Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1142
JPEG-Download
 

n4r Porta.

Genie und dem Geschmacke, mit welchen er denGrazien zu opfern wußte". Und:Den sanftenBewegungen seiner Figuren fleht man es nichtan, daß sie nach einer steifen Gliederpuppe ge-macht worden sind". Gestochen nach ihm kennt mannur Weniges; wir nennen es daher, so gutwir's vermögen, vollständig: Darstellung desKinds im Tempel, für die Hamiltonsche Samm-lung, von A. Campanella; mehrere Zeichnungen,von Crozat; sein berühmter St. Marcus, dienoch berühmtere Madonna mit den Stadtheili-gen; Christus der Erlöser, und zwey Propheten,alle diese von A. Lorenzini; Maria mit demKinde, ein offenes Buch in der Hand, vonMorghen, in Dolpato's Verlag, nach einer Hand-zeichnung, sehr sorgfältig, aber etwas hart ge-stochen; eine Himmelfahrt aus der Galerie vonFlorenz ; die Verlobung von St. Catherina, unddie schon genannten Stadtheiligen von Florenz ,alle drey von C. Mogalli; die Madonna mitdem Kinde und Johannes, welche einem Mönchdie Hand reicht, in Tuschmanier, von St. Muli-nari; eine Madonna, die ein Conzert von Engelnanhört, von Ch. Simonneau; eine andre sitzendeMadonna mit dem Kinde, von H. Sinzenich;und endlich eine Reinigung Mariä von I. Ste,fanini. Noch ein Blatt in der Dresdner-Gale-rie (verschiedene Heilige) von St. Fessard, ge-hört, nach Einigen, ihm, wohl aber eherCorreg-gio zu; und meldet uns nämlich keine gute Be-schreibung dieser Galerie, daß sie irgend einBild von Bartholome besitze. s. v.

b'rs ksrtkolomeo. L-amieL. In den

neuesten Tagen endlich haben nach ihm gegeben:Für's XXV. Heft der Vsbleaux etc. äe ls 6s-lerie cle klorencs N. F. Masquelier den Pro-phet Esajas, und für's XXVI. le Dillain denPatriarch Job (1802 ); dann (1806.) fürs XI.VII.Heft des Müsse Fran^ais I. Calendi, nachGianni's Zeichnung, den Erlöser der Welt.

* porra (Ferdinand). Nach Lanzi (II. 472.)wäre er schon um 1760. gestorben. Dort heißtes von ihm, er habe manch Lobcnswerthes inNachahmung von Correggio gearbeitet, sey sichaber sehr ungleich gewesen. Nach ihm hat R.Holzhalb das Bildniß des Dichters Metastasio gestochen.

* (Horaz ). Nach Lan ;i I. 199. lebteer noch i 568 . Derselbe (heißt es dort) scheintnicht außer Toscana gekommen zu seyn.

* (Jacob della). In seiner Jugendarbeitete er unter dem Bildhauer Gobbo, undsah' man damals von ihm vornehmlich Basre-liefs in Stucco . Alsdann wandte er sich ganzzur Architectur unter Vignola. Seine berühm-teste Arbeit ist allerdings die gemeinschaftlichmit D. Fontana, nach M- Angclo's Entwürfeinnert 28. Monaten (Jul. r 588 . Nov. 1690.)mit den Aermen von 600. Menschen ausgeführ-ten Kupole von St. Peter in Rom . Die ganzeProcedur bey Errichtung dieses Wunderwerkswird bey Milizia vortreflich beschrieben. Inden Dimmensionen wurde Buonarotis Plan nochüber ein Sechstheil erweitert, und die Form et-was elliptischer gemacht. Dann endete er dievon letzterm angefangene, und von Vignolafortgesetzte Baute des Kapitals; von ihm istnamentlich die majestätische Stiege die dahinführt, und die Ballüstrade, welche die Bildsäulenvon Castor und Pollux u. s. f. tragt. Eben sovollführte er nach dem Plane seines Meistersdie Kirche al Giesu; dann die GregorianischeKapelle mit ihrer zierlichen Ordonanz (die denPabst Gregor XIII . 80,000 Thlr. kostete); denkleinen allerliebsten Tempel der Griechen in der Ba-bouinstraße; die Kirche Madonna de Monti, undeinen Theil der Florentinerkirche in der StradaJulia. Von Pallasten nennt und beurtheilt Mi<sizia mit gewohntem Scharfblick denjenigen desMarchese Serlupi bey dem Seniinario Romano,der von ihm mit etwas schwerfälliger Majestät

Porra.

angefangen, und erst in neuern Tagen sehr dürf-tig ergänzt worden; dann den schönen PallastGottofredi auf dem Venezianischen Platze undden in seiner Einfalt edeln von Niccolini aufdem Platze Colonna, doch beyde eben nicht feh-lerfrei So fing er auch den Pallast Spada imCorso an, der im Verfolge so verunstaltet wurde,daß man ihn, zu Roms Ehre, niederreißen sollte.Ferner leitete er die Baute der Sapienza . Seinganz eigenes Werk endlich ist der prächtige Pal-last Marescotti. Von den vielen Brunnen inRom sind mehrere nach seiner Zeichnung erbaut,die meisten zwar in ziemlich gemeinem Styl; diebeßten der im Campidoglio , auf welchem dieStatüe des Marforio steht, und der wegen sei-nen Skulpturen so geschätzte delle Tartarughe auf dem Platze Matthei. Auch zu Frascati wardie mit Recht Belvedere genannte Villa Aldo-brandini von ihm erbaut; und eine Rückreise ausderselben im Begleit ihres Besitzers, des Kardi-nal Pietro, brachte dem Künstler den Tod, alser, aus Deferenz gegen denselben, nicht aus demWagen steigen wollte, um sich eines Bedürfnisseszu entledigen, daß er sich durch eine Magenüber-füllung mit Eis und Melonen zugezogen hatte.M/rrn'a. ter?. II. 99. 104. Lonf.§e»wr//e I. wo dann, nach Baglione,

zum Theil noch andre Bauten, als die oberwahn-ten, von ihm angeführt werden; wie z. E. dieFa<;ade von St. Peter in Vinculis, und zweykleine Tempelchen alle tre Fontäne, eine zu St.Paul, die andre del Scala del Cielo genannt;dann der Pallast Chigi, welchen nachwärts Ma-derna vollendete. Auch von Bildhauerarbeit wer-den dort die Grabmäler der Kardinäle Alessan-drini und Pucci angeführt, welche nach seinenZeichnungen in der Kirche alla Minerva errichtetwurden. Und endlich will d'Argensville wissen,daß er doch nicht i 5 Zi. (fünfzehnjährig!) nachGenua sey berufen worden, um im dortigen Domdie schöne Kapelle aufzuführen, in welcher dieAsche Johann des Täufers ruhen soll. Auch ha-be an dem Fußgesimse des isolirt stehenden Al-tars sein Neffe, der unten folgende Wilhelmdella porra, in sehr gutem Styl die Prophetenin Basrelief dargestellt. Gestochen nach Jacobkennt man von einem Ungenannten (ob etwa vonihm selbst?), neben dem schon im Lex. angeführ-ten Fußboden der Gregorianischen Kapelle (- 58 o.),den Pallast della Sapienza (-575.); dann dieKirchen Madonna de' Monti, St. Catharina derMärtyrerin, und St. Ludovico de' Francesi End-lich die Kapelle des Hauses Etrozzi in St.Maria Maggiore, nach Buonaroti's Zeichnungangefangen, aber nach porra's seiner vollendet(2 Bl.).

* porra (Joseph), genannt Salviari u.s. f geb. zu Castelnuovo della Gravagnana.de Fonrenai giebt über die Daten seiner Ge-burt und seines Todes ganz irrige Notizen; be-sonders aber kann er nicht des in -5Zo. verstor-benen del Sarto Schüler gewesen seyn. Ob einesJul. Bulgiardini, den wir überall nicht kennen,dürfte eben so apokryphjsch seyn. Sein Vater,ein Sammt - Fabrikant, hatte ihn vergebens zudiesem Berufe bestimmt. Nach Lanzi (I. 435 .und II. 142 4 a.) wäre er um 1270. 5 c>. I.alt verstorben; was auch wahrscheinlicher ist,wenn er, nach gemeiner Meinung, schon um - 555 .nach Rom in die Schule von Franz Salviatikam. Dahin wurde er späterhin wieder vonPapst Pius IV. berufen, als es um die Auszie-rung des sogenannten güldenen Saals im Va­ tikan zu thun war; und der Päpstliche Hof wardso sehr von seiner Kunst bezaubert, daß man baldalles Andre daneben ausgetilgt hätte. Und inder That konnte er mit seiner Staffage von Ar-chitectur und übrigen Verzierung, im Veneliani-schen Geschmacke prangen. Ueberhaupt aber,wenn man seine Bilder mit andern an gedachterStelle vergleicht (vasari zieht T. Zuccaro's seinevor), so (urtheilt hingegen der geistvolle Lanzi)