H26 Poilly.
Götterbanket, Vulkans Schmiede u. s. f. (8. Bl.)mit den schönen Caryatiden begleitet, zusammen11. Bl. Dann nach A. Coypel: Das UrtheilSalomons (das auch G. Audrangestochen), undSusanns, von den Alten angeklagt; nachN. Pous-sin: Die Ruthe Aarons in Schlangen verwandelt,und die Anbetung des goldenen Kalbs. Nach deritalienischen Schule: Eine Geburt nach G. Fer-rari ; eine Madonna die das Kind anbetet nachB Garofalo; eine Anbetung der Hirten nach Ma-ratti; Jupiter und Danae nach dem Carton vonJul. Pipi in der Galerie Orleans (nach FüßliI. 186. meisterhaft); der Tod von St. Cäcilianach Dominichino, ebenfalls von Füßli II. 295.genannt (diese meist für das Cabinet Crozat). Meh-rere nennt ein Verzeichniß meines sel. Vaters; wiez. V- Mich. Angelo's Statüe Davids vor demalten Pallaste zu Floren;, und diejenige des Siegs;und der Katalog von Brandes heißt eine Kreutzi-gung von ihm, nach Niclaus Poilly dem jüngern,ein sehr schönes Blatt.
* poilly (Niclaus) der ältere, geb. zu Ab-beville, geschickt im Zeichnen und Stechen, ohnedoch die Kraft und Lieblichkeit seines Bruders,Franz des ältern, zu erreichen. Von ihm kenntman ebenfalls eine ziemliche Anzahl Bildnisse so-wohl als historische Blätter, die noch immer we-gen der Reinheit seines Grabstichels gesucht wer-den. Rost VII. 214 — 16. wo von ihm einDutzend Bildnisse mit und ohne Namen des Ma-lers, und dann ein Zehnd historische Arbeitenangeführt werden. Unter jenen nennt der Kata-log von Brandes einen Ludwig XIV . undden Dauphin, beyde nach N. Mignard, eben sowie die Königin Maria Theresia (diese ohne Na-men des Malers, und alle drey in natürlicherGröße), sehr schön. Eines von Paul Sarpi warseine und seines Sohns Joh. Baptista's gemein-schaftliche Arbeit. Unter dem Geschichtlichen be-merken wir, neben dem schon im Lex. von ihmAngeführten: Eine H. Familie und eine Vermäh-lung von St. Catharina, beyde nach S. Bour-don; das Silentium, eine Rückkehr aus Egyp-ten und eine Darstellung im Tempel, alle dreynach le Brun; eine Ruhe in Egypten nach Cha-pron; den Gekreuzigten zwischen den Schachernnach Poussin ; letzteres von schönem aber unhar-monischem Stiche, und dem vortrefiichen Blattevon Claudine Stell«, nach eben diesem Bilde,nicht zu vergleichen; endlich Christus, der St. Cajetan erscheint, nach I. F. Romanelli, wieFüßli l. 247. sagt, von unserm Künstler meister-haft gestochen *).
poinsarr (I.). Derselbe arbeitete um 1729.Von ihm kennt man auch Geschichtliches: Lntröeäs Lksrles VII. ä stkelms n la conäuite cle1 a pucelle ä'Orlsans en 1429. Dann eine An-sicht der Stadt und des Schlosses Sedan, u. s. f.öara-r Lcl. sec. S. gleich unten auch poisson.
Poitreau.
Point ( ). So heißt im Hlmsnncb des
keaux-^rts 180Z. ohne Weiteres, ein damals zuParis lebender Miniaturmaler.
* poinre (de la), hieß Franz. Von ihmkennt man auch eine Darstellung der Schlacht vonFleurus (1690.) Die Carte, von welcher das Lex.spricht, datirt sich, nach Heinecke (Idee Gene-rale p. 4z.) von 1678. und wurde er von der Aka-demie in 1674. aufgenommen.
poinreau ( ). Von einem uns sonst ganz
unbekannten Kupferstecher dieses Namens wurdeum i 8 o 4 - von der Waltherfchen Buchhandlung zuDresden ein Bildniß der Schauspielerin Raucourtin zwey Costume's, nach Bevalet's Zeichnung (zu20. Gr.) zu Kauf ausgeboten.
poirarron, s. Lucorre.
poirer (Peter), geb. zu Metz 1646. und gest.1719. zn Rheinsburg, einem kleinen Orte bey Lei-den, nachdem er sich als Theolog und Philosophnur allzusehr bekannt gemacht hatte. Sein Vater,ein Schwerdtfeger, hatte ihn die Kupferstecherkunstlernen lassen, die er aber bald liegen ließ, um seinenschwärmerischen Affekten nachzuhängen. Ioecher.
— — ( ) wird in Breitkopf's Ge-
schichte der Schreibekunst, herausgegebenvon Roch (S. 4 ö-) unter die größten Schreibe-meister des XVIII. Jahrh, in Frankreich gezählt.
Poirin ( ), Baumeister zu Paris , s. un-
ten Nuiror.
p oisson (Julius). So hieß lyZi. ein könig-licher Hofmaler zu Dresden , chof- und Sraars-kalender. Vergl. unten Jul. Raymond.
— (I. B-), ein französischer Ingenieur,zeichnete die Karten zu der um 180Z. erschienenenKtatistique genersls et partioallere äe la kranceet <le ss8 Lolonies.
* — — oder poissard ( ). Von
ihm kennt man auch ein Blatt: l'^vare. Dannle 8lLAe äe Oalaw (ob letztres nicht obigem poin-sart gehöre? Hinwieder finden wir irgendwo, daßnach ihm C. Beurlier Ansichten von Paris , undI. Humbelot dergleichen von Flavacourt gesto-chen habe.
* — — s. auch Pompadour.
p 0 ireau ( ), ein französischer Künstler,
und zugleich ein geschickter Botaniker, zeichneteeinen Theil der Pflanzen zu dem im Jahr 1800.erschienenen Xovse klollsndis- plnntarum 8peci-rnen des H. Labillardiere.
Porter-in, s. poidevin.
* poitreau ( ), hieß Stephan, geb. zu
Corbigny in Nivernois . Arbeiten von ihm sah manauf den Pariser-Salons 1740—59. und namentlich1761. einen Auf- und einen Niedergang der Sonne,krault äe Xt, (rernram troL8 8ieclcs etc. p. 2g5.
") Die Filiati'on der uns bekannten poilly ist folgende:
1. poilly der Goldschmied, Vater der beyden folgenden.
2. Franz der ältere und Niclaus der ältere, dessen Söhne.
5. Franz der jüngere, Johann Baptist, und Niclaus der jüngere, Söhne Niclaus des älter».
4 . N. B. Sohn 2 °h- Baptists.
In den gegenwärtigen Zusätzen erscheinen bloß Franz ».Niclaus die ältern, Franz der jüngere, u. Joh. Baptist.
Zur Litteratur von ihnen führen wir noch an: Daß sich in Heinecke's Verzeichniß der Blätter nach Raphael(Nachr. II) ff. von den Gebrüdern poilly (d. h. Franz und Niclaus den ältern) befinden, ohne diejeni-gen des einen von denen des andern zu unterscheide»:
1. Das Gesicht Czechiels nach «Lrrards Zeichnung.
2. Die H. Familie aus der französ. Galerie, in der gegenseitige» Stellung des Blatts von Edelink.
z. Diejenige H. Familie, wo das Kind aus der Wiege steigt, bloß mir: koiii/ exc. bezeichnet.
4. Diejenige, wo das Kind auf der Wiege steht, bloß mit: ei>^ l'oiU/ bezeichnet, und wo der Grund einZimmer ist. Denn dasselbe hat auch Franz (mit einer Landschaft im Hintergrund) gestochen. Beydehaben die Unterschrift: Deliciös me». Das Urbild ist in der alten französischen Sammlung. Felibienhielt es für Pipi's Arbeit, und bloß von Rapbael ritvccirt.
z. u. 6. Die H. Jungfrau mit dem Kind auf ihrem Schooß, das sich mit der Linken an ihrem Schleperhält. Haibfigur, mit der Unterschrift: Dilecms meuz nülii, ex» uu, und bloß mit: Lkss kolli/ be-zeichnet Das eine, kleinere, ohne Raphaels Namen.
Die gänzliche Genauheit dieser Notitzcn wollen wir indessen eben nicht verbürgen.
Noch soll irgend einer der poilly (S. läse xänsrale p. 40.) ein großes Blatt: De u»! Denk XV-
tsnnnt ivu Premier lit äe ju»tice 1715. nach der Aeichnnng von F. de la Monce gestochen haben.