i2>74 Ricci.
Kirche dieses Ordens zu Turin , und St. Domini-cus der die Schriften der Ketzer verbrennen läßt,in der Kirche Corpus Domini zu Venedig , beydein Wagners Verlag; die Himmelfahrt in der Dresd-ner-Gallerie, von I. Punt; Pabst Plus V. mit an-dern Heiligen in der Dominikaner-Kirche zu Vene-eig, zu Wien in Schwarzkunst geschabt von einemUngenannten.
Ricci (Stephan), ein vielleicht noch lebenderKupferstecher zu Florenz , blühete unter der Regie-rung des Erzherzog Leopolds, war einer der vorzüg-lichern Schüler von Jnnocen;Spinaz;i,und verdienteden Sabatelli und Benvenuki an die Seite gesetztzu werden. Indessen wurde, nach dem Tod sei-nes Lehrers, der das Direktorium seines Kunst-zweiges bekleidet hatte, weil er damals noch zujung war, ein anderer (Fr. Corrado) an dieseStelle gesetzt. Tüb. lMorgenbl. 1809. S. 5 ob.
* — — s. auch Rici.
* Riccia od. Ricca (Bernhardt»), genanntRicco. Zaift kennt ihn nur bis 1522. Im Domezu Cremona sah man einst von ihm Arabesken mitKindern, von ihi2. dakirt, die aber, weil sie nurauf die trockene Mauer gemalt waren, nach wenigJahren zugrundgiengen, und alsdann von frem-der Sand restaurier wurden. Dagegen findet sich nochvon ihm in der dortigen Kirche St. Peter del Poeine Pieta, die für dieses Zeitalter der sogenanntalt neuen Kunst noch Aufmerksamkeit genug ver-dient. /.a»Li II. 347 -
Ricciant (Anton). So heißt im: ^ma-nsch aus kiom von 1810. ein damals dort leben-der italienischer Kupferstecher im historischen Fache.Schon um 1805. arbeitete derselbe für die: b!ova
Kcbola Italica.
Ricci anri (Anton). So nennt Lanzi k.254. ganz ohne Weiteres, nach den 8 t-rie llexllnoininl piu lllustri. einen Maler von Florenz ,Schüler von Vincenz Dandini.
* Ricciardelli oder Ricciarelli (Ga-briel). Lanzi I. (>48. kennt ihn noch um 1742.
* Ricciarelli (Daniel), genannt da vol-terra. »Dieser Künstler" (heißt es bey Lanzi I.lZi —Z2.), „den die Geschichte für wenig minderals den glücklichsten Nachfolger von Michael An-gelo halt, wurde von letzten« zu feinem Gehülfenbey dessen Arbeiten im Vatikan angenommen, überallvon ihm gefördert, mit seinem Rath und seinenZeichnungen unterstützt; namentlich, wird erzählt,daß, als Daniel in der Farnesina malte, Buo,naroti ihm nie von der Seite gegangen*) u. s. f.Wohl hätt' auch, ohne solchen Beystand, der un-srige schwerlich jene wunderschöne Abnahme vomKreuz auf Lrinita de Monti zu Stande gebracht,welches, nebst Raphaels Verklärung und Zampie-ri sHieronymus, zuerst von Poussin (und nach ihmvon der öffentlichen Meinung) unter die drey erstenBilder von Rom gezahlt wurde. Hier glaubt manwirklich bey der ganzen Trauerscene gegenwärtigzu seyn. Der Leichnam des Erlösers giebt sichim Hinabnchmen eigentlich fallend dahin; die gott-seligen Männer rings um den heiligen Leib sindin verschiedenen, einander entgegengesetzten, Stel-lungen ehrfurchtsvoll, jeder mit seiner Rolle beschäf-tigt; in dem Nackten herrscht eine Wahrheit undin dem Kolorit eine Stärke, welche hier mehr alsSchönheit, dem Gegenstand angemessen ist; einRelief, eine Harmonie aller Theile zum Ganzen,kurz, eine Kunst, die man, mit Michael Ange-lo's Namen, für seine Arbeit nehmen müßte. Auchscheint der Künstler eben hierauf angespielt zu ha-ben, als er in Basrelief Buonaroti's Dildnißmit einem Spiegel in die Nähe stellte, um anzu-
Ricciarelli.
zeigen, daß er auf dieser Tafel sich selbst wiederfinde. Noch andere Kreuzgeschichte» dann maltevolrerca in der nämlichen Kapelle Orflni, inwelcher er sieben Jahre zubrachte, die aber freylichden Werth des Hauptbildes nicht erreichen. Vor-züglich hingegen ist wieder von ihm jener Unschul-digen Kinder Mord, den der Grossherzog von Flo-renz für seine Gallerte um hohen Preiss aus einerKirche zu Volterra kaufte, woselbst hingegen keinöffentliches Werk sich von ihm findet; wohl aberein schöner Elias bey den dortigen HH. Niccia-relli, als Erbstück und Gedächtniß eines so großenNamens". Noch an einem andern Ort (l. c. ölg.)glaubt Lanzi, daß Daniel anfangs zu Siena ,eher bey Beccafumi, als bey Verzelli oder Peruzzigelernt, da letzterer ganz Raphaelisch war, undauch der zweyte den Florentiner-Sty! nicht liebte,da hingegen Mecherino (Beccafumi) aus den ge-nannten dreyen der einzige treue Nachfolger vonM- Angelo war. Auch konnte er bey keinem derbeyden Andern besser, wie bey jenem, den mäch-tigen Gegensatz von Lichtern und Schatten lernen,der in einigen seiner Werke so sichtbar ist; nochjene andere (die Gießer) Kunst, worin er ebenfallsein so großer Meister war **). Noch an einer drittenStelle endlich (l. 0. 433 .) erzählt Lanzi von Oc>!-rerra's Arbeit in dem sogenannten Königssaale zuRom. über dessen Baute und Verzierung ihmnach del Vaga's Tod (G47.) die Aufsicht anver-traut wurde, und der daher seinen Namen trug,weil derselbe jene Schenkungen weltlicher Herr-schaft verherrlichen sollte, welche diePabste einst vonKaisern und Königen empfangen hatten. Dortsah man von dem Unsrigen auch schone Stucciu. s. f. — Weit minder Vortheilhaft als Lanzispricht von unserm Künstler FioriUo 1 . 390—92.(und fast möchten wir uns — bey unserer gerin-gen Liebe für Vergötterung eines Menschen, aufSeite seines Urtheiles wenden). Seinem berühm-ten Hauptbilde legt er zwar ebenfalls große Schön-heiten, aber auch ,2 viele unangenehme Eigenheiten'bey. „Das Aug" (sagt er) »ruht nicht auf derHauptfigur, sondern wird von einigen halb nacktenMännern angezogen, die den Leichnam von demKreuze losmachen. Ueberdieß sind zu den Füßendes letztem Madonna und die Marien nicht mirdem Ausdrucke des Schmerzes sondern des Schre-ckens abgebildet; vorzüglich erstere, die, indem sierücklings überfällt, die Beine in die Luft streckt.Es herrscht daher in dem Ganzen eine gewisseVerwirrung, welche schon Richards«)» bemerkthat. Wer das Bild nicht gesehen hat, kannsich davon durch den vortreflichen Stich des Do-rigny" (versteht sich, in den sehr seltenen gu-ten Drücken, nicht in den von Strange — wiemit der Axt aufgestochenen) »einen sehr richtigenBegriff machen. Er wird an demselben auch be-merken können, daß die Figur des Heilandes voneinem zu männlichen Charakter ist, ob v«rsari siegleich vorzüglich nennt, und die Verkürzung der-selben wirklich meisterhaft ist. Daß die Anlageund die Zeichnung dieses Werks von Michael An-gelo herrühre, scheint Daniel selbst durch jene(schon oben bemerkte) feine Anspielung haben kund-geben zu wollen. Bey Gelegenheit einer Reise nachFlorenz nahm er ebenfalls Formen zu Gipsab-güssen von allen Statuen, die sich von diesem sei-nem angebeteten Meister in der neuen Sakristei)der Kirche St. Laurenz befinden, und befördertedadurch die einseitige sJachahmung desselbennoch mehr. Ueber das Pferd, welches unser Künst-ler für die Statue Heinrich II. von Frankreich indrey Stücken gegossen hatte, und das t) 5 oo. Scudikostete, giebt ebenfalls Fiorillo 111 . 110. An-merk. c. lefenswerthe Nokitzen. — Auch unser Lußlidann (I. 52.) mäßigt sich in seinem (selbstgedach-
») Von dicken Besuchen ließ Michael Angelo eines Tags das bekannte Denkmal eines mit der bloßen Kohlegezeichneten, noch jetzt ersichtlichen Äolossalkopfes zurück.
-'-) Doch dieses Alles mir der beygefügten (treflichen) Bemerkung: „Man müsse sich bey solche» Zweifeln denndoch euer «» die Geschichte halten; sey ja jeder Künstler in der Wahl seines Stvls <ekn eigener Herr, undkönne se,n Meister ihn wohl auf eine» Weg stellen, der Schüler aber - vou seinem Genius oder von allerleyumstanden geleitet — sich auf einem andern halte».