Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1125
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Poggino.

seine Schaumünzen wetteiferten, ihrer Schönheitwegen, mit denjenigen dieses letztem. FiorilloI V. i 56 .

* poggino (Zenobius da). Lanzi I. ns.nennt ihn ganz kurz Schüler seines Meisters So,gliani. Indessen sey nichts Bekanntes mehr vonihm übrig geblieben.

pobl (Heinrich Jacob). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Königlich,Dänischer Hofma,ler 1740.

(W.), «In Dildnißmaler, arbeitete um1760. vermuthlich zu Wien . Nach ihm hat I. C.Rainsperger einen kautenspieler gestochen, und I.G. Hayd das Bildniß des Astronomen P. Maxi»milian Hell nach ihm in Schwarzkunst geschabt,il-rc.

poblmann ( ), ein Geschichtsmaler,aus

Potsdam gebürtig, studirte einige Zeit in Italien und arbeitete um 177b. in seinem Vaterlande. z(U-colai. Neueres haben wir nichts von ihm ver»nommen.

posa ( ). Der Bischof Bonincontro von

Verona hinterließ in seinem Tastamente (1298.)der Gemahlin Alberts della Scala, NamensVerde, sein Bildniß auf Glas gemalt, von derHand eines Malers dieses Namens, welcher,Maffer (Voran illustr. III. 14z. u. ff.) zufolgeanzeigen soll, baß er ein Veroneser gewesen. Fio,r/llo II. 27.

poidevin ( ). So heißt im ^lmsnscl,

ses beaux-^rts 180Z. ohne Weiteres, ein da»mals zu Paris lebender Baumeister. Schon ftü,her (1801.) wurden nach seiner Zeichnung zweyder sogenannten Departemental-Colonnen zu Brüs­ sel und Douai errichtet, welche in Landon'sAnnal I. 170- und II. Zi. ausführlich beschrie,den und im Umrisse abgebildet sind. Seine Eut-würfe hakten vor mehrern andern den Vorzug er,halten.

Pojet, s- poyee.

poilly (Franz). Einige setzen seine Geburtin 1622. Nach Paris ging er zuerst 1609. Seindortiger Lehrer, P. Daret, war ein Schüler vonC. Bloemaerk, und nachwerts war es eben beson,ders dieser, den auch er sich vorzüglich zu seinemMuster wählte. In desselben etwas kalten, abergefälligen und sehr schweren Manier glückte esihm vollkommen. Jene Striche, die sich im Viereckkreuzen, leiden keine Freyheit, und bringen nurdurch ihre vollkommene Gleichheit eine glücklicheWirkung hervor. Die Reinheit seiner Zeichnungdann entsprach derjenigen seines Stiches, undwird seinen Werken auf immer ihren Werth er,halten. Ob er gleich von geschickten Schülernunterstützt war, so begreift man doch nicht, wieer bey einem Verfahren, das so viel Geduld undZeit erfordert, seine Platten weit über 200. (beywarelet heißt es irrig bis an 400.) hat bringenkönnen. Bildnisse und Geschichte hatte er mitgleichem Erfolg bearbeitet, Rost VII. 21011.Dort findet sich das Verzeichniß einiger seinervorzüglichsten Blatter in beyden Gattungen; dievollständigste Litteratur derselben aber bekanntlich ineinem eigenen Katalog von R. Hecquer, seineBiographie voran, aus welcher wir beyfügen,daß er 1669. (a. h. 1664.) zum draveur oräl-nsire clu lio' ernannt wurde, und daß wohl kaumein anderer Stechen so viele trefliche Schüler ge,bildet wie er; daher Bened. Andran zu sagenpflegte: Auch nur bey einiger Anlage müßten sol-che unter seiner Leitung gelingen. Alle seine Werkesind ganz mit dem Grabstichel gestochen, ein einzi-ges geätztes Bildniß des Kardinals Baronius aus-genommen , an der Spitze von dessen Werken.Unter den 226. Dl. welche Hecquet anführt, be,finden sich 100. die er vor seiner Reise nach Rom ,33. welche er dort, und 9-. welche er nach seiner

Poilly. urA

Rückkehr geliefert hat. Unter der letztem Rubrikmüßen wir vornehmlich seine Capitalblatter suchen.In Rom hatte er sich weit mehr mit seinen Stu-dien als mit dem Grabstichel, und bloß nebenbey(vielleicht um das nöthigste Brodt zu gewinnen)mit Titelblättern, Thesen u. s. f abgegeben. Dochgehört in diese Epoche eine seiner berühmtestenArbeiten: St. Borromäus, wie er den Pestbehaf,teten von Mailand das Abendmal reicht, nachMignard, und um so viel wichtiger, da das Ur,bild von diesem Meisterstück nicht mehr vorhanden ist.Neben diesen nennt man besonders von ihm, eben,falls nach Mignard: Eine Anbetung der Hirten,eine H. Familie (die dritte der Mignarden ge-nannt, selten) und di« Verklarung der H. Cakharrina. Dann eine Pietä nach einem der Carracci ;eine Maria mit dem schlafender Kinde, zweyMarien in Betrachtung, eine Anbetung der Hir,ten und eine Flucht in Egypten, alle fünfe nachGuido, (welche Fußli II. 207. 214.2ZZ. iZ 4 - ganzvorzügliche Blätter heißt); die beyden H. Familennach Raphael, besonders diejenige unter dem Na,men Silentium, oder auch Vierte au linzr« be,kannt, in Abdrücken nämlich, wo das Leinzeugbloß mit einfachen Taillen gearbeitet ist Diesesanmuthsvolle Bild aus dcr alten französischen Ga-lerie nennt auch Füßli I. 177 Ferner: Diewunderschönen Bildnisse von Ludwig XIV. in sei,ner Jugend, und des ersten Präsidenten W vonLamoignon. Die übrigen berühmten Meister, nachwelchen er gestochen hat, sind: Algardi, Barozi,Blanchard, Bourdon, le Brun (nach diesem allein12. Bl.), B. und Ph. Champagne, Corlvna, Ma,ratti, Pvussin. Ribera keine büßende Magdalena,die auch Füßli III. 2Z0. anführt), Romanelli,S. Rosa, del Sarko, Stell», Tintoretund Litian,und etwa 16. andere minder berühmte. Mehr alsdie Hälfte des Ganzen endlich trägt keinen andernNamen als den semigen. Noch hat man bemerkt,daß unter allen seinen Arbeiten sich kein einzigesden Sitten anstößiges Blatt befinde; wir fügen(dies garnicht eben zu feinem Preiße!) hinzu (einigeAllegorien, theils aus der Mythologie, theilsaus eigener Erfindung geholt, meist für Titelblät-ter , ausgenommen) auch aus der ganzen welt-lichen Geschichte ein einziges: Alexanders Be-such bey Diogenes nach I. Miel. Gute Notitzenvon seinen Arbeiten s. auch bey GandeHini, wosein schreibender St. Augusiin nach Champagneein besonderes Lob erhalt.

* poilly (Franz) der jüngere, der im Lex.unter dem Art. des altern erscheint. Füßii II.i 65 . nennt von ihm eine Pieta nach H. Carracci ,wahrscheinlich die nämliche, welche oben auchLran ^ dem ältern zugeeignet wird. Auch dieH. Cacilia nach Dvminichin in St Luigi dei Franrzesi, deren schon das Lex. gedenkt, wird I. o. 294.angeführt.

(Johann). Einen solchen uns ganzunbekannten Kupferstecher dieses Namens führtHeinecke (löee ßöuörsle p. 77.) wohl ganz irrigan, den er von dem nachfolgenden Joh. Baptistausdrücklich unterscheidet, und ihm ebenfalls An,theil an dem Obinet «je crorst zuschreibt.

* (Joh. Baptist). Auch dieser gingnach Rom , um sich in seiner Kunst zu vervoll,kommnen. Nach seiner Rückkehr machte er sichdurch schöne Arbeiten bekannt, welche ihm die Auf,nähme in die Akademie verschafften. Seine Artzu stechen weicht von der seines Vaters, rsticlausdes alrern, und seines Oheims, Franz desältern, ab. Er ätzte zuerst seine Platten, und suchtePunkte mit den Schraffirungen zu vereinigen. Durchdieses Verfahren brachte er in seinen Dilnissen so-wohl als in seinen historischen Blättern eine sehrmalerische Wirkung hervor Rost VII. 216-18.der von ihm wenige Bildnisse und ein Dutzend ge-schichtliche Arbeiten anführt; unter diesen vornehm-lich die schon im Lex. bemerkten Bilder von Mi-gnard im großen Saal« zu St. Clond: Das große