Band 
Zweyter Theil [2].
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1144
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»44 Porre.

beit. Von der Schönheit der letzter» erzählt mandie bekannte Kalendergeschichte, daß ein Sparnter sich an einer Nacht dort einschloß, um anihr unreine Lust zu büßen. Zu beyden soll dem Künst-ler Annibale Caro den Gedanken gegeben haben.d'Argensville will wissen, daß sich dieselbenjetzt im Pallasie Farnese befinden, und daß anihrer Stelle andre nach St. Peter gesetzt worden.Die blühenden Umstände übrigens, worein Buo-naroti's Gunst unsern Künstler gesetzt hatten,machten ihn frühe lässig, so daß man nur nochBüsten und Modelle von ihm sah. So z. B.diejenigen für 14. Basreliefs aus der GeschichteJesu, die in Metall ausgeführt werden sollten.Dann gab er mehrere Zeichnungen zu Festinenwährend den Carnavals. Zu seinen bedeutendernArbeiten gehören noch die Propheten von Stuc-ks in Nischen zwischen den Pilastern der erstenArcade von St. Peter. Seine Tochter hatte eran Perln del Daga, seinen ersten Lehrer, ver-mählt. Auch nach der Zeichnung dieses letztemsah man von ihm Stucci in den Kapellen Massimi,und auf Trinita de Monti. II. 45

48 . nach Baglione. Sein Grabmal Paul III. von Frezza gestochen, befindet sich in Bonanm'silistor. ^empli V»tic. p. 91.

porre (Franz Anton de la). Unter diesemNamen kennt man: ?ortrait prösentö » Iskeine-IAöre IVIsrie äe ülelllcis (doch wohl keinanderes als ihr eigenes?) pour faire connoltrers puisLsnce sur ja krance et I'Lsya^ne.

* (Roland de la), geb. zu Paris , undgest. 1/gZ. 69. I. alt. Fiorlilo III. 35 1. setztihn beynahe, .nur nicht ganz, Chardin zur Sei-te. Nach Diderot (Lsssi p. 245.) war er denndoch, in Absicht auf Touche, Kraft, Wahrheitund Harmonie noch sehr weit von diesem ent-fernt. In i/ 65 . stellte er verschiedene Arbeitenim Saal der Akademie aus. Nach ihm gesto,chen, kennt man auch einige Bildnisse; wie

B des Erzbischofs von Auch, I. F. de Montil-lat, von I. C. Fran^ois; dann der Madame Verneund des Premier Ecuyer H. C. de Beringhen,beyde von P. E. Moctte.

* (Stephan de la). Ein Kruzifix vonBronze in der Taufkapelle der Kirche S. Eusta-che von seiner Arbeit, wird von Kennern ge-rühmt, und ist in dieser Art die größte Figurin ganz Frankreich . Sie wiegt mit dem Kreuzio 54 - Pfunde, ^c.

( ). So heißt auch ein neuerer

Künstler in England, der die schönsten Ansichten,Alterthümer u. s. f. von Südwales auf derStelle gezeichnet und gestochen, und in einemWerke herausgegeben hat, welches zum Titelführt: Dke 8cener^, -Votiyullies snä Llogra-ok 8 outk>vsles. 4°- 8 o 3 . Fiorrllo V. 83 o.

* porregl, oder porrelli (Carl), ge-nannt da Loro. Von ihm heißt es bey LanziI. 164.:Bisweilen arbeitete er mit wenig Har-monie ; aber seine (schon im Lex. bemerkte) Mar-ter von St. Romulo zeigt mit alledem, baß er«in wackrer Künstler war.

porrelerre (Stephan), Claude Nicolausvarinelle, Peter Lemaire, und Franz Noel deGrucher, waren 1757. Geschworne unter denGießern (lonäeurs) zu Paris . 4 er

1767. p. 121.

Porter (Robert Ker), ein englischer Ge-fckiichts - Bildnißr und Panoramamaler neuesterZeit. In dieser letztem Kunst hatte er schon1801. eine täuschend wahre Ansicht von Serin-gapatnam in einem Halbzirkel ausgestellt. DerBeyfall, den er dadurch erhielt, munterte ihnauf, im folgenden Jahr das belagerte St. Zeand'Acre, in einem großen Zirkelbogen, der wohl5 o^ im Umfange und 3 o40^ hoch seyn moch-te, und iöo 5 . die Schlacht bey Ajincourt auf

Posi.

einem, 2807. Quadratfuße Leinwand kostenden Ge-mälde darzustellen. John Bulls Auge ruhte mitWohlgefallen auf diesem brittischen Ehrentage.Durch ein andres solches panoramisches Bild derSchlacht bey Lodi hatte er sich einige Feinde ge-macht, wußte sich aber bald durch drey andregroße Schlachtenstücke, welche auch durch die demKaiser von Rußland gewiedmete Mezzotintosvon Vendramini bekannt sind, wieder in dieGunst des Publikums zu setzen; diese stellen Su-warow's Zug über den St. Gotthard vor. AnComposition, richtiger Zeichnung und Harmoniewar darin gar nicht zu denken; alles ist bumsche-ckig und verworren. Indessen wurden sie zu St. Petersburg sehr gnädig aufgenommen, und be-wogen Portern, selbst dahin zu gehn, wo er sichgegenwärtig mit ähnlichen Dingen beschäftigt.Zu- seinem Vorzüglichsten gehörte sonst schon 1801.die Familie Tipoiaibs. Dann hatte er, gemein-schaftlich mit Meeke, um 1804. mehrere BlätterLandschaften und historische Darstellungen aus-geführt, von welchen das Blatt 1 /r Guineen ko-stete. Drey der beßten haben wir schon obens. v. Meeke genannt, Fiorillo V. 814 15 .834 . Irgendwo wird auch nach Porter der Toddes Generals Abercrombie von Vendramini ins-besonders angeführt.

* porr es (des), s. Desporres im Lex.sowohl als in den gegenwärtigen und künftigenZusätzen. Hier nur so viel, gegen unsere eigenefrühere Meinung: Niclaus Desporres, Neffevon Alex. Franz, war ebenfalls Thiermaler.

porrhusen (Hm), ein Glasmaler zu Bre­ men , dessen Arbeit <t. Gorrlob Hayne (1773.)beschrieben hat. ^rc.

p 0 rtien ( ) zeichnete und ätzte eine Car-ricatur von de la Font, einem Schriftsteller, derdurch verschiedene kritische und satyrisch« Schrif-ten über die Malerey rc. bekannt ist.

portl'us ( ), ein uns sonst ganz unbe-

kannnter Kupferstecher, von welchem Möhsen(Samml. von Aerzrebildnlssen S. 160.) das-jenige von Fr. Mar. Nigrisolus anführt.

porrmann (L-), ein holländischer Kupfer-stecher neuester Zeit, von dem uns nichts Anderesbekannt ist, als daß derselbe unter den ersten Mit-gliedern des in 1808. neu gestifteten Königl. hol-ländischen Instituts der Wissenschaften und Künsteerscheint.

porrois (I.), ein Bildhauer. Von ihmsah man auf einer öffentlichen Ausstellung derIndustrie- und Kunstprodukte des Scheide,Depar-tements, welche im Sept. i 8 u 3 . in Anwesenheitdes ersten Eonsuls zu Antwerpen statt fandsechs (!) marmorne Figuren. Meusel's Arch-I. 2. 163.

posch (Leonhard), ein Künstler, der vonWien 1806. oder 7. nach Berlin kam, wo er Gyps-abdrücke mehrerer von ihm modellirten Bildnisse.berühmter Personen (wie z. B. des H. ErzherzogCarl's, Klopstock's, Hermstädt's, Göthe's) in derZeitung ausbot; auch dabey selbst versicherte, daßin seinen Werken, was Aehnlichkeit und Schön-heit der Arbeit anbelange, niemanden etwas zuwünschen übrig bleibe. Er nennt sich dabey Bild-hauer, Modellirer und akademischen Künstler.

Auch im Tüb. Morgenbl. 1807. S. 848. heißtes von ihm:Der besonders im Modelliren sehrähnlicher und äußerst zart behandelter Bildnisseausgezeichnete Bildhauer posch hatte bereits imI. 1806. eine sehr interessante Cammera obscuraerrichtet, die ganz von seiner eigenen Erfindung,und noch jetzt vor dem Brandenburger-Thor auf-gestellt ist".

« Posi (Paul), geb. zu Siena 1708. Schonjung ging derselbe nach Rom , wo er sein ganzesLeben durch den Ruf des ersten Baumeisters