log« Pierre.
aber einige Liebhaber, vorzüglich de Julienne,Dumont le Romain und der Juwelier l'Empereur,ein Freund seines Vaters, aufmunterten, so wid-mete er sich ganz der Kunst und begab sich in dieSchule von Natoire . Hierauf wurde er Königl.Pensionnair und ging nach Rom , wo ihn derdamalige Direktor der Akademie, de Troy, liebe-voll aufnahm und unterstützte. Allein er arbeiteteviel zu flüchtig, und vernachläßigte das strenge Stu-dium der ersten Grundsätze. Als man ihn nachseiner Rückkehr zum Lehrer ernannt hatte, stellteer 17 j8. einige Proben seines Pinsels öffentlichaus, welche aber selbst bey dem großen Publikumwenig Beyfall fanden. Dessen ungeachtet wurdePierre (der nach Coypel's Tode bereits den Titeleines ersten Malers des Herzogs von Orleanserhalten) nun vollends, nach Bouchers Tode,zum ersten Maler des Königes ernannt, und in1777. erhielt er gar das Direktoral der Akademieund (nach Basan schon 1762.) den Orden St.Michael, und wußte es dahin zu bringen, daßjenes, welches sonst unter den Mitgliedern um,ging, lebenslang auf ihm, in der Eigenschafteines ersten Malers, ruhen blieb. Dabey drückteer seine Collegen, zog verkannte Talente nicht her-vor, und setzte oft die brauchbarsten Männer zu-rück. Daher konnte die Akademie, mehrerer an-derer Verbesserungen ungeachtet, die man währendseines Amtes machte, nie keine ausgezeichnetenFrüchte tragen. Er starb zu Paris 1789. Jour-nal General äs krause 178g. 76. P. 019.
Namhaft günstiger als viele Andere urtheilenüber ihnwareler und l'Evesque. „Seine glück-lichen äußern Umstände" (heißt es dort) „hieltenihn ab, mit dem Eifer zu studiren, den hingegendie Noth erzeugt; dabey hatte er von der Natureine verführerische Leichtigkeit empfangen, bey derman so bald anhaltende Arbeit vernachläßigt, wel-che durch jene doch nie vollkommen ersetzt wird.Bey seiner Rückkehr aus Rom erschien er mitvielem Glänze, und ward damals mit Recht un-ter die beßten lebenden Maler gezählt. Sein Pla-fond zu St. Roch schien ihn über seine Zeitge-nossen zu erheben, weil keiner von diesen ein sogroßes ( 5 lV in dem einen und 48^ in dem andernDiameter haltendes) Kunstwerk ausgeführt hatte.Alsdann ward sein Ruf auch von weniger beträcht-lichen Arbeiten unterstützt. Man sah darin Fer-tigkeit, eine» ziemlich guten Charakter der Zeich-nung, einen Styl dem es nicht an Adel fehlt,eine gute Manier in der Ausführung — eine Farbeendlich, die weder besser noch schlechter war, alsdiejenige seiner Nebenbuhler — kurz alle das, wasman von der französischbn Schule seiner Zeit nurverlangen mochte — und fuhr also fort, ihn lob-zupreisen. Bey zunehmendem Alter dann verließer den Pinsel so gut als gänzlich und malte schonlange nicht mehr, als er erster Königl. Maler undDirektor der Akademie ward. In dieser Stellezog er sich (freylich nicht ohne Grund) Feinde zu,die ihn allmahlig um seinen Ruf brachten. DieWahrheit ist, daß wenn man ihn auch nicht unterdie großen Meister zählen darf, wenn er auchsogar namhafte Gebrechen hat, er doch immer einKünstler von vielem Verdienste war. Dabey hatteer edle Manieren, Geist, und einen hinlänglichenFirniß von Wissenschaften". Die Kirche St. Ger-main de Pros bewahrt vorzüglich zwey Bildervon ihm: St. Peter der einen Lahmen heilt, undden Tod des Herodes. In beyden (bald nachseiner Heimkunft von Rom verfertigt) bemerkt mandie Grundsätze von de Troy und einige Reminis-zenzen aus Italien . Ferner verdienen von ihm ge-nannnt zu werden: Ein St. Franzisc im Gebetin der Kirche St. Sulpice (was warelet undl'Evesqueein Bild von schöner Simplicität heißt),die Kuppel in der Madonnakapelle von St. Roch(Gaulr de Sr Germain S. 259. nennt dieseebenfalls ein Fragment seines, jetzt in das tiefsteDunkel versunkenen, ehemaligen Ruhms), Eini-ges für die Gobelinsfabrik, und zuletzt ein fürFriedrich II. (der von achter Kunst eben ein sehr
Pierre ts.
dürftiger Kenner war) gemaltes großes Bild: DasUrtheil des Paris , das übrigens von Oester reich (Beschreibung von Ganssoucy u. s. f.S. 44 -) nicht wenig gerühmt wird. Gestochennach ihm kennt ein Verzeichniß meines sel. Vatersüber 5 o. Blätter von: l'Ärmessin, Baudouin, Car-mona, Chedel, P. Chcnu, C. N. Cochin, I.Daulle, Demarteau, Delaunay, N. Dupuis,L. l'Empereur, I Enzesberger, P. C- l'Evesque,St. Fessard, Fran<;ois, Gilbcrg, Marchand,Marteau, Ouvrier , Pariseau, Pelletier, I. M.Preißler, Mad- Ronferay, P. Subleyras, Mä-kelet; also guten Theils von den gelobtesten Mei-stern seiner Zeit. Von Bildnissen ein einziges:Mad. de Chantrie. Desto mehr Historisches undMythologisches. Don seinen oben erwähntenHauptbildern indessen wird allein: St. Fran-zisc im Gebet, von Dupuis genannt. SchöneBlätter dann heißt der Katalog von Brandes:Eine Geburt von Carmona; die Einsiedler vonChedel; Leda und Endymion, beyde von Delau-nay; Bacchus und Ariadne , einen Europa -Raub,die Echmiedte des Vulkans und ein Pansopfer,alle von l'Empereur; Venus und Amor von Eves-que; den Raub des Ganymedes und ein Baccha-nal von I. M. Preißler. Von, meist galantenGattungsblärtern dann die Menge, von welchenerwähnter Katalog ebenfalls mehrere, wie z. B.die Blendlaterne von Daulle, den Eid des Hirtenvon Empereur ; den verliebten Savojard und dieSavojardin in ihrer Familie, beyde von l'Ärmessinschön nennt; so wie andere dann eben nicht sehr er-baulich sind; wie z. B. Homms coucüs er en-äormi, 9u'une)eune tllle nus äscouvrs, und:5eune stlle uns, ä gui on säministre le baptems,beyde von Watelet, dem er hinwieder den Gegen-dienst leistete, zu dessen Gedicht: ^rräe peinäre.die Zierathen zu zeichnen. Als von ihm selbst ge-ätzt werden genannt: St Carl Borromaus , derdieCommunion ertheilt, ein Dorffest und der Hirte(a. K. der galante Gärtner), ein von Heinecteunserm Künstler zugeschriebenes schönes Blatt.Ferner (nach Basan) einige große Köpfe u. a.nach Studien, die er in Italien gemacht; Meh-reres aus la Fontaine's Erzählungen nach Snb-leyras u. s. f.
Pierre (Joseph Saint-) erscheint 1746. alsFürstl. Brandend. Culmbachischer Hofbauinspcktorzu Bayreuth . Adreßk.
— — (Niklaus Benjamin de la). So heißtbey FioriHo (K. S. II. 58 . u. 67.) und beyBernouiUl IV. 1Z0. ein französischer Bildnißma-ler, der um 1770. zu St. Petersburg gearbeitethabe, Mitglied der dortigen Akademie war, undaber nach einiger Zeit wieder nach Paris zurück-gekehrt sey. Fiorillo zählt ihn unter die bessernKünstler seiner Gattung.
— — (de la), Direktor der Zeichnungsschulezu Neuschatel. Von ihm sah' man auf dem Zürchcr-Salon 1807. zwey schön geleckte Zeichnungen inschwarzer Kreide: Mi« cüanrse pur 4. 4, Rous seau , und Lmile ä'Outremer age äs huatremors, mort en 1806.
— 7- (, ). Ein solcher gab 1809. zu
Paris ein Ntieatre plttoresgue st meshanigusvon Ansichten merkwürdiger Land- und Ortsge-genden, deren schöne Wirkung man rühmte. DasMechanische und Artistische derselben ist uns un-bekannt. Dieß Schauspiel wurde täglich, Abendsum 7. 7 -r Uhr gegeben, und im Verzeichniß allerübrigen Schauspiele in den Blättern angekündigt.
pierres (Anton), wird bey Fiorillo IV.189. unter diejenigen spanischen Glasmaler desXVII. Jahrh, gezählt, die sich mehr, alte zer-brochene Fenster zu repariren, als neue zu malen,beschäftigten.
* pievrers (Anton). Neben dem im Lex.Bemerkten kennt man noch von ihm: I.ivre äe