Band 
Zweyter Theil [2].
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1223
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R e g n a u l t.

?ehrsr, und glaubt, neben Anderm l. c. I. 88.(wohl zum Theil nicht ohne Grund): »Daß dessenWerke noch lange von Kennern geschätzt und ge-achtet werden, wenn mancher, jetzt berühmte Na,ine, bereits in Vergessenheit wird gesunken seyn.Irren wir uns nicht, so dürfte Regnaulr's mitt,lere Zeit, wo er sich von dem altern Styl seinernächsten Vorgänger entfernte, und sich wahrschein,lich an die gründlichere Schule von Vien hielt,seine beßte, also auch derjenigen vorzuziehen seyn,als er, wie wir denken, den Salto mortale derneuesten französischen Art und Kunst mitzumaschen sich bemnhcte; ein Urtheil, das wir, selbstnach Ansicht seines neuesten, größten und vollendsberühmtesten Werkes: Napoleons Siegsmarschnach dem Tempel der Unsterblichkeit, keineswegszurückzunehmen uns gedrungen fühlen. Freylichist dieses Bild ( 3 ,? breit und r6^ hoch) eines dergrößten, das seit !e Brnn's Schlachten Alexan,Vers in Frankreich erschienen war; und mag im,merhin viel Wahres in dem freylich etwas köstlichausgedrückten Urtheile liegen, daß R dankbarerSchüler London (Annal. X. 98.) davon fällt:Der sehr poetischen Erfindung, mit allem Reich-thum der Allegorie vereint, wußte der Künstlernoch eine geschickte Zusammensetzung und glück,liche Gruppirunq der Figuren beyzugesellen, die,je nach ihrer Wichtigkeit, sich mehr oder minderbemerken lassen. Die mehrfachen Vor, Mittel,und Hintergründe schaden der Deutlichkeit desGanzen, so wenig als der Genauheit des De,lails im geringsten nicht, weil die Contoure überallkräftig ausgedrückt, die Lichtmassen breit und gran,dies, und die Drapperie von festem entschiedenemTones?) sind. Jeder Raum ist sorgfältig ausge-füllt und das stets angenehm beschäftigte Augdurchläuft ohne Ermüdung das ganze Detail die,ses unermeßlichen (?) Werkes. Die Zeichnung istrein, edel, fließend, und in einem auf das Stu,dium des Alterthums gegründeten Geschmacke.Der Triumphmarsch ist voll regen Lebens; einewahre Handlung. Die Stellung des Helden, mitall' ihrer Nüchternheit, gebietet Ehrfurcht. Nichtskann graziöser seyn, als alle Frauenfiguren, dieden Wagen des Siegers umgeben, besonders aberdie des Siegs und des Ruhms. Die Pferde haben,was sonst so selten ist, elegante Formen von großemCharakter" wir sagen: Mag immerhin viel Wah,res in diesem Urtheile liegen Verwirrung, Ge-dränge, unsicheres Licht und peinigendes Dunkelmüssen eben so gewiß die unausweichlichen Ge-fährten eines solchen, zumal bloß sinnbildlichenFigurenheers seyn, und sind es wirklich, sowohlnach der ausführlichen Beschreibung als nach derwirklichen Abbildung, welche London (I. c.) unsdavon giebt. In 1802. wurden auf dem dama-ligen Salon zu Paris mehrere seiner Arbeiten, inErmangelung preiswürdiger neuerer Kunstwerke,zum zweytenmal aufgestellt. In demselben Jahremalte er für den Konsul le Brun das lebensgroßeBildniß des ersten Konsuls zu Pferde, wie er mitder Hand auf die Küste von England weist. Ini 8 c> 3 . erhielt er eine Stelle im Nationalinstitut.Von dieser Zeit an finden wir seiner in öffentlichenNachuchten wenig mehr Erwähnung gethan, bisin 1810. wo wieder, bey Anlaß der Austheilungder sogenannten Dezennalpreise, ein Bild von ihmim Senatspallaste, von der Jurp, doch nur ganzkurz, unter die vorzüglichern gezahlt wird.Einneuer Lobspruch indessen für ihn" (wie London irgendwo sagt)war seine Ausbildung der vor,trcflichen Talente seines Schülers Guerin". Ge,stachen nach ihm kennen wir das Bildniß desAdvokaten A. F. Floncel, von St. Fessard. Dann(wenn wir anders unter: ste Lome

keinen Andern als den unsrigen verstehen wollen):Eine Jo auf den Wolken, Jupiter bey ihr unterder Gestalt eines Adlers, und Dana«, die den gol,denen Regen in ihren Schooß aufnimmt, beyde vonChaponnier (welche in einem Verlagskatalog vonJoudcrt und Lance: Reihende neue Kompositionenvon gutem Styl und wohllüstiger («ic!) Gattung"

Regoliiio. rrrz

genannt werden, und zusammen Llvr. in S.kosteten); dann Hebe und die Wollust, von Cazenave,zu 3 . Livr.; Geburt des Amors, und Psyche, vonAmor begeistert, von Tbouvenin und Chaponniergemeinschaftlich, zu 9. Livr. ; und endlich: DieUnschuld unter dem Bild eines Mädchens, welchesmit Unbefangenheit den Zärtlichkeiten einesGrillenpaars zusieht, von einer:ob seine Gattin oder die unten folgende LouiseRenou? gestochen, zu 3 . Livr. und alle diese Blät-ter gefärbt für das Doppelte. Dann hat er selbstmit Geschmack geetzk: Nach eigener Erfindung:le Voeu clo Is dksture (die saugende Mutter);

s'il s'eveilloit und vors, «lor«! Diese bey-den in punktirter Manier. Ferner, nach Andern:

Is Fontaine ä'Hmour nach Fragonard ; l'Lclu-cstion <le l'^mour und I» Liäelitö et Is Pen-clre888. Noch bemerken wir, baß unser Regnaulrin 1798. auch als Zeichner mehrerer Blätter zu derdamals in 18. Quartbänden bey Didot dem jün-ger» gedruckten Prachtausgabe der Werke vonI I. Rousseau erscheint. S. auch unten Renauld.

Regnaulr (Madame), die auf einem gleichoben benannten Blatte nach einem: Regnaulr de *Rome als Stecherin desselben, unter dem Na-men: Lemme /fegmau/t in dem Katalog von Jourbert und Bance (1806 ) erscheint. Ob solche nichtdie obige Genevieve oder dann die unten folgendeLouise Renou sey, ist, wie dort schon bemerktworden, noch zweifelhaft.

Regners ) soll der Name eines Kupfer-stechers seyn. S. unten Joach. Sander.

* Regnesson (Niclans), Zeichner und Kurpferstecher, geb. zu Rhcims um »826. (wohl frü-her) und gest. zu Paris 1676. Nicht unwahr-scheinlich ist's. aus der Manier zu urtheilen, daßNanteuil wirklich sein Schüler war, der aber denMeister weit übertreffen hat. Inzwischen kenntman auch von ihm eine Menge Bildnisse sowohlals historische Blätter nach eigener Zeichnung undnach Andern. Rost VIII. 22223. der ein Dutzendnennt. Das früheste uns bekannte datirt sich von1842. die spathesten von 1670. Der Abt vonMarolleö besaß sein Werk in 77. Bl. Auch ein Ver-zeickniß meines sei. Vaters giebt an die ho. an. Soz. B ein Pfingstfest nach I. Blanchard in Notre ,Dame zu Paris ; eine H. Familie nach S. Bour,don; einen Christus- und einen Marienkopf nachle Brun; eine H. Familie nach N. Coyvel. Un-genanntes nach Champagne, I. Stella, S. Vouetu. a. Nach eigener Erfindung z. B. die geistlicheVermählung von St. Catharina, St. Peter mitdem krähenden Hahn u. s f. Dann Bildnisse,wie erwähnt, in großer Zahl; einige gemeinschaft-lich mit Nanteuil; mehrere Blätter zu irgend einemhistorischen Werke über Staats - und Kriegsereig-nisse unter der Regierung Ludwig XIV. u. s. f. u. f.

* Regn »er od. Renieri (Niclaus). Nachihm hat I. Picinus das Bildniß von M. A. Lor-cigliani gestochen. Lanzi II. 162. 8 v.nennt, nach Zanerri, seinen Styl, der zwischenseiner ursprünglich flamändischen, und der spather-hin von Manfred! in Rom angenommenen Manierdie Mitte hielt, schön und kräftig.

(Peter), ein kaybruder der Conarega,tion von St, Maur, übte die Glasmalerkunst, ar,beitete aber allein für die Häuser seines Ordens,besonders für die Königl. Abteykirche zu St. De,nis, und st. »766. le vieil Lh. I. K. »7. leAoir (vescriptlons Vitrsux p. HZ.) nenntihn den letzten der bekannten neuern Glasmaler.

Er hatte sich lediglich durch sich selbst und durchfleißiges Kopiren älterer Werke in gedachter Ab-tey gebildet, und es aber nicht viel weiter gebracht,als diese letztem erträglich auszubessern oder nach-zuahmen.

* Regollno, Regoliron, Regolo(Bernhard oder Bernhardjn), s. Regal,. Es

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