift : II vero äise^no äells miraculosaMsäonna äi Bc/io On Inventar,
welches Einige für seine eigene Arbeit halten.Heinecke (läse xönersie p. 117.) will in einemalten Blatt das Bildniß von Orfi erkennen,ebenfalls mit der Unterschrift: Ls/rü»äs Ueßtzio miraeulosiss. lma^In. sj. V. HI.inven. Warum jener Abbildung der Wunderjungrfrau della Ghiaja von ihm mit solchem Ruhm gedachtwird, erzählt uns auch Tiraboschi l. s. p. 285.Noch soll ein gewisser Bocht etwas uns Unbe-kanntes nach ihm gestochen haben.
* Grst (Prosper). Sein eigentlicher Beynamewar Proopcrino delle törorresche. Nach Eini-gen st. er it>Zo.
Grslnl (Theresia von), vermählte MarquisinEafi'il, eine gelehrte Dame und Kunstliebhaberinzu Alexandria um 177c Sie zeichnete gut, malteauch Blumen und Miniatur. In ihrem Pallasiefand man eine starke Sammlung von alten undneuen Münzen, Statuen, Idolen von Bronze,Marmorarten, Kupferstichen; einen ganzen BandHandzeichnuugen von Michel Angclo, welche vor-nehmlich Ansichten seiner Kuppeln von Außen dar-stellen. Sie nahm sich vor, ein raisonnirtes Ver-zeichniß über ihr Cabinet zu verfertigen Auchkennt man unter ihrem Namen einen Plan vonder Stadt Alexandria . IlLsc.
D> rsm 011 d von Rheims. So heißt bey Fi'o-rillo III. IZ. ohne Weiteres, ein geschickter Ku-pferschmied , der sich, unter der Regierung desPapstes Pasqual II. durch seine Kunst ausgezeich-net habe.
Drso ( ), Baumeister und Bildhauer zu
Verona , blühete unter der Regierung König Luir-prands um 700. Derselbe wird mit Gioven-rino und tßioviano in einer Steinschrift ange-führt. ZaZata Lronica äi Verona , 8upl.
* Grsolino ^Carl), Stecher mit der Nadelund dem Grabstichel, auch Kupferhändler, geb.zu Venedig um 172 j. wo er um 1760. blühete.Derielbc hat Vieles für die Galerie zu Floren;gearbeitet. Rost l V. i 63 . Von ihm führen theilsdieser, theils ein Verzeichniß meines sei. VatersBlätter von 178/;— 58 . an. So ;. B. verschiedeneBildnisse von venetiauischen Edeln, ohne Namendes Malers; dann eines des Prinzen FriedrichChristians von Sachse» nach Nosalba, und desMalers Maricschi nach Trevjsani, mit einer barok-ken Verzierung. Von Historischem einen St. Hie-ronymus im Nachdenken, einen St. Francisc vonSales, und einen St. Aloys und St. Stanis-las im Himmel, alle nach Dalestra (das erstreein geschätztes Blakt); dann einen opfernden Ho-henpriester nach F. Fontebasso; wieder nach P.Ricchi ;S. das Lex. s. ü. v.-; und die Cananäcrinnach Seb. Ricci. Eine Maria Mater Dei (Halbk