12^6 Riccini.
fam waren, er aber, dem ungeachtet, durch an-haltenden Fleiß und Studium auf eine der höch-sten Etuffen der Kunst gelanget, doch auch aufdieser bey Weitem nicht immer sich gleich geblie-ben sey, und überhaupt nur wenige seiner Werkejenen Punkt der Vollkommenheit erreicht hatten;was dann der Sage Wahrscheinlichkeit gebe, daßsein großes Vorbild, Buonaroti, ;u diesen letzter»wirklich die Zeichnung geliehen habe. Diese Wahr-scheinlichkeit bestätige sich durch seine beyden klei-nen Basreliefs auf Trinita de Monti, von dereneinem (Michel Angelo mit dem Spiegel) wir schongesprochen, das andere aber etliche Satyren vor-stellt, welche Köpfe, Aerme, Beine u. a. Theiledes menschlichen Körpers auf einer Wage abwie-gen, um die, welche das gehörige Gewicht nichthaben, von seinem großen Meister verbessern zulassen. Don ihm, als Bildhauer, nennt d'Ar-gensville II nach vasari u, a. neben dem
bereits Angeführten noch Mancherley; wie z. B.seine Statue der Cleopatra an dem Brunn diesesNamens im Corridor des Belvedcre; das Brust-bild eines geliebten Jünglings, seines Schülers,auf dessen Grabe in St. Michel Berkaldi zu Flo-renz , und die unvollendete Statüe von Sk. Michael,welche die große Pforte vom Castell St. Angelohatte zieren sollen, und nun (nach des KünstlersWille) auf seinem eigenem Grabmal steht. Dortlesen wir auch: Daß das bloße Modell für dasmehr angezogene Pferd (worauf spätherhin die Sta-tüe — nicht Heinrich II sondern Ludwig XIII . ge-stellt wurde, ihn vier Jahre Arbeit kostete; daß es-je. Palmen lang und 20. hoch, um einen Sechs-theil größer als dasjenige vom Marc Aurel imCapitol (aber deswegen, wie wir schon vernom-men, nichts desto besser!) war; und endlich, daßder Verdruß über den ersten fchlgeschlagenen GußDaniel das Leben gekostet habe. Gestochen nachihm kennt man nicht sehr Vieles. Vörderst: Dieoft erwähnte Kreuzesabnahme; vorzüglich von Do-rigny, dann von Audenaerd, I. B. de Cavallerüs,einem alten Ungenannten (6. I,. I).), A. Wester-hout und C. Zocchi; David und Goliath, von D.Andrem, meisterhaft (Füßli l. 0. S. 57 — 58 . und:
8. v. ^o/t» ,-a); eine Kreuzigung St. Pe-ters, wieder von de Cavallerüs; Madonna in derOhnmacht und zwey Frauenbilder die eine Corni-sche unterstützen, jene aus dem Hauptbilde, dieseaus den Stucco's auf Trinita de Monti, von St.Non; ähnliche (oder die gleichen) Caryatiden vonI. Episcopius; den todten Christ in den ArmenJosephs von Arimakhea, von Presse!; endlich dieStatüe Heinrich II. von A. Lempesta, ein Blatt,das Viele irre geführt hak, als ob nicht bloß dasPferd, sondern auch der König das Werk vonDaniel sey.
Riccini (Anton), ein Kupferstecher zu Rom .Auf dem dortigen Salon im Kapirol 1809. sah manvon ihm einen sehr ähnlichen Kopf des neuen Kö-niges Joachim von Neapel, nach einer Zeichnungvon Vicar. Täb. Morgenbl. 1810. S. 44 -
* Ricci no, s. Ricchmo.
* Ricciolini (Michel Angelus und Niclaus),
Vater und Sohn. Anstatt der Art. von Beydenim Lex. setze: Der erste geb. zu Rom 1654. lerntebey Carl Maratti, arbeitete für die Kirche gedach-ter Stadt, starb zu Frescati 1715 und ward indasiger Domkirche begraben. Der zweyte, geb.1687. erhielt schon in seinem Vierzehnten, und inzwey folgenden Jahren die ersten Preiße im Cam-pidoglio Etliche von seinen Bildern wurden inMosaik gebracht. II. 2. p. 3 . u. 5 . wo sich
die Bildnisse von beyden nach denjenigen befinden,die in der Gallerte zu Florenz , von ihnen selbstgemalt, aufgestellt sind. Von ihnen heißt es beyLanz« 1.528. wo das Geburtsjahr des Sohns durchDruckfehler irrig angegeben ist: »M A. Riccio-lüii, ein Römer von Geburt, obgleich von Todtgenannt, und jJ. Ricciolini, von welchem Or-lando schweigt, zierten beyde die Kirchen zu Rom Der zweyte hatte, mehr als der erste, den Ruf
Richard.
eines guten Zeichners, und in einigen Cartonszu Mosaiken in St. Peter (ob von seiner Ersin-düng ?) wetteiferte er mit dem Cavalier Franceschmi.
Richard (Carl). So heißt in ein Paar un-serer Handschriften ein Maler in Wasserfarben zuLondon , um 1765. und noch 1768. der dort ingutem Rufe stand. Ihm wurde, neben Andcrm,von der Universität Cambridge aufgetragen, die-jenige Urkunde, womit sie den damals in Englandanwesenden König Christian VII. von Dänemark zum Doktor der Rechte aufnahm, mit Allegorienauszumalen. Diese Urkunde legte man nachwerlsdem Königl. Archive zu Kopenhagen bey. Ob eretwa derselbe Richard (ohne Taufnamen) seyndürfte, nach welchem I. Haas das Bildniß desAugenarztes J.Taylor in 8°. gestochen hat?Möeb -se «i's Aerztebildn. S. i 33 . Oder geht letzteresetwa den folgenden C. F. W Richard an?
— — (C. F. W.), aus dem Hannöverschen,geb. um 1725. kam bereits als geschickter Paste! -und Aquarellmaler nach Hamburg , und erhielt dortviele Arbeit, welches ihm Gelegenheit gab, alsBildnißmaler sich nach dem Lebe» immer mehr zuüben. In diesem Fache wurde er vortreflich, undstarb zu Hamburg um 1770. //nmbm-F. AüuLi-ü'r-^Vnc/rr. 8. 36 . Nach ihm hat I. C- G. Fritsch1769. ein Bildniß von F. A. Fibler (zu dessen Ana-paptistischen Journal, I. Jahrg. i. Th. 8°. Hamb.und Leipz. 7770.) gestochen. E. auch den Schlußdes vorhergehnden Artikels.
— — (Daniel Johann), genannt ZZressel,ein Goldschmied, Uhrmacher und Graveur, geb.zu Sagne im Fürstenthum Neufchakel-Vallangini 665 . Anfangs lernte er, so wie zwey seiner Bru-der, als Goldschmied; da ihm aber in seinem Vier-zehnten eine in London verfertigte Uhr (ein Ding,was in seiner ganzen Gegend zu dieser Zeit nochunbekannt war) auf gut Glück zur Reparaturübergeben worden, so faßte er den Vorsatz, sicheine gleiche Maschine zu bauen. Seinem durch-dringenden Genie gelang es auch, die Werkzeuge,und überhaupt Alles was dazu gehörte, theils selbstzu erfinde», theils nachzuahmen; und in >8. Mo-naten war die Uhr vollendet In der Folge kamer sogar so weit, daß er kleine Pendulen und Rerpetiruhren zu verfertigen wußte. Dieß ist der ersteAnfang und gleichsam der Stamm der vielen Uhr-fabriken in Locle und la Chaux de Fond. Richardlegte sich dabey auf das Graviren und Kupfer-stechen ; unterrichtete auch darin, so wie in allenseinen Künsten, seinen ersten, einige Jahre nach-her angenommenen Schüler Jacob Brand, ge-nannt Gruyerin, aus la Chaux.de-Fond, Zu An-fange des XVIII. Jahrh, verließ er Sagne undließ sich in Locle nieder, wo er -741. verstorben war.
— — (E.) malte um 1728. kecke, meisterhafteBildnisse in Rembrandl's Manier zu Neuwied amRhein und derselben Gegend. Er pflegte die Ba-cken, Nase, Stirn u. f. w. von hinten im Luchherauszudrücken, wodurch er gleichsam (?) natürlicheSchatten erhielt, die, mit seinem kräftigen Kolo-rit verbunden, von herrlicher (?) Wirkung sind.Mensel's VMscell. XIII. 37.
* — — (Florent de la Mare), s. Mare.
— — ( ) Abt von St. Vanne in Frank-
reich , einer der berühmteste» Architekte des X. Jahr-hunderts, unter dessen Leitung viele Kirchen undKlöster theils ausgebessert, theils neu erbaut wur-den. Für seine eigene Kirche zu Vanne ließ er,neben andern Kostbarkeiten, eine prächtige Kanzelzum Absingen des Evangeliums, und ein Taber-nakel, reich mit Gold und Edelgesteinen geschmückt,verfertigen. o. 8. ilensllictl,
N. VIII. p. 522. 525. 52 (i. Fiorillo III- 02. ZZ.
— — und Rorvsby, letzterer ein Mönch,zwey Bildhauer des XV. Jahrh, in England,die sich mit der Ausbesserung einiger Sachen inder Kirche der H. Jungfrau zu Starferd beschäf-tigten. FioriUo V. 172.