Pacheco.
* pacheco (Franz), den das Lex. Rosaanführt, weil es ihn ganz irrig mit dem obenangeführten Neapolitaner pa ec^o für Eine Per-son halt, auch überhaupt fehlerhafte Nachrichtenvon ihm giebt. Derselbe stammte aus einer vor-nehmen Familie von Sevilla , und sein Geburts-jahr fallt am Wahrscheinlichsten in i57i. Frühebesuchte er die Schule des Ludwig Fernande; inseiner Vaterstadt und bildete sich dort nicht bloßzu einem vortreflichen Maler, sondern auch zumSchriftsteller und Dichter. Palomino'« Behaup-tung, daß er Italien gesehen, und dort nach Ra-phael studirt habe, ist wenigstens zweifelhaft; viel-mehr sagt uns Lr. prezziado (chstt. pittoricbeVI. Zi 5 .) ausdrücklich, daß er Sanzio und M.Angclo, die er freylich hochschätzte, und ihre Nach-ahmung eifrig empfahl, bloß aus Blättern gekannthabe. Anfänglich gab sich unser Künstler nur nochmit sehr Geringem ab In iögH. malte er fürdie nach Neuspanien bestimmte Flotte die — Wap-pen des Königs und St. Jacob zu Pferde aufFlagge» von carmoisinrokhem Dammast. In i 5 g 8 .errichtete er mit andern Künstlern das Trauergesrüst für Philipp II. in der Kathedrale zu Sevilla .Nach dem damaligen barbarischen Geschmack inSpanien gab er sich auch mit dem Bemalen vonStatüen und selbst von Basreliefs ab, denen er„och perspektivische Hintergründe beyfügte. In1600. erhielt er den Auftrag, gemeinschaftlich mitA. Vazquez sechs große Bilder für den Kreuzgangdes Klosters de la Merced calzada auszufüh-ren , welche Scenen ans dem Leben des H., Ra-mon enthielten Für den Herzog von Alcala malteer die Fabel von Dadalus und Jcarus in Was-serfarbe. Um seine Kenntnisse zu erweitern, gienger dann in ikü- nach Madrid und stiftete mitD> Carducho innige Freundschaft. Nach seinerRückkehr öffnete er in seiner Vaterstadt eine Schule,worin nachwens vortrefliche Männer gebildet wor-den. In 1612. malte er für die Kirche Et. Jsa-bel ein jüngstes Gericht, wovon er selbst in einerseiner Schriften, mit vieler — theologischer Ge-lehrsamkeit eine lange Beschreibung giebt, dasauch gegen einige Critiker an dem Jesuiten T- deZamora einen Apologeten fand, und von demJohanniter A- Drriz Melgarejo besungen wurde.In 1618. übertrug ihm das Jnquisttionstribunaldas, selbst damals, bloß in Spanien bekannteAmt, über die Reinheit und Decenz der Bilderfür Kirchen und öffentliche Feyeriichkeiten zu wa-chen. In -620. sah man von ihm einen St. Jo-hann den Täufer auf Granadischcn Marmor ge-malt. In 1622. kam er (jetzt mit seinem Schü-ler und Schwiegersohn, D. Äelazquez de Silva)zum zweytem»«! nach Madrid , wo er mit vielerHochachtung empfangen wurde. In eben so gros-sem Ansetzn und allgemeiner Werthschatzung stander in seiner Geburtsstadk Sevilla , wo er vorzüg-lich mit den Jesuiten vielen Umgang hatte; daherauch einige behaupten, daß sein Vratallo 6e lasUinturas sa^caöas ihr Werk sey. Von seinen spä-tern Schickialen ist uns, bis auf seinen in i 65 -j.erfolgten Tod, nichts Weiteres bekannt. DieSchriften dann, welche er hinterlassen, sind sehrgelehrt, und beweisen, daß er ein gründlicherTheoretiker war. Seine Kunstvorschriften in sei-nem (besonders mit der Einleitung) höchst selte-nen Elemcntarwerk (Vratüllc, 6e la kintura HR8evilla 16/,g.) sind musterhaft; auch zeichnete erselbst richtig, componirtc gut gab feinen Vorstel-lungen Ernst und Würde, beobachtete das antikeCostum genau, und kannte die Gesetze der Beleuch-tung und Perspektive Dem ungeachtet blieb erstets trocken und hart, und vermochte es nicht,zu einem schönen Colorit und einer dreisten Füh-rung des Pinsels zu gelangen, so daß er in die-ser Rücksicht hinter andern Künstlern dieses Zeit-raums znrückblieb. Don seinen Bildnissen giebtes eine große Menge; zwey der schönsten sind:Dasjenige seiner Gattin, und eines von Miguelde Cervantes , welches von Fr. de LluevedoyVülegas besungen ist. Von seinen historischen
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Gemälden nennt die Kunstgeschichte eine Menge.Neben seinen schon genannten litterarischen Ar-beiten werden dann seine Gedicht? ebenfalls, undganz besonders seine Epigramme voll Witz undLaune gerühmt. In den Schriften des Lope davega, und in einer Handschrift des Rodrigozsano (Llsros Varones en letrss natursles 6sla Lludacl 6s 8evilla etc.), welches der Graf deAguita besitzt, sollen sich viele interessante Nach-richten von unserm Künstler befinden. FiorilloIV. 22^—29. und ivZ. (Nota F.), wo bemerktwird, pacheco habe in seinem Traktat von derMalerey chas Lex. nennt es wohl irrig: (t)e-schichte der Malerey), aus dem Gedichte desLespedes viele Stellen gleichsam zum Grundgelegt.
(Mit obigem Art. fällt nun derjenige von: FrafizRosa, genannt Pacheco, im Lex. gänzlich weg.)
pachora (Anton). So heißt bey Fiorilko(Kl. Sehr. II. 176.) einer der vielen italienischen Kunstdilettanten, welche sich in dem letzten Vier-theil des XVIII. Jahrh, mit der neuern Enkau-stik beschäftigten Dieser war von Verona gebür-tig, wurde in dem Mechanismus erwähnter Kunstvon dem Marchcse Joseph Bianchi, einem beson.ders eifrigen Gönner derselben, unterrichtet, undgab mehrere Beweise seiner Talente dafür.
* pacifi'cus (H.)> Von ihm kennt maneine Frist nach Jul. Romano; dann eine Geburtvon Et. Johann, und Apollo und Midas , beydeohne Namen des Malers.
* pacilli (PeterX Diesem Bildhauer, wel-
cher anderswo auch Patern heißt, ist vermuth-lich das Grabmal des Maltheser-GroßmeistersPinto (?) zuzuschreiben. Und Ebenders ist
es wohl, der bey Dallaway I I. u 97. um 1765.zu Rom in Gesellschaft von Cavaceppi und Car-delli als Restaurator von Antiken erscheint. Einenseltsamen Begriff von seinem Geschmacke giebt esuns indessen, wenn es dort heißt: Daß er aneiner Venus, die sich jetzt zu Newby im Cabinetdes verstorbenen Ritters W- Weddel befindet (undder man, stakt des Verlornen Kopfes, denjenigender Schaamhafligkeit aufgesetzt), auch seine Kunsterwiesen, und nämlich „die verschlcycrten Theilein — Haare verwandelt habe."
* pacini (Michel und Sänke). Gandellini,der die Blüthezeit von Michel in 1722 setzt, giebthinwieder von Ganre's Blättern in die Lenke»?snsieri von Gabbiam ausführliche Notiz. Vonihnen (wir glauben, die meisten von Saure ) ge-stochen sind auch: Eine Himmelfahrt nach Caliari;eine Marter von St. Cacilia nach H. Rimaldi;ein St. Johann Baptist nach S. Rosa, undeine Grablegung nach R. Sanzio.
pacioli (Lucas), ein Minorit zu Venedig ,gab daselbst ib»9 ein Werk in italienischer Spra-che: Os clivina proporkione , in welchem sich, ne-ben Anderm, eine Anleitung findet, die lateinischenVersalbuchstaben in ihrer rechten Proportion dar-zustellen, weswegen man ihn auch in diesem Stückeeinen Vorgänger des allumfassenden Dürers nennt,s I. G I Breirkopf Beytrage zu einerGesch. der Schreibet herauegeg von I. T-Roch, Leipzig 1801. -p. G. zy. Jücher führtihn als einen Franziskaner aus Umbrien auf,der die Mathematik zu seinem Lieblingsstudiumgewählt habe, und bemerkt noch von ihm, außerder genannten Schrift: I)e majusculis alpüs-trekls Ittteri8 pin^enlli; 6s proprokionidus etproportionslikstibus U. a. M.
Packer (R.), ein berühmter englischer Ma-rinemaler neuester Zeit. Von ihm erregte in 1802.ein Bild viel Aufsehn, welches die Scyiffe Hiberrnia und George, nebst zwey Fregatten, wie sievon Stapel gelassen »vertun, vorstellt, und großeWirkung thun soll. Fiorillo V. 7^2. Ein Blattnach demselben, von welchem man ähnliche Wir-kung rühmt, gab Bluck.
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