Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1110
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Pironi.

ptroni (Franz), ein Jesuit und geschickterKupferstecher zu Rom um 1V72. kam in den Ruf,er habe, auf Anstiften des P. >a Chaise, desKaiser Leopolds Unterschrift fälschlich nachgr,macht. Akc.

(Johann), heißt bey FiorMs II. 25 .(im Register durch Druckfehler pirocci) , einSchüler des Mantegna .

Dlrovant oder perovani (Joseph). Soheißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Geschichts,waler von Drescia, der um 178s. zu Rom -ear-beitet habe.

Visa (von), s. pisano im Lex. sowohl alsin den gegenwärtigen Zusätzen.

pisan (Niclaus Franz), ein Maler aus derzweyten Halste des XV. oder der ersten des XVI.Jahrh, der in Dienste des Königs von Spanien trat und für denselben zwey Oratorien oder Altar-blätter mit Seitenflügeln malte, die noch gegen-wärtig im Real Alcazar zu Sevilla bewundert wer-den. /iorrllo IV. 6l.

* pisanell« (Loren;). Lang, II. 2. 61.nennt ihn, nebst Johann Seorali, seinen Mit-schüler von Baglioni, unter den ziemlich gutenPerspektivisten, die aber nicht bis zur Geschichts-malerey gelangen mochten.

* (Dincenz), auch Spisano und Spk-sanelll di Grro genannt, starb zu Bologna . LanziII. 2. 56 . nennt ihn lo. v. Spirans ), und sagtvon ihm: Er habe sich's zum Gesetz gemacht, kei-nen andern Styl, als seines Meisters Calvartnachzuahmen. Indessen kam er demselben wederan Gründlichkeit der Zeichnung noch an Wahrheitbey, und war so launigt und manierirt, als irgendEiner seiner Zeit. Auch das Colorit seiner Schulebehielt er nicht bey, sondern nahm ein bleyernesan, das (leider!) eben nicht mißfiel. Immerhinfind (was noch mehrern Nachahmern der Zuccheri und Cesari begegnete) seine Altartafeln zu Bologna weniger beliebt als seine Staffeleybilder, welchefich häufig in den Galerien befinden, und die ermit artigen Landschaften zu staffiern wußte.

pisani (Anton), s. sogleich den Art. Lima pisani.

* (Joh. Paul), s. den Art. Lwia Pi-sank im Lex. die nach ihm gestochen hat, so wieman hinwieder von ihm selbst einen Engel Ga-briel , der die H. Familie zur Flucht vermahnt,und die Flucht selber, ohne andern Namen alsden seinigen, kennt. 6a»lle//im.

(Joseph), ein in Diensten des Erz-herzogs Franz von Oestreich-Este stehender Bild-hauer, erhielt in i8>,8. durch Subscription den Auf-trag , dem am ii Nov. i 8 o 5 . bey Dürrensteinfür'S Vaterland gefallenen General-Lieutenant vonSchmilk ein Denkmal von Marmor zu errichten,welches in dem großen Hofe der In;enieur-Aka-bemie aufgestellt werden sollte. Deffenrl zJachr.

* (kivia). Ob sie oder obiger Joh.Paul, oder noch ein dritter dieses Namens (irgend-wo wird auch ein Anron genannt» eine: Uaccolt»sei busti sexli Imperssori komani etc. etc.seil» Osleria si kUenrie, und: l'-zra cl'-Zlceste.beydes nach C. Lasinio'S Zeichnung gestochen habe,ist uns unbekannt. E. unten auch perer pisano.

(Peter), s. oben Carl de Lafinio.

ptsano (Agnolo und Augustin), Bildhauer,werden in E- David'» Kectierckes sur 1'artStetumre als Schüler von Niclaus pisano, undzwar als solche genannt. die ihren Meister nochüberlroffen hätten. Ob ihrer auch im Lex. unterirgend einem andern Namen gedacht werde, habenwir zur Zeit noch nicht ausfindig gemacht.

(Tuonanno) So nennt Sismondi in -er nist. s«» 86z>ubl, lt»1i«mo. IV. 180. einen

Pisano.

Bildhauer von Pisa , der in ir8a. eine prächtige«Hern« Pforte für den dortigen Dom gegossen habe,die in 1696. durch Brand zu Grund gegangensey, und freylich denjenigen noch nicht zu verglei-chen war, weiche über ein Jahrhundert späterAndrea« pisano (den das Lex. unter dem Na-men Ugolino kennt, und der hier als Sohn vondem unten folgenden Niclaus genannt wird) fürdas Baptiflerium der St. Johannskirche zu Flo-renz verfertigt hatte.

* pisano (Johann). Lanzi I. 3 . nennt vonihm, statt (gleich dem Lex.) des Grabmals Bene-dikts XI. dasjenige Benedikts IX. zu Perugia ,und dann verschiedentliche Arbeit zu Neapel undin mehrern Städten von Toscana Als Baumei-ster wurde von ihm jener berühmte Gottesacker,Campo santo, zu Pisa angelegt, von welchem einst(nicht der geweihten Erde, die dazu aus Pallärstina gebracht wurde, sondern um seiner mannig-faltigen Verzierungen willen) die Königin Christina sagte: Man sollte es eher ein Museum nennen.Zu Neapel dann baute er, von Carl von Anjoudahin berufen, das Eastel nuovo und die KircheSanta Maria della nuova; nach seiner Rückkehrdie große Tribune des Doms zu Pisa , nebst soviel Andern, zu Siena, Arezzo, Orviero, Perugia und Pistoja, wovon zum Theil schon das Lex.spricht. Eine ausführliche Beschrewung des Camposanto sowohl, als des Doms zu Siena , dessenFa^ade ebenfalls sein Werk war, s. bey Milizia(L«i. terr. I 14547.). Warum eine Handschriftmeines sel Vaters unter der Rubrik dieses Kunst,lers ein Blatt: Die Fa>;ade der Kathedrale zuPisa Mit et Seneri sechs Kor-i exc.anführt, ist uns unbekannt. Nach Möhsen(Berl. Medaill. I- ivi.) hätten er und sein gleichfolgender Vater tdiclaus auch die Malerkunst ge-übt. Auch vasari will Johann zu einem Schü-ler von Giotto machen, doch, ohne ihn deswegeneinen Maler zu nennen, was aber Lanzi l 25 .schon mit der Chronologie für fast unverträglich,zu bestreiren sucht.

* (Niclaus). Derselbe (heißt es beyLanzi I 34 ) war unter den italienischen Künst-lern der erste, welcher Licht sah. In seiner Va-terstadt befanden sich einige antike Sarkophagen,namentlich einer von Beatrix, Mutter der GräfinMathildis, auf welchem, wie man glan'-t, dieJagd des Hypolithus vvrgellellt ist, der aus einerguten Schule kommen mochte; nach diesem Werkebildete er sich einen Styl, der sich, freylich nochin sehr gemessener Entfernung, dem ächten altennäherte; denn allerdings waren seine Zusammen-setzungen noch zu gehäuft, und seine noch so fleißigausgearbeiteten Figuren zu plump und ohne Aus-druck. Besser als sein auch im Lex. erwähnter1225 verfertigter Reliquienkasten zu Pisa , der ihmdoch den Namen rdicola dall Urna erwarb, warenseine beyden Abbildungen vom Dome zu Orvieto ,und die Kanzel in St. Johann zu Pisa (die manauch gestochen kem t), und welche immer beivei-sen, daß er in Zeichnung und Erfindung für seineZeit Epoche machte Als Baumeister dann war seineerste Arbeit das Dominikaner -Convenl und Kirchezu Bologna . Dieser folgten in seiner VaterstadtPisa eine Menge Bauten, die schon durch ihreDauerhaftigkeit auf dem dortigen losen und feuch-ten Boden von seiner Geschicklichkeit zeugen. Soz. B. nebst einigen Pallasten die Kirche Gt. Mi-chele und der Augustiner -Glockenthurm mit seinerSchneckenstiege auf welcher sich der Oberste undUnterste sehen kann. Dann sieht man von ihm zuPadua die große Kirche St. Antonio, zu Venedig dieder Minoritenbrüder. Auch zu Floren; waren Klo,ster und Kirche St. Trinira nach seiner Zeichnungerbaut; letztere so einfach und entblößt von allerOrdnungsverzierung, aber so majestätisch in ihrenEbenmaaßen, daß Michael Angelo sie nicht genugbetrachten konnte, und dieselbe leine Dame nannte.Eden so verschönerte er den Dom zu Volterra unddie Dominikaner,Kirche und Kloster zu Viterbo .