Richter.
wirft, im Hintergründe ein Gefecht; dieses ohneseinen Namen. (Einer unsrer Freunde besaß ehe-mals die Platten von beyden). Noch ist uns eineradirte Anficht, der 1654. zu Weimar vollendetenWilhelmsburg, in qu. Fol> vorgekommen, die un-deutlich bezeichnet ist: Christian Richter undWilhelm Richter. Was der oben angeführte Wei-marische Hofmaler Christian R also hieran bey-wirkte, ist eben so wenig auszumachen, als dieZuthat unsers Wilhelms.
Richter (Zacharias), Maler, der gegen 1700.zu Schneeberg geb. wurde und stumm (und taub)war. Melyers erneuerte Stadt-und Berg-chronik von Schneeberg S. 534 - Gegen derMitte des vorigen Jahrhunderts erscheint er dannzu Dresden . M. Bodenehr hat nach ihm ein Bild-niß, das des Theologen I. C. Neumeister, gestochen.
— — ( ), ein Künstler der in der Gottes-
hülfkirche zu Waltershausen im Herzogthume Gotha ,den Himmel u. s. f. derselben 1724. kostbar (?) ge-malt, und darin vorzüglich viele allegorische Figu-ren, als die Friedfertigkeit, Barmherzigkeit^, s. f.
, angebracht hatte. Gorh. Birchen- und Schul-staat lll. i2. St. S. 58 .
— — ( ), Maler, ein Deutscher von
Geburt, lebte zu Anfang des XIX Jahrhunderts inEngland, und soll in Darstellung biblischer Ge-schichten sehr glücklich seyn. In i8o5. vollendeteer einen St. Peter, der seinem auf dem Meerewandelnden Meister entgegen eilt, und dem Ver-sinken nahe ist; ein Bild (heißt es bey Fiorillo V.8 o 5 .), aus welchem das Studium guter italieni-scher Meister hervorleuchtet.
— — ( ), Kupferstecher zu London , gab
bort das Bildniß des Kaisers Napoleon , nacheiner Büste von Cerachi. Fiorillo V. 85 o. Obdieser Richter etwa ein Nachkömmling obigenChristians, oder Davids des Schweden , seyndürste, ist uns unbekannt.
* — — ( ), deutscher Kupferstecher, der
im Lex. am Schluß der Künstler dieses Namenserscheint, von dem wir aber weiter keine biogra-phische Notitz nirgends gefunden haben. Wohlaber findet sich von ihm in einem Verzeichnissemeines sel. Vaters angeführt: Die SchwesternPhaetons nach I. Carpioni, den verlorenen Sohnnach Guercino , Jupiter und Antiope nach M. deVos, und dann eben auch jene Geburt Christi nachde Bray, welche oben, nach winkier, einemJ.A. Richter zugeeignet wird, der wahrscheinlichmit dem unsrigen Eine Person ist.
— — ( ), Schüler von Schönau zu Dres-
den . Auf den dasigen Ausstellungen sah man von ihm1785. eine nackende Venus nach Titian , vermuth-lich aber nur Kopie eines Kupferstichs von Strange,„ hart und bunt" hieß es; 178h. den spinnenden Her-kules nach Luk. Giordano, und Ariadne auf Naxos nach A. Kaufmann, jetzt sagte man „gut kolorirt";dann 1790. den bethlehemitischen Kindermord nachPoußin u. s. f. In neuern Tagen gedenkt seinerLeeschke's Geschichte und Merkwürdigkeiten derRathsbibliothek zu Zittau (Zittau und Leipzig 1811.8. S. i 5 i. i 53 . i6i.), wo es von ihm heißt, daßer von Zittau gebürtig sey, und sich seit einigerZeit zu Chur in Graubündten niedergelassen habe.Auf gedachter Bibliothek ist von seiner Hand zusehen : Ein Bildniß von seinem Lehrer Schönau;die Entlassung der Hagar ; und endlich auch einigeZeichnungen in Kreide, so z. B. die vom Theseusverlassene Ariadne . Ob dieß der nämliche Richtersey, der noch 1811. zu Chur lebte, und aller Gat-tung Gegenstände, Bildnisse, Landschaften u. s. f.mit vieler Genauheit, aber auch mit ziemlicherHarte zeichnete?
— — ( ), ein neuerer deutscher Kupferste,
cher, lebte im 1 .1804. und noch 180g. zu Berlin .Von ihm kennt man, neben Anderin, ein, 4?.(n. ll. 54.) Figuren enthaltendes Blatt in.Aquatinca
Rici. lLgg
Manlle? (wohl Aquatinta-Manier) — nach einemGemälde von Kimpfel, das den Kurfürst JoachimII. vorstellt, wie er (1647-) gegen Karl V. für denzum Tod verurtheilten Kurf. Joh. Friedrich vonSachsen spricht, und sich wider das Urtheil er-klärt. Meusel tJ. R. L- Eine nähere Be-schreibung davon s. inDesselb. Arch. I. 4.166.bis 67. Ebenderselbe ist es ohne Zweifel, der ini8«8. (gemeinschaftlich mit Dahin,) ein älteresBlatt von Clemens nach Cuningham umgearbeitethat, welches Friedrich ll. bey seiner Rückkehr voneinem Manoeuvre bey Potsdam nach Sanssoucydarstellt. Bey dieser Umarbeitung, wobey Däh-ling die Zeichnung, und Richter den Stich be-sorgte, (heißt es in öffentliche» Blättern) sindz. B. unschicklich gestellte und verzeichnete Pferdeund Figuren durchaus verändert, statt der Fran-zösischen und Englischen Generale Preußische (?)angebracht, der Effekt des Ganzen verstärkt, unddas ungeheure Format des frühern B atts bedeu-tend verkleinert worden. Immer indessen hielt esnoch 21" in die Höhe, 2g" in die Breite, und ko,stete 6. Thlr. Auch dieses Blatt faßte Z4. Figurenin sich.
Richter ( ), Kunstmaler, der um 1610.
die Orgel der Stadtkirche zu Eilenburg in Sachsen ausmalte. Simons Eilenburgiscye Chro-nica S. 98.
— — ( ), gebürtig aus Schlaiz im Reuffi-
schen, wo er auch 181». als einheimisch erscheint,sich als Maler in Landschaften, Figuren und Bild-nissen mit Lob zeigte, dabey aber auch dasStuben-ausmalen nicht verschmähte. Er hatte zu Dresden seine Studien vollführt; kömmt auch auf der dasi-gen Ausstellung von > 799 - (freylich wissen wirnicht mit was) vor. In 1810. stand der Schwei-zer Hoessel (von dem ein künftiges Suppl. sprechenwird) im Begriffe nach seine» Zeichnungen zweyProspekte (den der Stadt Schlaiz und den der Burgbey Schlaiz ) in Kupferstich zu vollenden.
— — ( ), Mäurermeister zu Oschatz in
Sachsen , welcher sich um ,780. durch mehrerebürgerliche Bauten in seiner Gegend bekannt ge-macht hatte.
— — ( ), Kupferstecher zu Wien in i 8 o 5 .
gehört zu den neuern Schülern von Schmutzer.Von ihm kennt man: Christus nach Tiepolo , ausder Lichtensteinischen Gallerie. Berruch's Reisenach Wien , Heft II. S. 17.
— — (Madame), Kupferdruckerin zu Dres-den . S. oben Heinrich Carl Richter.
* Rici oder Ri;i (Anton), ein Maler vonBologna , dessen im Lex. im Art. seines SohnsJohann kurze Erwähnung geschieht, soll mitFriedrich Zucchero nach Spanien gekommen seyn,und mit ihm im Escurial gearbeitet haben. Wirk-lich ließ er sich in Madrid nieder, und endigte dortseine Tage. Oeffentliche Werke findet man indeßvon ihm keine mehr, außer einen St. Augustin im Kloster der Nonnen von Sän Domingo el Real.^iorillo IV. , 35 .
* — — (Franz), Antons jüngerer Sohn,geb. zu Madrid (nach Wareler, der ihm bloßt>7. I. giebt, 1617.) Derselbe besaß »»gemeineNaturgaben, und eine bewundernswürdige Fertig,keit, die ihm aber in der Folge verderblicy wurde,indem er zu schnell und flüchtig arbeitete, und inalle Ausschweifungen der Manier gerieih. Dieungeduldige Eile, womit er malte, erlaubte ihmnicht, seine Werke zu durchdenken; Alles warbloß scizzenhaft, mit fliegendem Pinsel gefertigt.In K> 53 . ernannte ihn das Capitel der Kathedralevon Toledo zu seinem Maler, und in i 65 t>. Phi-lipp N,. und hierauf Carl ll. zum Kammermaler.Noch mehr aber wurde seiner Eitelkeit durch dieLobsprüche der Versemacher und Improvisatorengeschmeichelt, die damals in großer Anzahl amHofe lebten, und mit ihm ein enges Bündniß der