Q u a r e n g i.
kurz: Einen braven Schüler des Metelli. Lud-wig dann, nach Einigen geb. zu Ravenna , warein naher Verwandter von Cignani und Frances-chini, zugleich in der Geschichte, der Architekturund der Dichtkunst bewandert, und einer der leb»Haftesten Köpfe, die damals den Pinsel führten.Seine Arbeiten waren oft von den seines zweytenLehrers, Cignani, nicht zu unterscheiden. Er undsein Mitschüler, Franceschlni, arbeiteten häufigfür diesen ihren Meister. Den letztern ließ er ge-wöhnlich die Fleischparthien malen wegen der Run-dung und Mürbigkeit, welche er solchen zu gebenwußte; unsers Cluaini Rolle dann waren diefröhlichen Physiognomien und eine gewisse Vollen-dung des Ganzen, für welche er ein wunderbaresTalent besaß. Späterhin arbeiteten beyde in Ge-sellschaft, auf eigene Rechnung. Claim überließseinem Freund die Sorge der Erfindung; seineSache hingegen war, den Figuren einen Styl zugeben, der freylich dem Cignaneschischcn in derStarke des Helldunkels und Colorits weichenmußte, aber durch die ihm eigene leichte Schön-heit noch verführerischer war. Auch die Staffi-rung mit Landschaften, Architektur u. dgl. über-nahm immer der unserigc. Dergleichen Werke sah'man von ihnen zu Bologna , Modena , Piacenza ,Genua und Rom , wo sie sogar für eine der Kup-peln von St. Peter Cartons verfertigten, welchenachwerks in Mosaik gebracht wurden. MchreresHistorisches malte inzwischen Cluaini auch nacheigener Erfindung; öffentliches z. B. einen ziem-lich schönen St. Niclaus im Kerker, von der H.Jungfrau besucht, in der Kirche dieses Heiligenzu Bologna . Jedoch war beyder Thun meist, Pri-vathäusrr zu zieren. /.a-r^r II. 2. 186—87.
Cluarengi ( ), Rnssisch-Kaiscrl. Archi-
tekt, Etatsrath und Maltheser-Ritler, wahr-scheinlich ein Italiener von Geburt, baute imI. 1804. >» der dortigen Kaiser!. Eremitage dieneue Galerie zur Aufstellung der Gemälde aus derfranzösischen Schule, welche, sowohl in Absichtauf Geschmack als auf zweckgcmäße Beleuchtung,sehr gerühmt wurde Konstantin, und (Ar. Pe-tersburg l. V. io 5 .
CLuari (Regina Catharina, geb. Schöneker),Kupferstecherin in Prestels Manier, geb. zu Nürn berg (nicht zu Frankfurt am May», wie es beyKost heißt) um 1762. Sie erlernte ihre Kunstbey Presicl und war eine seiner beßten Schülerin-nen. In 1782. nahm er sie mit sich nach Frank furt , wo (wie wir Mensel N R L- verstehen)sie sich verheurathece. Alle ihre Blatter sind inbraun getuschter Manier und machen ihr Ehre.Meist sind es Landschaften und Viehstücke nachBerghem, Dietrich, I. H Schütze, Klengel, Vi-tringa u. a. Kost 1 l. Z72. führt 9. derselben an.In der Lilbl. der red. u. bild. K III. 1. 9—10.werden: Die Haushaltung der Alpenhirten, unddie ruhenden Hirten beyde nach Dietrich, unterPrestels Leitung von ihr gearbeitet, als gute Blät-tern genannt. Gegenwärtig (1809.) lebt sie, dieEinen sagen, zu Frankfurt , die Andern, zu London .
* O.uarral ( ). Die Bühne war sein
Hauptgeschäft; das Malen bloß sein Vergnügen.
* C>.uast (Peter), ein Holländer, geb. 1601.oder 1603. Die Gegenstände, welche er als Ma-ler und Kupferstecher behandelt, sind fast immerlaunigtcn Jnnhalts. Die Wiener-Galerie besitztvon ihm eine Dorfschenke, die mit l'iocorgusst!nv. und der Jahrszahl i6ZZ. bezeichnet ist; die-jenige zu München einen Zahn- und einen Augen-arzt; Saljthalum: Den Alten, der in einen, Buchliest, mit der Alten, die sich über dem Kohlfeuerdie Hände wärmt: die Bettlerin mit dem blindenManne; den holländischen Branntweintrager mitseiner Frau, und die Barbierstube; lauter kleineBilder. Die Nadel führte unser Künstler mitvieler Leichtigkeit, und bediente sich zugleich sehrgeschickt des Grabstichels. Hingegen tadelt manan ihm Unrichtigkeit der Zeichnnng. In einigen
Quarremere de Quincy. ngz.
seiner Blätter hat er Ähnlichkeit mit Callot , demer in der Führung des Instruments nicht nach-steht!?). Malpe will dieß, wohl mit bessern»Grund, nicht zugeben. Die meisten sind von sei-ner eigenen Erfindung. Sein gewöhnliches Zei-chen ist, ein auf verschiedene Art verschlungenes?. und (Z. Kost V. 42t. Die uns bekannte beßteLitteratur des von und nach ihm Gestochenen fin-det sich in» Mlnklerscheir Gantkatalog. Nachdemselben steht das I'ec. freylich auf keinenderselben, sondern bloß das inv. So z. D. diefünf Sinnen (1628.) Honllius exc. — ZwölfCapricen: Visscker exc. — Sechs und zwanzig(s. 6. 26 ) andere dergleichen: Bettler, Bauernund alte Weiber (1662.) lä. exc. — Wundarzt,der einen Bauer am Fuß operirt: 0 . <le ^onZKeexc.— Sechs Jungens die sich lustig machen:Hori(liu8 exc. — Zwey Blätter, ganz ohne Na-men : lis ^amerlvck , höchst selten, und eineBäurin mit zwey Kindern unter einem großenBaum; andere fügen hinzu: Die vier Jahrszeiten;vielleicht was bey winkier: pnstrs 8cenes <le lsvie runtigue (II. Ikonüius, ^Vaesber^e, 8.isar>8en, C. «le^onßlre exc.) heißt — Eine Folgevon Moden, im Geschmack von Lallors l^obles-8S8, mit schönen Fernen (12. Bl.) 8aver^ exc. —Hinwieder führt Wmkler als nach ihm gestochenan: Das Leben der Bauern (12. Bl), von S.Savery; ebendasselbe (Copie) von C. Schmidt(Augsb. 1672.); 6. Bl- Moden, dann zankende,rauchende und trinkende Bauern, von P. Nolpe,(andere wollen von diesem ebenfalls eine Folgevon Bettlern kennen); das Innere einer Bauern-schenke (aus der Wiener-Galerie), von Prenner. —Noch müßen wir indessen bemerken, daß hinge-gen der (gewöhnlich ungenauere) Katalog vonBrandes, als wirklich mit dem.- ?. < 2 u-, 8 t /ec.bezeichnet, von obigen anführt: Die fünf Sinnen,die Moden in Callots Geschmack; und noch, nebendiesen: Einen Asiaten, mit Köcher u. s. s. Daßalle dieß noch genauere Untersuchung bedarf, ver-sieht sich von selbst.
Cluarel ( ). So heißt in Meusel's
Misc. Xlll. 24 ohne Weiteres, ein Künstler,welcher schöne Landschaften mit wohlgewähltenBäumen und hübscher Slaffiruug, in einer keckenManier gemalt haben soll.
CLuatremere de Cluincy (Anton), einfranzösischer Gelehrter, und zugleich in allen bil-deudenKüusten, vornehmlich aber in der Architekturbewanderter Kunstliebhaber neuester Zeit Schon um1796. war Er es, der die Kirche St. Genevieve zu ihrer damaligen neuen Bestimmung eines fran«zösischen Pantheons einzurichten die Anleitung gab.In 1802. erhielt er, neben Millin, durch Stim-menmehrheit, eine Stelle im Institut. In 1804.hörte man, in einer dortigen öffentlichen Sitzung,eine Abhandlung von ihm: Ueber die Verschieden-heit des Genius und der poetischen Mittel derKünste, mit großem Interesse an. Um dieselbeZeit beschäftigte er sich »»ermüdet mit dem beßtenMittel, Skulpturen an freyer Luft vor dem Unter-gang zu verwahren (S. biouv. <le8 Hrr- IV. Z2-26.). In 1806. sah man von ihm die Zeichnun-gen zu einigen Restitutionen alter Denkmäler indem damals zuParis erschienenen Werke: Dxamencririgue <le8 »ncien8 IÜ8torien8 cl'-Ilexanürele 0i nncl pnr ä'm'utc-Ooiac. Fiorillo I II. iu6—/.nennt ihn einen gründlichen Kunstrichter, der einesTags das — freylich schneidende Urtheil wagendurfte: Daß die größten Meister, welche Frank reich hervorgebracht, nichts als mittelmäßige Zög-linge der Carracci gewesen seyen. Sein Systemüber die cyklopische Baukunst dann stehen wir ingroßer Versuchung, eine sinnreiche Grille zu nen-nen. In den Xrcüive-, litterriire-,. und späterhinauch im Momreur finden sich Nachrichten vonihm über Canova's Werke, deren großer Lobred-ner er war. Um 1807. lebte er zu Paffy beyParis und kündigte damals ein großes Werk überdie altgrichische», von ihmkeramographischeVasenMmmm ni m m