Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1088
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logg Picart.

an guter, sinnreicher, oft edler Erfindung, nochan anmuthiger, oft schöner Ausführung mangelte,sind indessen weder mit der wunderschönen Leich-tigkeit (neglixenris) des St. della Bella, noch mitder geistreichen Nadel von le Clerc, noch mit derlustigen malerschen von Gillot zu vergleichen. Dieswar GandeHinl's (wohl ganz richtiges) Urtheil.Dann aber fährt er weiter fort: „Uebrigens istes billig, auch die Meinung andrer Kunsirichteranzuführen, welche vörderst glauben: Daß die Hol-länder eine bessere Art zu stechen vornehmlich un-serm Bernard (?) zu verdanken haben. Voneinem geschickten Vater, und noch mehr von denschönen Denkmälern der Alten unterrichtet, nachwelchen er in Italien gezeichnet hatte, studirte ermit größter Genauheit die Heidnische Mythologieund das Costum alter und neuer Völker, las mitGeschmack die beßten Dichter, und belehrte sichgründlich von Allem, was ein Maler von Optick,Anatomie, u. s. f. wissen muß. Mit diesen Stu-dien vereinte er eben sowohl eine seltene Treu, dieNatur darzustellen, wie sie ist, als die Geschicklich-keit, sie noch zu verschönern. Seine fruchtbareund graziöse Einbildungskraft spricht bald ausallen seinen Arbeiten, denen er die größte Man-nigfaltigkeit zu geben, und so oA (wie ;. B. beyseinen Thesen) dieselben Gegenstände darzustellenwußte, ohne sich je selbst zu copiren. Die Aus-führung dann betreffend, schien das Metall unterseinem Grabstichel ordentlich weicher zu werden.In seiner Manier fand sich nicht selten die Lieb,lichkeit von Tuschzeichnungen", u. s. s. Was die-ses letzter zumal sagen soll, ist für uns ganz un,verständlich ; und das übrige gleich angeführte Lobunsers Künstlers bedürfte wenigstens, um gründ-lich zu seyn, einer sehr strengen Sichtung. — Nachfeiner Zeichnung, und zum Theil von ihm selbst gesto-chen, erschienen erst nach seinem Tode: les ?einturesste Lbarles le 6run et ci'Lustacke le 8ueur, gulsollt stans l'Rotel llu Lkatelet, ^r. kol. karis 740.

picarr (Franz). Von einem uns sonst ganzunbekannten Stecher dieses Namens findet sich einBildniß des Schriftstellers I. le Royer de Prade.

— — (Johann und Jacob). Von Johannkennt man eine Menge Bildnisse und Blätter ausder Zeitgeschichte, welche meist zwischen 1622. und67. datirt, und ohne einen andern Namen als denseinigen sind. Dergleichen führt ein Verzeichnismeines sel. Vaters an die 40. an. Hinwieder nenntder Catalog von Brandes von Jacob ein Blatt:les principsux Qocteurs <le l'Orrlre 8 srspkiyueen ciny compsrtimens avec In Vierte, etc.

* — — oder Pickarr (I.). Derselbe hießvielmehr perer, und ist vermuthlich derjenige,der für Czaar Peter I. verschiedene große Plat-ten, welche Aussichten von St. Petersburg unddortiger Gegenden, lustige Festine, dann die Schlachtvon Pultawa u. s. f. gestochen hat. Nach Pe-tersburg kam er um 2697.

* — — (Peter), s. den gleich vorhergehendenArtikel.

* — — (Stephan), genannt der Römer.Nach Einigen, gab er sich dieses Epithet, um nichtmit einem schlechten Stecher gleichen Namens(Johann oder Jacob) verwechselt zu werden. Nachfeiner Rückkehr ins Vaterland legte er mit andernberühmten Künstlern den Grund zu dem berühm-ten: Labinet stu ko^. „picart", (heißt es beywareler) »hat, theils in der Manier von Poillygestochen, andremale dann Blatter geliefert, in wel-chen die Nadel vorherrschend ist, kann aber inbeyden Gattungen nicht unter die vorzüglichstenKünstler gezahlt zu werden; und sehr muß er sich szu Schulden kommen lassen nach Correggiv, d. h.nach dem harmoniereichsten Maler aller Zeiten ineiner trockenen, harten und unharmonischen Ma-nier gestochen zu haben" Doch eben diese Härtewird von Andern für Festigkeit geachtet, und sindseine Blatter deswegen von Vielen noch immer

Pieault.

gesucht. Rost VII. 273—76. Dort werden einZo, in einem Verzeichnis meines sel. Vaters hin-gegen an die 120. derselben angeführt; darunterüber die Hälfte Bildnisse meist angesehener geistli,cher und weltlicher Personen seines Landes undseiner Zeit; eines (des Cardinals P. Gondy vonNetz) im Geschmacke von Melan. Von Geschicht-lichem dann nach Albani, Allegri, le Brun, A.Camassei, H. Carracci , C. Ceflo, F. Chiari, I.

B. Corneille, G. Courtois, N. Coypel, Vandyck,

C. Fern, Jouvenet, Lanfranco, Maratti, B.Marcy, I. Miel, I. Palma dem Alten, N. Poussin,G- Reni, F. Romanelli, R. Sanzio, le Sueur,Zampieri; gemeinschaftlich mit E. Bandet, G.Edelink, I. le Pautre und F. Chauveau, nach derZeichnung des letztem, die Grotte von Versailles in 20. Bl- (1679 ); und endlich nach eigener Er-findung allerley Französich-Geschichtliches, für ir-gend ein uns unbekanntes historisches Werk. Unterden einzelnen historischen Blättern nennen wir hier,als nach großen Meistern, besonders: Ein Ecce Ho-mo nach Albani (auch von Füßli II. 264. als schöngenannt); die Verlobung von St. Catharina, dieüber das Laster siegende heroische Tugend und dasBildniß des sinnlichen Menschen, alle drey nachAllegri, (die beyden erstem aus der königl. franz«Sammlung, nennt ebenfalls Füßli II. 66. u. 67.);St. Johann aufPathmos, die Steinigung Stephani(ohne Namen des Stechers), die Marter von St.Andreas, und die Schlacht des Porus auf dreyBlattern, alle nach le Brun; die Geburt, nachCamassei; das (oft gestochene) Silentium, nachCarracci; den Abschied von Petrus und Paulus ,die zur Marter geführt werden, nach Lanfranco,aus der königl. franz. Sammlung (Fußli II. 3Z7.);eine H. Familie in acht Figuren, nach Palma ,aus der nämlichen Sammlung (Füßl, III. i 55 .);die Pest der Philister, eine Geburt Christi, die ar-kadischen Hirten, die Nymphe an der Quelle unddie Ziege Amalchea, alle fünfe nach Poussin ; eineGeburt der H. Jungfrau, (aus der päpstl. Qui-rinalkapelle) nach Reni, (dieß Blatt nennt auchMßli II. 20Z ); einen tropf aus dem Heliodor,nach Raphael; das Eins ist nothwendig, eineGrablegung, das dloli me taubere, St. Paulläßt die Zauberbücher der Epheser verbrennen, unddie Marter der HH. Gervasius und Protasius,alle fünfe nach le Sueur; eine Madonna: l.retusOkriste rosas, die St. Cäcilia, welche mit Gesangund Saitenspi'el Gott lobpreiset, aus der königl.franz. Sammlung (nennt auch Füßli II. 283.),und ein Conzert, alle drey nach Zampieri. Einebesonders gute Litteratur von mehrem seiner undseines Sohns Blättern s. bey Gandellrni. Hin-wieder hat nach ihm sein Sohn Bernard sein Bild-niß gestochen.

picault (Marc), vermuthlich ein Pariser.Von ihm sah der H. von Berlepsch (der die ge-genwärtigen Suplemente mit den reichsten Bey-trägen beehret hat), irgendwo e-n Meßbuch, wel-ches derselbe in i 53 u. für den französischen Prin-zen Carl auf Pergament geschrieben, und mit sehrschönen Miniaturen geziert hatte An der Spitzesteht er selbst abgebildet, wie er dem Prinzen seinWerk überreicht.

* — — (Peter), geb. zu Dlois 1680. (Ba-sen, Lli. sec. sagt, Wohl irrig, zu Paris ). LeBrun's Schlachten Alexanders, welche er nachdenen von G. Audran um die Hälfte kleiner copirte,ließen viel von seinen Talenten hoffen, als er inder Blüthe seines Alters (r/ii.) zu Paris starb.Er hat Bildnisse und Geschichte gestochen, und be-zeichnete seine Blätter gewöhnlich mit: ?. kicaultLlesensis. Zu den letztern gehört noch ein Kreu-jifix mit Maria Magdalena auf den Knieen, eben-falls nach le Brun; zu den Bildnissen eines desCanonicus k. Frotte nach Tortebat; mehrere ohneNamen des Malers. Auch soll er nach S- leClerc gearbeitet haben. Rost VIII. Zi. ^c.

* — — ( ), der Gemälde - Restaurator.