H7" Probsthahn.
sel's rJ. R L- Nicht unwahrscheinlich der I.S Probst in Dessau , von dem es in Meu-sel's Mus. IX. 2Ü8. heißt: „Dem Architek-ten müssen höchst willkommen seyn 5 . großevon diesem Künstler 1784. gestochene, aber erst»788. bekannt gewordene, überaus nett und sau-ber gearbeitete Blatter, vorstellend das Fürstl.Anhalt-Dessauische Landhaus und den englischenGarten zu Wörlitz , mit der dazu gehörigen Be-schreibung von Aug. Rode".
probsthahn (F. Friedrich), heißt im: Le-benden Lonigl. Dresden ein dort 17Z9. leben-der Bildhauer. S. auch den folgenden Art.
Probsthayn (Friedrich Gottlieb ). Und soim Dresdner Hofkalender 1747. ebenfallsein dortiger Bildhauer, der den Titel eines kö-nigl. — Stallbaumeisters erhielt; vielleicht mitdem Obigen der nämliche.
— — — ( ). Und so irgendwo", ohne
Weiteres, ein Künstler zu Meißen , nach welchemin dem M. Engelbrechtischen Verlage seiner Zeitperspektivische Vorstellungen gedachter Stadt er-schienen waren.
* procaccini (Andreas). Auch Lanzi (I.5 Zg.) zahlt ihn unter die vorzüglichen Schülervon Maratti, dem er nebst andern bey demschwierigen Geschäfte behülflich war, in 1702—Zdie Raphaelischen Stanzen auszubessern. DieserKünstler (heißt es bey.fiorillo I V. Z64 —H 5 )hatte von seinen wohlhabenden Eltern eine mu-sterhafte Erziehung erhalten. Er verließ jedochdas gelehrte Fach, und legte sich einzig auf dieKunst. Neben dem Papst Clemens Xl. war derMarchese Pallavicini sein besondrer Gönner. Dererstre ernannte ihn zum Aufseher über die Fa-brick von gewirkten Tapeten. Für den KardinalAquaviva verfertigte er eine reizende St. Catha-rina, dann Einiges für den Marchese de Carolis.Mittlerweile erhielt er den Ruf nach Spanien .Auf seiner Reise dahin hinterließ er Verschiede-nes zu Genua . In Madrid wurde er sehr ehren-voll aufgenommen; dort beschäftigte er sich in-dessen mehr mit Entwürfen zu Verschönerungdes Pallastes und der Gärten von St. JldefonS,als mit seiner frühern Kunst. Auf seinen Rathhin kaufte der König für 12,000. Goldstücke diekostbare Sammlung von Statuen und andernSeltenheiten, welche einst die Königin Christina von Schweden besessen hatte, und die dann, nachdem Tode des D. Livio Odescalchi , durch Erbean den Prinz Erba zu Mailand gefallen war.Von Gemälden sieht man in Spanien von seinerHand einzig eine Madonna mit dem Kinde, undeine Maria Egyptiaca, beyde im gedachten Pal-laste St. Jldefons; dann Einiges in der Kirchedaselbst. Nach seinem Tode (den Basan Lll.sec. irrig in 1709. setzt), kaufte die AkademieEan Fernando von seiner Witwe viele Hand-zeichnungen, die theils von ihm, theils von C-Maratta herrührten. Nach ihm haben A. He-iner») eine Schöpfung der Eva, P. Landry eineGeburt, und W. Vaillant eine Versuchung vonSt. Anton, dann R. Audenaert und H. Roßiein Paar Bildnisse gestochen. Hinwieder kenntman von ihm selbst geetzt: Die Jünger vonEinaus, eine Himmelfahrt, und den Mann, derseinen Vater aus dein Brand von Borgo weg-trägt, alle drey nach Raphael; die beyde» er-ster» aus den Tapeten, das letzter aus den Stan-zen desVaticans; (Heinecke LZachr. II. 5 n.nennt drey Blätter, welche alle so viel einzelneGruppen aus dem Jncendio del Borgo zu seynscheinen). Dann: Die Geburt des Bacchus(s.K. Bacchus, dem Brand seines mütterlichenHauses entrissen); Diana auf der Jagd; Dio genes der seine Trinkschale wegwirft; Clelia, diesich durch Schwimmen rettet (auch von Fußli l.27«. genannt-; und einen St. Vincen; Ferre-rius; alle diese nach seinem Meister Maratta .
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* procaccini (Camillus), des altern Her-kules älterer Sohn. Sein Vater »var sein ersterLehrer, was man noch öfters an seinen Köpfenund seinem Farbenauftrage erkennt. Wo er abermit mehr Fleiß malte, wußte er sein Colorit bes-ser zu beleben, zu brechen, und Schielersarbenmit mehr Kunst anzubringen. (Daß er in dieSchule der Carracci gegangen, welche kaum so altwaren, als er, wird billig bezweifelt. Weit wahr-scheinlicher ist, was Mengs sagt, jene hättensich bemüht, die procaccini zn übertreffen). ZuRoin studirte Lamillus, wie wenigstens seineBiographen behaupten, vornehmlich nach Raphaclund Michelangelo , die Köpfe nach Parmegianino.Schon für sich selbst aber besaß er eine wunder-bare Leichtigkeit im Erfinden und Ausführen, eineNatürlichkeit, Anmuth und Geist, die das Auggewinnen, wenn sie auch nicht immer den Ver-stand befriedigen; was uns indessen nicht befrem-den darf — matte er doch für zehn Andere, baldin allen Städten Italiens , und ward daher dervasari und Zuccari der Lombardie genannt; ob-gleich man nicht laugnen darf, daß er diese bey-den an Lieblichkeit des Styls und Kraft des Co-lorits übertraf. In Mailand arbeitete er dasMeiste und von seinem Beßken; aber auch Schlech-tes sür die, welche schon mit seinem Namen sichzufrieden geben. Dort sieht man ein Paar Or-gelthüren der Hauptkirche, welche verschiedene H.Geheimnisse, und David, der auf der Harfe spielt,darstellen Weil vorzüglicher indessen ist sein jüng-stes Gericht in St. Proculo zu Reggio , was manfür eines der schönsten al Fresco's der Lombardiehalt, und jener St. Rochus unter den Pestbehaf-leten, der selbst einen H. Carracci muthlos machte,als er das Nebenblld dazu malen sollte. Eben-falls gut dann. und fleißiger als gewöhnlich sindseine Arbeiten in dem Dome zu Piacenza , wo ergleichmäßig mit dein schon weit vorgerückten C.Carracci wetteiferte. Dort stellte er die von demVater zur Königin der Welt gekrönte H. Mutterdar, mit einer reichen Glorie von Engeln; Lud-wig, gegenüber die Vater des Limbus; und frey-lich muß man gestehen, daß jener in dieser Nach-barschaft kleiner erscheint. Die Neuheit von Car ,racci's Ideen entdeckte nur desto mehr die Ge-meinheit der seinigen; die Mannigfaltigkeit derKöpfe, Bewegungen und Symbole seiner Engelmachten die für sich so liebliche Glorie von pro-caccini matt und einförmig erscheinen; der großeCharakter, den jener seinen Erzvatern zu gebrnwußte, wurde hingegen in Camillo's ewigemVater vermißt. Aber bald mit jedem andern Ne-benbuhler, außer den Carracci. durfte er sich mes-sen. Auch noch heut zu Tage sucht man sein«Werke in den Galerien Noch vor nicht gar langenJahren wurde in diejenige zu Florenz eine Him-melfahrt gekauft, in welcher die Apostel rings uindas Grab in großer Manier und schöner Abwechs-lung erscheinen. /.«»Lr 1l. 44h— 47. Noch weitvortheilhafter von Lamillo spricht Fiorillo II.428-00. wie folgt: „Derselbe verließ die trockeneund kleinliche Manier seines Vaters. Hingerissenvon seinem mächtigen Geist übertraf er ihn nichtnur in der Erfindung, sondern auch durch die Er-habenheit und Originalität seines Styls, der nurzuweilen ins Koloffalische, selbst Plumpe, über-geht. Dieses bemerkt man vorzüglich an den Hän-den und Füßen seiner Figuren, die dadurch öftersentstellt werden. Ucbrigens zeigen sich diese Män<gel niemals in seinen Oelgemälden oder genauerstudirten Werken. Sein Colorit ist ungemein stark,und man konnte öfter verfuhrt werden, die Werkedes Lainlllo für die eines Palma oder andernvenetianischen Coloristen jener Zeit zu halten". Znseinen bewundernswürdigsten Arbeiten wird dannauch hier sein schon oben erwähnter St. Rochusgezählt, welcher, eben so wie das mit demselbenwetteifernde Bild von Hannibal (die Allmosen-austheilung eben dieses Heiligen), eine der schön-sten Zierden der Dresdner -Galerie ist. „Kannman freylich" (heißt es da) „die Zeichnung des