Band 
Zweyter Theil [2].
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O s b o r >, e.

Gsbsrne (Robert). U»d so (l. c. 3 o 6 .)einen alten Diener König Jacobs I. der, ge-meinschaftlich mit Francis Crane, eine Folge vonTapeten für die Sternkainmer verfertigt habe. EineZeitlang war derselbe Kanzler des Hosenband -Ordens.

Gsdendarfer (H.), s. Gfterdorfer.

* Osello (Caspar), s. Avibus.

Vseryn (Jsaac), ein Maler, gebürtig vonKopenhagen , lernte drey Jahre bey CorneliusKettet. Alsdann studirte er zu Venedig und Rom .Nach seiner Zurückkauft starb er sehr jung in Dien-sten seines Königs, so daß er nur nicht einmalZeit hatte, dieses Fürsten Dildniß auszumalen.

I. 208. Doch muß er, van Manderzufolge, noch 1600. und eine Zeitlang auch inEngland gelebt haben, da er von Frorillo V. 2Z6.angeführt wird.

Os-'da (Pater . . da), ein Ollvetaner. Einsolcher (heißt es bey Ascoso) soll einige Gemäldeauf frischen Kalk in der Sakristei) der Kirche St.Michael in Bosco bey Bologna verfertigt haben.

Gsner oder Dssner (Hans Conrad), gebzu Neundorf bey Nürnberg 1V7Z. der Sohn einesGerichtsdieners au dem dortigen Welserschen Rit-tergut«: , lernte anfangs bey einem StukkaturerBohle, nachwerts bey dem Bildhauer Wißhackzu Ulm , bey welchem er im Zeichnen und in derSculptur ungemeine Fortschrittte machte; alsdannbegab er sich auf Reisen, und zuletzt nach St. Petersburg , wo ihn Peter I. zu seinem Hofbild-Hauer machte. Dort verhenrachete er sich, undstarb in akademischen Diensten 1740. In 1710.hatte er zwey noch minderjährige Kinder, einenSohn und eine Tochter. Ob der erstre ihn über-lebt habe, ist ungewiß. Damals schrieb er vonSt. Petersburg : »Wenn ich nicht im Solariumstände, könnt' ich hier nicht bestehen, da kein MenschLiebhaber von Künsten ist, als Ihr Mas., welchemGott langes Leben verliehen wolle." Diese undmehr andre biographische Notizzen von ihm s.in des Diakonus Rorh's (Nürnbcrgischeni va-terländischen Blättern von 179a und wiederabgedruckt in Meusel's VNisc. XIV. 700.bis 12 wo namentlich auch kein guter Moral-charakter und seine Dienstfertigkeit gegen oft un-dankbare Landlcute, die er in Rußland kannte,gerühmt wird. Don seiner Arbeit zu St. Peters­ burg sieht man z. B. an der Grotte im Sommer-hof u. a. w. viele hölzerne Stachen und andre Bild-schnitzwerke. Meusei's M>'sc. Xl. 270.

Gsorio (Franz Meneses), ein spanischer Ma-ler, Schüler des Murillo, von dem es bey Fio-rillo IV. 26j heißt daß er vielleicht am Beßtendas fröhliche und blühende Colorit seines Mei-sters erreicht habe, mit dessen Werken daher dieseinigen zuweilen verwechselt werden.

Dspel (Johann) baute 172Z. die St. Leo-polds-Kirche 7 n der Vorstadt dieses Namens zuWien . lJicolai.

G ssana , B-ffl , C-'o ca und Cmiselll.So nennt Eanzi II. ^ 63 . ohne Weiteres, einigeunbedeutende Maler der mailäudischen Schule imXVII. Jahrh, die zu den Nachahmern der Pro-caccini gehören.

* Gssanerr od. van Assen (Wernher oderWalther van). Ein Derzeichniß meines sei. Vatersführt noch von ihm 18. Blätter mit Reutern an.Nach GandeUlni bestand sein Monogramm inI. N. II.

G ssem, s. Asam.

* Gssenbeck (Joh. od.Josse, Jost). Basän(L<I. 860.) setzt seine Geburt irrig in 16-jo. Erdielt sich mehrere Jahre in Italien auf. Die Be-merkung , daß er Rom nach den Niederlanden ge-bracht , war richtig in mehr als Einem Sinn;

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denn neben dem, daß er wirklich im Geschmackder römischen Schule malte, sah man in allenseinen Bildern wirkliche Studien, die er in Rom gemacht. Von Rom gieng er nach Wien , undstarb, nach pilkington zu Rcgempurg 1H78.Mehr als leine Blatter für die Galerie von Brüs­ sel , schätzt man von ihm: Die Galerie des H vonWenzelberg, eine Folge von sechs großen Blatternnach P. van Laer , S. Rosa und S. de Vlieger;Vorstellung eines großen Festes zu Wien nachAI Carducci's und van Hoy's Zeichnung (schön undselten); eine Folge von 12. Blätter», Thiere;eine andre von 4 - Blattern verschiedener Gegen-stände; Ansicht von Campo Daccino u. s. f. Allesletztgenannte nach seiner eigenen Erfindung RostVI. 17980. Eine weit genauere Litteratur in-dessen dieser Arbeiten, die von sehr ungleichemWerthe sind, findet sich bey Barrsch V. 289810welcher 27. nach seiner eigenen Zeichnung, und35 . nach andern.Meistern aufzahlt Zu den vor-züglichsten, welche, zumal in guten Drücken, sel-ten sind, rechnet er: Die Ziegen und die Schaafe;die Hunde; den Jäger; das Ochsengespann; denBrunn der Nymphe Egeria (LaK-uwlis), und denLritonsbrunn; hauptsächlich aber die schon erwähn-ten (hier heißt es vier) großen Blätter aus der Ga-lerie Wenzelsberg: Zwey festigte Landschaften näm-lich nach S- Rosa; Christus, der auf dem Meerewandelt, nach S. de Vlieger, und die Schweins-hetze nach P. van der Laer .

Ossivoff s ), ein russischer Kupferstecher,gab um i 8 o 3 . die Bildnisse zu Pbiliporvsky'sPantheon aller russischen Kaiser, welche gerühmtwurden.

* Dstade (Adrian und Jsaac van) Gebrüder.Adrian war ein Mitschüler von Brouwer, lehrtediesen letzter» seine Talente kennen, und flößteihm den Muth ein, das Joch ihres geizigen Mei-sters, Franz Hals , abzuschütteln. Bey diesemlernte er hauptsächlich seine Farbenkunde, undbildete sich überhaupt nach dem Geschmacke desLandes, das, wie man weißt, nicht seine Heimalhwar. Lange arbeitete er mit dem glücklichsten Er-folge zu Harlem , als in 1662. (.1. b. 1672.) dieAnnäherung der französischen Truppen ihn >0 be-unruhigte, daß er sich entschloß, nach seinem Ge-burtsland zurückzukehren; er verkaufte daher alleseine Gemälde und Hausgeräthe, und begab sichnach Amsterdam , um sich nach Lübeck einzuichif-fen, als ihm dort ein Kunstliebhaber eine Woh-nung in seinem Haus anbot. Jetzt gab er seineReise auf und verließ Amsterdam nicht wieder.Hier seine Kunstchar-kteristik von Tarllaston:

» Viel Wahrheit und kraftvolle Nachahmung desVäßllchsten und Niedrigsten in den menschlichenFormen macht den unterscheidenden Charakter sei-nes originellen Talentes aus. Sey es nun, daßer diese Art von Vollkommenheit suchte, oder daßseine Weift, die Natur nachzuahmen, unedler alsdie aller andern Maler war, so gieng doch ohneWiderrede keiner auf diesem sonderbaren Wegeweiter, als er; seine Formen sind im vollkommen-sten Gegensatze mit den Antiken, und er bat sichbis zum Erhabenen der Häßlichkeit erhoben. SeineGegenstände sind beynahe die nämlichen, wie diedes Teniers, und doch gleichen sie ihm nicht.Seine Helden sind Handwerker, holländische Bauern,Trinker, Raucher und Spieler; er scheint diejeni-gen ausgewählt zu haben, die die lächerlichst nie-drigsten Formen hakten. Die Ebehalstcn. die erihnen zugegeben, sind ihrer immer würdig. Bis-weilen malt er sie im Tanze beym kreischenden Toneder Dorfgeigen ; man kann ihre freye und lärmendeLustigkeit, ihre naive und komische Aninaaßungzu gefallen, nicht mit mehr Wahrheit ausdrucken.Oft zeigt er sie in ihren« Hauswesen. Hier hater mit treffender Wahrheit, mit einer Art vonEnthusiasmus das Innere der Daucrnhaushal-tung geschildert, wo der Vater, die Mutter undeine ganze Brüt ron kleinen, schmutzigen und rotzi-gen Kindern essen, trinken, alle Bedürfnisse der