Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1008
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ic>08 Paccetti.

ihm ebenfalls die Bürgcrmeisterwürde zu Rochlitz beylegt.

paccerti od. pacerri (Camillus od. Vin-cenz), ein römischer Bildhauer der neuesten Zelt, be-schäftigte sich schon gegen Ende des X VIII. Jahrh,mit Restauration alter Kunstwerke und mobellirtesehr Vieles für den Metallgießer Rigetti, der inganz kleinem Format in Bronze die meisten anti-ken Statuen abgoß, welche in Rom die Porzcl-lanfiguren vertreten, womit man in andern Lan-dern die Kamine ausziert. Durch dieses häufigeCopiren erwarb sich p. eine besondere Fertigkeitin Thon zu arbeiten, fand aber erst zu Anfangdieses Jahrhunderts Gelegenheit, mit einem gros-sen Werke aufzutreten. Dies war eine kolossalesitzende Minerva, welche den Menschen des Pro-metheus belebt, woran Kenner Manches auszu»setzen, aber auch Vieles vortreflich ausgeführt,den Kopf der Göttin (freylich eine Reminiscenzder Minerven von Veletri und Albani) sehr schönund die Drapperie mit vielem Geschmacke gewor-fen fanden. Zwo andere Figuren, die Hoffnungund Liebe, welche er für den Fürsten Borghesebey seiner Vermahlung mit der französischen Prin-zessin verfertigte, gehören, in Rücksicht der Com-position, des Ausdrucks und der Lieblichkeit, zuden reizendsten Figuren dieser Art, und unserKünstler behauptet immerhin mit Recht einen vor-züglichen Rang unter den italienischen Bildhauernunsrer Zeit. Er bekleidete die Stelle eines Pro-fessors an der Akademie von St. Lucas, underhielt in i8n6. den Ruf als Direktor der Bild-hauerakademie in Mailand , wo er sich gegenwär-tig befindet. Jral. Misc. 1806. III. 127— 5 g.In 1807. erhielt er von dem dortigen Ministerdes Innern den Auftrag, ein Grupp zu verfer-tigen, welches den Kaiser Napoleon vorstellen soll,wie er Italien wieder mit dem heiligen Feuer be-lebt und es zu einer höher» Bestimmung aufruft.In den Xouv. des -Irts III. HZ heißt es, daßder schlafende Faun aus der Galerie Barberini(,8oZ.) in seinem Besitze war. Er lebte noch zuRom 1809.

* pacchia (Hieronymus del), Giomo delSodoma genannt. Lanzi I. 3 oä. (Xor. a) ver-muthet, daß dieser Künstler mit dem gleich folgen-den I. pacchiaroreo Eine Person sey.

* pacchiaroreo (Jacob I. Der Winkler-sche Katalog nennt ihn irrig Barrholomö. NachLanzi I. Z02. verräth der Geschmack seiner Arbei-ten vornehmlich Nachahmung der PeruginischenSchule, obgleich er vielleicht nie von Hause kam,bis in i 5 Z 5 . wo ein Volksaufstand, an welchemer selbst wesentlichen Antheil nahm, ihn nöthigte,Siena zu verlassen. Die dortigen PP. Obser-vantiner hielten ihn eine Weile in einer Grabgruftversteckt; alsdann entrann er in der Stille nachFrankreich , wo er mit Rosso arbeitete und glaub-lich auch dort verstorben ist In seinem vorhinerwähnten Styl sieht man zu Siena Manches inKirchen und Pallästen: Besonders ein schönes Alstarblatt in St. Christoph; dann al Fresco beySt- Catherina und St. Bernard, wo er als tref-licher Componist erscheint, hauptsächlich in derweitschichtigen Darstellung: Wie St. Catherinaden Leichnam der St. Agnese zu Montepulciano besucht. Hier und anderswo sieht man offenbar,daß er Raphael emsig studirte, so daß einige sei-ner Figuren, und der Köpfe zumal, von einerSchönheit sind, welche den Raphaelschen Idea-len völlig gleichen. Dennoch blieb er, außerseinem Geburtsland, so gut als unbekannt, va-sari nennt ihn in dem Leben von I. A. Verzellinur im Vorbeygang, und zwar (wie Lanzi glaubt)unter dem irrigen Namen von Hier pacchia, sowie ihn hinwieder Grlandi und Borrari völligmit diesem verwechseln. Männlich meint, seineWerke haben Aehnlichkeit mit denen des Jul Pipi,und seine al Fresco's ziehe man seinen Oelgemäl-den vor. Die Galerie zu München besitzt vonihm: Judith mit dem Haupt des Holofernes,

Pacheco.

Halbfiguren fast lebensgroß, und den Kceutz tra-genden Heiland eben so, beyde auf Holz, letztreszum Theil nach einem vortreflichen Bild von Al-brecht Dürer , welches sich ebenfalls in ermeldterGalerie (K°. 1222.) befindet. Nach dem unsrigenhat P. Thomassin ein seltenes Blatt gestochen,welches (wie es bey den Einen heißt) die H. Jung-frau, St. Catharina und St. Bernard, genaueraber (nach Winkler) die H. Jungfrau, das Kindauf ihrem Schooß, vorstellt; vor ihr ein Tischmit Früchten; zu ihrer Rechten St. Jgnaz, zudessen Seite zwey Heilige; zu ihrer Linken St.Theresia und wieder zwey HH. ihres Geschlechts.

* paccio oder pace von Faenza . LanziII. 2. 35. nennt ihn s. v. da Faenza ; und zeigtman dort von ihm ein altes Madonnenbild ineiner Kirche, welche einst den Tempelherren zurdiente. Einige halten ihn auch für einen Schü-ler von Manno.

* pacciorro (Franz). Vermuthlich ist die-ser der pacciorro von Urbino , den Fabricius inseiner Historie der Gelehrsamkeit (III. 36 Z.) unterden Kriegsbaumeistern anführt, und von ihm sagt,daß er das Kastei von Antwerpen erbauet habe.

* pace (Michel Angelus), genannt di Lam-pidoglio. Lanzi l. 221—22. setzt seine Blüthe-zeit um 1600. und bemerkt, er sey unverdient infast gänzliches Vergessen gerathen, ungeachtetman, selbst außer Rom , viele von seinen tref-lichen Blumenstöcken finde. So z. B. eines derschönsten im Hause Fossombroni zu Arezzo . InDeutschland besitzt die Galerie zu München vonihm Blumen in einem gläsernen G-fasse in Was-ser. Bey Männlich heißt seine Manier schönund breit.

* — — (Regner del). Lanzi 1 .227. bemerktüber ihn: Er sey, von dem Geist der Zeit hinge-rissen, allmählig allzusehr in eine Manier gefallen.

* pacecco (Franz) di Rosa, neapolitani-scher Maler, welchen das Lex s. v. Rosa ganzirrig mit dem Spanier Franz pacheco verwech-selt, war ein Schüler des Maximus Skanzioni,bildete sich aber vornehmlich nach Guido. Vonihm rühmt Dominici (III. ioi—/,.) ganz beson-ders für Zeichnung und Ausdruck, das große Bildeines Bacchanals im Hause Mataloni zu Neapel ;ebendaselbst Jakob und Rahe! beym Brunn, unterwelcher letzter» er die schönste seiner drey schönenScbwestertöchter (welche man die Grazien vonNeapel nannce) , dargestellt haben soll; dann(worauf er sich selbst am Meisten zu gut that) eineGrablegung Christi in der Jesuiten NoviziatskircheNunziatella sopra Pizzofalcone. das einem H. Car-racci gleiche u. s. f. Auch Paul de Marcelsin einer Handschrift, wo von keinem mittelmäßi-gen Künstler die Rede ist, nennt den Styl desunsrigen fast unnachahmlich nicht allein für rich-tige Zeichnung, sondern auch für die seltene Schön-heit in den Umrissen, und das eben so graziöseals edle Ideal seiner Köpfe. Eben so war seinColorit von ausgesuchter Lieblichkeit, mit Kraftund Leben verbunden, das man noch 68 Jahrenach seinem 1664. erfolgten Tod in voller Frisch-heit sah.

* pacelli (Dominicns). Lanzi I. 63 g. be-merkt, er und sein Mitschüler A. Roselli, welcheL Giordano als Gehülfen mit sich nach Spanien nahm, hätten dort so sehr ihr Glück gemacht,daß sie nach ihrer Rückkehr in herrlichem Dolcefa Niente leben konnten.

* pacerri (Peter), s. pacilli.

— — s. auch oben paccerri.

pacheco (Cristobal). So nennt FiorilloIV. g 3 . ohne Weiteres, einen wenig bekanntenspanischen Künstler, der um 1262. von dem Her-zog von Alba den Auftrag zu verschiedene» Arbeitenerhalten habe.