Palm a.
Troyen und L. Vostermanns, alle Mancherley für diealte Brüsseler-Galerie. Dann M l'Asne; Baron,des Künstlers Bildniß; I. G. Barkfch die St.Catharina aus der preußischen Galerie; I. Falkund S. Gribelin, beyde: Die Hirten, welchedein Kind Geschenke bringen — neben '-Inderin To-bias einen Hecht (das erste ein seltenes, beydesschöne Blätter); W. Hollar: Die schöne Lauraund die Königin Catharina Cornara, aus dem Ca-binet van Derle; W. Kilian, eine Nymphe, aufden Knieen eines Satyrs; F. A. Lorenzini, eineSybille, die dem Kaiser August das Bild derH. Jungfrau zeigt; C. Mogalli, eine Flucht inEgypten, a. d. Galerie zu Florenz ; St. Picarteine der oben genannten H. Familien aus demfranzöschen Cabinet (ein schönes Blatt, das auchFüßl« III. i 55 . kennt; aber nicht dieselbe Vor-stellung wie bey Lsndon); Premier, vier jungeFrauenköpfe aus der Wiener-Galerie; A. Scac-ciati, wieder eine Anbetung der Hirten; W. Vail -jant, die keusche Susann«(geschabt); ein 1 ^. K.eine Abnehmung vom Kreuze. Von vielen andern,wohl auch von ein Paar der obigen, ist es ungewiß,ob solche unserm Palms oder seinem Neffen ge-hören. S. die dieSfälligen Widersprüche, nebenAndern, in den Katalogen von VDinkler undBrandes.
* Palms (Jacob), der Jüngere, des alternGroßneffe. Man kann ihn, sagt Lanzi (ll. i 5 o.bis 5 s.>, den letzten Maler der bessern Zeit, undden ersten der schlimmern heißen. Als fünfzehn-jähriger Jüngling nahm ihn der Herzog von Ur-bino unter seinen Schutz, und führte ihn mit sichnach seiner Hauptstadt. Alsdann machte er inRom ein achtjähriges Studium der Antiken, Ra-phaels, Buonaroti's und Caldara's, dessen Kunstin Camayeu's er genauer wie keiner zu ergründensuchte. Nachher sagte ihm Tintoret ganz beson-ders zu, da auch Er schon von Natur aufgelegtwar, Geist und Geschlankheit i» seine Figuren zubringen Als er wieder nach Haus kam, wußteder Baumeister Viktoria ihn zu Venedig , selbstneben Robusti und Caliari, in solchen Ruf zusetzen, daß er auch in Venedig beliebt war, woman einige seiner Arbeiten für des gründlichenJos. Salviati's seine nahm. Sein großes ge-fährliches) Talent inzwischen war vielmehr eine»»gemeine Leichtigkeit, die ihn dann wirklich im-mer mehr zur Nachläßigkeit verführte, als zumalseine beyden genannte» ältern Nebenbuhler, undein dritter jüngerer (Corona' , der ihn bereitsübertreffen hatte, durch ihren Tod ihm ganz freyesFeld ließen. Am Ende glichen seine Arbeiten oftbloßen Entwürfen, wie der Rittter d'Arpmosagte (von dem er freylich ebenfalls Nebenbuhlerwar). Zu seinem Berühmteste» gehört, nebenseinem Weltgerichte, sein Seegefecht des Fran-ziscus Bembus im Rathsvallaste zu Venedig ; undzu seinem Schönsten minder Bekannten eine Er-findung des Kreuzes zu Urbino , welche sich durchden Reichthum, die Mannigfaltigkeit und denReichthum seiner Figuren ganz besonders aus-nimmt. Seine Farbe war immer frisch, ange-nehm, durchsichtig; nicht so heiter wie Caliari's,aber froher als Tintoret's; und ob er sie gleichbloß dünne auftrug, erhielten sich seine Bilderdoch besser, als die weit mehr impastirten vielerAndern. In starkem Ausdrucke kam er jenenzweyen bisweilen ebenfalls bey, wie z B. beySt. Bartholomäus, in seiner Plage der Schlan-gen, welche wahrhaften Schauer erregt. In jederandern Rücksicht findet man bey ihm immer, wasdem Auge gefällt und das Herz anzieht. Nochweit mehr als Lanzi inzwischen scheint Fiorillounsern Künstler unter die venctianischen Manie-risten zu zählen, „die" (sagt er II. 147.) „nochviel schlechter waren, als die Römischen und Flo-rentinischen, und, von allen Studien entblößt,bloß nach einer verwerflichen Praxis malten. Erwuchs mit den Zucchcri, den Anhängern des Va-sari und den Buonarotisten heran; man darf
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sich daher nicht wundern, daß er mit dem Stromeschwamm. Nach seiner Rückkehr von Rom zogihn <wie nun Fiorillo glaubt) vornehmlich derGeschmack des Tizian an; damit suchte er dierasche Erfindung des Tintoret zu vereinigen,und bildete sich so eine eigne Manier, dir jedochhauptsächlich auf schnelles und (fügt Lau;« hinzu)doch bequemes Arbeiten, und darüber noch guteBezahlung, die man immer ihm selbst überlassenmußte, berechnet war; wobey es ihm denn aller-dings leicht werden mochte (was die Geschichtevon ihm rühmt), frey von Sorgen, und jeder (?)Leidenschaft Feind, bis an sein Ziel, gelebt zuhaben." Die.ungeheure Anzahl seiner Werke setztin Erstaunen. Man s. Ridolfi und Zanetti,welcher letztre alle in Venedig befindlichen aufge-zahlt hat. Viktvria's Freundschaft dann hatte eres zu verdanken, daß man namentlich eine solcheMenge seiner Bilder im Pallaste des Doge undbald in allen Kirchen zu Venedig von ihm findet.Unter seine vorzüglichern Gemälde zählt F«orilloseine Marter verschiedener Heiligen, welche in un-sern neuesten Tagen aus Cremona nach Paris wan-den mußte, wo indessen, schon von Alters hcr,sich bereits eine Dornenkrönung befand. BeyFüßl« (lll. 5 /-) heißt es dann, wieder mitgewohnter Bestimmtheit: «Der jüngere Palmshatte ein weit lebhafteres Temperament, und einweit mehr umfassendes Genie als sein Oheim.Er suchte sich anfangs nach Lizian's und Tintoret'sWerken zu bilden; da er aber noch sehr jung nachRom kam, erhöhten und veredelten die WerkeRaphaels und Michael Angelo 'e seinen Geschmack,und brachten ihn zu einer bessern Auswahl beyder Nachahmung der Natur; doch hatte er nichtBeharrlichkeit genug, ihr auf diesem Wege langund treu nachzufolgen; seine sehr rege Einbil-dungskraft, und die zu frühe Gelegenheit, großeund Geschwindigkeit federnde Werke zu unterneh-men, hinderten ihn in der Folge, einen gewähl-ten Gegenständen mit der erforderlichen Anstren-gung nachzudenken. Er erfand daher leicht, aberohne viel kritische Ueberleaung, und suchte denAnschauer mehr durch große kiibne Formen undlebhafte Wendungen, als durch wahre Charakte-ristik und bedeutenden Ausdruck zu vergnügen.Er zeichnete in <-i„er großen, aber einförmigenManier; das Colorir seiner bessern Jahre ili stark,oft sehr wahr, und mit einer »ngemeinen Leich-tigkeit behandelt Ueberhauvt bericht in seinenWerken ein großer, aber nicht genug gelöurerkerGeschmack" Ob es wahr sey, was Lpsrekersagt, daß man unsern Palms jemals, „wegenseinem schönen Genie, leichten Pinselstrich, undder Kunst seine Drapvericn zu werfen" , seinemGrvßohcim vorgezogen habe, ist uns unbekannt.Lustig genug, heißt es dann dort weiters: „Erwar so arbeitsam, daß ihn seine Freunde wgarwahrend der Zeit beym Malen fanden, wo manseine Frau beerdigte. Sein Geist erwaib ihmauch die Achtung der Gelehrten; er stand in ge-nauer Verbindung mit Guarini und dem RitterMarino" (also freylich auch mit zwey Gescbmack-verderbern). In Deutschland finde» sich von ihm:In der Galerie zu Wien 4. Bilder (darunter zweyVorstellungen vom Tod Abcls»; bey Lichlenstein 2.(ein Paradies); zu München 1. (St. Sebastian);zu Dresden 4 ^bcn auch ein St. Sebastian,beynahe von gleicher Größe mit dem vorgenann-ten?) und dann das 6" lange und 9 7^breite Bild der Landung Friedcrichs Barbarossazu Venedig ; zu Schlciöheim 4. (wieder ei» Se-bastian, von derselben Größe, wie die obigen) ;zu Salzthalum 4. (Wettstreit des Apollo mit Pan;Apoll und Marsias ; der Schlaf des Adonis,und abermals ein, doch diesmals kleinerer, St.Bastion); zu Pommersfelden 2. Daß unser Künst-ler verschiedene Blätter leicht und geistreich geetzthabe, und solche von Kennern sehr gesucht wer,den, ist bekannt. Dieselben sind theils mit sei,nein ausgeschriebenen Namen, theils mit einemvon einem Palmzweig durchflochtenen ?. bezeichnet.
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