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R a u ch.
gen wurde, und gegenwärtig im Besitze des einsich-tigsten Beschützers ächter Kunstdeutscher, des H.Kronprinzen von Bayern , sich befinden soll. Nochfrüher, wie wir glauben, verfertigte er für ebendiesen Fürsten eine Büste von Raphael Mengs ;dann eine zweyte, die kolossale der in ihre Ruhegegangenen Königin von Preußen, und eine drittedes Grafen Wingerky. In den beyden letztemzumal soll Charakter mit der sorgfältigsten Aus-arbeitung vereinigt seyn. Zu seinen großem Wer-ken gehört noch ein (freylich in 1809. noch nichtin Marmor ausgeführter) Orpheus , von dem esim Lüb. Morgenbl. 1809. S. 287. heißt: »Einächt griechischer Jüngling, in dem sich Schlank-heit und Kraft vereinigen. Der Kopf ist begei-stert ; er hat den reinsten Charakter einer hohenund schönen Idee". Und von seiner Penelope liestman ebendaselbst i8in. S. 4 i- »Dies Basreliefmachte eine Wirkung, deren sich nur genialischgeschaffene Werke erfreuen können. Es riß denBlick der Menge und das Auge des stillen Beo-bachters auf sich hin, intereffirte durch das Leben-dige der dargestellten Handlung, und fesselte durchdie zarte Vollendung jedes einzelnen Theils". Auchim: ^Imsnscbi aus liom von 1810. u. II. wer-den, im Allgemeinen, von ihm schöne Büsten undBasreliefs genannt.
Rauchs Jacob). So heißt bey von StertenS. 444 . ein in Figuren u. a großen Stücken ge-schickter Gypsarbeiter zu Augsburg um 1770.
Rauchfuß (Andreas), Zimmermeister, undMichael Francke, Maurermeister, erweitertendie Gottesackerkirche der Kursächs. Stadt Eilen-burg. Gedachter Bau fieng 1684. an und währtemehrere Jahre. I. Simon EilenburgischeEhromck (Leipzig 1696. 40.) S. 169.
Rauchbaupt (Wolf), Kammerjunker und,wie es fast scheint, auch Baumeister des Kurfür-sten August von Sachsen . Er mußte auf Befehldieses Fürsten 1566—67. die Dresdner - Wind - undRoßmühle aufbauen. Dieses meist hölzerne Ge-bäude wurde nachgehends 1699. von dem Zeug-und Baumeister Paul Büchner vollends in Steinaufgeführt. Wir finden diese Nachricht in einemhandschriftlichen Werke des C. C. Freyberg unterder Rubrik: Erbauung des pulverrhurms.
*Rauch müller (Johann). Die Thesis, wel-che Ph. Kilian nach seiner Zeichnung gestochenhat, finden wir irgendwo rubrizirt: Oisx. ch vruA-bet 0. 6e Homannu.
— (Matthias). Dieser aus dem Tyrolgebürtige Bildhauer arbeitete zwischen den I. I.1687. und 90. unter der Leitung der GebrüderStrudel an der sogenannten Dreyfaltigkeitssaulezu Wien, einem Denkmale der Andacht KaiserLeopolds I. Füßli's Annal. II. 6. wo unserMatthias aus Irrthum Johann heißt. Dannbefindet sich von seiner Hand in der Kirche St.Maria Magdalena zu Breslau das Monumenteines Herrn von Artzats, „ welches Allen an Kunst,„insonderheit die Ausarbeitung der Statüen an-belangend, weit vorgeht, und die auswärtigen„Künstler sich begnügen, wenn sie nur stückweise„diese in Gyps abformen können". In einerKapelle, diesem Meisterwerke gegenüber, sieht manein zweytes Epitaphium, was er zu dem Anden-ken eines H. von Pestaluzij verfertigen mußte.I. (5-Rundmann: 8ile8ii in dinmmis oder. rc.(Breslau und Leipzig 1708. 4 ° ) S. 4/6 Nachder Zeichnung eines Matthias Rauchmüllers(der aber wohl kein Anderer als der unsrige seynwird) hat Sandrart den Tod der Sophonisbeund Cleopatra gestochen.
Ravelli (S. Ludwig), von Vercelli . Voneinem Künstler dieses Namens sah' man auf demDresdner -Salon 1807. vier Stücke, die er Holz-mosaik nannte: Antike Gebäude und Ruinen Ita-liens in perspektivischen Ansichten. Der Beyfall
Ravenet.
war allgemein, den diese dort noch nie geseheneneue Erfindung erhielt. Meus. Arch. II. 3 . i 5 .
* Ravemann ( ) war ein Frauenzimmer.
Die im Lex. von ihr angeführte (sehr seltene) Schau-münze (die sich eigentlich auf den Abmarsch derSchweden aus Sachsen bezieht) ist auch, wiewohlfehlerhaft, in Faßmanns Leben König August II.von Polen und Sachsen abgebildet. Conradi in sei-ner Lebensbeschreibung dieses Königs, aus Münzen(Leipz. 1797. 4 °. S. 26.) sagt: „Die Hand eines»geschickte» Frauenzimmers" (einige lesen falsch:Raufmannin), „Ravemannin" (welcher Nameauf dem Avers am Arme zu finden seyn soll)» hat»den Stempel dazu geschnitten, und, auf einer„Reise aus Polen , dem Könige nur drey Stücke„davon überreichen können, weil der Stempel bald„gesprungen".
* Raven (Servatius). Irgendwo heißt es,derselbe habe die Bildnisse der XII. Kaiser nicht,wie das Lex. sagt, nach Tempcsta, sondern nachdessen Meister, Stradan, gestochen. §ti-aciam<8inv. lese man auf demselben.
Ravena (F.). So heißt irgendwo ein Ku-pferstecher, von dem man ein Dildniß König Jo-hann IV. von Portugal, ohne andern Namenals den seinigen kenne.
* Ravenet ( ), des nachfolgenden Si-
mon Franzen Sohn, hieß nach Einigen Jo-hann, nach Andern (glaublicher) Simon, geb.nach Einigen 1749., nach Andern (glaublicher)1755. zu London , anfänglich ein Schüler seinesVaters, spatherhin Bouchers zu Paris Alsdannließ er sich zu Parma nieder, wo er bereits um1770. die Stelle eines Professors an der dortigenKünstlerakademie bekleidete und den Namen einesRitters trug. Um 1778. hob er sein wagüchesUnternehmen an, des großen Correggio's sämt-liche Werke zu Parma in Kupfer zu etzen, undsetzte solches bis 1786. fort. Rost VIII. i 33 — 54.wo 3 o. solcher Blätter angezeigt sind: Nämlichdie Kuppel der Kathedralkirche (12. Bl.) und die-jenige von St. Johann (8. Bl.i; dann die Ver-kündigung; drey Madonnen della Scodella, dellaScala und dell' Jncoronazione; die Kreuztragungund die Kreuzabnehmung; der große St. Hiero-nymus; Gl. Placidus und Constantia; das Bild-niß Herzog Ferdinands I. und Correggio's eigenes,von Lactantio Gambara um i 565 . kopirt und inin der Kathedralkirche zu Parma entdeckt. Nochkennt man von ihm z. B- Thescus, über das Ge-heimniß seiner Geburt von seiner Mutter belehrt,giebt die ersten Beweise seiner Kraft, nach Pous-srn, und Jupiter und Antiope nach Rubens , ausdem Kabinette des Marchese Fclino. Ob dieserKünstler der nämliche Ravenet sey, der noch1810. wieder als Professor der Malcrey zu Parma erscheint, ist uns unbekannt.
— — (Simon Franz, hie und da auch irrigI. F.), Stecher mit der Nadel und dem Grab-stichel, nach Rost VIII. i 5 o. geb. zu Paris 1706.nach Ebendems. (IX. 144. hingegen) um 1710.nach Basan (L6. 8«c.) 1721. Nachdem er dieAnfangsgründe der Zeichen- und Stecherkuust inseinem Vaterland erlernt, wo es ihm aber anAufmunterung fehlte, ließ er sich 1760. in Eng-land nieder. Sein Todesjahr ist uns unbekannt.Bey Basan (I. c.) heißt es in 1789. er sey „seiteinigen Jahren" gestorben. Er, nebst Vivares,trugen nicht wenig bey, den guten Geschmack derStecherkunst in England auszubreiten, wo sie mitallgemeiner Achtung belohnt wurden. Ravener(sagt Joh. Skrukt) wird mit Recht für einentreflichen Künstler gehalten; er wußte seinen Sti-chen Farbe und Glanz zu geben und führte siemit großer Reinlichkeit aus. Seine Zeichnungist korrekt, der Styl im Ganzen aber etwas ma-nierirt; die Umrisse seiner Figuren sind manchmalzu sehr angedeutet, welches der harmonischenWirkung schadet, Ein anderes Urtheil über ihn