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Regemortel.
manü. „In dein weiten Gebiete der Afterkunstvnd des Ungeschmacks" (heißt es in der Hall.A. L- Z. 1807. N". 34.) „ist wohl nie etwasSchlechteres, Geist- und Geschmackloseres zu Tagegefördert worden, als diese vier Blätter, bey derenerstem Anblick man in der That in Zweifel geräth,ob sie den zufälligen Ergießungen des Farbetopsseines Nürnberger -Jlluminirers von Guckkastenblat-ter» , oder den Selbsiübüngen eines Anfängers,der seine Kunstexercitia mit Schmuzfarbe übertünchthat, ihr Daseyn versanken".
Regemortel (Jg»az), Sohn, ein jungerKünstler von Antwerpen , erhielt in 1808. den Preistder Akademie ju Gent im Landschaftsfache. Ober etwa ein Sohn des unten folgenden Rigimor-res oder Regernorres seyn dürfte?
Regeinorees, s. unten Rigimorres.
Regen (Peter>, ein Mäurer und Werkmei-ster, dessen 1654 zu Finsterwalde in Kur-Sach-sen, in einer vor uns liegenden Handschrift, dieErbauung dasigec Kirche betreffend, gedacht wird.
* Regenfuß (Franz Michel), Kupferste-cher, geb. zu Nürnberg , lebte und starb zu Ko penhagen 1780. Nach Andern lebte er noch 1782.Was er anfänglich zu Nürnberg von seinem Mu-schelwerke geliefert, war ein bloßer Versuch. Dasspalherhin zu Kopenhagen i? 58 . unter dem Titel:Auserlesene Schnecken, Muscheln und auchSchaalrhiere, auf Allerhöchsten Befehl Sr.Lönigl. Mast nach den Griginalen gemalt,in Rupfer gestochen und mir natürlichen .fär-ben erleuchtet (I. Th. 768. Regalfol.) erschienenehingegen war ein Meisterwerk ohne seines gleichen,ist aber, unsers Wissens, nie fortgesetzt worden.Mensel I. H. Mrc. Indessen lesen wir irgendwo:„Bey jener seiner so sehr gerühmten Muschel-sammlung mag wohl auch die Kunst des Malers(Gabriel Müllers) das Beßte gethan haben.Wenigstens hat er, nach I. G. Funk, zu demKrönungsdiarium Kaiser Carl VIl. (Franks, amMayn 1742. Fol.) ein sehr mittelmäßiges Blattgestochen, welches die, einigen Städteabgeordne-ten gegebene Mahlzeit darstellt. Zu Kopenhagen ,wohin er seiner Zeit berufen ward, trug er übrigensden Titel als Hofkupferstecher."
Reges ( ), Lehrer der Zeichenkunst an
dem Gymnasium zu Frankfurt am Mayn um i 8 o 5 .wurde als ein sehr geschickter, rechtschaffener undgemeinnütziger Mann gerühmt, dessen UnterrichtMan schon manchen wackern jungen Künstler zuverdanken hätte.
— — ( ) schwerlich der obige, sondern
wohl eher noch ein anderer deutscher Künstler vongleichem Geschlechte (vielleicht dessen Vater oderBruder) wird in demselben I. i 8 c» 5 . in öffent-lichen Blättern als Vorsteher eines Zeichnnügs-Jnstituts zu Hamburg genannt.
* Reggio oder a Regibus (Sebastian).Seine Stadt Rom , mit ihren Festungswerken,war nach der Zeichnung von Buonaroti. Fernerkennt man von ihm einen St Hieronymus nachEbendemselben, ziemlich schlecht; eine Schöpfungder Eva und eine H. Familie nach Raphael (letz-tere für das Urbild zweifelhaft); eine Geburt vonSt. Johann nach I. Pipi; nach P. Caldara undT. Vecelli anderes, uns Unbekanntes. HeineckeI. 3 g 6 . II. 4^4-
Regg!in (Jacob). Von einem uns sonstunbekannten Kupferstecher dieses Namens findenwir irgendwo einen Sabinerinnenraub nach P. Be-rettini angezeigt.
* Regibus (Sebastian), s. Reggio .
* Regillo (Joh. Anton), auch Curicello,Licino, Licinio, pordenon (letzteres von seinerGeburtsstadt), auch Sacchi (von welcher altenFamilie er ursprünglich herstammte) benannt. „ Sei,
Regillo.
nerZeit" (heißt es bey vasari) „gab es im Friautschon sehr viele trefiiche Maler, welche weder Flo renz noch Rom jemals gesehn hatten. Aber siealle übertraf Regillo in Erfindung, Zeichnung,Musterhaftigkeit, Farbenpraklik, Schnelligkeit,großem Relief und so viel Anderm". Nach Eini-gen empfieng er den ersten Unterricht von Martinda Udine. „ Es ist ungewiß" (sagtLanzi 1 l. 71—74.1l. 2.268.) „ob er wirklich die Schule Giorgione's besucht habe, desto sicherer hingegen, daß er sichdesselben Styl zum Vorbild genommen, worauf in-dessen schon sein eigenes Naturell ihn leitete. Bar,barella's übrige Nachfolger glichen ihm wohl inTon und Manier mehr oder minder; l)c>rdenoneglich ihm auch im Gemüth; denn in der ganzenvenetianischen Schule war es nicht leicht, einkühneres, entschloßneres, größeres, als das seisnige, zu finden. In Unter-Italien ist er wenigmehr als dem bloßen Namen nach bekannt. Seineigenes Fannliengcmäld im Pallast Borghese istdas Wichtigste, was mir in dortiger Gegend zuGesicht gekommen; und auch anderwerts ist esselten, so schöne Staffeleyarbeiten in Oel vonihm zu finden, wie seine Auferweckung Lazari beyden Grafen Lecchi zu Brescia . Unter seinen Altar-blättern nennt man besonders in Santa Maria dell' Orto zu Venedig , seinen St. Loren; Einsstiniani mit einem Ring, von HH. umgeben, un-ter welchen St. Joh. Vaptista ein Nacktes dar-bietet, das der gelehrtesten Schule gleicht; undSt. Augustin, der seinen Arm außer das Gemäld zurecken scheint, ein perspektivisches Kunststück, daser mehrmals ähnlich wiederholte. Vorzüglich schöndann ist zu Piacenza , wo er sich niederließ, seineVerlobung der H. Catherina, auf dunkelem Grunde,der alle seine Figuren rundlicht erscheinen läßt, vonwelchen die jüngere nicht anmuthiger, so wie diezur Seile stehenden St. Peter und Paul nichtgrandioser seyn könnten. Sein größtes Verdienstindessen bestand in Frescoarbeiten, von denen eingroßer Theil sich in Friaul , und darunter diemeisten auf Schlössern oder in Landhäusern sichbefinden, die nur durch irgend ein derlei) Werkvon unserm Regillo bekannt sind. Einiges der-gleichen zeigt man auch zu Mantua im Hause Ce-sarei, und zu Genua im Pallaste Doria (wo ereine von Perino del Vaga angefangene Frise vol-lendete), zu Venedig bey St. Rocco und im Klo-ster St. Stefano; Mehrercs, sehr schön Erhalte-nes im Dome zu Cremona und in St. Maria diCampagna zu Piacenza , wo selbst einige Häuser-fa^adcn von ihm bemalt seyn sollen. Uebrigcnswar er in diesen seinen Frescoarbeiten freylichnicht immer gleich korrekt und wohl überlegt; aberin allen erkennt man seinen kräftigen Geist, ebenso fähig, Ideen zu fassen, zu wählen und zu wech-seln, Affekte darzustellen u. s. f. Ueberall den Künst-ler, der mit den neuesten Verkürzungen, mit dengewagtesten Perspektiven und mit den kühnsten Re-liefs jeder Schwierigkeit Trotz bietet. In Veneigschien er vollends sich selbst zu übertreffen. Dortwar sein Wetteifer mit Litian für ihn ein Trieb,der Tag und Nacht auf ihn sporrnte; auch glau-ben Viele, daß dieser sein Wettkampf hinwiederauch Tirian neue Kräfte gab, so wie es zu Rom zwischen Michel Angelo und Raphael der Fall war.Und gerade so geschah'es auch hier,daß bey dem Einendie Stärke, bey dem Andern die Grazie das Ueber,gewicht hatte, oder daß (wie Zanerei sich aus-drückt) bey Litian die Natur mehr als die Maniervermochte, bey pordenone hingegen beyde sichim Gleichgewicht hielte» (?). Immer schon einnicht kleiner Ruhm für den Letzter», mit dem Er-ster» um die Palme gestritten, und sich wenigstensdie zweyte Gtuffe des Derdiensts zu einer Zeit er-rungen zu haben, die an treflichen Künstlern sofruchtbar war. Auch zogen wirklich Einige, undvielleicht überhaupt der größere Haufe, ihn nochLitian vor, da nichts die Menge so sehr in Er-staunen setzt, als die großen Effekte und Magjedes Helldunkels, in welchen beyden Regillo derVorläufer des Gner»no war. Von seinen Arbeiten