Band 
Zweyter Theil [2].
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1158
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"58 Pozzi.

als leider! das Wesentliche, daß er seinem Bru-der nicht gleich gekommen sey.

* Pozzi (Joseph). So heißt bey Gandellmi,ohne Weiteres, ein Kupferstecher zu Rom , vonwelchem man Blätter von architektonischen Ma-schinen, und andre von Feuerwerken kenne, welchezu Rom an St. Peter und Paul abgespielt wer-den. Ob er etwa derjenige Joseph Pozzi seyndürfte, der im Lcx. unter dem Art. Franz pozrzi's von Valsvldo erscheint?

* der Musivarbeiter. S. imLex. den Art. seines Bruders Carl Lucas.

(Maximilian). So heißt in Men-sel'« jJ. D- R. L ganz ohne Weiteres, ein in1809. noch lebender Großherzogl. Badischer Hof-bildhauer zu Carlsruhe .

* (Rochus). Die Grundsätze der Kunstlernte er von seinem Vater. Derselbe arbeiteteauch für die Herkulanischen Alterthümer. Vonhistorischen Blättern dann kennt man von ihm:Eine Madonna mit dem Kinde nach P. Mig-nard, und Christus an der Tafel des Pharisäersnach P. Soubleyras, u. a. Er lebte noch um,771. in Diensten des Hofes zu Neapel . Conk.Q'auäe/üui.

(Stephan). Nach Lanzi l. 54041. war derselbe zuerst Schüler von Maratta , dannvon Masucci. Zu Rom stand er im Rufe einesder beßlen Künstler seiner Zeit. In der Zeichnungwar er grandioser als sein zweyter Lehrer, undstärker, vielleicht auch wahrer im Colorit. BeySt. Anna al Nome Santi zu Rom , wo Masuccidiese Heilige, uud pozzi einen Tod von St. Jo-seph malte, kann man sie vergleichen. BeyFio-rillo l. -87. heißt es von ihm:An seinen Wer-ken, die in St. Maria maggiore, und in St. Syl-vestro auf dem Quirinalischen Berge aufbewahrtwerden, bemerkt man wohl, daß mit ihm der Geistder Schule des Maratta gänzlich erlosch". Ge-stochen nach ihm haben: P. Campana einen St.Joachim mit der H. Jungfrau, I. I. Frezza eine

H. Familie, und N. Mogalli das Bildniß von

I. Gori Gandellini. Er starb in hohem Alter1767. oder 68.

( ), Baurath zu Dessau . Nach

seinen Entwürfen wurde, neben Anderm, 1809.das Schauspielhaus zu Halle im Saalkreise erbaut.

* s. auch pozzo.

* Pozzo (Andreas). Durch eine Predigt überdie Gefahren des Weltlebens gerührt, trat er,schon in seinem Drey und Zwanzigsten, in den Je-suiterorden. Daß er anfangs Koch seiner Ordens-brüder (andre sagen denn doch ihr Ausgeber) ge-wesen, und sein Talent für die Malerey, nichtetwa von diesen Menschenkennern, sondern erst voneinigen deutschen Cavalieren entdeckt worden, ge-hört wohl zu den vielen Kunstgeschichtsfabeln.M/ism Lcl. ter?. II. 275. Andre sagen, daßdie erster», auf den Rath von L. Scaramucciahin, ihn zum Künstler bestimmten. Seine Uebungim Copiren der beßten Venetianischen und Lom-bardischen Meister erwarb ihm ein gutes Colorit,und eine Fertigkeit im Zeichnen, die er zu Rom noch vergrößerte, wo er sich viele Jahr aufhielt.Dann ging er nach Genua und Turin , wo manebenfalls mehrere seiner Arbeiten sieht, von wel-chen diejenigen immer die beßke» waren, in denenman den Styl von Rubens wahrnahm, den ersich zu seinem Muster gewählt hatte. In Oelmalte er in Italien wenig; und selten führte ersie gehörig aus; so z. B. seinen St. Vinanzius zuAscoli , und seinen St. Borgia zu St. Nemo. Selbstsein St. Jgnaz in St. Giesu zu Rom ist nichtein in allen Theilen studirtes Bild. Im Ganzenaber ist er immer für einen wackern Künstler zuhalten: Verständig in der Erfindung, schön in denFormen, anmuthig und lachend im Colorit, undhurtig und frey in Führung seines Pinsels. Das

Pozzo.

Bildniß eines Cardinals, der eben nach Deutsch­ land verreisen wollte, soll er in vier Stundengemalt haben. Wie er dann eine rühmliche Stelleunter den Verzierungsmalern erhielt, ist bekannt;und seine Werke dieser Gattung waren noch besser,wenn sie weniger von den ewig wieder kom-menden Vasen, Festons, auf Cornischen sitzen-den Kindern u. dgl. enthielten, die aber nun ein-mal im Geschmack seines Zeitalters waren. Seinausgeführtestes Werk in Fresco ist allerdings seineDecke in St. Jgnaz zu Rom , aus welcher seinganzes Genie erhellet, wenn er auch nichts An-deres gemalt hätte. Ein mächtiges Ganzes, vollneuer Bilder, malerischem Feuer und anziehenderFärbung, so daß ihn mehr als Ein Nebenbuhlerdafür bewundern mußte. Unter den Perspektiv-malern ist er gewiß einer der Ersten, dem esz. B. gelang, an concaven Orten (Kuppeln)jedes convexe Architekturglied richtig darzustellen;so in seiner Beschreibung in der Tribune zu Fras-cati, im Corridor al Giesu zu Rom , u. a. w.Was ihm den» vollends den meisten Ruf brachte,waren seine bis zur Täuschung jedes Auges erdich-teten Kuppeln in mehreru Kirchen seines Ordenszu Modena , Arczzo, Montepulciano , zu Rom im Collegio Romane, und zu Wien , wohin ervon Leopold I. berufen ward. Eben so kennt manvon ihm Theaterverzierungen, aufweichen er ganzeColonnaden, Palläste u. s. f. mit einer Wahrheitdarstellte, welche es glaubwürdig macht, wasVirrnv (Vll. 5 ) und plinius (XXX V. 4.) vonder diessälligen Kunst der Alten melden. Wie sehrer überhaupt in Optik und Perspektiv bewandertwar, zeigen dann seine Schriften; kaum eine Li-nie pflegte er zu ziehen, ohne daß er sich zuerstein Modell machte, und nach demselben seine Lich-ter und Schatten verspendeke. vovencio llipin-ß^ro in tels vi kacea tirsre uns legier rnsnolli colla, e scüivavs il Aesso ; percke pare-vaZIi, cüe inlrescato lla' colori impellisea l'in-tenerire i cliiari s gli scuri guanllo bisoAna.T.a»Lr I. 572 -7s. Noch an einer andern Stelle(II. 2. 373.1 führt dieser Schriftsteller pozzi sArbeiten in Turin noch besonders an, wo er sichlange aufhielt, und, neben Anderm, in der Conrgregazion der Kaufleute vier Geschichten aus demLeben Jesu in Oel, in seinem beßten Geschmackemalte, den er (wie schon erwähnt) von Rubens entlehnt hatte, und darüber jene schönen Licht-blicke streute, die das Ganze gleichsam vergolde-ten In Deutschland besitzt von ihm, unsersWissens, einzig die Dresdner -Galerie ein Etaffe-leybild: Das schlafende Kind Jesus , von zweyEngeln gehütet; und diejenige von Lichtensteineinen St. Ambrosius, St. Hiervnymus und St.Augustin. Unter seinen zahlreichen Nachahmer»und Schülern befand sich auch der Jesuire C.Rausch, dessen unten unter Jgnaz provisorigedacht wird. Namhaft verschieden heißt es dannvon unserm pozzo bey Milizia I. c.SeinAxioms war, daß ein guter Maler auch ein guterBaumeister seyn müße; was sich aber eben wenigan ihm selbst wahr machte. So sehe man z. B-seinen Altar von St Jgnaz in der Kirche Giesu zuRom , vielleichst das reichste in Europa ; aber nochviermal reicher, würde es um so viel ausschwei-fender seyn. Eben so dasjenige von St LuigiGonzaga in St. Jgnaz. Auch die zwey prächtiggedruckten Foliobände seiner Perspektive für Ma-ler und Baumeister legen von seine» Kunstgrillenden redendsten Beweis ab. Und kurz, wer die Ar-chitektur auf den Kopf stellen will, studire seineLehre und Beyspiel Eben so wenig beobachteteer als Architekturmaler die Regel: Daß auch einsolcher gegen den Anschein von Dauerhaftigkeitseiner dargestellten Bauten nicht anstoßen dürfe,sondern wollte durch die That gleichsam eine ganzentgegensetzte Theorie auf die empörendste Weiseerharren. Von seinen Bauten zu Wien sind diePrvfeßhäuser seines Ordens, dann della Miftri-cvrdia, del Niöcalto, della Mercede u. s. f. Ucbri-gens rühmt man an diesem Künstler mit Recht