Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1062
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ro6r Perrette.

von diesen perrer's angeführt: Nach M. P. d'A-lcsig Ungenanntes; nach I. Breughel das ehebrcrchersche Weib; nach P. Breughel eine Geburt;nach I. Speccard die Keuschheit Josephs; einBlatt aus sieben, welche das Leben der H. Jung-frau enthalten, und ein anderes: Die Malereynach Otto von Been: Die von Genien umgebeneWeisheit; dann die Statuen von Laocoon, denBrunn des Silens und einen Fechter mit dergeflügelten Bildsäule (des Siegs?) in der Hand,diese alle von i 58 i. datirt, aus Duchetti's Ver-lag ; endlich die, schon im Lex. bemerkten 14. Thier-fabeln, welche aber anderwerts das Datum vontragen.

perrette, s. pererre.

perrey (N.). Von einem uns sonst ganz un-bekannnten Kupferstecher dieses Namens wirdirgendwo ein von i 65 o. datirtcs Bildniß des Arz-tes M A. Scverinus, ohne Namen des Malersangeführt.

perricaud (Gabriel), s. oben perrenor.

* perrier (Franz). Rost VII. 68. setzt seineGeburt ausdrücklich in 1590 und Basan seinenTod in 1660. andere gar in 66- an. Bey wemer den ersten Unterricht im Zeichnen erhalten, istunbekannt. Von ihm, als Maler, heißt es beyde Fonrenai: „In Lanfranco's Schule bildeteer sich einen Geschmack in der Zeichnung, undüberhaupt eine Manier, welche ihm die Achtungaller Kenner erworben hat. Seine Compositionist natürlich und wohl überdacht. Die Landschaftbehandelte er im Geschmacke des Carracci - Ein-zig wirft man ihm einige Fehler in Absicht aufCorrection, und ein allzu schwarzes Colorit vor,und daß er in seine Köpfe zu wenig Anmuth zulegen wußte." Merklich ungünstiger beurtheilt ihn(öaulr de St. Germain (S. 20-32,). „Di<>Art Sorglosigkeit" cheißt es dort), »welche dieserKünstler mit sich auf die Welt brachte, hatte Ein-fluß auf seine ganze Existenz, die er immerfort inUnglück und Armuth verlebte, und eben so aufseine Werke, die das Gepräge seiner schlechtenErziehung tragen. Ueberall weisen diese eine un-richtige Zeichnung, gemeinen Charakter in denKöpfen, und ein Gemische von großen und tri-vialen Ideen dar. Selbst seine Composition kün-digt die stete Verwirrung seines ungeregelten Gei-stes an. Mit alle dem. steht man von ihm bis-weilen Werke, die von einer Starke der Seelezeugen, welche der edelsten Gedanken empfänglichwar. So z. B. in seinem Tode des Cicero , inder Galerie Giustiniani zu Rom . Auch in St.Peter zu Perugia sieht man einen Tod Samsons,mit schöner Architektur staffjrt, welcher ihm zu-geeignet wird. Seine vornehmsten Arbeiten inFrankreich dann findet man in der. Karthause zuLyon, welche schon das Lex. bemerkt. Zu PariS den dort ebenfalls angeführten, späterhin gutresiau-rirtcn, Plafond im Hotel von Toulouse , undMchreres in der Kirche der Visirationstöchter.Der König besaß von ihm ein einziges Gemälde:Die Fabel von Acis und Galathea Er war Pro-fessor der Akademie. Nach Rom ging er zumzweytenmaj i 6 Z 5 . und damals war es, wo erden größten Theil seiner antiken Statüen undBasreliefs gab, deren Charakteristik im Lex. wohlihren guten Grund hat. Auch bey wareler beißtes von seinen Figuren: »Er gab bloß die Stel-lung und Bewegung derselben zu erkennen. Zeich-nung und Ausdruck sucht man vergebens darin."Ganz artig weißt dann freylich de Fonrenaiihre Gebrechen zu beschönen, wenn er davon sagt:»Er kehrte sich dabey nicht an reguläre Schraf-firung, welche die Ilnbeweglichkcit und Härte desMarmors ausdrückt, sondeiu wußte mit seinerkühnen und geschickt nachläßigen Nadel seinem

Perrier.

Gegenstände alle Gelenkigkeit und Geschmack desNatürlichen zu geben." Die Titel dieser Samm-lungen giebt Fiorillo III. 121—22. wie folgt,an: Ktatuse sntigure centum, eüenre xhr-»rer sol. 638 . — (Dieß wird wohl die bessereAusgabe von Rom seyn). Dann eine neuere,von van Dalen besorgt, kol. Amsterll. 702.(Vielleicht diejenige, welche, nach einem unsererVerzeichnisse 53 . Bl. hat). — /Girier Iconeset 8e^menta lllustrium e msrmore tsbulurum,yuse Komse — aäünc exstsnt, kol. kom 645.(schon darum bemerkenswerlh, weil sie uns beleh-ret , was gegenwärtig dort nicht mehr ersichtlichist). Rost giebt dieser Blätter, in Querfol 5 o.an. Anderwerts werden vollends 54 - genannt. —

klAures sntchues, clesslneo.s a liome pur/'errier. 8°. Paris s. a. 20. Bl. Außer diesemwerden, nach Rost I. c. 69-70. vornehmlich vonihm geschätzt: Die 10 Dreyecke und Lunetten inKlein-Farnese, nach Raphael cwelche nachwertsauch Dorigny gestochen), nebst dem dabey ange-brachten Blumen- und Laubwerk von I. da Udine (Her necke Aachr. II. 355 . sagt gerade umge-kehrt: Ohne diese Verzierungen); die Götterver-sammlung , das Göttermal und Psyche's Hochzeit,ebendaselbst, nach Ebendemselben (diese unter demNamen Paria) ; Flor. Ie Eomre nennt aucheine Folge von 14. sitzenden Tugenden, ebenfallsnach Raphael, welche aber, wie Heinecke l. c.meint, auch nach Primaticcio seyn könnten. 'Nochführt letzterer von ihm ( 1 . 421.) eine Staküe Da-vids nach Buonaroti an. Dann die letzte Com-munion von St. Hieronymus nach August Carrracci , welche Lanfranco von unserm Künstlerätzen ließ, und dann durch ganz Europa sandle,um dem Dominichino, der bekanntlich deniclbenGegenstand so unübertreflich darstellte — die Einest(Wer kann sich des Lachens enthalten?) sagen jzu nutzen, die Andern, zu schaden. Sicher gilt dasletztere*). Ferner die Geburt Christi ngch S Vouet;und eben dieses Künstlers kernhaft geatztes Bildniß.Nach Gandellim (welcher überhaupt von per-riers Arbeiten eine gute Litteratur giebt) hätte esungefähr im Geschmacke von P. S- Bartoli gear-'bettet, der ihm aber (wie hinwieder Rost gründlichbemerkt) in Absicht auf Richtigkeit der Zeichnungweit vorzuziehen ist. In Frankreich war er, eben-falls nach GandeUini, der erste, der, nach HugoCarpi's Weise, in Helldunkel arbeitete; und nachRost wurden diese Blatter von ihm allen übrigenvorgezogen. Aber sonderbar, nur ein einzigessolches wird (und zugleich als sein Hauptblatt)ausdrücklich genannt: Die Zeit, welche Amorndie Flügel beschneidet: Omina vincst amor, vin-cst mox tempus amorem (traurige Wahrheit,die der Kauz mehr als Eine Römerin mochte ge-lehrt haben!). Einige jedoch führen auch Antike»an. Sonst gehören noch zu den Blattern von seineseigenen Erfindung: Eine H. Familie, wo dasKind mit einem Lamme spielt; Flucht in Egyp-ten; Maria am Fuß des Kreuzes; EnthauptungSt. Johannis; St. Rochus heilt die Pestkranken;der Körper des Sc. Sebastians von zwey H.Frauen gehalten, Enge! bringen ihm die Palmeund Krone; Venus mit Amorinen und Grazien,,in der Mitte von Tritonen. Hinwieder haben nachihm gearbeitet: C> Bloemart die Statüe des Her-kules Farnese; F. Bourlicr Moses aus dem Nilgerettet; I. Couvay, G Rousselet und W. Per,rier uns Unbekanntes. Ob es ebenfalls nach un-serm perrier, oder einem andern Künstler diesesNamens sey, daß in neuern Tagen Holzmannzu Dresden einen St. Hieronymus in Aguatinlafür 8. Gr. geliefert hat, ist uns unbekannt. S,Meus Arch. I. 3 . -70.

* perrier (Wilhelm). Derselbe war eben-falls Maler und Stecher. In letzterer Eigenschaftarbeitete er nach seinem Oheim.

2) Heydenreich, in seiner Uebersetznng des Wörterbuchs von LVatelet und l'Evesque so: »Er hatte sstisemcn Meister die Gefälligkeit» das Abendmal des St. Jereinia» nach A- Larraccio zu stechen, welchesLanfranco dem Stiche des Domlnicho entgegenstellen wollte." So viel Worte, fo viel Unsinn.