Pozzo.
den vortreflichen Menschen ; seine exemplarischeSittlichkeit, Uneigennützigkeit und gefälliges, fastniiterthaniges Wesen gegen Jedermann". Hin-wieder scheint die Schrift: Kinkel»,annn undsein Jahrhundert S- 261. mit Lanzi's Preistvon pozzo gutentheils einverstanden zu seyn;und heißt es dorr nämlich: »Derselbe schließtsich, weitläuftiger Unternehmungen und nicht ge-ringerer Fertigkeit wegen, mit welcher er solcheausgeführt hat, L. Giordano und I. B. Gaulian. Mit Recht hält man ihn zwar für einen dervorzüglichsten Meister im Fache architektonischerPerspektivmalerey. Dagegen erreichte er in histo-rischen Darstellungen weder den einen noch denandern der beyden Obigen; seine Zeichnung hatnoch weniger Verdienst; das Colorit ist roh, dieAnordnung selten gefällig. Was ferner die Erfin-dung betriff, so ist dieselbe fast immer matt, jain einigen Fallen ganz fehlerhaft. Die Malercyenam Gewölbe der Kirche St. Jgnatius könnenhierüber zum vollständigsten Beweise dienen". Nochan zwey andern Stellen (l. c. S. 22Z. u 384 )wird seiner „abgeschmackten mystisch-jesuitischen"Allegorien gedacht, „denen es freylich nicht anBewunderern zu einer Zeit gebrach, wo, trotz derGegenwart kanonischer Meisterstücke des Raphaelund der Antiken, Bernini vergöttert wurde, undGiordano, Solimena und Eurrado belobte Mei-ster waren". Gestochen nach ihm kennt inan vonI. C Alet einen St. Ludwig Gonzaga; von Th-Krüger allerley Architekturen; von Mariotti die er-wähnte Dekoration des St. Jgnaz-Altars in derKirche Giesu in Rom ; von N. Dorigny diejenigedes Altars im Collegio Romans ebendaselbst, undeine Thesis.
* Pozzo (Darms). Im Lex. heißt es nachpozzo No. 76. (wahrscheinlich nach einem dor-tigen Druckfehler), daß er Es. (wohl, statt iöZ2.)verstorben sey. Lanzr I. 462. begnügt sich, gleichdem Lex. ihn als Maler von wenigen, aber wür-digen Bildern zu nennen.
* —- — (Hieronymus Graf del), geb. 1718.(nicht 1618. wie das Lex. hat) und starb um 1781.wo Milizia (Lä. tei-2. ll. 576—80.) seiner Lrcf-lichkeit wegen eine Ausnahme von der Regel macht,lebende Baumeister nicht zu berühren. „Die guteErziehung" (heißt es dort), „noch mehr aber daswestliche Naturell und große Genie vereinigten sich,aus demselben einen vollendeten Cavalier zu bil-den. Nebst vielen andern wissenswürdigen Kennt-nissen widmete er sich besonders der Architektur,ohne in dieser Kunst, so wie überhaupt im Zeich-nen irgend einen Meister zu haben, als sein emsi-ges Studium der Vitruvius , Palladio, Scamozziu. s. f. und das Betrachten der Meisterwerke alterund neuer Baukunst. Und doch sehe man nur vonvon ihm seine bezaubernde Villa der Grafen Tris-sino auf dem Vicentinischen, seine Kirche zu Castel-taro im Mantuanischen u. s. f. In 1735. errichteteer zu Verona in antikem Geschmacke eine kleineLiebhaberbühne (welche aber, soviel wir glauben,nicht mehr vorhanden ist), wovon sich die Zeich-nung zu München , und eine perspektivische Ab-bildung an der Spitze des Trauerspiels: Der We-der , befinden soll, zu dessen Aufführung solchediente. Einer sehr gebildeten Engländerin, MiladyWeight, zu gefalleu, die sich lange in Verona auf-hielt, schrieb er die Abhandlung: OeAli Ornament!seil' -Zi ch'ltetturu civile seconüo AU /znticlri,eine ausgezeichnete Schrift, welche indessen, bis1781. wenigstens, noch nicht im Druck erschienenwar, so wie hingegen seine Werke von den Thea-tern der Alten um diese Zeit wirklich das Lichterblickt hatte- Sein Styl in der Kunst war eineMischung von Sanmichcli's und Palladio's: DieHauptglieder nie zu brechen, Zierathen nur an derrechten Stelle anzubringen, und sein Augenmerkstets auf Harmonie, Anstand, Große und Maje-stät zu richten. Die Akademien zu Parma undBologna hatten ihn zu ihrem Mügliede erkiest.Jenseits der Berge war er noch nicht so bekannt,
Prachner. 1159
als sein großer Werth es verdiente, bei, die lie-benswürdigsten Personaleigenschaftcn des Geistesund Herzens noch erhöhten.
* Pozzo (Joh.), der Stahlschneider, wohl keinanderer, als der auch anderwens genannte Medail-leur zu Rom um 1724. Von ihm kennt man ;. B.eine Schaumünze auf den Baron Philipp vonStosch. tl/rc.
* -(Joh. Baptist). Nach Lanzi 1.462. starb
derselbe, bloß 28. I. alt, unter dem PontifikateSixt V. zu Rom . Derselbe kam Raphaelino daReggio sehr nahe, und war, in Absicht auf idea-lische Schönheit in der Kunst, der Guido seinerZeit. Hätte er (sagt Lanzi) bis auf die Carraccigelebt, was wäre aus ihm geworden!
* — — (Joseph), ein Bruder des Andreas.S. im Lex. den Art. dieses letztern.
— — (Jsabelle), s. Pozza.
* — — (Leopold). Neben dem schon im Lex.von ihm bemerkten Mosaik in St- Marco zu Ve-nedig , findet sich dort noch ein zweytes: St. Hierronymus und St. Augustin , im Winkel der Kup-pel über dem Altare der Madonna; dieses nachder Zeichnung von Piazetla. Breirkopf Ge-schichte d. Schreibet. S. »27.
*— (Ludwig). So nennt der winkter-sche Katalog einen um 1600. blühenden gutenLandschaftsmaler von Treviso , nach welchem ereine mit Gebäuden und Figuren staffirte gcbir-gigte Landschaft aus den Gegenden von Venedig ,von I. Sadcler 1699. gestochen anführt, der aberoffenbar kein Anderer ^ als der Ludwig Pozzoserraro, oder noch eigentlicher der Ludwig Toe-put des Lex. ist. Noch mehr: Winkler heißteben denselben, genauer als oben, auch in derholländischen Schule s. v. P0220, pozzora-raro, oder pozoseraro (Ludov.), und zeigt dortnach ihm vollends drey Blatter : Eine Landschaftmit Ruinen von R. Sadeler, eine Menge vene-tianischer Figuren in Maske (in der Entfernungsieht man die Stadt), ein großes Blatt, und end-lich: Den venetianischen Markt, ohne eine an-dere Unterschrift als: hurlov. ?o208erstU8klunür.pinx. 1686. an. Auch Gandellini nennt wahr-scheinlich keinen Andern als ihn, s. v. ?o2orc»rst:„Einen Flammänder, der nach Tinloret gesto-chen (?) habe".
— — (Modesta), geb. zu Venedig r 555 .und 1692. an Geburtsschmerzen gestorben. Die-selbe war in der Zeichenkunst, in Sprachen, Mu-sik und Dichtkunst erfahren. Ein von ihr hinter-lassenes und von ihrer Tochter Cecilia pozzi her-ausgegebenes Werk, welches von den Vorzügendes weiblichen vor dem männlichen Geschlechtehandelt, enthält vorgedruckt das Leben der Mo-desta, von I. sJ. Doglioni beschrieben. Jöcher.
* — — f. auch pozzi.
pozzobonelli (Julian), ein Maler vonMailand , lebte um 1604. Lanzi ll. 467. indessenbegnügt sich, ihn einen Künstler von vielem Rufezu nennen.
* pozzorarato, pozororaro, undPozzoserraro, s. oben Pozzo (Ludwig).
pozzuoli (Johann), ein Maler von Carpi.Mit Johann Massa, einem Schüler von Grif-foni, arbeitete derselbe gemeinschaftlich zu gedach-tem Carpi und in den benachbarten Städten Gua-stalla, Novellara u. s. f. wunderschöne Werke. Die-ser Künstler starb um 1734. Das Mehrere s. obennn Art. des erwähnten Massa. La»Li ll. 283.
* pozzurelli (Franz , s pezzureUr im Lex.
prachner (Johann). So heißt in Meu,sel's sJ D- R. L. ganz ohne Weiteres, ein in1809. noch lebender Architekt zu Prag .