Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1154
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IIZ4 Poussill.

heit zu lehren / noch weiter als Sanzio, und gabgerne auch solche Bilder, welche uns bloß einenSittenspruch sinnlich dargestellt eingeprägen sollten;wie z. D. in seinem (oft angeführten) Gedächtnißdes Todes: Lt in Hrcustia e^o. In Rom sahman von ihm, neben den sieben Sakramenten imPallast Boccapaduli, den unschuldigen Kindermordim Pallast Giustiniani (a. K. Aitieri), in neuernTagen von Volpato, nach Tofanelli's Zeichnung,schön gestochen (5. fl. 24.tr.); die Pest in der Ga-lerie Cvlonna (ob dieselbe, wie in Paris ?); denTod des Germanicus, im Pallast Barberini (du-strnn 80. Lkasteau 8c. Dieser sehr schön. Loe-lemsn sc.); im Pallast Rospigliosi (noch 1789.):Das Bild des menschlichen Lebens, oder: DieZeit, welche die Jahrszelten tanzen laßt (8c. Lau-ser 8c. Anon. 80. in B. Picart's Verlag) unddas Bildniß des Kardinals aus dieser Familie(S. davon einen Stich in der Biographie von G.de St- Germain); im Campidoglio einen Triumphder Flora; in der Päbstl. Galerie auf Monte Ca-vallo: Die Marter von St. Erasmus (jetzt inParis ), welche seiner Zeit auch für St. Perer inMosaik gebracht wurde.

Die weitschichtigste, obgleich eben nicht gründ-lichste Litteratur von poussin's sämtlichen Arbei-ten befindet sich in der gleich Anfangs angeführ-ten Biographie desselben von Gaulr de Sr- Ger-main, und enthält das Derzeichniß von beynahe400. seiner Gemälde und Zeichnungen, von denbedeutendsten eine gute Beschreibung, mit der An-zeige, wo sich solche gegenwärtig befinden, wernach denselben gestochen (dieß sehr unvollständig)u. s. f. und von ZZ. eine meist sehr dürftige Ab-bildung , von dem gewohnten Gehalt der französi­ schen Bilderbücher. Dann giebt Lands» in sei-nen Annalen ('?. IXll. 8p.) und in:et 'Ladlcaux st« (icnre, von 20. meist in denfranzösische» National-Kunstschätzen enthaltenenWerken von poussin, und das: Manuel stu Mu-8 eum ?rgnhoi 8 psr k. L. 1'. M. l). 1^. bl.(Lall. l.) von 19. derselben, beyde, mehr undminder trefliche Beurtheilungen, und dabey dieAnnalen gute, das Manuel hingegen, nach sei-ner Gewohnheit, höchst dürftige Nachbildungenim Umrisse. Unter die bedeutendsten, die sich inFrankreich befinden, gehören: Sein eigenes Bild-niß (?e8ne so.) *). Dann aus der H. Ge-schichte: Die Sündfluth, welche mehr als EinKunstrichter das vollkommenste Gemäld in der Weltnennt 0 . Hustran 80. l>. saurem 8 c. 1801.schön, zu 24. Fr. und ss. Lickter 8c. für'sMus. Napoleon XXIV.). Rebecca und Elieser(kc>U 88 elet 8 c. Hnon. 8 c. Marierce exc).Moses aus dem Nil errettet (kaupelet 8c.X. b.oir 8 c.). Moses, der als Kind die KronePharaos mit Füßen tritt, 8 t. Ksustet 8 c. Mc>-linckon stel. öouillarst 8 c. für's Mus. Napo-leon. II. Eine zweyte Darstellung, von obigerverschieden, ehemals in der Galerie Orleans , jetztin England ( 16 . 8 c. zu 24. Fr. schön). DasManna iu der Wüste, eines der drey einzigenGemälde von poussiu in Frankreich , mit lebens-großen Figuren. Von den Hauptfiguren pflegtele Brun (freylich hierüber nicht der »»verwerflichsteZeuge) zu sagen: Jede sey in dem Ebenmaaß einerAntike gezeichnet (ctin8tenu 8c. ?«8n« 8c./Inou. 8c. U. ^ustruu exc.). Die Pest der

Poussin .

Philister (8t. picnrt 8c. mit dem Zeichen von Goy-ton). Das Urtheil Salomo's (Ll,s8teuu 8c.). DieAnbetung der Weisen (Ancm. 8c. Vslletexc.H. Morßlien 8c. für's Mus. Napol. XXXIX.).Die H. Familie (lÄnssarst per« 8c. für's Mus.Napol. VIII.) **). Die Ehebrecherin im Evan-gelio (6. ^ustrsn 8c. wohl der Urstich aller fol-genden. 6. M. Vermeulen 8c.). Jesus heiltdie Blinden zu Jericho (Lks8teau 8c. Anon.8c. 8c. ?icart exc.). Petrus und Johannes hei-len den Lahmgebornen () Hustrsn 8c. L1. 8tellu8c.). Die Einsetzung des Abendmals, in lebens-großen Figuren (). 6. Giebel 5c. ?. Lomburä8c.). Die Himmelfahrt Mariä , eine kleine Kunst-juweele von ätherischer Farbe (?e8r,e 8c. ?.UetteIini8c.Mus. Nap I.VIII.). Der Tod der Sa-phira(). ?e8ne sc.). Und nun von weltlicher Ee-schichre und Mythologie: Der Sadincrinnenraub,nicht vielmehr als aber ja vortrefliche Skizze.(). k^ustrun 8c. 8t. Laustet 8c. lVI. Lovl 8e.Lirurstec 8c. für's Mus. Napol Xlll.) ***).Diogenes , der im Thal von Athen aus der holenHand trinkt, Landschaft (Laustet 8c.). Der Todder Eurydice , Landschaft, woran man nur dierömischen Bauren in der Staffirung auszusetzenWußte (8t. Laustet 8c. Dupreel 8c. ag. i. Lo-vinet term. für's Mus. Napol.XXIII.). Dasunvergleichliche: Lt in Hrcastia (S Landon'sZlnnal. VI.)-j-). Die Zeit, welche die Wahr-heit entdeckt und rettet ob Gott will! eine sehrhelle Allegorie l.6. Hustran 8c. wahrscheinlich derUrstich von mehrern. Haustet sc.). Endlichaus den Legenden (mit denen sich überhauptpoussin wenig befaßte): Das Wunder von St.Franz Lavier in Japan , der dort eine junge Toch-ter von den Todten erweckt, in mehr als lebens-großen Figuren; ein trefiiches Bild, an welchemVouet's elende Schule nichts anders zu tadelnversuchte, als daß Gott der Barer dem Vaterder Götter ähnle (bi. (lantrel 8c. ilnon. 8c.Orevet exc. In England hiernächst befindensich einige der vorzüglichsten von poussin's Wer-ken. Vörderst diejenigen siebe» Sakramente, wel-che einst aus dem ursprünglichen Besitze des H.von Chanlelou in die Galerie Orleans übergegan-gen waren: Stiche davon kennt man sehr schönevon Pesne ; andere, ebenfalls schöne und seltene,von L. de Chatillon; noch andere von Poiüy undHonrad, und artige Copien von B. AudranDann das Opfer Noah's, ein vorzügliches Bild,einst im Pallast Corsini zu Rom , seit der Revo-lution in England, zuerst von Frey, seither vonVolpato nach Tofanelli's Zeichnung gestochen (5. fl.24. kr.). Ferner: Das berühmte Testament desEudamidaö, von dem jedoch Lands»! (Anna!.II. ig4-), wir wissen nicht, nach welchem Datum,eher glaubt, daß solches im Schiffbruch umgekom-men sey. Mittlerweile besitzt inan das schöne Blattnach demselben von Pesne . Ob ein vor etlichenJahren von Berwick angekündigtes neueres wirk-lich erschienen sey, ist uns unbekannt. Noch be-merken wir, daß es der einzige Winkelmann ist,der die an der Wand des Sterbenden hängendenSchild und Schwerst schön-sinnlich auf das christ-liche Wort:Ich habe den letzten Kampf gckäm-pfet", zu deuten wußte. Ferner: Moses, derals Kind die Krone PharaonS mit Füßen tritt(derselbe Gegenstand befindet sich auch im franz.

" Wir zeige» von den Stichen (wo es nämlich mehrere giebt) nur die uns theils selbst bekannten bessern, theilsanderwertS als schön genannten, aus llmidon und dem Manuel endlich bloß dieienigen an, die sich, unsersWissens, noch nirgends gestochen befinden.

»«-) H- Familien nach poussin haben eine Menge Künstler gestochen. In den beßten gehören die von Bandet,Ehasleau, Faucci, Natalio, Pesne , F. u. 2 - B. de Poilly, und Cl. Stell«. Ob aber auch nur Eine derselben dieebengenannte im franz. Mus. sey, ist uns unbekannt. Eine von Wilheni Morgyen (22. Livr. >». Sous), woJoseph der Maria anzeigt, daß sie nach Egppten reisen mäße, zählen wir noch meyr unter die neuesten, alsunter die vorzüglichsten.

a!',») Da sich mehrere Darstellungen des Sabinerinnen-Raubs von poussin finden, so sind wir nur von Girardet'sStiche sicher, daß er das Bild in Frankreich darstellt.

f) Ein anderes, jetzt in England, folgt unten. Ob dann zwey Stiche von B. und St. Picart das französische Bild darstellen» ist uns unbekannt.

ff) Ob alle diese Stiche nach diesen Bildern, oder vielleicht die einen nach denjenigen die der Eavaliee Pozzivesaß, gefertigt seyen, ist uns unbekannt.