R e i ch e n b a ch.
Regelkreise), verfertigte um 14^0. verschiedenekleine Statuen für das Kloster Legeresen und starb1-455. von Rrey
Reiche »ibach (Joh. Balthasar), ein Maler,der in ibZk). die Dorfkirchr zu Molschleben im Her-zogthum Gotsta mil seiner Arbeit zierte. Gorh.Riechen- und Schulstaar III. 8. S. 5 /.
— — (Dmigunde Sophie Ludovike, ge-wöhnlich Ludovike), Schwester des Koniglich-Wür-tembergischen Hofbibliothekars zu Stuttgart , einesehr geschickte Malerin daselbst, geb. 1761. studirtedie Kunst zuerst unter Guibal's Leitung, alsdannvon ,78V—8g. bey dem Königl. Maler Bestien zuParis , wo sie sich besonders dem Dildnißmalenwidmete. Von ihr kannte man z. D diejenigender Herzogl. Familie, damals zu Mümpelgard.Sie lebte noch um 180g. Meusel's öl. R. L.
Reicher (Franz), Maler zu Jngolstadt. Ini6gn. malte er den H. Erasmus als Altarblatt;dann das Plafond in Fresko in der Salvators-kirche unweit Ortcnburg. Liporvsky.
— <F. G.), ob vielleicht mit Obigem dernämliche, ist uns unbekannt; malte vortreflichgeistliche Geschichten, in natürlich feinem und starkgeschmolzenem Farbenton, und mit meisterhaftemAusdrucke der Leidenschaften. Ein sterbender St.Sebastian und eine Kreuzigung Christi mit vielenFiguren werden vorzüglich von ihm angeführt. Erblnhete »m den Anfang des XVII. Jahrhunderts.L- v. w.
Reichert (Johann) , Hofkunstgärtner desHerzogs von Weimar zu Belvedere. Er kommt1777. u. 1786. vor.
— — (I. Christ.), ein Stubenmaler zu Dres den . DerDresdner-Adreßkal. von 1810. S. t8Z.führt ihn unter den dastgen Künstlern auf.
— — (I. F.)/ um i 8 o 5 . Gärtner zu Wei mar , vermuthlich ein Sohn von obigem Johann.Er gab heraus: licrrtu^ keicbertian»«, oder voll,ständiger Raralog — der Gärtnerey , Pr. 8. Gr.
— — s. auch Reichardr.
Reichhardr (Ernst Heinrich). In dem ver-suche eines Handbuchs der Erfindungen vonBusch V. 241. heißt es: »Im Jahr 17H0. legteder Kaufmann Joh. Ernst Gotzkowsky den Grundzn einer neuen Porcellanfabrik in Berlin , nachdemer vorher von dem B>'ldhauer(E—H—- !i—) von Gerndas Geheimniß, achtes Porcellan zu machen, erkaufthatte."
Reichmann (Riclaus und Verend), beydezwar nur Hof, und Fortificatlons-Zimmermeisterzu Berliu um 1700. waren aber dabey i» der Bau-kunst wohl erfahren. öNarperger.
Reichmurh (Christoph Heinrich ). Ein solchersoll um 177». die Malerey zu Leipzig erlernt haben;ob als sogenannter Kunstmaler ist uns unbekannt.
— — ('). So wird auch im Lioriren-den Leipzig , ohne Weitereres, ein dort um1740. blühender Maler genannt.
Reich«,art (Cornelius), s. unten Ryquarr.
Reid (Johann), ein Kunstverleger, dessenName man auf Bildnissen von Th. de Leu sowohl,als auch auf schlechten ravirten Blättern, ohneAngabe eines Stechers, bloß mit excull. findet.Vermuthlich lebte er in der letzten Hälfte des XVII.Jahrhunderts in England.
Reifstein od. Reifenstein (Joh. Fried-rich), Russisch-Kaiserlich und Sachsen -GothaisctierHofrath, Ansbachischcr geheimer Legationsrakh,Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften zuSt Petersburg , und Direktor des Erziebungs-Jnstituts für Russische Künstler zu Rom , geb 1719.zu Ragnit in Preußisch-Litthauen « nicht zu PiUau),
Reifstein, 1127
wo sein Vater Apotheker war, studirte 173°,. zuKönigsberg die Rechte, nebenher die schönen Wis-senschaften, und übte sich zugleich im Miniaturma«len und Rodiren Jm J. ,744. gieng er als Hof-meister nach Berlin , 1745. als Pagenhofmeisternach Cassel, verließ aber i/ 58 . wegen dem Kriegdiese Stelle und machte dann 1760- 6s. mit einemGrafen Lonar Reisen durch Frankreich , die Schweiz und Italien . In Rom ward Winkelmann seinFreund, und seine Neigung für das Studiumder alten und neuen Kunst bewog ihn, daselbstzu bleiben. Diesem widmete er sich nunmehr gänz-lich. Nach und nach ward er mit Fremden aus allenLändern bekannt, die er als Antiquar durch Rom begleitete, und besorgte für viele Hofe, besondersfür den Russischen , ihre Auftrage wegen Kunst-fachen. Mehrere deutsche Fürsten schätzten ihn;vornehmlich der Herzog von Gotha , der ihn, nebsteiner Pension, znm Hofrath ernannte. Auch Ca-tharina II. gab ihm den nämlichen Titel mit einemansehnlichen Gehalte, für welches er die Leitungdes anfangs benannten Institutes übernahm. Deut sche Künstler, die nach Rom kamen, fanden anihm einen väterlichen Freund und Führer. Sohatte ihm z. B- selbst ein Hackert zur ersten För-derung seines Rufes Vieles zu danken. Er selbstmalte sehr artig in Pastel, in Oel und mit Wachs-farben , und niodelürte recht gut in Wachs undTon. Daneben war er »»ermüdet auf allerlei»nützliche Versuche bedacht. Dahin gehört beson-ders seine Wiedercrfindung der Kunst, Glasva-sten von Camecn mit vielfarbigen Lagen zu ma-chen ; dem chlas eine Harte zu geben, daß es sich»eben so wie ein Diamant, behandeln und schleifenläßt u. dgl. z'und dann sein, freylich nie ganz ge-lungenes Bemühen, die um diese Zeit wieder ein-deckte enkaustische Malerey zu vervollkommnen undzu verbreiten. Eine eigene Schrift von ihm: Ueberdie Wachsmalereyen der Alten, womit er sich um1788. beschäftigte, ist, unsers Wissens, niemalserschienen; wohl aber gedenkt derselben Rode,zum Vikruv (Th. II. S. 12t».) und die A. L- Z.1788. S. 167. in. u. ff. Don der Russischen Kaiserin hakte er eines Tags den Auftrag erhal-ten, für sie Tapeten zu einem ganzen Zimmer mitderlei) sogenanntem panischen Wachse bemalen zulassen. Am iZ. Otl. 179Z. endigie er sein voneiner seltenen Aufrichtigkeit, Güte und Würdedes Charakters begleitetes arbeitsames Leben inRom , wo man ihm ein, durch den Russischen Minister veranstaltetcs prächtiges Lcichenbeganqnißhielt. In frühern Jahren übersetzte er die Arken»holzischen Memoiren der K. Christinn, und zeich-nete selber die Vignetten und Münzen. Spätster«hin schrieb er mehrere kleine Aufsätze über die Ma-lerey und Farbenmischung; wie z. B. über dieMalerey in Wachsvastel im Journal ekiiMßer,kevr. 17.— Meuselli. L?!i«c. XVIil. Z2Z—28.aus I. F. Goldbeck's lirrerar. tJachr. vonpreusten l l. rüst. u. ff. Mus Vl. 82 . N> Mufrrh. u. 120. Vor dem zweyten Stück dieses letz-ter» findet sich sein nach Männlich, von Schenaugezeichnetes und von C. G. Schulze schön gesto-chenes (unkenntliches) Dildniß Oreuß. Tempe6. u. 8. St. Gchllchregroll's ölerrol. 179Z.I. S >7- »Daß er" (wie es bey Merisel heißt)„mit Winkelmann die römischen und Herkulani-schen Alterthümer untersuchte", ist nur sehr unei-genrlich zu verstehen. In der Schritt: Winkel-mann und sein Jahrhundert, S. Zdu—62.heißt Reifenstein »ein Mann, welcher zwar we-der (eigentlicher» Kunstschrifksteller war (wie z. B.die Ramdohr, Bartels, Moritz, Heerr», Ioega,Hirt u. s. f.) noch auch als Künstler oder Alter-thumsforscher Vieles leistete, allein, bey seinenVerhältnissen, auf Lehre» und Meynungen, aufmanche Künstler und viele Liebst, der der KunstEinfluß harte." «Schon zu Winkclmann's Zei-ten" (wird dann fortgefahren) »kam er »ach Rom und wurde nach desselben Tode der angesehensteFührer der Fremden. I» Allem, was in das Fachder Alterchumskunde einschlug, richtete er sich nach