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Ravettn ä.
eignet seinen Blättern Starke und Richtigkeit, aberzugleich Mangel an Freyheit zu. Mit seinen Künstelertalentcn verband er auch gesellige Eigenschaften,und war von allen seinen Bekannten geschätzt undgeliebt. In London hatte er viel für Boydellgearbeitet. Die uns bekannten Meister, nach de-nen er gestochen hat, sind: G. Barbarella, I. F.Darbieri, W. Bellers, A. Doizot, Brooking,le Brun (in: Oranäs 6alloris cle Verssille«)M. Caffa, P. Caliari, A. H. und L. Carracci,A. Casali, C- Cignani, C. Coypel, R. Dalton,C- Dolce, D- Feti, L. Giordano, F. R. Hay-mann, W. Hoare, G. Hogarth, A. Humblot,A. L " Ph. Lauri, Moine, du Mont, D. Mo-kier, I. Morrimer, B. Mnristos, P. Pasquetti,I. B. Pater, Pillement, N. Pouffin, P. Rem-brandt, G- Reni, I. Reynolds, H. Rigaud,Roettier, S. Rosa, de Rossi, Servandoni , E.le Sneur, Teniers , Tremoilliere, C. Vanloo, T.Vecelli, I. Werner, D. West, Wilson, I. Zof-fany. Das reichste Verzeichniß derselben fand ichin den Schriften meines sel. Vaters (an die 100.),worunter sich freylich auch einige von Ravenerdem Sohn befinden mögen. Unter den Hun-derten etwa das Vicrthcil Bildnisse, fast aste übri-gen Geschichtliches oder Gattungsblätter. Nureinige nach den großen Meistern zu nennen: DieRückkehr des verlorenen Sohns nach Barbier!;Tobias, der das Gesicht wieder erhalt, nach A.Carracci (für Boydell); die junge Zigeunerin, mitdem Kind auf dem Rücken, nach Murillos; dieHirten von Arkadien, und Theseus , der denStein hebt, welcher das Schwerdt seines Vatersbirgt', nach Pouffin; der Herr des Weingartensnach dem berühmten Bilde von Rcmbrandt; dieMadonna mit dem schlafenden Kinde (für Boy-dell) , und der Bund der Malercy mit der Zei-chenkunst nach G. Reni (Titel zuBoydell'sWerke);Lord Cambden, stehende Figur nach Reynold's);Moses schlagt Wasser aus dem Felsen, und Josua ,der das Land unter die Kinder Israels theilt, nachR. Sanzio; Tobias Hochzeitnacht nach le Sueur;das Sinnbild des menschlichen Lebens, durch dieverschiedenen Alter vorgestellt, nach T. Vecelli(für's Kabinet Crozar,; Agrippinen's Rückkehrvon Brundusium, nach West. Noch bemerkenwir, als sonst außer seiner Gattung , hffkorirteMarinen nach Brooking, und 20. antike Statüennach der Zeichnung von R- Dalton. Die Würdi-gung mehrerer dieser Blatter dürften sict^ am Beß-ren bey U)mkler und Brandes finden. Füßli nennttheils von den obigen, theils von andern (l. 2Z2.):Die Anbetung der Hirten nach D. Feti; (II. i 5 ?.)Tobias, nach Carracci ; (229.) die Madonna, sehrgeschmackvoll; dann noch ( 388 .) die Charitas nachCignani Jür Boydell); (Ilt. 207.) Sophonisbe,die das Hochzcitgeschenk des Masiniffa empfängt,nach Giordano. Wahrscheinlich nach seinem obenerwähnten sogenannten Blatt mit den Füßen habenin neuern Tagen (1804.) Fleury und leFcvre-Mar-chand: Christus und die zwölf Apostel (wir glaubennur die Köpfe;, im Umrisse mit etwas Schatten,als Vorlegcblätter für Zeichnungsschülcr (2. Fr.schwarz und Fr. kolorirt, wir denken doch wohljedes?) geliefert. IVonv. ä. IV. 229—00.
* Ravenna (Marc von), Ravignano ge-nannt. Nach Rost 1 I>. 11Z. geb. zu Ravenna um 1496. (Basan Lä. «er. sagt, nach seinerWeise, kecklich 1000) und gest. zu Rom um 1000.Derselbe war, zugleich mit Aug. Veneziano, MarcAntons Schüler, und arbeitete in Verbindung mitdem erstem. Obgleich er nicht das Kräftige unddie Festigkeit des Grabstichels Augustins, undnoch viel minder die Talente ihres gemeinschaft-lichen Lehrmeisters besaß, den auch eine größereRichtigkeit seiner Umrisse auszeichnete, so wirder doch wegen der Reinlichkeit seiner Arbeit undder Leichtigkeit in der Ausführung sehr geschätzt;was aber nur aus guten Abdrücken richtig zubeurtheilen ist. In 1620. nach Raphacls Todetrennten sich diese beyden Mitschüler Raymondi's;jeder arbeitete für sich, und wahrscheinlich bezrich-
Rauffek.
litte von da an jeder seine Blätter mit seinem eige-nen Monogramm. Eines derselben auf den seini-gen, das verschlungene st. 8., bedeutet nicht, wieEinige wähnten, daß alle diese Blätter nach Ra-phael seyen, sondern bloß: gculpslt —
findet man doch dieses Monogramm z. B. aufseinem Dethlehemitischen Kindermord nach BaccioBandinelli , ein Blatt, welches Lüßl, I. 35 . eineder sorgfältigst ausgeführten Arbeiten dieses Künst-lers , und ihn überhaupt (anders als Rost) denbeßten Schüler von M. Anton nennt. — Wo möglichnoch irriger war übrigens die Schöpfung, welcheder Abt von MaroUes u. a. aus jenem Mono-gramm , nämlich von einem Silvester von Ra-venna (wie ihn eben auch Füßli heißt), machten.Auch das einzelne st. deutet eben so wenig bestän-dig einen Raphael an, sondern abermals zum öfternbloß-Lam 'Znano, wie z. B. auf dem Kirchhof oderdem Bild des Todes, wieder nach Bandinelli.Ganz ausgeschrieben findet sich sein Name auf demeinzigen seltenen Blatte des Laocoons ; auf allenübrigen eines der Monogramme, die wir beyRost >. 0. antreffen. Dort (E. 115—121.) werdenbereits seine vorzüglichsten Blatter (an die 80.),die wir deswegen hier nicht neuerdings herzählenwollen, noch mehrere dann bey Heinecke (Dior .
1 . 642. u. ff.) angeführt. Jener theilt sie in geist-und weltliche Geschichte, dann in Statüen undBasreliefs ab. Die uns bekannten Meister, nachdenen Ravenna gestochen hat, sind übrigens ein-zig: Baccio Bandinelli , Caldara, Pipi, und be-sonders Raphael. Sein Laocoon ist besondersauch deswegen merkwürdig, weil er diese berühmteGruppe in dem Zustande vorstellt, wie solche ge-funden ward, und an welchem wir somit die Re-staurations bedürftigen Theile entdecken können.t)onf. über unsern Künstler auch: HeinecketJachrichren l. 3 o 3 . äiä. und II. 342-49-. spsrs.
* Ravenna (Sylvester von). S. noch meh-rere Zweifel als das Lex. bat, daß nämlich die-ser Künstler kein von Marc von Ravenna ver-schiedenes Wesen sey, gleich oben im Art. die-ses letzter». Dennoch setzt ihm Basan (k)ä. seo.)8. V. Zr/vL-Ltre mit seiner gewohnten Dreistigkeitein eigenes Geburtsjahr i» 1024. an.
Raver t( ), dänischer Professor und Bau-meister , war im I. 1800. zu Leitung öffentlicherBauangclcgenheiten gebraucht.
* Ravesteyn (Johann van). Man weißnicht, wer sein Meister war; deswegen aber ist esnicht minder gewiß, daß er alle frühern niederlän-dischen Bildnißmaler übertreffen, und auch, Van-dyck und van der Helst ausgenommen, alle spä-tern erreicht hat. Seine berühmten Bilder aufdem Schicßhause in Haag datircn sich von 1616.und 18. Ein anderes, gleich trefiiches, auf demdortigen Rathhause (>b 3 v.) stellt die damaligenvordersten Magistrate vor. In Deutschland "be-sitzen von ihm: Die Gallerie zu München zweyKniestücke zweyer schwarz gekleideten Personen,eines Mannes und einer jungen Dame; Salzrda-lum einst ein niederländisches Familienbild vonin. Figuren , wo eine Tochter daS Klavierspielt, lebensgroßes Kniestück Nach ihm habenW. I. van Delft und I. Hvubracken, beyde dasBildniß des Rechtsgelchrken Rumoldus Hoger-beets, letzterer auch eines gewissen Joh. BuyesiusMonickendam (?); Th. Matham dasjenige desAmsterdamer-Bürgermeisters R. Pauw, und I.Stoiker des Malers de Mosscher gestochen. Donseinen oberwähnten Meisterstücken sind, uns wenig-steuö, keine Stiche bekannt.
— — (RcgnerV So heißt ein uns sonst ganzunbekannter Landschaftsmaler des XVIII. Jahrh,gebürtig von Antwerpen .
Rauffer (Franz Carl von), geb. 1/27. zuRegeusdnrg, wo sein Vater Oestcrreichischer Ge-sandtschaftssekrctair war. Dieser verdiente Ge-schäftsmann, Kunstschrciber und Zeichner, wurdeals Kabinetssekretair des Kurfürsten von Bayern