Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1087
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Piajzo.

zu München (nebst mehrern Gattungsköpfen) Jo-hann Baptist jn dek Wüste, und St. HieronymuSin der Einsamkeit (kleine Figuren); SalzchalumMeleager und Atalanta. Zu Frankfurt am Maynsah man einst von ihm die Himmelfahrt, ein gros-ses Altarblatt, jetzt zu Paris . Verschiedene seinerunvollendeten Werke wurden von seinen Schülern,I. Angeli, O. Maggiocto, auch von dem Deut-schen H. Tischbein ausgeführt. Gestochen und ge-schabt nach ihm haben: I. Alessandri, A. Baratti,

F. Bartolozzi, F. Berardi, Brookshau, I. Ca-merata, A. Capellan, I. Cattini, Fromiller, I.

G. und I. L.'Haiü, F.L.Jungwierth, P. A. Kil,lian, P. Mazilli, P. Monaco, M. Pelli, I M.Pitteri (besonders viel), de Reinsberger, A.Roff«,P. Scataglia, M. Schedle, Tiepolo (ohne Na-men), Th. Viero, I. Volpato, Zucchi, und Unge-nannte: Theils Bildnisse und Charakterköpfe,theils Geschichte. Unter den Bildnissen nahmendie beyden lebensgroßen, sein eigenes und Pitte-ri's, und eben so des Dichters Goldoni, alle vonpirreri, sich ganz besonders aus. Von Ge-schichtlichem nennen wir z. B. St. Philipp Neri ,ein Altarblatt in der Kirche dieses Namens zuVenedig , von Alessandri, und die drey Heiligenbey St. Domenic ebendaselbst von Bartolozzi (sel-ten); Gott der Vater von I. L. Haid, und Chri-stus am Kreuz von Pitteri (sehr schön); dann vonganzen Folgen: i 5 . Charakterköpfe, von Cattini;8. andre, von I. L. Haid geschabt; 20. andre,von Jungwierth; Christus, die H. Jungfrau unddie 12. Apostel (16. Bl.), von Ebendemselben; eineähnliche Folge (18. Bl.) von de Reinsberger; wie-der die 12. Apostel von Pitteri; 12. Phantasieköpfevon Viero; 8. kleine Blatter eines Officiums der

H. Jungfrau, von einem Ungenannten mit großer

Feinheit gestochen. Weltliches, Geschichtliches,unsers Wissens gar nichts. Von Gattungsstücken:Den Knaben mit der Birne, und die junge Bäu-rin, beyde von Pitteri, u. s. f. Lont. et

(Bey letzterm besonders die Blatter vonden weniger bekannten aus oben erwähnten Meistern.

piazzo (Joh. Baptist del), geb. zu Trient 1680. studirte die Bildhauerkunst; da er aber we-gen einer Mordthat sein Vaterland verlassen mußte,kam er 170Z. ins Veitlin, wo er sich haushablichniederließ. Seine Geschicklichkeit in Holz und Mar,mor zu arbeiten, ließ ihn niemals muffig. Er ver-fertigte für die Marienkirche zu Grossoto verschiedeneWunderwerke der H. Jungfrau; unter diesen vor-nehmlich dasjenige welches die Erbauung dieser Kir-che veranlaßte. Die vielen Figuren dieses Werkessind so zierlich und fleissig ausgearbeitet, daß sie vonWachs zu seyn scheinen. Noch kennt man von ihmeine Menge anderer Werke, Statuen sowohl als Bas-reliefs. Er arbeitete noch 1755. mit unermüdetemFleisse. 111 . 5 o 6 .

picage, s. Pigage.

p»can ( ), ein französischer Kupferstecher

neuester Zeit. Von ihm kennt man, neben Andern,:Die Vermählung der H. Catharina nach dem Bilddes Correggio im Louvre.

picardi (Franz), ein Bildhauer zu Florenz ,wird unter die Schüler von Johann da Bolognagezählt, /wco/i II. 441.

* picarr (Bernhard), fast allen Nachrichtenzufolge geb. 1670. und gest. 170Z. Anfangs Schü-ler seiner Vaters, machte er so schnelle Fortschritte,daß er schon in seinem Zwölften mit Brnedikt Ausdran (geb. 1661.) in den Wettlauf trat. Aus demUmgänge mit le Sueur, la Fosse, Jouvenet, u. a.hatte er vielen Unterricht geschöpft. Jn 171m ginger nach Holland . Von ihm heißt es theils beyWareler, theils bey Rost Vll. 276—78.: »Eingeschickter Zeichner und Stecher, so wohl wenner die Nadel allein gebrauchte, und dieselbe miteinem Theil des ihr eigenthümlichen Geists belebte,als wenn er sie mit dem Grabstichel verband. SeineBlätter im Kleinen , nach fernen eigenen Zeichnunr

Picart. 1087

gen, wurden denen von le Clerc (beynahe) gleichgehalten. Schon genoß er alles Ansehns in seinemVaterlande, als er sich mit seinem Vater in Am-sterdam niederließ, wo er fast allein für die Buch-händler arbeitete. Die holländischen Liebhaberverdarben sein Talent; ihr Geschmack neigte sichzum Kalten und Ausgefeilten; Bernard wollteihnen gefallen, und ward sich selbst unähnlich: Ergewann viel Geld und verlor darüber bey ächtenKünstlern die Achtung, die er sich durch frühereArbeiten erworben hatte. Ant Coypel scheint dasMuster zu seyn, das er sich bey seinen Composi,tionen wählte; er hatte den nämlichen Reichthum,aber auch denselben kleinlichen Ausdruck; dochtrieb er es im Geleckten nie so weit, als einige Neuere.Er war höchst arbeitsam, und ob er gleich vieleZeit auf seine ungemein ausgeführten Zeichnungenwandte, so blieb ihm doch noch genug zum Ste-chen übrig. Sein zahlreiches Werk wird noch ge-genwärtig sehr gesucht, und ist wegen der Man,nigfaltigkeit der Gegenstände ungemein unterhal-tend. Seine große Fertigkeit, die verschiedenenStichmanieren älterer Künstler gut genug nachzu-ahmen, erhellet am Beßren aus seinen bekanntenImpostures innocentes, welche, doch erst nachseinem Tode (1788.) in 7«. Blättern, gesammelt,erschienen waren, und womit er im Einzelnen,früherhin, mehr als Einen — Halbkenner getauschthatte. Dort befindet sich auch, nebst einer histo-rischen Lobrede auf ihn, das vollständigste Ver-zeichniß seiner Werte, (0. h alle besten , was vonihm und nach ihm, oder sonst unter feiner Auf-sicht, wie j. B. von seinem geschickten Schüler

I. van der Schley, gestochen worden), sowohlsystematisch, als nach den Jahren geordnet von1688. bis und mit an sein Todesjahr. Das Mo-nogramm auf einigen seiner Blatter befindet sichbey Malpe. Als sein historisches Hauptdlatt,nach eigener Zeichnung, wird die große Com-position seines KrndersmordeS, und für ein (we-nig bekanntes) vorzügliches nach andern Meisternsein Darms, der das Grab der Königin Nirokrisöffnen laßt, nach le Sueur genannt, und in Ab-sicht auf das crstre, für Kunstmikrologen die Ver-schiedenheit bemerkt, daß in de» einen Abdrücken,Herodes mit, in andern ohne — Krone erscheint.Unsers Ermessens indessen bleiben, als das größteDenkmal seiner Kunst und seines Fleißes, diegroßentheils von ihm gezeichneten, und unter sei-ner Leitung gestochenen 131 Blatter zu den fünfBänden seiner Leremonics er Ooutumcs etc.wovon besonders diejenigen der Juden, in ihrerArt nie erreichte Meisterstücke sind. Was von dererst kürzlich in Paris erschienenen neuen Ausgabedieses Werks zu halten sey, möchten wir nichtbloß vom Verleger, sondern auch von Kennerneigentlich erfahren; da uns nämlich der crstre(fast unglaublich zu hören!) versicherte: Daßer nach langen Versuchen, vermittelst —^che-mischer Agentien die Platten so hergestellt hätte,daß, ohne im mindesten den Geist des Stichs zuverändern, die Abdrücke fo kraftvoll ausfielen, daßsie, in jeder Hinsicht (?- mit den beßlen der erstenAusgabe die Vergleichung aushielten, und frey-lich auch ein BerichtSerstattcr im Journal deParis solches zu bestätigen versuchte. Von einzelnenBlättern führtFüßli von ihm ( 11 .172—75 )eine Ve-nus von den Grazien geschmückt, und Diana undCallisto, beyde nach H. Carracci für die Galerie Orlr-anö, dann (lll. 12Z. 12b. u. 127.) drey Blatter nachRubens f. d. Galerie von Luxenburg : Den erwünsch-ten Anfang der Regentschaft der Königin, dieGlückseligkeit dieser Regentschaft, und den wirk,lich geschlossenen Frieden, an; dann der Cata-lvg von Brandes, als schön und selten, z. B.Monument en memoire üs la Lolie incro-^able äe la vin^tieme »rmee üu XV 1 I 1 . 8re-cle: 1» ilue cls (luinguenpoix. t)ous. Qau-ite/üm. Dort wird das Für und Wider die Der,dienste unsers Künstlers sehr unbefangen dargelegt,wo es heißt: »Seine so lange allgemein bewun-derten zahllosen Blatter, denen es freylich weder