Dann, nach Neapel berufen, baute er dort eineKirche und prächtige Abtey auf der Ebne von Tag-liacozzo, zum Gedächtniß des von Carl I. vonAnjou über Conradin erfochknen entscheidendenSiegs. Einige schreiben ihm auch die in barokkemgothischem Styl aufgeführte Cathedraie von Nea-pel zu. Sein Todesjahr ist ungewißLil. ter-:. I. - 32 — 33 . Lanzi giebt solches umiL/ 5 . an.
pisano (Peter), s. Carl da Lasinio. Dortwerden ihm auch, wahrscheinlich richtiger, dieje-nigen Blatter zugeschrieben, welche oben, als zwei-felhaft, in dem Art. Lima pisani erscheinen.
* — — (Victor), pisanello genannt, ge-bürtig von St. Vigilio sul Lago im VeronesischenDistrikt Gardesano. Lanzi II. 17. setzt seine Blü-Ihezeit wohl irrig erst in die Mitte des X V. Jahr-hunderts; sagt er doch selbst, daß vasan sich be-trog , wenn er diesen Künstler zum Schüler desCastagno gemacht, da der Comkhur pozzo einHeiligenbild mit seiner Unterschrift und der Jahrs,zahl 1406. (gerade dem — Geburtsjahr seines be-haupteten Lehrers) besessen habe. Den nämlichenIrrthum, seinen Meister betreffend, wiederholtauch das Lex. mittlerweile es ihn richtiger schonzu Anfang des XV. Jahrhunderts arbeiten läßt.Ein späteres seiner Bilder dann ist mit i 43 o. be-zeichnet. Wer nun je sein Lehrer war, sobrachte er es freylich (sagt Lanzi I. c.) nicht,wie einige meynen, so weit, wie Masaccio ; aberimmerhin kam er ihm nahe bey. Alles, was manvon ihm zu Venedig und zu Rom sieht, zeigt denerfahrnen Künstler an Zu Verona ist wenig mehrvon ihm übrig; jener St. Eustachius , den va-sari bis in den Himmel erhebt, so wie eine Ver-kündigung zu St. Fermo, stnd von der Zeit aus-gelöscht. An letzterm Ort sieht man indessen nochvon ihm einen großen Pallast, so herrlich in Per-spektiv gebracht (cassmeuto cosi den rnesgc» inxrospettiva?), daß man erstaunen muß. Zu Pe-rugia hinwieder verwahrt die Sakristie St. Fran-ciscus einige kleine Bilder aus der Geschichte St.Bernardins, wie Miniaturen vollendet, aber sehrroh gefärbt, mit langen trocknen Figuren. ImLateran zu Nom malte er gemeinschaftlich mitGentile da Fabriano ( Fiorillo I. 76.) Dannkennen die Antiquare einige Medaillen - Stempel(Fürstenbildniffe) von ihm, welche, gleich seinenGemälden, ihm große Achtung erwarben, und voneinem Guarino, V. Strozza, Biondo u. a. sehrgelobt werden. /.a-rLi l. c. All' Obigem fügenwir noch ff. so eben handschriftlich erhaltene No-tizzen bey: Diesen zufolge wäre Victors Geburts-jahr in 1068. sein Tod in 1448 zu setzen. Dannheißt es weiter: „Das Gedicht des Guariniauf ihn, unter dem Namen pisanus, ist nachdem Zeugnisse des Biondi verloren gegangen;dagegen hat Titus Srrozzi, dessen Medailloner verfertigt hat, sein Lob in einer vortreflichenlateinischen Elegie besungen, vasari sagt falsch,daß pisani einige unvollendete Gemälde des La-stagno nach dessen Absterben ausgemalt hätte;denn dieser verfertigte i 4 ? 8 - zu Florenz noch Bil-der , wo pisani schon auf 3 o. Jahre todt war.Facius, der mit pisani zugleich lebte, sagt: Daßer die von Genrilis Fabriani angefangenen Ge-mälde der Kirche St- Johann im Laterane zu Rom nach dem Tode des Fabriani ausgemalt habe.vasari muß also den Fabriani mit dem Castagnoverwechselt haben, (so wie er es schon oben mitihm als Lehrmeister des pisani that). Victorwar zu seiner Zeit der geschickteste Künstler ineiner andern Gattung, da er nämlich, wie be-reits bemerkt worden, Schaumünzen, vorzüglichmit Bildnissen, modelliere, in Formen abdruckteund in Metall abgoß; denn damals machteman diese sehr groß und war doch noch nicht soweit vorgerückt um solche große Stempel schnei-den zu können. Sie sind theils in Bley, theilsin sogenanntes Metall gegossen, und zwar meistmit: Oxus/Äam ?ictoris bezeichnet. Mdkhsen
Pistoja. rtn
liefert ein figurirtes Verzeichniß aller seiner beykannten Schaumünzen, worunter man auch dieim Lex. unter pisanus angegebne, auf JohannPaleologus (I. 120. Nro. III.) findet. Um 1^29.oder 3o. goß er eine Medaille auf Pabst MartinV. Es war die Erste; und von dieser Zeit andatirt sich der Anfang der Schaumünzen der Päbste,und nachher der andern Fürsten , Victor's seinegehen von 1429- oder 5 o. an, und endigen sich1448. Er selbst hat zwey solche ohne Jahrzahlmit seinem eignen Bildnisse verfertigt, die D- Ber-get nach M Tuschers Zeichnung bey Moehse/rI. S. 88. und ro 4 . in Kupfer gestochen hat.Moehsen Bert. Medaillens. l. S. 100. io 3 .ic> 4 - nv. 118. 128. Der Verfasser von Beyträ-gen zur Geschichte der Schaumünzen ausneuerer Zeit, an der Spitze der Jen. A. L- Z.1810. kennt von ihm, aus eigener Ansicht, viergroße, gegossene Medaglioni: Des VicecomesFranz Sforzia, des Sigismund Malatesta (miti 445 . datirt), und sagt von diesen zweyen: „Die-selben empfehlen sich hauptsächlich durch naive Ein-falt und treu nachahmenden Fleiß, jenes gemein«Erbgut aller Künstler des XV. Jahrhunderts.Die Behandlung ist einigermaßen ängstlich undsteif, besonders am Bildnisse des Sforzia. DerKopf des Malatesta hingegen läßt schon etwasmehr Freyheit in der Behandlung wahrnehmen;Gestalt und Zeichnung sind vorzüglicher, so wieauch der Ritter sammt dem Pferde auf dem Re-verse in geistreicher Bewegung dargestellt iff". —„Gebildetere Kunst und Geschmack wird dann aneiner dritten bemerkt, welche auf dem Averse denKönig Alphons von Neapel im Bntstbild, und aufder Kehrseite einen königl. Adler, um ihn her vierandre Vögel, und zu seinen Füßen die Deute einestodten Hirsches oder Rehes, mit der naiven Bey-schrift: I^iberslitss. ^uAusts. darstellt. Diese istmit i 443 . bezeichnet. Eine vierte endlich bildetden Künstler selbst, in einem Alter von 40. I.ab, woran die Arbeit nicht wenigerweich, fließendund bequem ist, wie an der auf den König Alphons.Diese, und dann noch eine kleinere, wo er in vor-gerückterm Alter erscheint, sind diejenigen, welcheauch Moehsen kannte. Von der auf Sforzia hin-gegen kennt letztrer nur den Revers; und völligunbekannt scheint ihm eine auf den mehr erwähn-ten Könrg Alphons zu seyn, welche denselben mitdem Revers eines Jägers und wilden Schweinsdarstellt, und Hauschild (Beytrag zur neuernMünz - und Medaillengeschichre S. 535 .) aus sei-ner eigenen Sammlung anführt". Bey de Fon-renai heißt es, man kenne von pisanelli eineFolge von Schaumünzen aller merkwürdigen Per-sonen, die in 1409. dem Consilium von Pisa bey-gewohnt. Von wareler endlich wird unser Künst-ler irrig Andreas genannt, auch behauptet, daß ernoch i 4 ?ö Zu Florenz gearbeitet habe, und ihmeine Schaumünze auf Mahomek II. zugeschrieben.
pisano, s. Giunra in den gegenwärtigenZusätzen.
pisanus (Christoph Tobias), ein Giesser,der zu Leipzig um 1720. erscheint. S. I. C. En»gelschall's Beschreibung d. Johann Geor-genstadr (4°. Leipzig 72a.) S. 81.
* — -— ( ), des Lex. ist wahrscheinlich
kein Andrer, als der oberwähnte Vincenz pisano,pisanello genannt, welchen d. Lex. ebenfalls enthält.
* pisarri (Carl Anton), lebte noch 1771. zuBologna . Seine Blätter nach den Kamingemäl-den der Carracci , deren das Lex. erwähnt, sindnach Anton, Augustin und Ludwig. Dann werdennoch anderswo von ihm angeführt: Ein Opfer desJosua, nach L. Carracci, und: Eine alte römischeSitte (sur la kertilite cie I-> jeunesse?)
piskounow ( ), s. Tapilerv in denge,
genwärtigen Zusätzen.
p 1 st 0 ja (Gerino da). So nennt Lanzi I. 71.