Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1156
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n§6 Poussin.

Poussin .

neben denselben, als schön ff. an: i.) Aus demAlren Testamente: Moses , dem Nil ausgesetzt,ehemals in der Galerie Orleans (6l. Stell» sc.);die Ruche Aarons wird in eine Schlange verwandelt(k.cle poili^sc.); der Durchgang durchs rothe Meer(St. 6aotrel sc.); Moses schlagt den Felsen (^n. 8c.^s. 6. äe Uoilly exc. 8t 8»uäet 8c. 6l. Stell» 8c.letzteres besonders sehr schön); die Anbetung desgöldencn Kalbs ( 7 - 8. äe Uoillze 8c. schön, und,anders vorgestellt, St. 6»uäst sc.). Ein solchesBild war i/oi. in Neapel zu Grund gegangen.Davids Triumph (ksveoet 8c. Uoyäell exc.)Wahrscheinlich wird sich das Bild selber in Eng-land befinden. Esther und Ahashuerus 0 . ?e8ne8c. k. äe UoiUx 8c.). 2.) Aus dem treuenTestamente: Eine Verkündigung (6. LäelinK 8c.sehr schön); die Taufe des Johannes (6. Huäran8c. auf zwey Blattern, sehr schön); die Sama-ritanerin (>^n. 89. vrevet exc. Hsinrcel-msnn 8c.); die Kreuzigung (pc>ill^8c. 61 . Stell»8c. mit schöner Keckheit). 3 .) Von weltlicherGeschichte: Coriolan , von seiner Mutter undGattin erweicht (ch Huärsn 8c. sehr schön, aufzwey großen Blättern); Camillus,der den Schul-meister der Falisker seinen Schülern überliefert(6. Auärsn 8c. »9. k. selten); Gcipio's Enthalt-samkeit ( 61 . äu 8v8c. 8c.); Pyrrhus, als Kindseinen Feinden entzogen, auf zwey großen Blät-tern von G. Audran. Man kann sich von histo-rischen Stichen nichts Schöneres denken. Zugleicherkennt man in denselben (denn doch ganz andersals bey dem trockenen Pesne) poussin in seinemganzen Charakter und Größe (Wo mag sich wohldas herrliche Urbild befinden?). Auch Chasteaugab ein gutes Blatt davon. 4.) Von Mytho-logie und Allegorie: Jupiter, in Callisto ver-liebt 0 . vsulle 8c.); Venus im Bade (St. kau-äet 8c ); die schlafende Venus, von einem Satyrentdeckt ( 4 . vaulle 8c.); Apollo laßt die Jahrs-zeiten tanzen 0 . ä- Hvril8c.); Triumph des Bac-chus und Ariadne's (O. Lesuv-Us 8c.); die He-benden , welche den Meergöttern Früchte bringen(6. Moemaert 8c.); Herkul auf dem Scheidewege,wahrscheinlich in England (U. Strsnße 8c.).5 .) Von Landschaften endlich: Jene vier herr-liche, welche mit einem Cyclus aus Phocions Ge-schichte staffirt sind; eine vierte mit badendenNymphen, und Polyphem auf dem Berge; einefünfte, wo die Figuren verschiedene Wirkung desSchreckens und der Furcht bezeichnen (alle diesevon St. Bandet); eine sechste: Der Landsturm,mit der Geschichte von Pyramus und Thisbe staf-firt (ein Bild, das von Felibien II. 240. beschrie-ben wird, und sich gegenwärtig vielleicht in Eng-land befindet), von I. Goupy sehr schön gesto-chen. Neben den bisher angezeigten Stechernhaben nach poussin noch folgende Künstler gear-beitet: Aliamet, F. Andriot, St. Aubin, Avice,G. Baille, Baquoi, C. Baron, I. Baron, D.P. Bertaux, F. Bignon, Bonnart, I. C. Busch,Cesare, Chatelain, Chereau, Fr. Chiari, L- de Ciartres, A. Clouet, P. N. Crevoli, M. Debois,Duchat, L. Dupuis, N- Dupuis, I Duquay,C. Fantetti, E. Faubonne, A. Garnier, N. Gar-nier, A. Genoels, C. Goyrand, N. Goyrand,I. Grignon, R. Hecquet, G. van Houten, Huart,Hutin, St- Jeurat, P. A. Kilian, Langlois,Lenfant, R- Lochen, C. Macret, Malbouree,Marcenay, Masse, Cl. Melan, van Merlen, P.Monnier, G- Nolin, I. le Pautre, N. Perelle,Peyron, Picault , N. Pichen,, P. del Po, A.Pond, Qenau, Quesnay, Roger, Rossi, C. leRoy, C. Royers, P. Schenk, I. G.' Sherwin,P. Simon, C. Simonneau, P. van Somer, L.Testelin, Thiboust, A. Trouvain, F. Vivares,G-Douillemout, R.Wibert und B Winkler*).Noch findet sich in verschiedenen französ. Samm-

lungen neuerer Zeit manches Bemerkenswerthenach unserm Künstler. So z. B. in de Ligny'sHistoire äe I» Vle äe ^e8U8 6kri8t, von A.Delvaup, Duhamel, Godefroy, Sohn, V. Lang-lois, Pigeot und Villerey; im X6IV. Heft derGalerie des Palais Royal : Die Priesterweihe,von Duplessis-Berteaux geätzt und von Delignvngeendet; in den l'ublette» ä'un Amateur äe8>^rt8: Die Erziehung Jupiters aus der Königl.Preußischen Galerie; in der 6ollection äe» 'l ö-te» ä'Lxpre»8loa von I-und A.Oauvage (6sli.VI.): Der Schrecken, a.d. Sabinerinnen-Raub, u.dieAufmerksamkeit a. Rebecca und Elieser; in Gaulrde Ar. Germain äe8 ?»8»ion8 et äe teur Lx-pre88lvn (6sk. l. III.): Der Haß, nach einemPharisäer in der Ehebrecherin, und die Hochach-tung , nach dem Urtheil Salomo's ; endlich inBaclers d'Alde lVlenale» pittoreZczue» (6»h. V.)zwey Landschaften: Die Schaafheerde und derFischer. Daß poussin sein eigenes Bildniß, unddann ein Blatt: Argia opfert der Juno, selbstgeatzt habe, findet sich nur in einem einzigen un-serer Verzeichnisse angemerkt. Und endlich bemerkenwir noch: DaßI. Pesne nach ihm dreyerley Zeichen-bücher von 12., 10. und 3 o. Bl. gegeben habe.Seine Figuren zu da Vincis Traktat von derMalerey erschienen zuerst in r 65 i. (Wie viel erdiesem Werke des großen Leonardo zu dankenhabe, gestand er öfters). Seine Ausmessungender Starüe des Antinous (Meleagers) im Belvesdere, nebst den Auslegungen darüber, anfänglichitalienisch bey BeUori, französisch zuerst bey Gaulede Sr. Germain; eben so seine Bemerkungenüber die Malerey, welche uns nicht zo unbedeu-tend scheinen, als Winkelmann solche irgendwodarzustellen sucht. Ausführliche Biographien vonunserm Künstler endlich finden sich, unter denältern vornehmlich, bey BeUori, paffem und/elibien; unter den neuern, neben der von unsgebrauchten neuesten von G- de Sr. G. das:

Llo^e äe X. kous8in pur ka-

rr» 78Z. und: L»»»)- »ur ls Vie er »ur leg 'ksb-lesnx äe ?ou88in p»r le 6it. OaMb-ai/, welchesvon Landon sehr gepriesen wird, da es hingegenbey FioriUo 1 . c. 154. heißt: Daß solches mitwenig Kritik verfaßt sey und mehrere falsche An-sichten gebe. Unter den Kunstdenkmälern, die ihmin neuern Tagen gestiftet worden, gehört wohldie Bildsäule von Julien oben an; bann die schon1796. verfertigte Schaumünze von Dümarest,welche seither für die großen Malerpreise gebrauchtwird. Zu Anfang des Jahrhunderts dann faßtenmehrere französische Künstler den Gedanken, ihremgroßen Landsmann ein seiner würdiges Monumentan seinem Geburtsort Andely, nach dem Planedes Baumeisters Harou zu errichten. Die Unko-sten wurden (in einer soliden harten Steinmasse)auf 20,000. Fr berechnet. Würden, wie mandamals hoffte, die Unterschriften eine größereSumme einbringen, so sollte die Statüe im In-nern des Saceüums in Marmor gearbeitet wer-den. Allein der schöne Entwurf, von welchemsich in Landon's Annal. II. eine ausführlicheBeschreibung und Abbildung im Umrisse befindet,mochte, unsers Wissens, bisher nicht zur Ausfüh-rung gediehen.

poussin (P.). Nach einem uns sonst ganzunbekannten Maler dieses Namens hat P. le Roydas Bildniß von Raymund Vieuffcns gestochen.

(Lavalle). So hieß, leider! ein fran-zösischer Akademiker, Donat-Ritter des Mal-theser-Ordens, auch Mitglied der Arcadier zuRom , und dabey äußerst mittelmäßiger Künstler.Proben davon sehe man in einer Schrift: dlell»VenutÄ in kom» etc. 40. 764. Er starb zu Paris i 8 o 5 . trM/teieä't. 6er Mar'-rtrois Siele» etc. p.281.

-') Daß sich nicht auch unter den Blättern dieser Künstler gute, und selbst trefiiche befinden sollte», zweifeln wirkeineswegs. Wir sprachen aber oben nur von denen, welche uns entweder durch eigene Ansicht, oder LurchAndere, näher bekannt sind. Ob eine im Zürcher-Iournal f. Litteratur u. Nunst S. 65-66. beschriebbene herrliche, und von Oeboiffieur treflich geätzte mit einem antiken Brunnen staffirte Landschaft unserm Nielaus oder dem Gaspnro zugehbre, wird dorr nicht bemerkt.