ri66 Preti.
im Pallaste Marulli seinen Almosen heischendenBelisar, in der Galerie Ratti einen büßendenHeiligen in Ketten, was ihm eine der schwierig-sten Stellungen giebt; in derjenigen von Mal-vezzi einen Thomas Morus im Gefängniß; imPallast Hercolani eine Pest u. s. f. Unter seinenAltarbildern ist eins der studirtesten sein St. Ber-nardin der Prediger und Bekehrer im Dome zuEiena. In Neapel bemerkt man, nebst viel An-dern,, besonders seine Decke ben den Coelestinern.Hier war es auch, wo er und andre Künstlervom bessern Geschmacke, die Neuerungen vonGiordano — aber vergebens bestreiken wollten.Fa Presto trug nun einmal den Sieg davon.Unser j)rerr selbst mußte ihm weichen, und seineTage in Malta beschließen, wo er bekanntlichOrdens - Commandeur ward. II. 627 —
29. Frorillo II. 82-j — 28. Männlich «. v.Diese beyden letztern erzählen, wie unser Künst-ler in seiner Jugend sehr eitel, aufbrausend undheftig war; "wie ihn dann besonders seine Nei-gung für die Fechtkunst in mannigfaltige Händelverwickelt, öfters in Lebensgefahr gebracht, undihn zu Neapel eines Tags genöthigt hatte, seinenKopf damit loszukaufen, daß er unter demStadtthore — einige trefliche Frescogemälde ver-fertigen mußte. Von nun an besserte er sich,ward sehr wohlthätig, und soll in seinem Lebe»über 100,000. Scudi unter die Armen ausgetheilthaben. Auch genoß er nachwärts zu Neapel einen so ausgezeichneten Ruf, daß er selbst wah-rend der Pest von den Liebhabern mit zahllosenAufträgen überhäuft wurde; und in dieser Zeitwar es, wo er die Kuppel St. Dominicus zuSoriano u. s. f. malte. In Malta ist es be-sonders die Kirche St. Johanns des Täufers,die er mit seinen Bildern zierte, wo er auch be-graben liegt. Hauo ecclesiam (heißt es in sei-ner ausführlichen Grabschrift) Singular! picturaexornavit. 8everioris mox pietstis stuüioincensus in^entem pecuniam taünü'r yuaerr-ta»r eroAuvit in psuperes, relictn psuperibus«xernplo, guo äiscerent p'mAers aeternitati.Daß er. wie Dommici u. a. melden, die Com-mende von Syrakns besessen, hält Fiorillo fürunerwiesen. Auch durch seine architektonischenKenntnisse soll er sich berühmt gemacht, in Mal-ta mehrere Gebäude aufgeführt, und seinenSchülern einige schriftliche Regeln über die Pro-portion mitgetheilt haben, die sich bey DominiciIII. 388 . finden. In Deutschland besitzen vonihm: Die kais. Galerie zu Wien : Den ungläu-bigen Thomas; München : Eine büßende Mag-dalena; Dresden besonders drey vorzügliche:Petrus , aus dem Gefängnisse befreyt (?. Om-pana sc.), was Dominici mit dem Beßten vonGuercino vergleicht; die Schauer erregende Mar,ter von St. Bartholomö (vormals in der kais.Galerie zu Prag ), bloß von zwey Hauptfiguren,die aber das ganze Bild erfüllen, ein Meister-stück von Kenntniß der Anatomie, Festigkeit desPinsels und treflichem Helldunkel (L. I.. Wüstso.); ebenfalls ben ungläubigen Thomas (s. La-nale et I. keanvsrlet so. schön), aber (ob-gleich dasselbe wirklich von Neapel , während dor-tigen Unruhen, zuerst nach Wien , und erst nach-wärts nach Dresden gekommen seyn soll) sicher(man vergleiche die Breite) nicht etwa, wederUrbild noch Kopie dessen in Sachsen (S. Liorritte» I. c. 828.), und endlich David, der dieHand auf Goliaths Haupt legt (dieß eine Kopienach Guido). Neben oben angeführten dreyBlättern kennt man nach ihm ferner mit:raucirr et §catn§/m exc. bezeichnet, ein EcceHomo; von L- Desplaces die Marter von St.Peter, ehemals in der Galerie OrleanS; Moses empfängt die Gesetzestafeln, eine Anbetung derHirten, nach Tiepolo's Zeichnung, und eineDornenkröuung, alle drey von I. Monaco ;den Plafond in der Kirche St. Peter in Ma-cello zu Neapel von B. L. Prevot, nach Frago-nard's Zeichnung; Ulysses, der Andromache ihren
P revost.
Sohn entreißt, nach dem Originalgemalde imSchlosse zu Preßburg, von Prinz Albert vonSachsen -Teschen gezeichnet, und von Schmuzer(schön) gestochen; der Papst übergibt dem H.Franz von Sicna sein Breve, in der Kirche St.Francisc daselbst, und die Canonisation der H.Catharina von Siena, beyde von I. Traballesi;endlich des Künstlers Bildniß in der Galerie zuFlorenz , von C. Gregori. M'ttt/e»-.
Nach Gandellini soll er auch selbst 60.Blätter Capricci geetzt haben, die (heißt es nochanderwärts) mit />etr äel. et sc. be-zeichnet seyen.
prerrel ( ). So heißt im Almanach
äes kesux-^rts i8oZ. ein damals zu Paris le-bender Baumeister, der die sogenannte Loire perpetuelle <lu Lsire erbaut habe.
* pretschneider M), s Bretschnei-
der. In der kais. Galerie zu Wien sieht manvon ihm ein Blumenstück.
Orerton (Ludwig), ein geschickter Bildhauerzu Besannen, studirte und übte diese Kunst inItalien . Er ward 1770. nebst G.M. I. Würfet»von Unterwalden zum Professor der zu Besannenneuerrichteten Künstleraeademie bestellt. FüßliV. 108.
Oreuet (Georg Gustav) von Lautereck, war1609. zum Wild- und Rheingräfiichen Münzmei-ster ernannt worden. S. Hirsch deutsch.Münzarch. VII. 896.
*Orevitale (Andreas). Nachrichten vonihm finden sich von i 5 ob. — 28., wo er an derPest starb. Don ihm heißt es bey Lanzi II.-j7.: «Er war einer der vorzüglichsten Schülervon Joh. Bellino. Freylich weniger belebt, alssein Meister, und minder correct in den Extremi-täten, sieht man von ihm dann überdies seltenein Bild, das in Stellung der Figuren und inkleinlicher Verzierung der Beywerke nicht denaltern Geschmack an sich trage. Dennoch kenntman von ihm Einiges, vielleicht in reifern Jah-ren Gearbeitetes, wie z. B seinen St. JohannBaptist« zu St. Spirito, das (schon im Lex. be-merkte) Altarblatt im Dome, u A. j„ der Gale-rie Carrara zu Bergamo , worin er dem neuernStyl sehr annähernd erscheint. Und immerhindarf man ihn für einen der treflichsten Perspecti-visten und Coloristen aus der Schule des Bel-lino halten. Vorzüglich geschätzt sind seine Ma-donnen, in deren Antlitz man nicht so fast seinenMeister, als einen Nachfolger von Raphael oderda Vinci wahrnimmt. In Mailand sieht manzwey derselben in Gesellschaft von andern Heili-gen bey dem Cavalier Melzi und dem Erzprie-ster Rosales, beyde mit seinem Namen und derJahrszahl 1522. bezeichnet. In seiner Verkün-digung zu Caneda bey Cadore (deren auch dasLex. erwähnt), war es vornehmlich eben auch derAusdruck von Andacht auf den beyden Gesichterndes Engels und der tz. Jungfrau, der Tizian zumEntzücken dahinriß.
* Orevost oder s)revor (Beneblet Lud-wig). Gandellini nennt ihn irrig S- Ste-cher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb.zu Paris um 174?- (fast denken wir, früher).Derselbe war ein Schüler von Johann Ouvrier,den er sehr bald in der Kunst übertraf, Harmo-nie in seine Arbeit zu bringen, ohne deswegenins Schwarze zu verfallen. Rost VIII- 809.Dort werden von ihm Bildnisse Ludwig XV. (1760.) und des Siegelverwahrcrs (nicht Bild-hauers , wie es bey Rost durch Druckfehlerheißt) Hue, dann eine Allegorie auf den Toddes Dauphins Ludwig Augusts, das schöne Ti-telblatt zur Französ . Encyklopedie (all' diesesnach Cochin, dessen Geschmack er vollkommennachzuahmen wußte), und endlich zwölf allegori-sche Blätter zu der Prachtausgabe von Henault