Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1199
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Rainald!.

geführt. Vielen Ruhm erwarben ihm dafürund dieß nun mit Grund seine beyden klei-nen graziösen Zwillingskirchen auf der Piazza del Popolo , Madonna de Miracoli und de CaMposanto, obgleich solche eben nicht ohne Gebrechenfind, die man aber vielleicht eben so gut Bernini oder Fvntana zuschreiben kann, die solche vollen-deten. Auch dir Fa^ade von St. Maria maggiore gegen den Obelisk zu, mit ihren schlechten Lich-tern , und dagegen ihrer schönen weiten Stiege,ist sein Werk, und eben so in derselben das Gradsmal Clemens IX . Von seiner Zeichnung sind fer-ner der Dom zu Ronciglione, die graziös« Kirchevon Mvnkeporzio, der größere Theil der Gartenvon Mondragone und der Villa Pinciana, undvor Allem aus der (ehemalige) Pallast der stanzös.Akademie zu Rom , welcher, minder reich, nurum so viel schöner wäre. Bekannt ist dann, daßder Herzog von Savojen ihn mit zwey Ritteror­ den beehrte; minder, daß er auch von Ludwig XIV. sein mit Juwelen geziertes Bildniß für eine Zeich-' nung vom kouvre erhalten habe. In seinem Aeus-sern war Rainaldi ein schöner, munterer und sehrangenehmer Mann, ein Liebhaber von Pracht,und der gerne mit den Vornehmsten ümgieng,denen er sehr wohl gefiel. Dabey war er ein so-genannter guter Christ, der viel Allmosen spen-dete und aus alle» feinen Juweelen ein Osten so-rium verfertigen ließ, womit er die Kirche delleEtimmare beschenkte. Noch löblicher indeß warsein freundschaftliches, offenes und aufrichtiges Be-nehmen gegen seine Kunstgenüssen und überhauptgegen Jedermann. Sehr liebte er die Musik,zeichnete so gut als ein gelernter Maler, war inseinen Erfindungen hurtig, fruchtbar an großenIdeen, die er eben so fertig, als ohne Abbruchder Dauerhaftigkeit, zierlich auszuführen wußte;dabey aber freylich ziemlich incorrect, und, wiewir schon erwähnt, besonders in seinen Kirchen-Fa?aden nicht einfach genug, so daß er, leider!in alle die Mißbrauche und Fehler gab, woreinalle diejenigen gerathen, welche einmal vonder richtigen Bahn der Kunst abgehn und sich soin allerley Labyrinthe und Dunkel verirren.

(L6. ter?.) II. si/22. Lauf. ei'/Fr-Fens rille(nach Oascolr und Baldinucci ) I. 262ho. Nachihm gestochen kennr man auch von A. Clouet: DiePorta del Popolo zu Rom , nebst den beyden ge-nannten Kirchen, welche der Kardinal Castelli(dieser ewige Baugeist') »ach seiner Zeichnung er-richten ließ. Wenn, wie das Lex. richtig meint,es unser Carl ist, den Bonanni hingegen Franznennt, so waren es seine obenangeführten Ideenfür den Glockenthurm zu St. Peter und zum Theilauch für eine Fa<;ade dieses Tempels, von wel-chen I. Frezza und A. Speech! für die: nist."Pomplr Viitle. T'ab. 65 . u. 60 . Abbildungen ge-liefert haben. Anderes nach und von ihm dann be-merkt schon das Lex. Das dort angezeigte Blattdes Theaters al Gicsu datirt sich von i 65 o. hat27" Höhe und 17" Breite, und ist von großerSeltenheit. Noch finden wir irgendwo ein Blatt:

llel ?opolo üvtto rZIes-isncjro VII. wie-der nach oder von ihm angezeigt. Ob endlichF. Colignou und H. David etwas, uns Unbe-kanntes, nach ihm oder einem Andern von denvielen Rainaldni gestochen haben, wissen wirnicht anzugeben.

* Rainald» (Domiti'ns und Joh. Leo) , desunten ff. Prolomans Söhne, welche im Lex. un-ter dem Art. Carls, ihres Vaters Druderssohn,erscheinen, folgten dem Vater in seinen Stellenzu Mailand . Man nannte sie die prolomaen.Neben Anderm bauten sie Mehreres im Veltlin.eie Fönten«!/.

* (Franz), welcher im Lexikon unterdem Art. Carls sowohl, als nachher besonderserscheint, ist entweder wirklich (s. den vorherge-henden Art.) mit Carl Einer und Derselbe, oderdann (noch wahrscheinlicher) einer, der nicht zu

Rainaldi. H99

der übrigen Familie gehörte, deren Stammtafelbald unten folgt.

Rainald, (F.), ein geschickter italienischerKupferstecher neuerer Zeit. Um 1806. gab der-selbe ein hohes und 10" breites Blatt:Die Entführung der Europa nach P. Veronese,welches 2/j,. Livr. kostete. Eine Beschreibung desUrbildes und des Stichs s. im: Zürcher-Jour-nal f. Litterat, u. Runft S. 365 - 97 . wo esvon dem letztern heißt:Dieses große Blatt istsehr schön und kräftig gestochen; besonders sindKopf, Brust und Kleidung der Hauptfigur mei-sterhaft behandelt. Auch die Landschaft ist nichtvernachläßigt. Kurz, was man von Caliari imKupferstiche wieder geben kann, ist nicht vernach-laßigt". Auch in Meusel's Arch. l. (2.) i, 5 ^wird von unserm Künstler beyläufig gesagt:Ra-phacl Morghen hätte wohl eher ihn, als seinenHerrn Bruder Anron zur Vollendung des so übelgerathenen neuen Stiches der Verklärung wählensollen".

* (Hieronymus ), Adrians Sohn

und obigen Carls Vater, der im Lex. unter demArt. dieses letztern erscheint. Als sein Lehrer, D.Fontana, bey seinen übrigen zahllosen Geschäften,nicht Zeit fand» eine von Sixt V. ihm aufgetra-gene Zeichnung zu einer Kirche i» Momalto demVatcrorte dieses Papstes: zu liefern, ließ er solchevon unserm Hieronymus verfertigen, und über/reichte sie dann dem H. Vater mit den Worten:»Dies Blatt ist nicht von mir, sondern von einemjungen Römer voll Geistes, den ich E. H. kennenlernen will". Der Papst ließ ihn rufen. Seinelebhaften und fertigen Antworten gefielen ihm nn«gemein. Er trug ihm auf, seine zierliche Zeich-nung wirklich auszuführen. Dies war der An,fang seines Glückes, das er (0 des schönen Bey-spiels!) seinem edeln Lehrer zu danken hatte. Ne-ben seinen schon im Lex. angeführten Bauten nennt(Mlizia (lüll. teer. II. 21617.) noch: DasJcsuiier-Collegium St. kucia in Bologna , diebequem eingerichtete Villa Taverna des HausesBorghese zu Frescati, den Altar der PaulinischenKapelle in St Maria maggiore zu Rom , haupt-sächlich aber den Pallast Pamphili auf dem PlatzeNavona , der indessen in seinen niedrigen Zimmernund uncorrekten Fensterverzicrungen nur mittel-mäßig gerathen, und überhaupt minder ein neuesWerk, als die Ausflickn,,g eines ältern, nach derFantasie des, in so manchen Dingen, unerklär-lichen Jnnocenz X. war, der ihm bald hernachdie Aufsicht über die Erbauung von St. Agnese abnahm, und solche an Borromini übertrug, weilder unsrige dabey mehr die Idee» des Päpstl. Niporten Camillo, als die Er. H. befolgt hatte. Nochwar die schone Baarfüßer-Kirche zu Caprarola eben-falls sein Werk, und in 16,0. gab er die Zeich-nung zu der Caiionisativnsfcycr des H. Carl Bor,romaus in St Peter; dann die Brücke zu Terni über die Nera ; und endlich, außerhalb des Kir-chenstaats, die Herzogl. Palläste zu Parma, Pia,cenza und Modena , da er nämlich auf eine Zeitwirklich in Diensten des Herzogs von Parma stand.Hieronymus liegt bey Et. Martina begraben.Won ihm geetzt kennt man, neben Anderm, denCataphalq des Kardinals Alex. Farnes« (1689.),D. Fontana's berühmte Aufrichtung des Obelis,kes auf dem St. Pekcrspiay, und dann eben auchseinen Pallast Pamphili (i 65 o.). 6««äellr»i. FFer.

* (Joh. Baptist), Adrians Sohn,welcher im Lex unter dem Art. Carls, seinesBruderssohn, erscheint, war ebenfalls, Baumei-ster, und ward z. B. an dem Festiingsbaue zuFerrara , dann zu Montefelice, Borghetto undden Wasserleitungen zu- Velletri gebraucht. Erverheuraihete sich zu Rom , wo man nicht minderverschiedene Bauten von ihm findet, sie Fakte»«,/.

(Ptolomäus), Adrians Sohn, wel,cher im Lex. unter dem Art. Carls, seines Bru,O 0 0 0 0 0 0