Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1049
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Pellegrini.

zische Dienste trat, endlich nach Haus ging, undeine Schwester von Rosalba Carriera mit seinerHand — wie wir hoffen, glücklich machte. Fio-r-lllo V. 5 i/—18. In Deutschland besitzt vonihm, neben dem schon oben Erwähnten: Die Ga-lerie von München eine Sophonisbe, die den Gift-becher empfangt, in lebensgroßen Figuren; die-jenige zu Schlcisheim: Die Kirchenlehrer Augurstin, Hieronymus , Ambrosius, Gregorius undSt. Franzisc von Sales, lauter 4^ hohe und un-gefähr eben so breite Bilder; diejenige zu Sans-soucy endlich die Sibylle von Cumana und eineCleopatra, Brustbilder. Gestochen nach ihm kennenwir (man muß sich billig darüber wundern!) ein-zig : Den Tod der Lucrezia von I. B. Cathelin«schön). Noch eignet ihm der winklerscheGantkatalog: Den Erzengel Raphael , der denjungen Tobias bey der Hand führt, ein Blattnach eigener Erfindung zu, das mit:

Donon. inv. et sec. komse, dann aber weitermit der Chiffer von Eher. Alberti und i 545 . be-zeichnet ist; was (wie jener Katalog selbst bemerkt)aufunsern Anton peUegrini durchaus nicht, wohleher auf den nachfolgenden pellegrin peegrinipassen will. S. unten den Art. desselben gegen Ende.

pellegrini (Antonia oder Ludovica), s.Lidovin» pellegrin«.

— (Dominicus). Seine Geburt setzenEinige in t 54 r. und seinen Tod in 128». NachFiorillo II. 494 - war er zuverläßig Bruder, nichtSohn , des nachfolgenden pellegrin pellegrini.Sein Epitaphium zu St. Mammolo nennt ihnauch Maler, Fabelius hingegen in seiner Lei-chenrede von August. Carracci , der unsers Domi-nicue Schüler war, bloß: Einen berühmten Zeich-ner, Stecher und Baumeister. Lanzi II. 2. 46.s. v. der bemerkt, daß man auch nicht

einmal ein Bildniß von ihm kenne. (Besser nochlebt sein Andenken in seinen trestichen Werken.)Als Baumeister nämlich rühmt man von ihm eineKapelle in der Kathedrale zu Bologna , von wel-cher Clemens VIII. sagte, baß er zu Rom keineschönere kenne; dann ebendaselbst die Douane,welche ebenfalls in ihrer Art nicht ihresgleichenhaben soll; einen kleinen Tempel der Madonnadel Borgs auf der Mauer; das Hauptportal desStadthauses, und vor Allein aus den PallastMagnani, von welchem es bey Milizia (II. 72.3. v. D'ba/ch' heißt: Daß er wegen der grandio-sen Manier und harmonieusen Einheit, worinderselbe erbaut ist, groß, und sein kleiner Vorhofgeräumig erscheine. Von seinen Arbeiten als Ste-cher dann (heißt es bey Rost lll. 22g.) schätztman: Die berühmte Fontaine zu Bologna nachJohann von Bologna; die Madonna mit der Rose(jetzt in der Dresdner-Galerie) nach Parmesano ;die Dreyeinigkeit nach H. Samachini, und denFrieden, der den Krieg unter die Füße tritt, nachP. Tibaldi. Anderwerts finden wir noch eineTrinita nach H. Fumaccini, und den Pallast Al,phons II. zu Ferrara nach G. Alghist.

* — — (Felix). Lanzi I. 46t. nennt ihnebenfalls einen vortrefiichen Zeichner, will abervon ihm nichts Eigenes kennen, sondern glaubt,daß er nach Rom bloß als Gehülfe von Josepinsey berufen worden, um mit demselben im Vatikan zu arbeiten.

— — (Gregorius). So nennt Liorillc» IV.128. knrzweg einen italienischen Maler, den dernachfolgende Pellegrin Pellegrini als Gehülfenmit sich nach Spanien genommen hatte.

* — — (Joh. Martin), s. Udine .

» — — (Pellegrin de), genannt Tibaldi,auch pellegrin«) da Bologna , pellegrin» Bo-lognese, peregcinus Tibaldi, am meisten aberals Tibaldi bekannt, wie aus der Unterschrift einesseiner Gemälde erhellet, zuverläßig geb. 1627. ;nBologna , wo sei» Vater, aus Valdelsa oder Val-

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solda im Mailändischen gebürtig, sich niederge-lassen hatte, um dort das Mäurerhandwerk zutreiben, und sich Meister Tibaldo nannte; da-her auch der Deyname des Sohns. Schon alsKnabe zeigte dieser eine leidenschaftliche Liebe fürdie Kunst. Den ersten Unterricht scheint er vonRamenghi genossen zu haben, in dessen Manierwenigstens verschiedene seiner frühesten Arbeitenausgeführt sind. Alsdann begab er sich 1247. (demTodesjahre Pierin's del Vaga) nach Rom , daßer also nicht, wie einige behaupten, dessen Schü-ler seyn konnte. Hier führte er schon als dreyund zwanzigjähriger Jüngling, in der Kirche desH. Ludwigs der Franzosen , MehrereS, wetteiferndmit Jcopin del Cvnke und Hier. Siciolante vonSermoneta , aus, und ließ diese weit hinter sichzurück. Auch trieb ihn dort sein natürliches Ta-lent zum Studium der Architektur; andere sagen,seine Bescheidenheit, da ihn nämlich eines TagsOktav. Mascherino vor der Porte Portese traf,ganz in Verzweiflung je in der Malerey etwasVorzügliches zu leisten, und entschlossen, sich — aus-zuhungern , jener aber es ihm (wie Milizia glaubt,unschwer) ausreden konnte — kein derley Spek-takel zu machen (non kars 8 l solenne minclno-neris), sondern eben, sich auf die Baukunst zulegen. Wie ihn hierauf sein Gönner, der noch-malige Kardinal Joh. Poggi, nach Bologna sandte,um in seinem Pallaste (jetzt dem Versammlungsorteder Akademia Clementina) die Geschichte des Ulys-ses zu malen, wo eines dieser Bilder von derHand des M. Angelo zu seyn scheint; wie er füreben diesen Prälaten die Kapelle St. Jacobs desAugustiners baute, und hernach auch mit seinemPinsel schmückte; wie diese Bilder den Carracci zurSchule dienten, die ihn den verbesserten Buo-narori nannten; wie ihn ferner der Kardinald'Augusta gebraucht, um eine Kavelle zu Lorettosowohl mit seinen Gemälden als mit Srukkatur-arbeit auszuzieren; was er zu Ankona in verschie-denen Kirchen, und vornehmlich in der großenLoggia der dortigen Kaufleute malte; wie, nament-lich auch in diesen Revieren, seine Thätigkeit sichauf die manngfaltigsten Unternehmungen verbrei-tete, und er dort z. D. mehrere Wecke der Kriegs,baukunst ausführte, findet man in der eigentlichenKunstgeschichte. In 1262. berief ihn der H. CarlBorromaus nach Pavia , um den Plan für denBau des Pallastes della Sapienza zu entwerfen,zu welchem er in 1B64. wirklich den Grund legte.In Mailand verbesserte er den erzbischöflichen Pal-last und erbaute i 56 g. den berühmten Tempeldes St. Fedclus, was ihm dann (nebst Lobeser-hebungen von allen Seiten) 1670. die Stelle einesersten Architekten an dem dangen Dom erwarb,dessen Inneres er gänzlich umänderte, und sichfreylich damit auch manchen begründeten und un-begründeten Vorwurf (von M Bassi in seinen

Oispsreri In msteria ä'Arcüicetrura e ?rospet-tiva besonders) zuzoa- Mitlerweile wurde seinName täglich berühmter, und trug man ihm,neben Anderm, die Besorgung der Feierlichkeitenauf, welche bey dem Lcichenbegängniß der Ge-mahlin Philipp II. i 58 i. zu Mailand angestelltwurden, und wovon er (4°. ILI>lano 58 i.) selbstdie Beschreibung gab. Jetzt erhielt er den Auf-trag , den Plan zu der ungeheuern Baute des Es-kurials in Spanien zu entwerfen , ging in 1286.selbst dahin und blieb daselbst an die neun Jahre,wo er mit allgemeinem Beyfall, als Architekt,als Maler und Plastiker, eine große Arbeit nachder andern föderte, und namentlich F. Zucchero'sfade Maschinerien seinen geistreichen Werken wei-chen mußten. (Ueber alle dies sehe man be,sonders des Fra Siguenca Historia cle la OräanÜe8.6oronimo ll. I'om.iu Lol. blsärlil 600-601.)Philipp überhäufte ihn mit Reichthum und Ehre;dennoch ging er nach Mailand zurück und beschloßdort in hohem Alter (unter mancherley Angabenam Wahrscheinlichsten 1291.) leine Tage. Fio-rillo II. 486—94. und die dortige genaue Litte-ratur über unsern Künstler. Seine Werke im Jn-Esssss