Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1267
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R h'y n e.

Rbjene (Wilhelm tcn), ein Holländer, wirdbey Anzeige eines von ihm verfaßten Werkes überdüs Vorgebürg der gute» Hoffnung und die Hotten«tottek, (welches H. Screta S. a Savorziz zuerst1688. zu Schaffhausen in der Schweiz edirte), alsaus Devcnter gebürtig (Devenrric-nsis) genannt(Dresdner gelehrte Anzeig. Jahrg. 1766.G. 847.) Dann hat derselbe (und gehört darumhieher) zu einer frühern Schrift: Nellitariones inAI lgippocratin etc. (6st. 1672.) einigeanatomische Figuren selbst gezeichnet und saubergestochen. Sei» Bildniß (oct. Zg.) ist von Sturt(wann ?) in Kupfer gebracht (Moehsien's Aerzre-bildn. S. ii2. und 121.). Rbxn stand bey derholländischen Compagnie zu Jacatra als Arzt inDiensten, und war dort so berühmt, daß ihn derKaiser von Japan zu seinem Leibarzt verlangte.

* Rialdr ( ), s. unten Anton Rmaldl.

* Ribalta (Franz und Johann), Vater undSohn. Der Vater war geb. zu Castellon dellaPlan« i 85 i. und st. 1626. (nicht 1600. wie es imLex. heißt). Derselbe begab sich »ach Valenzia, umdie Malerey bey Dincenz Juanez zu lernen. Dortverliebte er sich in dessen Tochter, und hielt um ihreHand an, welche ihm aber einsweilen aus demGrund abgeschlagen wurde, weil er es noch nichtweit genug in der Kunst gebracht hatte. Dies ent-flammte seine Liebe und seinen Ehrgeiz noch höher.Er gieng also, im Einverständniß mit dem Mädchen,nach Italien , wurde daselbst, wie Einige behaupten,ein Schüler von H. Carracci , hielt sich aber mehran den Styl des Naphael und Seb. del Piombo,und bildete sich so zu einem der geschicktesten Künstler.Nun kehrte er ins Vaterland zurück, und suchteseinen Lehrer auf, den er gerade nicht bey Hausetraf, wohl aber ein angefangenes Bild auf dessenStaffele»), welches er so meisterhaft beendigte, daßJuanez darüber in Erstaunen gerieth, und ihmaugenblicklich seine Tochter zur Frau gab. Jetztverbreitete sich sein Ruf nach und nach durch dasganze Königreich. Nebe» andern seiner Werkenennt man von ihm ein auf Verlangen des Erz-bischofes für das Collegium von Corpus Christi (?)verfertigtes Abendmal, worinn er einige Bildnisseanbrachte; dann für die Sakristei) des Hospitalsvon Montserrake zu Madrid eine AbnehmuugChristi vom Kreuze; Christus der die H. Vater ausdein Limbus holt, und die Gefangennehmung Christi.Dieses lctztre prächtige Bild hat zur seltsamenUnterschrift:

ä'ebartraiE riet invenik.

F>arrcr'§cttr Lbcr/tu Valemiss trarluxit. *)

Seine größten Meisterstücke indeß, von welchenBermudez das ausführliche Verzeichniß giebt,werden in Valenzia aufbewahrt. Hier sieht manseinen berühmten St. Francisc bey den Kapuzinern,und den schönen St Bernhard mit der Madonnaim Kloster Er. Miguel de los Reyos, ohne derArbeiten bey den beschuhten Carmelitern und zu St.Domingo zu gedenken. Fiorillo IV. 1919Z wo,so wie im Lex. bemerkt wird, daß die Arbeiten diesesKünstlers, wenn sie nicht von seiner Hand mit seinemNamen bezeichnet sind, leicht mit denen seinesSohns verwechselt werden. Dieser letztre, geb.»597. lernte die Kunst von seinem Vater, und hatteso ausserordentliche Talente, daß er bereits in seinemAchtzehnten eine große Kreuzigung für die KircheSt. Miguel, vor den Thoren von Valenzia aus-führte, welche jedermann in Erstaunen setzte, undzur ausdrücklichen Unterschrift hat:

Aoamre§ Aiüa/ta ek invcnit.

Unstreitig gehört dieses Bild zu den größtenMeisterstücken der spanischen Schule; der Ausdruckder Figuren ist edel, die Zeichnung correct, unddas Colorit lieblich und kräftig; und wirklich sollder Sohn, wie spanische Kenner behaupten, noch

*') Nach Fiorillo 11 95 . hätte man alle drey gleich

'piombo gehalten.

Ribera . 1267

einen leichtern und sveltern Pinsel, als der Vatersgeführt haben. Desto größer war der Verlust fürdie Valenziauische Schule, daßJuan in demselbenJahre, wo sein Vater, dahin starb. Noch hatteer für einen Adlichen, Don Diego de Vieh, eineSammlung von Zi. Bildnissen ValenzianischerHeiliger und Gelehrter gemalt, welche dieser derBibliothek des Klosters de la Murta de St. Gero-nimo schenkte, wo sie sich noch gegenwärtig befindet,nebst einigen andern Bildern von ihm; daruntereine St. Cäcilia, an welcher auch der Vater ge-arbeitet hatte. Die übrigen Werke von Juan sindin den Kirchen und Privatsammlungen von Valenziazerstreut. !. c. 190 94. Nach Franz von M.Lasne gestochen, kennt man das Bildniß FranzMichels, weiland Hufschmieds, der aber unter demNamen des H. Simons, Priesters von Valence bekannt ist.

R»bas (Gonzalo de). So nennt FioriHo IV.3 c>u. kurz einen unbedeutenden spanischen Maleraus der Mitte des XVll. Jahrhunderts, der abernichts desto weniger Mitglied der Akademie zuSevilla war.

(Miguel). Und so Ebenderselbe l. c.108. einen nicht unberühnilen spanischen Bildhauerdes XVI. Jahrh. Schüler des Becerra, der dem-selben, nebst Andern, bey seinen Arbeiten undStukkaturen im Pallaste zu Madrid und del Pardohülfrciche Hand leistete.

Rlbaulr (Madmoiselle), vielleicht Schwester(kaum Tochter) des Folgenden, Malerin, Schülerinvon la Fitte. Von ihr sah man auf dein Pariser-Salon 1810. ein Bild: Opfer, dem Acsculapgebracht.

oder Ribaur ( ), Ribauir

ist wohl richtiger; ein neuerer französischer Kupfer-stecher dieses Namens gab (1810.) für das I^XXIl.Heft des Museums Napoleon , nach Giannis Zeich-nung, die Dornenkrönung von Litia», ein Blatt,das sich auch auf dem Pariser-Salon dieses Jahrs,eben so wie ein Bildniß der Kaiserin, nach der Büstevon Bosio, von ihm gestochen, befand.

R'bbel (Moriz), Archivar der ehemaligengefürsteten Abtey St. Blasten, ein Kunstdilettanreund selbst Zeichner, wird in Heinecke's rJ.Nachrichten (178b.) S. i) 2 . noch unter den Le-benden angeführt.

R>be (Andreas), goß im Jahre i 5 i 5 , zuDemmin in Pommern, eine Glocke mir einigendarauf befindlichen Figuren. V. E. Grolle Be-sicht. und (öesch. der Hanseestadr Demmin .Greisswalde 1772. g°. S. Zig-

Ribera (Don Johann Vincenz de). Soheißt Fiorillo IV- Z 83 . einen spanischen Maleraus der zweyten Hälfte des XVll. Jahrh, der zuden sogenannten acht Taxatoren der alten Malereyengehörte, und von dessen eigener Arbeit man, nebenAndern,, in der Schatzkammer zu Alcala de Henares eine Marter der H. Justina kennt, die sich durcheinen freyen und kecken Pinselstrich auszeichnet.

* (Joseph), Gpagnolero genannt,nach einige» zu Gallipoli in der Provinz Leere 1Z9Z,nach andern (die sich aus ein Kirchenbuch gründe»sollen) zu Lativa (dem heutigen Sa» Felipe) nicht»veit von Valenzia 1888. geboren. Wie dem aberauch sey, so entwickelte er seine frühzeitigen Talentein der Schule des Merigi zu Neapel . (Doch soller schon in Spanien , unter der Anleitung des Ni-balta, Bildnisse gemalt haben). Von Neapel gienger nach Rom , und bildete sich daselbst weiter durchdas Studium der ersten Meister aus, wiewohl erdabey die größten Schwierigkeiten fand, indem ihrlieblicher, edler und richtiger Charakter gänzlich derManier seines ersten Lehrers entgegengesetzt war.Dasselbe begegnete ihm zu Modeua und Parma §

vorerwähnten Bilder für die wirkliche Arbeit von des