Band 
Zweyter Theil [2].
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1197
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Raibolint.

qul säeo in tarn psrvo ordiculo seu »rgent!lamiae» tot tiomines, tot snimalia, rot mon-tss, arbore8 , cgstra so tot stivema ratlonezitugue po8>ts si^urat seu incistit, guost äiotuso vi8ii mil-sbile »ppsret. Eine Siegesgöttinvon ihm in dieser Kunstgattung sah' man in derSakristey der Kirche alla Misericordia zu Bo-logna . Auf die Malerey endlich legte er sich mitdem glücklichsten Erfolg und erhob sich in einemZeitpunkt/ wo mehrere ausgezeichnete Geister auf-standen, wo Rom einen Danucci, Florenz seinenda Vinci und Venedig die Bellini hatte, zu demvorzüglichsten Künstler Bologna's . Untersucht mandie Werke, dir er in seiner Vaterstadt, vorzüglichist der gleich vorgenannten Kirche und in St.Giorgio Maggiore zu Bologna der Nachwelt zurBewunderung hinterließ, so muß man gestehen,daß ek jenen genannten Meistern mit vollem Rechtgleichgestellt werden kann: In der erstem seheman, neben Anderm, seinen (wie es heißt, dort-hin geschenkten) berühmten St. Sebastian (1^22.),der lange als Canon im Studium des Nacktengedient und (itzc>6.) von dem Kardinal-Legat Giu-stiani gegen eine Kopie weggekapert wurde; dannebendaselbst seine Madonna mit St. Augustin undFranzise, mit der Unterschrift: Opu8aurisicw; sein Krucifix am Altar der FamilieGraffi zu St. Stefano (1620.) u. s. f. Mag im-mer seinen Figuren ein gewisses Feuer fehlen!Dafür ist seine Zeichnung richtig , das Koloritübertritt um Vieles Perugiuo seines, und seineWerke zeigen schon jenes glückliche (gefährliche)Talent, große Meister zu vereinbaren, welchesdie Carracci in der Folge mit so vieler Kunst ent-wickelt haben. Daß er ein Freund des jüngernRaphaels war, ist bekannt. In einem Schreibendes letztem an den erstem (i 5 o 8 .), ein Jahr nachLrancias Ankunft zu Rom , rühmt Raphael des-sen Madonnen: »Schönere, andächtigere und bes-ser gemalte hab' er keine gesehen"; dankt ihm dannfür sein, F. ihm übersandres Bildniß, »das" (sagter) »so lebendig ist, daß ich oft getäuscht wurde,zu glauben, daß ich bey Euch sey und Enere Wortehöre"; verspricht ihm dafür sein eigenes, und legteinige seiner. Zeichnungen bey. Gegen diejenigen,welche behaupten, /rancia habe Raphaels Ver-dienste zu verkleinern gesucht, zeugt wohl am Beß-ren ein Sonett des Erstem, der auch kein unfei-ner Dichter war, und welches die hohe Ehre an-zeigt, womit er den unsterblichen Geist seines jun-gen Freundes verehre. »Könnte man'' (heißt esdann bey Fiorillo am Schlüsse) »mit EinemBlicke die Werke des Perugino, des I. Bellini,da Vinci's und unsers Francia neben einanderbetrachten, so würde man in allen eine vollkom-men gleiche mechanische Ausführung wahrnehmen.Ein ungemeiner Fleiß, eine hohe Vollendung, einreizendes Kolorit und eine treue Nachahmung derNatur charakterisiern die Werke aller dieser Mei-ster. Seine und Bellini's zeichnen sich indessenbesonders durch ihre starke Farbengebung aus".Auch Lanzi (II. 2. 7922.) bemerkt vörderst,wie man unsern Künstler zu Bologna wenig-stens für den ersten seines Jahrhunderts, füreinen Gorr gehalten; er selbst dann nennt ihn»vortreflich, in jenem Styl, den man alt-neuheiße"; zwischen Perugino und Bellini so in derMitte stehend, oder vielmehr so mit ihnen zu ver,gleichen, daß er (glaubt nun Lanzi) von demerstem Farbenwahl und Ton, von dem letztem hin-gegen die vollen Umrisse, die breiten Gewänder undden meisterhaften Faltenwurf entlehnt; daß seineKöpfe in Anmuth und Grane diejenigen von Pie-tro nicht erreichen, aber würdevoller und abwech-selnder als die von Bellini seyen. In den Bry-werken von Architektur und Landschaft wetteifereer mit Beyden, ohne ihnen jedoch gleich zu kommen.Seine Christkinder setze er nicht auf den Schooßder Mutter, sondern, wie es die Aeltern noch zuthun pflegen, auf einen andern Grund, und fügesolchen Madonnenbildcrn gewöhnlich noch dieHalbfigur eines andern Heiligen bey, wie es die

Raibolini. ngl

Venetianer dieser Zeit zu machen pflegten. ImGanzen aber nähere er sich mehr der römischenSchule; und so sehen seine Madonnen, in denAugen der minder Erfahrenen, wirklich Perugini'sseinen gleich". In Bologna sah man, nach va-sari, auch schöne al Fresco's von ihm; unddort und anderswo viele Altarblätter, meist mitgrößer» Figuren, als hingegen diejenigen vonPietro und Bellini waren; ein Vorzug, welcherder Bologneser-Schule früher als andern ge-bührte. Noch ist es ein ganz eigenthümlicherRuhm unsers Künstlers, daß er erst bey mann-baren Jahren den Pinsel ergriff, und dennochin kurzer Zeit ein Meister ward, der mit denFerraresern und Modenesern es aufnehmen durfte.So z. B. in der Kapelle Bentivoglio zu St.Jakob in Bologna (1490.), wahrscheinlich einemseiner frühesten Werke, wo er sich noch (wiewir schon oben ein Beyspiel gesehn) kranc^cuskrancis, Hurifex unterschrieben, wahrscheinlichum seinen frühern Beruf anzudeuten. Und dochwar dieß schon eine sehr schöne Arbeit, welche injeder Figur und in jeder Verzierung eine großeFeinheit der Kunst verrieth; zumal in den Man»tegnesischen Arabesken auf seinen Pilastern. Inder Folge vergrößerte er seinen Styl. sogar daßLavazzoni, in seiner Schrift über die Madonnenzu Bologna , uns glauben machen will, daß derunsrige seinen Styl nach Sanzio's seinem verbes-sert habe, so daß, wenn dieser ihn hinwieder seineSt. Cacilia auszubessern bat, man die Bescheiden-heit dieses Engel gleichen Menschen fast noch mehrals seine Kunst bewundern muß und hinwiedernichtminder unsers Francia's Edelsinn, den (nochmehr als sein oben erwähntes Lobgedichk aufRaphael) die schöne Anekdote beweist: Daß,als, nach des letztem Tod, er wahrnahm, wieder Zulauf zu seinem St. Sebastian sich immervergrößere und derjenige zu Sanzio's Cäciliahingegen ahnahm, er sein Bild von seiner erstenStelle wegnahm und nach St. Misericordia brachte,»aus Besorgniß" (wie Albani erzählte), »manmöchte ihn verdächtigen, er habe dasselbe eigensgemacht und ausgestellt, um mit dem großenManne zu wetteifern". Das Jahr seines Todesist unbekannt; doch soll aus einer Zeichnung,die H. Thomas Dernardi zu Lucca besitzt, er-hellen, daß solcher am 7. Apr. rööä. (im Regi-ster bey Lanzi heißt es 55 .) erfolgt sey. InDeutschland besitzen von ihm: Die Galerie zuWien eine Madonna mit dem Kind auf dem Thron,St. Franzisc und St. Catherina zu beyden Sei-ten, vor dem Thron der kleine St. Johann, mit:F'-anrra -Zurckaber öonc>(?) unterzeichnet, ein6 ^ hohes und 4, breites Bild, in ^ lebensgroßenganzen Figuren. Dann diejenige zu Dresden :Eine Taufe Christi mit zwey Engeln, und eine Alle-gorie auf den Prinzen Doria, unter der Figureines Neptuns, zur Seite die Religion mit demKreuze, beyde von noch größerm Maaßstab alsobiges; letzteres auf Leinwand gemalt; diejenigezu München endlich (8. v. ein kleines

Staffeleybiio: Christus in seiner Herrlichkeit, wirdvon Engeln getragen; um ihn die Kennzeichenund Bilder der vier Evangelisten. Gestochen nachihm hat das oben genannte Dresdner -Bild I.Folkema für das bekannte Galeriewerk; dann A.Venekiano (i 5 i 8 .) eine Madonna, die das Kindvom Boden hebt, ein seltenes Blatt; St. Johan-nes in der Wüste, mit der Jahrszahl iLä2. demMarc Anton zugeschrieben, sehr selten; einigePlafonds mit Göttern und Lugenden jemand unsUnbewußter, und G. Ruggicri etwas uns eben-falls Unbekanntes, 8. v. />n»cm.

* Raiboli»»,' (Jacob), genannt Lrancia,Franzens Sohn. Bisweilen (heißt es bey Lanzi1l. 2. 22.), wie j. B. in der Galerie Gmstiniani,zweifelt man, ob eine Madonna vom Vater oderdem Sohn sey, obschon freylich, nach LNalva-sia's Urtheile, der lctztre den erstere nie ganzerreicht hat. »In großem Werken war Jacob"