Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1048
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Pellegrini.

io 48 Peirolerie.

peirsleri (Peter), Stecher mit der Nadelund dem Grabstichel, geb. zu Turin ; wohl vor1740. Weiteres Biographisches von ihm ist unsunbekannt, außer daß er immer in seinem Vatersland gearbeitet habe. Gestochen hat er: NachAmiconi Jupiter und Callisto; nach dem RitterBeaumont eine Mutter der Schmerzen; nachChampagne dessen Bildniß (Copie des herr-lichen Edelink); nach I. B. Forest Kinder die mit«inein Vogel spielen; nach W- Mieris einen Jun-gen und ein Landmädchen; nach I. Nogari (sehrgeistreich) Halbfigur eines Greisen, welcher zeich-net (wie es heißt Nogari selbst), und einer altenFrau, die ihren Rosenkranz betet; nach Rem-brandt den Alten im Pelzmantel, und eine Mutterdie ihre Tochter lesen lehrt (1726 ); nach RubensBacchus auf der Tonne (1708.); nach Sanziosein und seines Liebchens Bildniß, letzteres mitder schönen Unterschrift: llitiro s 0 >i«sts 8c»nmiel pregi; eine H. Familie nach H. Scarzcllino;ein Opfer Jsaaks endlich, und Moses aus demNil gezogen, nach einem uns unbekannten Meister.Rost IV. 244. -Mr.

peirori, s. peyron.

peirt (M.). Von einem uns übrigens un-bekannten Stecher dieses Namens findet sich : DerKaufmann von Amsterdam nach Nembrandt.

pelais (Michael), ein ebenfalls wenig be-kannter Stecher, arbeitete vcrmuihlich zu Rom um 1O25. Von ihm finden wir irgendwo,

ohne Namen des Malers angeführt: Die Bild-nisse des Kardinals d'Ossat und I. de Gastebois,eines Geistlichen.

pele (I. B>), ein Maler aus Genua (we-nigstens gab er sich dafür aus), von dem uns ein-zig aus öffentlichen Blattern bekannt ist, daß der-selbe, weil er dem Marquis von Pombal nachdem Leben getrachtet hatte, in Portugal im 1 .1775.hingerichtet wurde; ob er gleich wahrend der Tor-tur , und kurz vor seinem Tode noch, seine Un-schuld mit »«gemeiner Herzhastigkeit behauptet hatte.

— — auch oben Perl.

pelegrer (Thomas), ein spanischer Maler,geb. zu Toledo, ging nach Italien und bildetesich daselbst unter Leitung des Balth. da Siena und Polid. Caldara's, und ahmte verschiedeneWerke dieses letztem, Grau in Grau, glücklichnach. Bey seiner Rückkehr ließ er sich zu Sa-ragoßa nieder, wo man ihn sehr schätzte, undihm auftrug, Fanden von Kirchen u. a. Gebäu-den mit seinen Bildern zu zieren, die aber allezu Grund gegangen sind. Bey diesen Arbeitenkamen ihm feine Erfindungsgabe und gründlicheKenntniß der Perspcktiv sehr zu statten.-»Mit ihmerlosch in Spanien der gute Geschmack, in Ca-mayeu zu malen. Liorrllo I V. 72.

* pelerin ( ). So heißt wohl einer der

vielen nachfolgenden Künstler aus dem Geschlechteder pellegrini, nach welchem, unter jenem fran-zösisch umgetauften Namen, Boulanger das Dild-niß Heinrichs von Savoyen, Herzogs von Ne-mours, und M. Lasne (1H48.) eines von Lud-wig XIV. gestochen haben.

— — s. auch pellerin.

* pelham (P.), hieß perer, Zeichner undSchwarzkunststecher, geb. zu London 1684. unddort blühend von 1721-30. ein Zeitgenosse vonI. Smith, mit dem er um den' Vorzug stritt.Von ihm kennt man verschiedene Bildnisse nach?h. Gypson, H. Hysing (des Architekts I. Gibbs),G. Kneller, I. van der Vaart und R. WalkerCromwell's). Roft IX. 110—11. Lranäer.

peIicieu ( ). So heißt in einer unserer

Handschriften ein neuerer französischer Stecher,welcher Landschaften nach le Bas u. a. geatzt habe.

pelisky (Baronesse von). So hieß eineMalerin, wahrscheinlich bloße Dilettantin zu Wien ,nach welcher Q. Mark ein vortrefliches Blatt: Cimonund Pero geätzt hat.

pelissier( ). So nenntBasan(L<l. sso.)einen uns sonst ganz unbekannten Kupferstecher,Schüler von le Bas, von welchem er sagt, daßer außerordentlich schöne Vignetten liefere.

Pelissp, s. Palißy.

pellegrini (Andreas). So nennt Lan;»II. 439. ohne Weiteres, einen Maler zu Mailand ,der um i 56 o geblühet habe, und mit demjenigendes Lex. nicht zu verwechseln ist.

— (Anton oder Joh. Anton), geb. 1675.(a. K. >664 ) zu Venedig , wo sich sein Vater,ursprünglich ein Paduaner, niedergelassen hatte.Von ihm heißt es bey Lanzi II. 214. »DasGlück, welches er an den meisten Höfen Euro-pens machte, war dem damaligen bald allgemei-nen Verfall der Kunst zuzuschreiben, und einergewissen lustigen Manier, welche ein verdorbenerGeschmack Natur (und Heinecke in s. ^kachrich-ren I. 92. „meisterhafte Sachen") hieß. An Ge-nie, Leichtigkeit und frohen Ideen gebrach es ihmwirklich nicht; aber Gründlichkeit in der Kunstbesaß er keine; er matte mit einer Unenlschieden-heit, daß sein Gegenstand immer zwischen demSeyn und Nichtseyn schwebt, daß man solchenzu sehen glaubt, und ihn nicht sieht. Eben sooberflächlich war sein Colorit so daß es schon zuseiner Zeit hieß, seine Arbeit werde kaum vonfünfzigjähriger Dauer seyn. Was ich wirklichvon ihm zu Venedig und Padua gesehen, ist be-reits matt genug." Nachsichtiger dann nennt ihnLiorillo II. 181. „einen angenehmen Maler, des-sen Werke einen heitern Eindruck mach?» und ineinem leichten Styl gearbeitet sind, der seine ge-sellige und freundliche Stimmung ausdrückt." Wa-reier bemerkt, neben Anderm, von ihm: »Da erseine Lichtmassen allzusehr ausdehnte, litt das Re-lief darunter" (Was Heydenreich so giebt:»Um seine Massen von Licht auszubreiten, mußreer das Relief vernichten") Für die beyden Pla-fonds in der Kurfürst! Bibliothek zu Dresden (im ersten und dritten Salon*)) erhielt dieserglückliche Kunstwindbentel 19,000. Thaler. Auchzu Bauzen in der Lausitz befindet sich ein Altar-blatt von ihm. LNägaz Sachs. Gesch. IV. 709.Zu Anfang des XlÜ. Jahrh, kam er nach Lon-don , um auch die Engländer mit seinem gefäl-ligen Aeußern vorläufig einzunehmen, und sodannmit seinem Farbenspiel zu ergötzen. Dort warsein Hauptgönner der Herzog von Manchester , fürden er ein Erdgeschoß in Arlington-sireet malte,das aber nicht mehr vorhanden ist(?). Aehnlichesarbeitete er für den Herzog von Portland undden Lord Burlington. In Castle-Howard siehtman Mehreres von ihm in Zimmern, und sogar —an der Treppe u. s. f. u. f. Da er eine ungeheureFertigkeit besaß, große Räume auszufüllen, sohatte er bereits Zeichnungen zu den Malereyenverfertigt, womit man die St Paulskuppel zierenwollte, welche jedoch nicht ausgeführt wurden.Nachdem er zu einem der Direktoren der Londncr-Akademie ernannt worden, gieng er, mit diesemneuen Diplom seines Ruhms ausgerüstet, nachParis , wo er die berühmte Friese (n. K. Plafond)im Missisippisaal in 80. Morgen malte **), undkehrte dann nach England zurück, das er aber(wir möchten wohl wissen, aus welcher Veranlas-sung) bald wieder verließ, um 1721. in Kur-Pfäl-

") Im Lcr. heißt es: Er habe die Decke der Königl. Bibliothek und zwey Säle im Zwinger gemalt; was aberEines ist, da sich die Biblioth'k eben im Zwinger befand.

"») Eine genaue Beschreibung dieses Ungethi'ims s. in llepicis's Vier <le; Premier; peintres äu km II. 122.vom Grafen von Laylus, der den Verlust desselben im Ganzen höchlich bedauert, obgleich auch dessen Gebre-chen ihm nicht völlig entgangen sind.