Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1195
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Raggi.

* Raggi (Anton). Seine Statüe des Do-

naustroms war nach der Zeichnung seines LehrersBcrnini's. Den Engel , her die Leidenssäule trägt,auf der Engelsbrücke , verfertigte er im Wettstreitemit andern seiner Kunstgenossen, und selbst seinesMeisters. Viel Anderes von ihm, in und außerRom (wie z. B zu Subiaco, Siena , Lorektound Mailand ), führt pascoli an. Dieser Künst-ler gieng öfters nach Castel-Gandolfo ; auf einerdieser Reisen that er einen Fall aus der Calesche,welcher ihn die zwey letztem Jahre seines Lebensan aller Arbeit hinderte. Ausgezeichnete Schülerhatte er keine, ob er gleich sehr viel Talent, uüd ebenso viel Güte zu Ausbildung derselben besaß. Durchseine Kunst erwarb er sich ein beträchtliches Ver-mögen, so, daß er sich ein Haus in der Stadt undeine Villa bauen konnte. In seiner Ehe hatte erzehn Kinder erzeuget, von welchen aber, wie esscheint, bloß sein vor ihm verstorbener Sohn An-dreas sich ebenfalls der Sculptur mit Erfolg ge-widmet hatte, ciII. 7678, EineCharakteristik von ihm, als Künstler, haben wirnirgends gefunden. Der einzelne wareler willvon seiner Madonna zu Paris , welche ein Ge-schenk des Kardinals Barberini war, eben nichtviel rühmen. Die Schrift: LVinkelmann u. s.Jahrhundert S. 20t. nennt ihn kurz einen Nach-ahmer der Manier seines Meisters. Dort wirdfein Todesjahr irrig in 1682. gesetzt. SeinenEngel mit der Leidenssäule, von A. Wesierhoutgestochen, sieht man in: X. k. K. p. 761.

* (Peter Paul), geb. um 164b. undgest. 1724. Derselbe (heißt es bey Lanzi II. 2.54"4 r.) war für Erfindung und Kolorit sehrgeschätzt. Aus wessen Schule er gekommen,ist unbekannt; sehr carraceschisch erscheint erzu Guastalo in seinem das Kreuz b-krachten-den St. Bonaventura Galerien besitzen vonihm Bacchanale's, welche, nach Rarr-'s Be-merkung , Castiglione's gleichen, so wie andereCarpioni's. Am Beßten kennt man ihn zu Ber-gamo ; wie z. B. aus dem sehr geschätzten Bildeseiner zum Himmel erhöheten St. Magdalena inder dortigen Kirche St. Martha. Von sehr hef-tigem und zänkischem Gemüth, soll er sich baldin Turin, bald in Savona, dann wieder zu Ge-nua , Lavagna, in der Lombardie, und endlicheben in Bergamo befunden haben, wo er seinletztes Ziel und Ruhe fand.

Rago (Manuel), ein spanischer Maler, wirdvon FioriUo (lV. 271.), ganz ohne Weiteres,unter denjenigen zahlreichen Künstlern genannt,welche in 1661. für die Freyheit der Malerey dasWort führte, und es dahin brachten, daß ihreBeflissenen von Zöllen, Kriegsdiensten u. s. f. frey-gesprochen wurden.

Ragoi ( ), vielleicht ein irrig geschriebe-

ner Name. Nach ihm soll Marterte ein Blatt inFolio (oben die H. Dreyfaltigkeit, unten verschie-dene Engel) gestochen haben.

Ragonbäuld (Renätus und Remigius de),Vater und Sohn, französische Glasmaler, wohn-haft zu Anet, und hatten in i 555 . von Heinrich II.Privilegien für ihre Kunst erhalten, le )Voi»-ster p. 47-

* Ragst (Franz), geb. zn Bagnolet 1641cVon seinen Kopien der Blätter von Bolswert,Pontius und Vorstermann nach Rubens heißt esbey Rost (VIII. 358 .) sehr begründet: »Manmuß schon Kenner seyn - um nicht hintergangenzu werden, da diese Händler, um die Blätter fürOriginale auszugeben, den untern Rand derselben,der des Stechers Namen enthalt, weggeschnittenhaben." Neben jenen dann nennt ein Verzeichnißmeines sel. Vaters von ihm: Eine Madonna mitSt. Cathcrina, und Rinald und Armida, beydenach Vandvck; den Tempel des Ruhms nach G.Huret; ein Bildniß des Kardinals I. F. de Gondynach du Moustier; die Geißelung nach I. Palma ;

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die H. Jungfrau mit St. Johann nach Titian ,und den Fall der Engel nach S. Vouet . Auchnach le Brun soll er etwas uns Unbekanntes ge-stochen haben.

Ragueneau (A.). Nach einem uns sonstganz unbekannten Künstler dieses Namens hat I.C. Philipps das Bildniß des Prinzen Wilh. Hein-richs von Oranien gestochen.

*Raguener( ). Gaulr de Sr. Ger-main S. 296. nennt ihn unter den unbedeuten-der» französischen Künstlern seiner Gattung imXVIII. Jahrh, und führt von ihm an: Ansichtendes Louvre, Pont-Neuf , Pont Marie und PorstSt. Paul, mit vielen Figuren staffirt, die sich imKabinet Julienne befanden.

. * Raguil (Carl). Derselbe war ein schlech-ter Formschueider zu Papillon's Zeiten in Paris .Hemecke III. i 5 i.

...* Ragusio (Paul de), wahrscheinlich einaus Ragusa gebürtiger und in Florenz wohnhaf-ter Goldschmied,,wo dergleichen Gewerbe damalsin ungemeinem Flor war, auch auf eine weit so-lidere, weniger zum Handwerk und zum Fabrik-wesen sich hinneigende Weise geübt wurde, alsgegenwärtig geschieht; da nämlich Modelliren,Ciselliren und Gießen zu jener Zeit für jenenBeruf unerläßliche Fertigkeiten waren, und derGoldschmied durch dieselben einen Platz nebenden plastischen Künstlern erhielt, so wie auchdie Schmelzmalerey ihm gleichsam die Pforte zurMalerey öffnete. Von dem unsrigen kennt man,neben Anderm, eine Schaumünze mittlerer Größe,auf deren Averse das flacherhobcne Brustbild Kö-nig Alphons von Arragvn, auf dem Reverse abereine stehende weibliche Figur sich befindet, die inihrer Linken einen langen, von einer Schlangeumwundenen Stab, in der Rechten etwas einemBeutel Aehnliches hält. Umher liest man: Opus.

ste. Derselbe mag mit Dick. Pir

sano zu gleicher Zeit gelebt haben, da sie beydeden gleichen Helden, ungefähr in gleichem Alter,und ungefähr in demselben Geschmacke darzustellenversuchten. Beytrage; Gesch. d. Schaumünz.neuerer Zeiten an der Spitze der Jen. A. L- Z-1810. S. 111.

* Raguzzinl (Philipp)', s. Rauzzini.

Rahden (von). Einen solchen benennt einschlechtes, von Sander gestochenes Titelkupfeczu: Leben und Tbaren eines preußischen Regi-inenttambours (8°. Breßlau 1810) als Zeichner.

R«bl (Carl Heinrich), deutscher Kupferste-cher neuester Zeit, gebürtig von Heilbronn , lebteum 1804. und, wie wir glauben, noch 1810. zuWien . Schon im erstgenannten Jahre kannteman von ihm z. B. das Bildniß des Feldzeug-meisters von Kray, nach Kapeller in punktirterManier; dann das Titelkupfer zu dem in Wien erschienenen Abriß der westlichen Provinzen desösterreichischen Staats. Um dieselbe Zeit wagteer sich bereits an Höheres, und arbeitete an einemBlatt: Christi Unterredung mit der Wasserschöpfe-rin, nach H. Carracci in der Friesischen Galerie.In 1806. gab er im Fraucnholzischen Verlagezwey Landschaften nach Originalfkizzen von C.Pouffin (beyde zu 2. fl. g 5 . Kr); dann >807 theilsin eben diesem Verlage, theils in demjenigen desWienerschen Jndustrie-Cömtoirs: Hiob und seineFreunde, Maria am Grabe sitzend, und eine H.Familie (das Kind auf dem Lamme reitend), alledrey nach Zeichnungen von E. Wächter ungemeinverständig geätzt (verkleinert von ihm selbst in Um-risse), s. man solche im Tüb. lMorgenbl. 1807.E. 479. u. S»4.); ferner auf zwey Blättern eineder schönsten »nd größten Komposiionen von I.Karstens: Danke's Ankunft in der Hölle. LNeus.Arch. II. ( 5 .) io 5i" 6 . Dort heißt es, nebenAnderm, von ihm: Seine Manier passe dem Geiste,in welchem jene Zeichnungen ausgeführt seyen,