ngg Raibolini.
(dies ist nun Lanzi's eigenes Urtheil) „bisweilendem Vater allerdings nachzusetzen, wie z. B. inSt. Vitale zu Bologna , wo dieser Engelchen umeine Madonna malte, die freylich etwas dünne,aber anmuthig und von höchster Hurtigkeit sind;Jacob hingegen eine Geburt, freylich von pasto-ftrer Zeichnung, aber in minder schönen Stellun-gen und mit übertriebenen Gebehrden und Ausdruck.Anderemale dann übertraf der Sohn den Vater,wie in St. Johann von Parma, wo Jeder wün-schen möchte, Franz hatte dort lieber das mit1019. datirke schöne Bild Johanns, als seineGrablegung gemalt. Roch andere Male, wie inseinem St. Georg bey St. Franzisc zu Bologna ,erreichte der Sohn vollends das Beßre des Va-ters , so daß man dieses Bild für Franzenshielt, bis man vor nicht gar langer Zeit das: A'.kranci-, 1626. daran entdeckte. Wie es scheint,X war von Anfang au sein Zeichnungsstyl dem neuernähnlich. In seinen Arbeiten sah' ich nie so präch-tige Vergoldungen und so dünne Aerme, wieFranz damals anzubringen pflegte. Mit denJahren wurde seine Manier vollends immmer freyerund leichter. Einige seiner Madonnen wurden mehr-mahls kopirt, und Aug. Carracci stach sie in Ku-pfer; seine Köpfe waren sehr lebhaft, aber min-minder schön, studirt und gewählt, als die seinesVaters Bekannt ist auch sein Verdienst, daßer mit einigen andern Künstlern bemühet war,die Maler von den gemeinen Handwerken, mitdenen sie bisher Eine Zunft machten, zu trennen.Look. Florillo II. /j.77.
* Raib 0 1 > ni (Joh. Baptist), Jacobs Sohn,st. 1 ^ 75 . Lanzi II. 2. 2Z. nennt ihn sehr mittel-mäßig.
— (Julius). Auch dieser erreichte sei-nen Anverwandten und Lehrer bey Weitem nicht.Florillo II. 477. Nach Lanzi II. 2. (im Regi-ster) blühete derselbe schon um 1600. Im Texteselbst haben wir von ihm keine weitere Spur ge-funden.
Raid (Johann Zacharias), ein Maler zu Augs-burg , zeichnete, nicht ohne Verdienst, einige evan-gelische Friedensgemälde, im X VI ll. Jahrhundert,von Sterlett S. 554. Liporvsky.
* Ra-del (Herg. Z. oder H. F.) Sein Zei-chenbuch führt den Titel Reißbüchlein. Derselbewar auch in Rom , und gab dort ein (seltenes)Blatt: St. Maria in Araceli, welches ohne dasJesuskind auf Cypressenholz gemalt ist, und, wieso viele andere in Welschland, von der Einfalt demEvangelisten Lucas zugeschrieben wird. Dannführt der winklersche Katalog von ihm eineFriese mit drey Büsten von Rubens , Umbach undOssenbeck, und 9. artige kleine Landschaften mitRuinen und Figürchen an, die mit: H> b'. stsiöel1649. signirt sind, und von welchen eine den Künst-ler selbst, wie er nach einer Ruine zeichnet, dar-stellt. Dann kennt man auch Bildnisse nach ihm;wie z. B. des Arztes G. H. Walch von M. Haffnergestochen, des Wundarztes I. Schmidt ( ). ). so.)des M. P. Jenisch (II. so.) u. s. f.
* Ralllard ( ),hieß Jacob. Von odernach ihm finden wir irgendwo angezeigt: legnäe Vaugirsrch Lvegne ä'^n^ers p. 1755. Dann,sicher nach ihm, 6 . Bi. Thiere von G. Leone, nicht,wie es oben, im Art. dieses letztecn heißt, vonRaiUand nach ihm. Uebrigens sind die letztge-bachten Blätter, (kl. Quarto) einem Kupferstich-verzeichnisse zufolge, mit: Zkc Aar/iarcii Xapoli!nv. Leone so. bezeichnet, woraus auch der,wenigstens einsweilige Wohnort unsers Künstlerserhellet. Endlich war' es auch möglich, daß derRaiUard des Lex. und Jacob RaiUardi zweyPersonen seyn dürften.
* Ratmend (Johann), s. Raymond.
— — (Meister), ein spanischer Baumeisterdes Mittelalters, gebürtig von Monforte di Lames.
Rainalds
Don ihm wurde die Cathedrale zu Lugo neu erbaut.Ein deswegen vom Bischöfe, den Canonicis unddem Adel daselbst in nZg. errichteter Traktat giebtihm ein Jahrgeld von 200. Schillingen ; oder, imFall einer Münzwerths-Aenderung, dafür 8 . MarchSilber, 56 . Ellen »vare) Tuch, 17. Karrn Brenn-holz, Schuh und Stiefelgen so viel er nöthig hat,monatlich 2. Schill. für Fleisch, ein Vierthel Salz,und ein Pfund Wachs. Dafür machte er sich an-heischig alle Tag' an dem Werk' zu seyn, und, wenner darüber stürbe, es durch seinen Sohn vollendenzu lassen. Nach — 58 . I. stand dann diese Kirchefix und fertig da ! Dieselbe hat drey Schiffe; inn-wendig eine Emporkirche, und vier Thürme anden vier Ecken. Alles ist sehr genau und dauerhaftaus einem weißen Stein erbaut, und besondersmit äußerst starken Gewölbern versehen. M'ÜLiaLll. ters. 1 . 120.
Raim 0 nd ( ). So heißt irgendwo, ganz
ohne Weiteres, ein französischer Baumeister um1770. Ob derselbe vielleicht noch der unken fol-gende Anron Raymond seyn dürfte?
* Raim 0 ndi (Eliseus). Derselbe gab aucheinige zur Baukunst dienliche Schriften ans Licht.
Crernona litorata.
*Ralmondo( ). Lanzi II. 2. 55 i.nennt das im Lex. von ihm angeführte Bild schätz-bar, wegen dem Leben seiner Kopfe und dem kräf-tigen Kolorite, die Drappcrien dann freylich nochmächtig mit Gold verbrämt.
* Rainaldi (Carl) , des Hieronymus Sohn. Nachdem derselbe in der Geometrie undden Schönen Wissenschaften gute Studien ge-macht, wurde er endlich ein berühmter Baumei-ster und die Ehre seiner Familie. Jnnocenz X.der bald seine Talente erkannte, gab ihm jetztden Auftrag, die Kirche Agnese auf dem PlatzNavona zu bauen, deren griechisches Kreuz nichtschöner und in besserm Ebenmaaße seyn könnte,und welche überhaupt, wenn nur die Ecken nichtso sehr mit stark erhobenen Pflastern überladenwären, zu den vorzüglichsten Bauten gehörenwürde. Dieselbe brachte er bis an die Cornische,und sie wurde nachwerls vonBerromini vollendet.Bald hernach verordnete der Pabst ihn zum Haupteder Kongregazion, welche untersuchen sollte, obder von Bernini aufgeführte Glockenthurm vonSt. Peter sich in so gefährlichem Zustand befände,als dessen Neider behaupten wollten? Er suchteauf alle Weise das Gegentheil zu erhärten; demungeachtet wurde derselbe eingerissen und ist seit-dem nie wieder aufgebaut worden. Er selbst hattebey der Gelegenheit mehrere Zeichnungen von einemdergleichen schlankern und schicklichern Gebäude ge-macht; ebenso, vier verschiedene Zeichnungen undModelle für einen St. Petersplutz, welche aber,vielleicht wegen des mittlerweile erfolgten TodesJnnocenz X. alle unausgeführt blieben. Von sei-ner Angabe dann war auch das Grabmal desKardinals Bonelli alla Minerva; hierauf die Re-stauration der HH. Apostelkirche, deren Porticus,seines schwachen Fundaments wegen, ihm wenigEhre brachte , da nachwerts Carl Fonrana ihnneu aufbauen mußte. Eben so wenig lobenswerthsind, aus andern Gründen, nämlich ihres schlech-ten Geschmackes wegen, seine Fahade von Giesual Corso und von St. Andrea della Valle, sowie die Kirche Maria in Campitelli , welche in-dessen nicht bloß des Papstes (Alexander Vll.),sondern auch seither sä vieler Halb- und Nicht-kenner vollen Beyfall erhielten — jene erstere mitsamt ihren Pilastcrpiedestallen, welche U so hochals die Pforte waren, und letztere wohl ihresSäulenwalds wegen u. s. f. Seine Zeichnung fürnoch eine andere Fa<;ade von St. Carl» al Corsohingegen wurde verworfen, aber deswegen vonein Paar Geistlichen (Menicucci und dem Kapu-ziner Fra Mario da Canepina) mit Beyrath derdortigen HH. Kirchenpfleger nur noch ärger aus-