1196 Rahl.
vollkommen an, nnd nähern sich derjenigen deraltern guten Meister, wie z. B. des nicht glän-zenden, aber dafür gehaltvollen Audrans. (Daserstgenannte and zweyte dieser vier Blätter koste-ten 5 . fl. Zu. Kr.; das dritte 2. fl. 24. Kr., dasvierte damals 8. fl. in Papier ). In 1810. end-lich sah man von ihm das Bildniß der Französ .Kaiserin Maria Louisa, nach einer Zeichnung vonKrafft, von welchem es, wie von so vielen an-dern — hieß, man könne ihm <ine große Kennt-lichkeit nicht absprechen; wenigstens sey es bisjetzt das gctroffenste. Tüb. Morgenbl. 1810.S. 1088. (Nach neuern Quellen fallt das Ge-burtsjahr unsers Künstlers in 1778. Scl-on 180h.hieß es von ihm, daß er ein sehr talentvollerKupferstecher und in Figuren und Landschaftengleich guter Zeichner sey. Anfänglich widmete ersich der Goldarbeit, und dann bey dem (ehema-ligen) Jndmkrie-Comptoir zu Hcilbronn der Schrift-gießerei Indessen kennt man von ihm bereits ausdieser frühesten Periode ein artig geschabtes Bild-niß Cromwel's in kl. Folio. In den vier erstenJahren seines Aufenthalts zu Wien beschäftigteer sich meist mit Bildnissen in puuktirter Manier,wie z. B. Adam Schmid's, Roscnbaum's, Bcer's,Gall's und Jenner's Alsdann gieng er zurLandschaft über, und sein erster Versuch (Ruineneiner Brücke) gab ihm den Muth, bald daraufmit der Nadel und dem Grabstichel seine zweyBlätter nach Caspar und Niklaus Poussin (heißtes hier) zu verfertigen. Von Geschichtlichem wirddann, neben dem bereits Erwähnten, von ihmangeführt: Zwey Blätter nach Wächter aus demVI. u. X. Gesänge der Pharsalien (zu der De-genschcn Prachtausgabe); Pompejus , der in derNacht auf Cäsar trift? und: Brutus , wie er,in sich gekehrt, dem Untergänge des letzter» nach-denkt Berruch's Bemerk, a. e. Reise nachN)ien il. 78.). Noch wird aus seiner frühernPeriode (r8o§.) hier nachgeholt: Unschuld undJugend nach Kapeller, zwey Bl. 8 s," hoch,b js" breit» von weichen jedes, so wie das schonanfangs bemerkte Bildniß des Feldzeugmeistersvon Kray 1. fl. g8. Kr. schwarz, und gefärbt dasDoppelte kostete. Seine Blätter sind gewöhnlichnur mit: 0 . kabl bezeichnet. Auf einer Kopieseines oben angeführten Bildnisses, Gall's, vonLaurens in Berlin , liest man (wir denken, umden Plagiat zu verhehlen): Rahl xm-c.
Rahl ( ), ein Bildhauer zu Cassel, neue-
ster Zeit, der im Tüb. Morgenbl. 1809. S. 5 jg.ein feingeistiger Künstler genannt wird. Damalshatte er eine Marmorbüste des H. Königes vonWestphalen, theils uach der Natur, mehr abernach einem Gemälde von Guinson vollendet, sodaß die Kentlichkcit eben nur schwach gerühmtwurde.
Rahn (Friedrich Gottlob) war um die Mittedes XVIll. Jahrh, als Maler bey dem Königl.Kurfürstl. Theater zu Dresden angestellt. Der —Popplyer zJeu - Jahres - Begräbmß - Socie-tät — bestehende Lege« von 1755. Friedrich stadt (Dresden ) 4°. S. 27. N°. iä6.
— — (Joh. Caspar), von Zürich in derSchweiz , geb. 1769. einer der vorzüglichstenschweizerschen Landschaftsmaler, machte seine Stu-dien zu Dresden , und nachwerts in Italien . Schonin 1792. sah' man nach seinen Zeichnungen, in, getuschter Manier, von Franz Hegi für den Frauen-holzischen Verlag gearbeitet, 4 - Bl. (den St. Laza-rus-Bogen, die Bäder des Titus, den Sonnen-tempel und den Tempel der Minerva-Medica zuRom ), von welchen je das Paar 12, fl. kosteten.Um 1802. kehrte er nach Haus und malte dortum diese Zeit für den Kaiserhof zu Wien vier Bil-der von Uebersichten aus dem Oestreichischen Stamm-hause Habsburg bey Schinznach, womit H. Ru,dolf Meyer von Aarau sein, gedachtem Hofe über-reichtes Modell des erwähnten Schlosses und des-sen Umgebungen begleitete- Verschiedenes Lobens-würviges sah man von diesem Künstler auf den
Raibolint.
Zürcher -Salons von 1799-1800. Dann wieder1806.—8. u. 10. So z. B. 1799. vier Landschaf-ten , darunter eine Kopie nach der berühmten Hirsch-jagd von Ruysdael in der Dresdner -Galerie, vonwelcher es in einem Aufsätze in Meus. Arch. II.2. 11. heißt: Daß sie brav und gut gerathen, dieWahl aber nicht zu loben sey(?); aus der, wohlseltsam angeführten Ursache: Denn bey der nichtnur gemeinen, sondern sogar widrigen (?) Natur,und dem gänzlichen Mangel an poetischem Geiste (?)in Ruydaels Bildern, waren die meisten derselbenvor Alrer so schwarz und braun geworden, daßman noch zwar Manches daraus lernen, aber beybloßer Kopie nie etwas Schönes und Gefälligesdaher zu Stand bringen könne." In 18 2. denRheinfall in Graubündten In i8oZ. einen Was-scrfall am Rigibcrg, zwey Ansichten vom ZugerrSee, und das Schloß Froburg im K. Solochurn;die drey erster» sehr schon, das letztere etwas hurt.Um i8oj. gieng er das erstemal nach Wien . Dortrühmte I. R. Frist!,' (1809 ) von ihm seine Praiikund das Gefällige und Angenehme seines Um-gangs. Um 1806. befand er sich wieder im Va-terland, und sah' man von ihm neuerdings aufdem Zürcher -Salon dieses Jahrs: Die Sennereyauf Burg b?» Eolothurn, das Pfefferserbad, denGlärnisch , die Aarbrücke am Grimselflusse, eineGegend am Lungcrnsce, eine andere im Klonkhal;lauter Bilder von mehr und mindern, Interesse;so wie 1807. viere, welche die damals den höch-sten Antheil erregenden Schreckensscenen von Lo-werz und Goldau darstellen, und nachwerts vonihm in so viel großen Blättern erschienen, welchebraun und kolorirt 10. fl. kosteten. Auch in 1808.stellte er wieder eine Gegend am Lungernsee, einenWasserfall in Oberhaoli-Mühlethal und eine tref-liche Kopie nach P. Potter auf. An mehrernjener seiner spathern landschaftlichen Arbeiten wurdedann freylich ein gewisser nach der Tapete ziehen-der allzu geleckter Ton nicht ohne Grund gerügt,den aber, wie wir mit Vergnügen hören, diesergeschickte Mann bereits wieder aufgegeben hat.In 1809. gieng er zum zweyrenmal nach Wien und befand sich noch daselbst 1811. I» 1810.gab Franz Hegi nach ihm sehr schöne Blätter:Ansichten der neuen Simplonstraße , welcheBahn kurz vorher nach der Natur gezeichnet harte.Eine nähere Beschreibung derselbe» s. im Tüb.Morgenbl. 1809. S. 191—92. (Nach einer un-serer neuern Quellen hielt Rastn in 1797. sich nochin Dresden auf, und sah man auf dortiger Aus-stellung desselben Jahrs von ihm 5 . nach der Na-tur gemalte Schweizergcgenden; dann Kopiennach Ruysdael und van der Ncer, die man vor-treflich nannte; so wie ihm überhaupt damals schondas Lob eines geschickten Künstlers beygelegt wurde).Noch bemerken wir, daß Mensel in rI. R L.denselben, beydes unter Rastn und Rstan auffuhrt).
* Raibollni (Franz), genannt Francia.Derselbe (heißt es bey Fioiillo II. 4^2. u. ff.)kann als das Haupt der Bolognesischen Schule be-trachtet werden, welche sich bis auf die durchCarracci bewirkte Revolution erhielt, darauf aberin der von diesem gestifteten Schule sich verlor.In früher Jugend wurde er bestimmt, die Goldsschmiedskunst zu lernen; da er sich aber, miteinem hohen Geiste begabt, auf das Zeichnenlegte, so that er sich nicht nur bald im Stempel-schneiden und Niello-Arbeiten rühmlich hervor,sondern erwarb sich auch den Namen eines voll-kommenen Malers, nachdem er den Unterrichtdes Marco Zoppo genossen hatte, vasar, erzählt,Francia habe für den Pabst Julius II. verschie-dene Schaumünzen verfertigt, welche mit denendes Caradosso wetteifern könnten. Man vertrauteihm daher die Münze zu Bologna an, und eshaben sich noch mehrere Stücke erhalten, die wäh-rend den Unruhen der Denkivogll geprägt wordensind. Von seinen Nicllv-Arbeiten dann sagt unsT> Leonardl (8pec. iapicinm 1^. III. (2.): VI-rumco^nosco in boc celeborrimum etsummum,uomlns B'Mrcrrcxm öono»r>»rem, alitor ,